01: Anfang bis Seite 63 (Kapitel 1 "Stärke")

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 16 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von odenwaldcollies.

  • Hallo ihr Lieben,


    wir treffen uns hier ab dem 09.08.2019 zur Leserunde zu dem Buch "Ströme der Macht" und freue mich sehr, dass du, lieber Robert, wieder mit dabei bist :-*


    Hier könnt ihr zum Inhalt von Kapitel 1 "Stärke" (Anfang bis Seite 63) schreiben.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Meine Grubenlampe ist frisch entstaubt, die Reise kann beginnen…


    Wobei, tatsächlich kann die Lampe erst einmal aus bleiben. Das erste das mich irritiert, ist ein Fürst des Hauses Schneegrund niedriger gestellt als ein Graf? Oder haben diese Titel nur bedingt mit der Stellung zu tun?


    Ohne Atempause geht es weiter in die nächste Schlacht. Semire verdient sich meinen Respekt mit ihrer Kriegskunst. Der Ausfall und der Angriff auf die Hafenanlagen könnten zeitlich nicht besser ausgesucht sein. Es tut mir leid für sie, dass trotz allem Einsatz und allen Erfolgen ihre Krieger immer noch lieber einem Stutzer folgen. Zumal Semire sich dem Risiko und der Chance sehr bewusst ist, wie ihre Feststellung zeigt, dass es entweder gut ausgeht oder sie am morgen nicht mehr Aufwacht.


    Die Schlacht selber ist sehr gut beschrieben. Besonders das Momentum der Überraschung ist wirklich nicht zu unterschätzen. Wenigstens hatte Semire tapfere Soldaten mit, die Ihr das Leben gerettet haben und nicht nur sich in den eigenen Helm erbrechen.


    Bei aller Weitsicht, Finesse und Intelligenz werden wir doch Zeuge, wie jung Semire eigentlich ist. Das es sie überrascht, dass die Frauen geschändet werden und der Drang einzuschreiten machen wie menschlich. Kyrin hingegen übernimmt hier die kühl kalkulierende Rolle und rettet die Situation – so frustrierend sie ist, so real ist diese „Feier“ des Sieges. Der Krieg ist so viel hässlicher als in den Liedern.


    Die Cleroniten hingegen erinnern mich stark an Rotkreuzler. Sie sind irgendwie neutral und helfen ungeachtet der Fraktionen nach dem Maß des Leids, sehr löblich. Das das Haus Sturmruf versucht, aus der Situation Kapital zu schlagen zeigt einmal mehr, dass das politische Gefüge mit „fragil“ sehr gut umschrieben ist. Ich bin mal gespannt, ob sich die Fehde zu einem Brand ausbreitet oder endet.


    Auch Brotans Schicksal begleitet uns weiter. Er ist nach wie vor ungebrochen und ich wünsche ihm alles Gute. Ich setze auf den neuen Grafen, dass dieser mit den Traditionen bricht. Ja, ich habe immer noch Hoffnung, trotz oder gerade wegen den Erfahrungen mit diesem Autor 😊


    Wenn ich wetten sollte, würde ich auf eine enge Verbindung zwischen Tamira und Brotan wetten, und das nicht wegen dem Stockholm-Syndrom sondern wegen echter Zuneigung und Respekt…


    Zu guter Letzt in diesem Abschnitt erfahren wir noch, dass Semires Blume wirklich Kyrins Treiben entdeckt hat. Ich bin mehr als gespannt, was es mit dem Steinkopf auf sich hat. Ich denke, dass die Kommunikation früher oder später gelingen wird. Unweigerlich habe ich bei dem Steinkopf immer das Gesicht von Bo aus einem anderen Universum vor mir.


    Alles in allem bin ich sehr schnell wieder in die Story eingestiegen und freue mich auf das, das da noch kommen wird.


    p.s. Erster! :)

    Viele Grüße

    Olli

  • Ich war auch gleich wieder im Geschehen. Leider müssen wir ja durch den Krieg durch, das war zu befürchten. Ich mag Krieg nicht und deshalb lese ich auch nicht gern darüber. Semire sollte sich den Respekt aller verdienen und ich war schon sehr überrascht, dass der Soldat sich an den wendet, der sich extra einen Thron au den Kampfplatz stellen läßt. Ich bewundere trotz allem immer wieder, wie es Semire gelingt am Rande der Diplomatie zu balancieren. Auch wenn sie dazu bei der "Siegesfeier" die kräftige Unterstützung Kyrins braucht. Ich bin gespannt, wie sich dieser Szene bei ihr noch auswirkt. Es ist ja wirklich enttäuschend, dass Kämpfer es toll finden Frauen zu demütigen, die sich nicht wehren können. Aber es ist schon gut, dass Semire begreift, wie hässlich Krieg ist und dass sie ihn als Frau lieber nicht verlieren sollte.


    Die Antwort: "dann wache ich morgen nicht auf" fand ich toll. So schlagkräftig mit Worten muss man erst mal sein.


    Schade dass in dieser Gesellschaft so viel Misstrauen gesät wird. Sobald Semire in Bezug auf Kyrin etwas Positives denkt, fällt ihr gleich ein, wie es auch anders ausgelegt werden könnte. Ich hoffe mal, dass das vernünftige Denken, welches sie bisher beherrscht hat, ihr hilft, diese Freundschaft zu bewahren. Ich denke sie wird sie brauchen.


    Beide Frauen sind jedenfalls sehr mutig und stark.

    Und da ist noch eine dritte mutige starke Frau, die mich allerdings enttäuscht, weil sie den Tod ihres Mannes so verherrlicht. Er hat gekämpft und verloren. Vielleicht vergeht der Schmerz über den Tod ihres Mannes und sie sieht die Dinge nüchterner?


    Auch Brotans Schicksal begleitet uns weiter. Er ist nach wie vor ungebrochen und ich wünsche ihm alles Gute. Ich setze auf den neuen Grafen, dass dieser mit den Traditionen bricht. Ja, ich habe immer noch Hoffnung, trotz oder gerade wegen den Erfahrungen mit diesem Autor 😊

    Das ist auch meine Hoffnung.



    Kyrin wird also fleißig zaubern lernen müssen und das in ihrer wenigen Freizeit. Mal sehen, wann sie den Kopf versteht und ob es das alles wert ist. Ein wenig stutze ich, wenn sie an die Macht denkt, die ihr das Wissen des Kopfes geben würde. Was will sie mit dieser Macht anfangen? Macht korrumpiert und viel Macht korrumpiert viel....

  • ist ein Fürst des Hauses Schneegrund niedriger gestellt als ein Graf?

    Ja. Die Grafen auf dem Berg entsprechen etwa den Landgrafen in unserer Historie, ich habe das ein bisschen vereinfacht.

    Es tut mir leid für sie, dass trotz allem Einsatz und allen Erfolgen ihre Krieger immer noch lieber einem Stutzer folgen.

    ich war schon sehr überrascht, dass der Soldat sich an den wendet, der sich extra einen Thron au den Kampfplatz stellen läßt.

    Ich glaube, da muss man den Leuten zu Gute halten, dass es sehr schwierig ist, Dinge anders zu sehen, als es die lebenslange Prägung vorgibt. Für die Krieger auf dem Berg sind Feldherren männlich. Selbst, wenn sie bei Semires Kampf um die Sonnenbrücke dabei waren, krempelt das ihr Weltbild nicht von einem Moment auf den nächsten komplett um - auch wenn sie in einer ruhigen Minute sicher darüber nachdenken und diese Geschichte schnell die Runde machen wird ...

    Jetzt wird entscheidend sein, wie man Semires Handeln in den Kontext einordnet, in dem man aufgewachsen ist. Auch darauf zielt Kyrins Intervention ab: Sie gibt Semire zu bedenken, dass sie ihre Chance auf einen anderen Status sofort verspielen wird, wenn sie nun zu sehr auf eine Weise handelt, wie man sie von einer Frau erwarten würde.

    Das es sie überrascht, dass die Frauen geschändet werden

    Ich glaube, für sie waren solche Vorfälle zuvor etwas Theoretisches und vor allem etwas, das man "den Bösen" = "dem Gegner" zuschreibt. Was sie vor allem schockieren dürfte, ist der Umstand, dass sich einige ihrer Leute ebenso verhalten.

    Ja, ich habe immer noch Hoffnung, trotz oder gerade wegen den Erfahrungen mit diesem Autor 😊

    :D

    Na ja, es geht ja nicht immer und für jeden schlecht aus ... Das wäre mir auch zu durchsichtig.

    Ich hoffe mal, dass das vernünftige Denken, welches sie bisher beherrscht hat, ihr hilft, diese Freundschaft zu bewahren.

    Eine Frage in die Runde: Wie seht Ihr die Beziehung von Kyrin und Semire? Kann man da von Freundschaft sprechen? Ist es eher Respekt? Oder gar Vorsicht und Misstrauen?

    Und eine zweite Frage: Ist es immer vernünftig, an einer Freundschaft festzuhalten?

    Und da ist noch eine dritte mutige starke Frau, die mich allerdings enttäuscht, weil sie den Tod ihres Mannes so verherrlicht.

    Was bleibt ihr denn noch von dem Menschen, den sie geliebt hat, als die Erinnerung? Ist es da nicht verständlich, dass sie versucht, seinem Ableben einen Sinn, etwas Edles zu geben?

    Was will sie mit dieser Macht anfangen?

    Auch darüber kann man gern nachdenken - es wird im Roman noch ausführlich thematisiert. Ist Kyrin letztlich ein Machtmensch? Genießt sie es, das Sagen zu haben? Oder ist die Macht für sie Mittel zum Zweck? Zu welchem?

    Die Schlacht selber ist sehr gut beschrieben.

    Ich war auch gleich wieder im Geschehen.

    :freu::freu:

    p.s. Erster! :)

    :klatschen:

  • Hallo zusammen,


    ich bin wieder gut in die kämpferische Auseinandersetzung zwischen Haus Schneegrund und Haus Schwertgrat reingekommen.


    Semire hat es wirklich drauf, auch wenn ihr dieser eine beinahe tödliche Fehler geschehen ist. Schade, dass sie nicht gesehen hat, wer ihr das Leben gerettet hat. Nicht nur, dass die mit dem Einsturz der Brücke am Ende des ersten Bandes einen wichtigen Erfolg erzielt hat, jetzt hat sich auch mit ihrem Plan, Haus Schwertgrund direkt anzugreifen, Erfolg. Die Lastenkähne, die ihnen in die Hände gefallen sind, haben den Plan natürlich vereinfacht.

    Dieser Doryam ist ein Schlappschwanz, auch wenn er nach dem Sieg von Schneegrund, das bei den wehrlosen Frauen widerlegen will :cursing::cursing: Ich dachte wirklich, Semire würde da drin ausflippen und ja, irgendwo habe ich gehofft, sie würde die Männer wirklich abhalten bzw. sie bestrafen. Ohne Kyrins Einflussnahme hätte sie garantiert auch etwas unternommen - und auch wenn ich befürchte, dass Kyrin recht hat, hätte ich mich wohl sehr schwer getan, ihrem Rat zu folgen.


    Dass Semire dann diesen kurzen Zusammenbruch erleidet, macht sie für mich sehr menschlich, die durchaus erkennt, wie hässlich der Krieg ist, hässlicher, als sie gedacht hatte. Und dass sie trotz offensichtlicher Ungerechtigkeiten die Schändungen zulassen muss, weil sie sonst auf völlig verlorenem Posten steht, schon alleine dadurch, dass sie eine Frau ist. Ich würde mir ja wünschen, dass sich dieses Denken am Ende des dritten Bandes grundlegend geändert haben wird, aber viel Hoffnung habe ich nicht.


    Es ist ja auch mega-anstrengend, z.B. freue ich mich darüber, dass sich Kyrin und Semire scheinbar etwas näher kommen, aber gleichzeitig müssen sich beide mit irgendwelchen Hintergedanken rumschlagen, was der Andere vielleicht vorhaben könnte. Ganz ehrlich, ich glaube, da würde ich mich irgendwann freiwillig im See versenken lassen, wenn man dort dann viellecht seine Ruhe hat :D


    Dieser ganze höfische Popanz mit dem Schmieden von irgendwelchen Allianzen, deren Hauptziel jeweils die Wahrung der eigenen Interessen bzw. die Mehrung der eigenen Macht zum Ziel haben, finde ich nach wie vor extrem anstrengend, das wäre ja gar nix für mich.


    Kyrin hat es also tatsächlich geschafft, den Kopf des Gravilioners aus dem Dunkelsee zu bergen und ihn in Sicherheit zu bringen, ohne dass bisher jemand Verdacht geschöpft hat. O.k., Semire ahnt etwas von einem geheimen Auftrag ihres Vaters an Kyrin, aber um was es dabei konkret geht, ahnt sie nicht.


    Ich bin gespannt, ob und wie Kyrin die Sprachschwierigkeiten überwinden wird, mich würde ja auch brennend interessieren, was der Kopf zu sagen hat. Und was es mit seinem reptilienhaften Aussehen auf sich hat.


    Dann begegnen wir Brotan wieder - nach wie vor hoffe ich darauf, dass er kein Imagolem wird bzw. ihm vorher noch die Flucht gelingen wird.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Die Schlacht selber ist sehr gut beschrieben. Besonders das Momentum der Überraschung ist wirklich nicht zu unterschätzen. Wenigstens hatte Semire tapfere Soldaten mit, die Ihr das Leben gerettet haben und nicht nur sich in den eigenen Helm erbrechen.

    Ohja, die Schlachtszenen haben mir in ihrer Beschreibung auch sehr gut gefallen, ich konnte ihnen wunderbar folgen.


    Die Cleroniten hingegen erinnern mich stark an Rotkreuzler. Sie sind irgendwie neutral und helfen ungeachtet der Fraktionen nach dem Maß des Leids, sehr löblich.

    So ging es mir ebenfalls, dass ich an die Rotkreuzler denken musste. Ich finde es auch klasse, dass sie sich nicht von den Mächtigen ausnutzen lassen, sondern sie auch mal unbehandelt lassen, wenn diese sie für ihre Zwecke einspannen wollen. Das ist mal herrlich neutral in diesem ganzen höfischen Ränkespiel.


    Die Antwort: "dann wache ich morgen nicht auf" fand ich toll. So schlagkräftig mit Worten muss man erst mal sein.

    Die Antwort fand ich auch total lässig und cool.


    Schade dass in dieser Gesellschaft so viel Misstrauen gesät wird. Sobald Semire in Bezug auf Kyrin etwas Positives denkt, fällt ihr gleich ein, wie es auch anders ausgelegt werden könnte. Ich hoffe mal, dass das vernünftige Denken, welches sie bisher beherrscht hat, ihr hilft, diese Freundschaft zu bewahren. Ich denke sie wird sie brauchen.

    Das finde ich auch schlimm, ich hoffe sehr, dass die beiden Frauen zusammenhalten und sich irgendwann auch mehr vertrauen können. Irgendjemand Vertrauten sollte man doch haben.


    Ein wenig stutze ich, wenn sie an die Macht denkt, die ihr das Wissen des Kopfes geben würde. Was will sie mit dieser Macht anfangen? Macht korrumpiert und viel Macht korrumpiert viel....

    Hier musste ich ebenfalls stutzen, da ich auch nicht einschätzen kann, was Kyrin genau damit meint und was sie mit dieser Macht tun will.


    Wie seht Ihr die Beziehung von Kyrin und Semire? Kann man da von Freundschaft sprechen? Ist es eher Respekt? Oder gar Vorsicht und Misstrauen?

    Für Freundschaft ist es eher noch zu früh, denke ich, aber sonst ist es sicherlich eine Mischung aus Respekt, aber auch Vorsicht und Misstrauen. Kyrin und Golar verbinden ein Geheimnis, von dem Semire ausgeschlossen ist, sie kann die Zauberin also noch nicht gut einordnen.

    Liebe Grüße

    Karin

  • "Eine Frage in die Runde: Wie seht Ihr die Beziehung von Kyrin und Semire? Kann man da von Freundschaft sprechen? Ist es eher Respekt? Oder gar Vorsicht und Misstrauen?

    Und eine zweite Frage: Ist es immer vernünftig, an einer Freundschaft festzuhalten?"


    Ich empfinde die Beziehung in dieser Gesellschaft als etwas, was einer Freundschaft am nächsten kommt. Da aber klassenschranken vorhanden sind ist sowohl Respekt als auch Unsicherheit dabei.

    Vielleicht sollte man nicht immer an keiner Freundschaft festhalten, aber es tut gut in einer zum großen Teil gefährlichen Gesellschaft eine Freundin zu haben. In einer schlägerei reicht eine Freundin, die den Rücken deckt.

  • "Dieser ganze höfische Popanz mit dem Schmieden von irgendwelchen Allianzen, deren Hauptziel jeweils die Wahrung der eigenen Interessen bzw. die Mehrung der eigenen Macht zum Ziel haben, finde ich nach wie vor extrem anstrengend, das wäre ja gar nix für mich."

    Ja deshalb lese ich auch historische Romane ungern, die oft ihre Spannung aus Intrigen schöpfen. Ich möchte auf so eine artichoke Leben, aber dafür gibt es heute Mobbing. Es gibt wohl immer Menschen, die anderen gern in den Rücken schießen.

  • "Was bleibt ihr denn noch von dem Menschen, den sie geliebt hat, als die Erinnerung? Ist es da nicht verständlich, dass sie versucht, seinem Ableben einen Sinn, etwas Edles zu geben?"

    Ist Rache etwas Edles? Noch dazu wo sie sich schlimmer benimmt als ihre Feinde, denn sie ergötzt sic darin, einen Menschen zu quälen, der sich für sie, für sein Gewissen, zum Verräter gemacht hat.

  • Hallo zusammen


    Ich bin auch am Berg angekommen

    Und stürze mich ins Schlachtengetümmel


    Bei aller Weitsicht, Finesse und Intelligenz werden wir doch Zeuge, wie jung Semire eigentlich ist. Das es sie überrascht, dass die Frauen geschändet werden und der Drang einzuschreiten machen wie menschlich. Kyrin hingegen übernimmt hier die kühl kalkulierende Rolle und rettet die Situation – so frustrierend sie ist, so real ist diese „Feier“ des Sieges. Der Krieg ist so viel hässlicher als in den Liedern.

    Ich war überrascht darüber, wie überrascht Semire ist. Aber offensichtlich hat sie einfach keine Erfahrung. Es war wohl gut, dass Kyrin sie da gestoppt hat, auch wenn das für die geschändeten Frauen natürlich verdammt traurig ist.

    Eine Frage in die Runde: Wie seht Ihr die Beziehung von Kyrin und Semire? Kann man da von Freundschaft sprechen? Ist es eher Respekt? Oder gar Vorsicht und Misstrauen?

    Und eine zweite Frage: Ist es immer vernünftig, an einer Freundschaft festzuhalten?

    Ich würde "Freundschaft" so nicht definieren. Und ehrlich gesagt sehe ich auch keinen Respekt, sondern eher Vorsicht und Misstrauen. Semire weiß nicht, was Kyrin für ihren Vater getan hat. Kyrin ist eine Untergebene, die ihre eigenen Geheimnisse hat. Vielleicht sind sie sich symphatisch aber mehr ist da nicht


    Und was ist schon vernünftig. Ab wann sollte Vernunft über Gefühle siegen? Schwierig. Ich würde sagen, es ist nicht immer gut für Einen, unbedingt an einer Freundschaft festhalten zu wollen.



    Ich bin gespannt, ob und wie Kyrin die Sprachschwierigkeiten überwinden wird, mich würde ja auch brennend interessieren, was der Kopf zu sagen hat. Und was es mit seinem reptilienhaften Aussehen auf sich hat.

    Auf diesen Kopf bin ich auch mehr als gespannt. Aber ich finde es auch wirklich riskant, was sie da wagt. Wer weiß , was dieser Kopf noch an Macht in sich hat. Denn warum sollte er ihr freundlich gesinnt sein



    Dann begegnen wir Brotan wieder - nach wie vor hoffe ich darauf, dass er kein Imagolem wird bzw. ihm vorher noch die Flucht gelingen wird.

    Ich bin auch mit meinen Symphatien ganz klar bei Brotan. Ich hoffe weiterhin, dass er eine wichtige Rolle im Buch hat und nicht verheizt wird in der Arena und dann als Imagolem

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Wir steigen nahtlos wieder in die Geschichte ein. Das gefällt mir. Ich war sofort wieder am Ianapat und leider auch im Krieg und in den Intrigen der Mächtigen.

    Semire ist wirklich sehr taff und geht mit erhobenem Schwert voran. Die Krieger kämpfen tapfer mit ihr und beschützen sie. Schade, dass sie die Anerkennung, die Semire eigentlich verdient, nicht bekommt. Ich kann aber verstehen, dass die Denk- und Verhaltensweise dieser Gesellschaft sich nicht von heute auf morgen ändern wird/kann. Aber ich hege die Hoffnung, dass es noch passieren wird. Semire hat dafür auf jeden Fall einen Grundstein gelegt. So wie Kyrin zu ihr sagt: "Und sie werden davon erzählen. Jedenfalls, wenn man sie nicht auslacht, weil sie einem schwachen Weib Bewunderung zollen."

    Die Schalcht war sehr spannend und gut beschrieben. Semire ist eine gute Taktikerin und versteht es Pläne zu entwickeln. Dadurch gewinnen sie diese Schlacht. Die Szene in der Semire erkennt, das der Krieg eine schmutzige und hässliche Angelegenheit ist hat mir gut gefallen. Es macht Semire sehr menschlich.

    Die Cleroniten sind die Einzigen, die sich nicht in das Machtgefüge und die Intrigen verstricken lassen. Sie sind neutral und können diese Position auch ohne Probleme halten, da jeder irgendwann einen Heiler braucht. Das finde ich gut.

    Brotan tut mir leid. Ich hoffe, dass er es irgendwie schafft zu entfliehen. Ich möchte nicht, dass seine Seele irgendwann in einen Imagolem gesperrt wird.

    Kyrin hat einen Kopf aus dem See geborgen. Nun bin ich sehr gespannt, wie es ihr gelingt das Verständigungsproblem zu beheben.


    Was will sie mit dieser Macht anfangen? Macht korrumpiert und viel Macht korrumpiert viel....

    Ja ein wenig nachdenklich hat es mich auch gemacht. Aber ich denke nicht, dass Kyrin ein Mensch ist, der nach Macht strebt. Meiner Meinung nach passt das nicht zu ihr.

    Eine Frage in die Runde: Wie seht Ihr die Beziehung von Kyrin und Semire? Kann man da von Freundschaft sprechen? Ist es eher Respekt? Oder gar Vorsicht und Misstrauen?

    Und eine zweite Frage: Ist es immer vernünftig, an einer Freundschaft festzuhalten?

    Die Beziehung von Semire und Kyrin sehe ich derzeit nicht als eine Freundschaft. Eher Vorsicht und Misstrauen, gespickt mit ein wenig Respekt für die Leistungen die beide bisher gebracht haben. Aber da Kyrin eine Untergebene von Semire ist ist es sicher schwierig für sie eine auf Freundschaft basierende Beziehung zu Semire aufzubauen. Und Semire weiß, dass Kyrin irgendein geheimes Projekt im Auftrag ihres Vaters hat, ein Geheimnis, welches Semire noch nicht einordnen kann. Woher soll Semire wissen, ob es nicht etwas ist, was Semire schaden könnte?


    Ob es immervernünftig ist an einer Freundschaft festzuhalten? Hat Freundschaft immer etwas mit Vernunft zu tun? Freundschaft besteht zu einem großen Teil aus Gefühlen. Die sind selten vernünftig, aber sehr oft gesünder für die Psyche wenn wir auf sie hören. Ich denke es kommt auch immer auf die Art der Freundschaft an. Wie tief sie ist. Und an einer wirklich richtigen, tiefen Freundschaft halte ich fest auch gegen jede Vernunft.

    Ich dachte wirklich, Semire würde da drin ausflippen und ja, irgendwo habe ich gehofft, sie würde die Männer wirklich abhalten bzw. sie bestrafen. Ohne Kyrins Einflussnahme hätte sie garantiert auch etwas unternommen - und auch wenn ich befürchte, dass Kyrin recht hat, hätte ich mich wohl sehr schwer getan, ihrem Rat zu folgen.

    Ja das dachte ich auch. Ich fand es auch schlimm, dass Semire den Frauen nicht helfen konnte. Aber ich denke, dass Semire sich, was solch ein Verhalten in der ZUkunft betrifft, bestimmt noch etwas einfallen lässt um sowas zu vehinder ohne dabei als typisch schwaches Weib abgestempelt zu werden.

    Es ist ja auch mega-anstrengend, z.B. freue ich mich darüber, dass sich Kyrin und Semire scheinbar etwas näher kommen, aber gleichzeitig müssen sich beide mit irgendwelchen Hintergedanken rumschlagen, was der Andere vielleicht vorhaben könnte. Ganz ehrlich, ich glaube, da würde ich mich irgendwann freiwillig im See versenken lassen, wenn man dort dann viellecht seine Ruhe hat :D

    Das geht mir auch so. Das wäre kein Leben für micht. Immer auf der Hut, niemandem trauen .... Hilfe

    Ich möchte auf so eine artichoke Leben, aber dafür gibt es heute Mobbing. Es gibt wohl immer Menschen, die anderen gern in den Rücken schießen.

    Da hast du leider verdammt Recht. Und Mobbing ist etwas, was extrem tiefe und schwerwiegende Wunden in der Seele/Psyche hinterlässt.

    Liebe Grüße Andrea "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen, und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat."(Helen Hayes)

  • Ich würde mir ja wünschen, dass sich dieses Denken am Ende des dritten Bandes grundlegend geändert haben wird, aber viel Hoffnung habe ich nicht.

    Vermutet Ihr, dass Gezeiten der Macht so eine Art Emanzipationsgeschichte ist?

    Aber ich denke, dass Semire sich, was solch ein Verhalten in der ZUkunft betrifft, bestimmt noch etwas einfallen lässt um sowas zu vehinder ohne dabei als typisch schwaches Weib abgestempelt zu werden.

    Sicher wird dieses Erlebnis sie nachhaltig beschäftigen. Aber was denkt Ihr, welche Optionen sie hat?

    ich hoffe sehr, dass die beiden Frauen zusammenhalten und sich irgendwann auch mehr vertrauen können. Irgendjemand Vertrauten sollte man doch haben.

    Ich empfinde die Beziehung in dieser Gesellschaft als etwas, was einer Freundschaft am nächsten kommt.

    Immer auf der Hut, niemandem trauen .... Hilfe

    Ich glaube, Rheas Beitrag zeigt etwas Entscheidendes auf. Inwieweit kann man sich als Adlige auf dem Berg - wo Intrigen normal und Fehden häufig sind - überhaupt leisten, echte Freundschaften zu schließen, die Vertrauen mit einschließen? Zumal Semire ja bekanntermaßen ein Doppelleben führt.

    Semire ahnt etwas von einem geheimen Auftrag ihres Vaters an Kyrin, aber um was es dabei konkret geht, ahnt sie nicht.

    Ahnt Ihr denn möglicherweise schon, was es mit diesem Auftrag auf sich hat?

    Ich war überrascht darüber, wie überrascht Semire ist.

    Ganz so arg überrascht ist sie, glaube ich, nicht (mehr): Auch im ersten Band, in der Schlacht an der Sonnenbrücke, hat sie bereits festgestellt, dass der Krieg eine sehr dreckige Angelegenheit ist. Sie hatte aber gerade mal eine Nacht (mit kaum Schlaf) Zeit seitdem, die Erkenntnis hat sich noch nicht festgesetzt.

    Wer weiß , was dieser Kopf noch an Macht in sich hat. Denn warum sollte er ihr freundlich gesinnt sein

    Das ist ein guter Punkt!

    zwar hat Kyrin den Kopf aus seiner sehr langen Gefangenschaft auf dem Grund des Sees erlöst - aber sehr viel weiter ist er dadurch nicht. Er steht jetzt in einem Lagerraum. Da muss Kyrin sicher noch ein wenig nachlegen, um sich sein Wohlwollen zu sichern.

    Sie sind neutral und können diese Position auch ohne Probleme halten, da jeder irgendwann einen Heiler braucht. Das finde ich gut.

    Es gibt (wenigstens) drei neutrale Blöcke auf dem Berg: die Clerroniten, die Windpriester und die Magier. Letztere mischen allerdings sehr gern in den Intrigen mit - als von den Tiefen Häusern unabhängige Partei.

    Semire hat dafür auf jeden Fall einen Grundstein gelegt. So wie Kyrin zu ihr sagt: "Und sie werden davon erzählen. Jedenfalls, wenn man sie nicht auslacht, weil sie einem schwachen Weib Bewunderung zollen."

    Denkt Ihr, Semire wird "den Laden rocken"? Oder läuft sie Gefahr, den Bogen zu überspannen und alles zu verlieren?

    Wie wird sie sich zu Quilûn positionieren?

  • Auf diesen Kopf bin ich auch mehr als gespannt. Aber ich finde es auch wirklich riskant, was sie da wagt. Wer weiß , was dieser Kopf noch an Macht in sich hat. Denn warum sollte er ihr freundlich gesinnt sein

    Ja, das wird garantiert noch spannend werden.


    Vermutet Ihr, dass Gezeiten der Macht so eine Art Emanzipationsgeschichte ist?

    Wer weiß, evtl. war zu Zeiten der Gravilioner das alles gleichberechtigter. Wobei das bei den Geistern im Berg vielleicht eher nicht der Fall ist. Wurde nicht an einer Stelle erwähnt, dass viele Geister sich ihre Unsterblichkeit mit dem Schwert in der Hand erworben haben? Das können dann alles keine Frauen gewesen sein.


    Ahnt Ihr denn möglicherweise schon, was es mit diesem Auftrag auf sich hat?

    Im ersten Band gab es dazu Andeutungen, aber welche Ziele Golar schlussendlich verfolgt hat, weiß ich immer noch nicht. Er war ja eher ausgleichend und nicht von oben herab und nicht scharf darauf, in den Berg zu kommen. Aber ob er die Macht erforschen wollte, um eine bessere Welt zu schaffen mit einem Frieden mit dem unliegenden Ländern? Ob er wirklich so "gut" war?

    Oder hat er eine Möglichkeit gesehen, über die Macht des Berges verfügen zu können, ohne entweder ein Lakai der Geister zu sein bzw. selbst unsterblich werden zu müssen?

    Ich frage mich auch, wieviel Kyrin von dem Auftrag tatsächlich weiß, hat er alle seine Gedanken mit ihr geteilt?


    Denkt Ihr, Semire wird "den Laden rocken"? Oder läuft sie Gefahr, den Bogen zu überspannen und alles zu verlieren?

    Wie wird sie sich zu Quilûn positionieren?

    Wenn es ihr bzw. dem Haus Schneegrund nützlich ist, wird sie sich pro Quilûn positionieren, denke ich. Wenn sie aber eine Möglichkeit sieht, irgendwie an die Macht zu kommen und ihn loszuwerden, würde sie sicherlich genauer darüber nachdenken. Aber momentan gibt es dafür eh keine Möglichkeit.

    Ich bin gespannt, wie sie zu Quilûn stehen wird, wenn er eine Zeit lang die "Regierungsgeschäfte" ausgeübt haben wird, auch wie er sich machen und wie sich das auf die Anderen auswirken wird.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Um Roberts Fragen zu beantworten: Nein, ich halte es eher für ein Zweckbündnis, das von Sympathie begleitet wird. Und nein, Freundschaften um jeden Preis zu halten ist imho nicht sinnvoll.

    Viele Grüße

    Olli

  • Ich bin frisch aus dem Urlaub zurück, das Buch habe ich gestern aus der Buchhandlung geholt und den ersten Teil schon gelesen. Da ich totaler Nachzügler bin, werde ich hauptsächlich auf Eure Antworten reagieren.


    Zunächst bin auch ich wieder sehr schnell reingekommen - mitten ins Kriegsgeschehen. Wie Rhea bin ich kein großer Fan von Kriegsszenarien, diese waren allerdings relativ kurz und noch erträglich.


    Die Schlacht selber ist sehr gut beschrieben. Besonders das Momentum der Überraschung ist wirklich nicht zu unterschätzen. Wenigstens hatte Semire tapfere Soldaten mit, die Ihr das Leben gerettet haben und nicht nur sich in den eigenen Helm erbrechen.

    Da stimme ich zu. Die Beschreibung war gut und ich war auch sehr glücklich darüber, dass die Soldaten hinter Semire stehen, auch wenn sie "nur" eine Frau ist. Und ich glaube durchaus, dass sie sich immer mehr den Respekt der Männer erkämpft und vielleicht am Ende eine neue Stellung der Frau erschafft (wenn vielleicht auch nicht die totale Gleichberechtigung, die seit Jahrzehnten bei uns immer noch nicht richtig funktioniert und gefühlt auch rückläufig ist).

    Es ist ja wirklich enttäuschend, dass Kämpfer es toll finden Frauen zu demütigen, die sich nicht wehren können. Aber es ist schon gut, dass Semire begreift, wie hässlich Krieg ist und dass sie ihn als Frau lieber nicht verlieren sollte.

    Enttäuschend ist da eher das falsche Wort, finde ich. Widerlich, bestialisch, abartig... das sind die Wörter, die mir dabei einfallen. Ich weiß auch nicht, in wieweit die Psyche da einen großen Einfluss hat. Ist es vielleicht eine Art Puffer, die Schrecken des Krieges loszuwerden und stattdessen einen anderen Kriegsschauplatz zu erschaffen?

    Die Reaktion von Semire kann ich sehr nachvollziehen. Sie muss allerdings im Sinne ALLER handeln und eine emotionale Reaktion wäre da sicherlich nicht gut für ihren Status gewesen.

    Ohne Kyrins Einflussnahme hätte sie garantiert auch etwas unternommen - und auch wenn ich befürchte, dass Kyrin recht hat, hätte ich mich wohl sehr schwer getan, ihrem Rat zu folgen.

    Kyrin hat da leider Recht. Ich weiß auch nicht, ob ich die Kraft gehabt hätte, in meiner Reaktion zu stoppen und kühl zu handeln. Semire hat es glücklicherweise geschafft.


    Ja, ich habe immer noch Hoffnung, trotz oder gerade wegen den Erfahrungen mit diesem Autor 😊

    Da bin ich immer zwiegespalten. Robert ist da wie eine Praline, man weiß nie genau, was man bekommt :D

    Wenn ich wetten sollte, würde ich auf eine enge Verbindung zwischen Tamira und Brotan wetten, und das nicht wegen dem Stockholm-Syndrom sondern wegen echter Zuneigung und Respekt…

    Das glaube ich eher nicht. Ich hatte zwar ganz kurz auch diesen Gedanken, als Tamira zu Brotan ging, aber dann ist es für mich doch sehr eindeutig, dass da totale Abneigung und Hass entstanden sind, die Brotan sicherlich noch Probleme bereiten wird.

    Dann begegnen wir Brotan wieder - nach wie vor hoffe ich darauf, dass er kein Imagolem wird bzw. ihm vorher noch die Flucht gelingen wird.

    Es wäre für die Geschichte zu einfach. Ich glaube nicht, dass er seinem Schicksal entgehen kann. Er wird vielleicht das Beste daraus machen und kann unter Umständen auch als Imagolem seinen Weg gehen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Brotan in dieser Geschichte noch eine entscheidende Rolle spielen wird. Der Charakter ist einfach zu gut und zu wichtig für einen kurzen Auftritt. Auch wenn er am Ende sicherlich tragisch sein wird.


    Wie seht Ihr die Beziehung von Kyrin und Semire? Kann man da von Freundschaft sprechen? Ist es eher Respekt? Oder gar Vorsicht und Misstrauen?

    Und eine zweite Frage: Ist es immer vernünftig, an einer Freundschaft festzuhalten?

    Die Beziehung von Semire und Kyrin sehe ich derzeit nicht als eine Freundschaft. Eher Vorsicht und Misstrauen, gespickt mit ein wenig Respekt für die Leistungen die beide bisher gebracht haben. Aber da Kyrin eine Untergebene von Semire ist ist es sicher schwierig für sie eine auf Freundschaft basierende Beziehung zu Semire aufzubauen. Und Semire weiß, dass Kyrin irgendein geheimes Projekt im Auftrag ihres Vaters hat, ein Geheimnis, welches Semire noch nicht einordnen kann. Woher soll Semire wissen, ob es nicht etwas ist, was Semire schaden könnte?

    Ob es immer vernünftig ist an einer Freundschaft festzuhalten? Hat Freundschaft immer etwas mit Vernunft zu tun? Freundschaft besteht zu einem großen Teil aus Gefühlen. Die sind selten vernünftig, aber sehr oft gesünder für die Psyche wenn wir auf sie hören. Ich denke es kommt auch immer auf die Art der Freundschaft an. Wie tief sie ist. Und an einer wirklich richtigen, tiefen Freundschaft halte ich fest auch gegen jede Vernunft.

    Ich hätte es nicht besser formulieren können und sehe es genauso wie anschu74 .

    Vermutet Ihr, dass Gezeiten der Macht so eine Art Emanzipationsgeschichte ist?

    Nein, allerdings sind starke Frauencharaktere vorhanden, die ihren Weg gehen und mit ihren Möglichkeiten das Beste herausholen und sich Respekt verdienen. Man kann eine Welt nicht plötzlich verändern und Traditionen, Meinungen und Gedankengut mit einem Mal umdrehen. Das dauert - Generationen. Aber es wird sich etwas verändern, das schon.


    Ich stelle dabei fest, dass die Frauenfiguren derzeit stärker sind als die Männer, von Brotan mal abgesehen.

    Ahnt Ihr denn möglicherweise schon, was es mit diesem Auftrag auf sich hat?

    Ich glaube, Golan ist einem Geheimnis auf der Spur gekommen und wollte es lösen. Ich bin mir nicht sicher, ob er wusste, was genau er damit auslöst. Und ob man das Geheimnis nicht besser hätte ruhen lassen. Das werden wir wohl erst am Ende erfahren.

    Denkt Ihr, Semire wird "den Laden rocken"? Oder läuft sie Gefahr, den Bogen zu überspannen und alles zu verlieren?

    Wie wird sie sich zu Quilûn positionieren?

    Sie wird sich weiter entwickeln und es schon richtig machen. Allerdings wird es für sie schwierig werden, Quilûn zu akzeptieren. Vielleicht ist er klug genug, auf Semire zu hören, die definitiv die größeren Erfahrungen hat und gemäß dem intriganten Verhalten in dieser Gesellschaft auch die größeren Talente hat.

    Irgendeine Besonderheit muss es aber auch mit der Malerei auf sich haben. Quilûn wird sicherlich diesbezüglich noch gefordert werden. Vielleicht hängt das mit der Macht tief im Berg zusammen.

    Ich frage mich auch, wieviel Kyrin von dem Auftrag tatsächlich weiß, hat er alle seine Gedanken mit ihr geteilt?

    Das glaube ich eher nicht. Kyrin weiß doch sehr wenig. Und ich bin mir da auch nicht so sicher, ob das so gut ist, diesen Kopf zu erforschen. Ich hoffe sehr, dass diese "alte" Macht den Menschen wohlgesonnen ist und nicht nur eigene Ziele verfolgt. Vielleicht hat das ja einen Grund, warum diese Köpfe in den Tiefen verbannt wurden.

    Mein Lebensmotto: Leben und leben lassen!

  • Ah, Murkxsi stößt zu uns!

    :laola:

    Willkommen auf dem Berg.



    Sie muss allerdings im Sinne ALLER handeln und eine emotionale Reaktion wäre da sicherlich nicht gut für ihren Status gewesen.

    Zumindest handelt sie im Sinne ihres Tiefen Hauses, oder ihrer Stellung darin ...

    Wobei sich die Frage stellt, ob diese beiden Dinge wirklich dasselbe sind. Ginge es dem Tiefen Haus Schneegrund vielleicht besser, wenn Semire den Weg für einen Fürsten wie Doryam oder einen Baron freimachen würde?


    Robert ist da wie eine Praline, man weiß nie genau, was man bekommt

    :err:


    Der Charakter ist einfach zu gut und zu wichtig für einen kurzen Auftritt. Auch wenn er am Ende sicherlich tragisch sein wird.

    Eieiei, da wird mir schon wieder unterstellt, dass ich den guten Charakteren böse Enden beschere ... Woher nimmt meine Leserschaft nur solche Fantasien?


    Vielleicht ist er klug genug, auf Semire zu hören, die definitiv die größeren Erfahrungen hat und gemäß dem intriganten Verhalten in dieser Gesellschaft auch die größeren Talente hat.

    Semire kann sicher besser beurteilen, was dem Vorteil des Hauses Schneegrund dient.

    Aber auch hier stellt sich wieder die Frage: Ist das zugleich das Beste für Quilûn? Wenn er Semire die Führung überlässt - wie wird dann sein Leben aussehen? Vor allem, wenn die aktuelle Krise überstanden ist?

  • Ich bin mir ziemlich sicher, dass Brotan in dieser Geschichte noch eine entscheidende Rolle spielen wird. Der Charakter ist einfach zu gut und zu wichtig für einen kurzen Auftritt. Auch wenn er am Ende sicherlich tragisch sein wird.

    Darauf hoffe ich ebenfalls. Also auf die wichtige Rolle, nicht das tragische Ende.

    Liebe Grüße

    Karin