03 - Kapitel 15 bis Kapitel 20 (Seite 162-237)

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 27 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Nicole C..

  • Hier könnt Ihr von Kapitel 15 bis Kapitel 20 (Seite 162 bis Seite 237) schreiben.

    :lesen: Der träumende Krieger - Bernhard Hennen



  • In Hamburg bekommt die Geschichte jetzt eine neue Wende für alle Beteiligten.


    Thilo und Christian vs Katya und Grischa. Hui, da sind die Gefühle aber ganz schnell in Wallung geraten. Christian kann ich noch nicht so richtig einschätzen. Er ist einer, der nix anbrennen lässt und sehr schnell Feuer fängt. Ob er aber auch treu sein kann und es wirklich ernst meint mit Katya? Dafür ist er auch gleich für das Eis-Projekt zu haben. Das macht ihn natürlich sympathisch und sein Enthusiasmus und Elan sind gut für das Unternehmen. Eigentlich sind die vier ja die perfekte Verbindung. Jeder hat ganz eigene Fähigkeiten, die unbedingt für das Gelingen der Eis-Idee gebraucht werden. Katya mit ihrem Gespür für das Eis, Grischa ist der, der Hand anlegt und das Praktische macht, Christian liefert seine Begeisterung und Thilo seine rationalen Überlegungen und seinen Sinn fürs Geld. Perfekt - wenn ihnen nicht die Gefühle in die Quere kommen. Thilo entbrennt ja fast genauso schnell wie sein Bruder - allerdings kann er es besser verbergen und unterdrücken.


    Ich bin gespannt, wann es zur ersten Krise kommt bei den Vieren. Aber ich bin auch sicher, dass wir irgendwann mit ihnen ins Eis fahren und darauf freu ich mich auch schon.

    :lesen: Der träumende Krieger - Bernhard Hennen



  • Mich hat der plötzliche Sichtwechsel überrascht, auf einmal gibt es neue Figuren.

    Ich weiß noch gar nicht wie ich die beiden Hamburger finden soll. Den einen, Christian, finde ich zu naiv. Da kommt so ein Fremder vorbei der sich in ein persönliches Gespräch den Christian mit seinem Bruder hat, einfach einmischt, und versucht die Brüder für ein komisches Projekt zu gewinnen. Grischa könnte ja sonst wer sein.

    Da verstehe ich Thilo viel eher der total skeptisch ist und Grischa erst nicht vertraut.

    Und Grischa verstehe ich hier noch weniger der doch gar nicht weiß, ob Christian und Thilo vertrauenswürdig sind. Das könnten doch auch Halunken sein die über jede Leiche gehen würden.

    Sogar Katyas Geld soll Thilo verwalten. Na, ich weiß nicht.

    Thilo kommt vielleicht etwas verkniffen rüber, aber mit ihm kann ich viel eher etwas anfangen. Er ist vielleicht schüchtern, aber ihn kann man glaube ich nicht so leicht über den Tisch ziehen. Ganz anders Christian, der Lebemensch. Der hätte Grischa ja gleich alles gegeben wenn man ihn gelassen hätte.


    Ob Christian es ernst meint mit Katya? Im Moment sieht es so aus und ich denke das Christian auch wirklich denkt das Katya für ihn die Eine ist. Mal sehen was passiert wenn eine noch Hübschere vorbei kommt und Christian die Augen verdreht. Er scheint jemand zu sein der sich gerne verliebt. Jedenfalls gibt er sich bei Katya richtig Mühe.

    Da gibt es eine Stelle wo Christian an all die Mädchen denkt die er schon geküsst hat, rattert in Gedanken all die Vornamen runter, da musste ich lachen und an ein Lied von Marius Müller Westernhagen denken. Im Lied "Willenlos" heißt es Hey, Mama, was ist mit mir los? / Frauen gegenueber bin ich willenlos / Völlig willenlos / Was ist mit mir los

    Passt doch irgendwie zu Christian.

    Zum Glück wurde noch einmal erwähnt dass Katya erst 15 ist. Ich vergesse immer wie jung sie doch eigentlich ist, sie kommt immer so wahnsinnig erwachsen rüber das man sie älter einschätzt.


    Als Katya sich von Silja verabschiedet hat, tat mir Silja so richtig Leid. Ihr ist Katja über die Jahre richtig ans Herz gewachsen. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, ist Silja demnächst ja nicht mehr alleine. Jedenfalls lässt folgender Satz vermuten dass sie ein Kind erwartet:

    "Grischa hatte ihr mehr gegeben, als er jemals wissen würde." auf Seite 114.

    Vielleicht meint die Autorin auch etwas anderes und ich interpretiere etwas zu viel in den Satz hinein?


    Ein Satz der mir unheimlich gut gefallen hat ist dieser hier auf Seite 116:

    "Unterschätze nicht die Macht der Umwege, Katya,.... Nicht immer ist der gerade, der kürzeste Weg der beste. Es sind die Umwege, die einen auf das Ziel vorbereiten. Und dorthin bringen sie einen genauso gut."

    Das ist so ein Zitat das ich mir glatt an den Kühlschrank hängen würde weil er so wahr ist.

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

  • Der neue Schauplatz Hamburg gefällt mir schon mal sehr gut und auch die interessanten historischen Fakten in Bezug auf die Auswirkungen der napoleonischen Kriege und Besatzungszeit auf die Bevölkerung waren mir nicht so bewußt. Die Hamburger wurden eingeschüchtert, vertrieben, bestohlen und angegriffen und auch die Familie Petersen hat tiefe Wunden davongetragen, seelisch und körperlich. Die Mutter starb an Typhus, ebenso die kleine Schwester, der Vater ist seit einer Schußverletzung gehbehindert und launisch. Von solchen traumatischen Erlebnissen erholt man sich nicht so schnell wieder , auch wenn die beiden Brüder ganz gut zurechtkommen mit ihrem Laden. Ihre Verhaltensweisen und Eigenarten sind zum Teil auch dieser Zeit des Mangels, der Angst und dem Gefühl der Hilflosigkeit geschuldet, die sie damals als Kinder erleben mussten. Sie bewegen sich gedanklich und auch auf einer tieferen Ebene zwischen der Pflicht, das Erreichte zu bewahren und einer jugendlichen Neugier auf das Leben, auch neue Wege und Wagnisse , in einem unbewußten Konflikt zwischen Vernunft und Abenteuerlust. Diese scheinbaren Widersprüche bestimmen für mein Gefühl ihr weiteres Handeln und ihre Entscheidungen. Daher zeigen sie sich nach anfänglichem Misstrauen aufgeschlossen gegenüber den Plänen und Ideen von Grischa in Bezug auf den Eishandel und sie vermieten ihm sogar eine kleine Wohnung in ihrem Haus.

  • So jetzt sind wir endlich in Hamburg angekommen. Der Einstieg für Grischa war für ihn wohl typisch zu nennen. Er geht die Dinge eben direkt an und schnappt sich die Chance, wenn sie sich im bittet. Ich fand es zwar schon etwas seltsam, als so ein fremder Mann 2 Männer im Gespräch nicht nur belauscht sondern ihnen auch gleich einen Vorschlag macht, der für alle was bringen könnte. Also ich mag die beiden Hambuger Brüder. Christian, als HansdampfinallenGassen, der gleich zupackt. Irgendwie ähnelt er da Grischa schon, beide wollen Vorwärtskommen und mehr im Leben erreichen. Thilo ist der etwas ruhigere Part, einer der erst alles abwegen will, bevor er los stürmt. In diesem Fall bestimmt nicht schlecht. Er rechnet gleich aus, was es an Geld braucht und wie viel sie wohl verdienen könnten. Auch so einen Partner braucht es, jemanden der mal auf die Bremse tritt. Allerdings hat wohl keiner damit gerechnet, dass Christian und Katya gleich Gefühle für einander entwickeln könnten. Ob wohl auch Johann Silberberg noch mal auftaucht?



    Ich bin gespannt, wann es zur ersten Krise kommt bei den Vieren. Aber ich bin auch sicher, dass wir irgendwann mit ihnen ins Eis fahren und darauf freu ich mich auch schon.

    Eine Krise wird es bestimmt geben, schon allein weil Christian und Katya sich zu einander hingezogen fühlen. Ich denke ihr Bruder wird dazwischen gehen, weil sie in seinen Augen ja noch ein Kind ist.

    Als Katya sich von Silja verabschiedet hat, tat mir Silja so richtig Leid. Ihr ist Katja über die Jahre richtig ans Herz gewachsen. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, ist Silja demnächst ja nicht mehr alleine. Jedenfalls lässt folgender Satz vermuten dass sie ein Kind erwartet:

    "Grischa hatte ihr mehr gegeben, als er jemals wissen würde." auf Seite 114.

    Vielleicht meint die Autorin auch etwas anderes und ich interpretiere etwas zu viel in den Satz hinein?

    Silja tat mir auch ein wenig Leid. Sie ist ja nun wieder allein mit ihrem Leben. Auf die Idee, dass dieser Satz ein Kind bedeuten könnte bin ich natürlich gar nicht gekommen. Aber könnte durchaus sein, oder sie meinte einfach nur, dass sie mit dieser Liebelei noch einmal eine schöne Zeit in ihrem Leben hatte und doch noch atraktiv ist und auch Chancen hat, noch einmal einen Mann zu bekommen.

    Der neue Schauplatz Hamburg gefällt mir schon mal sehr gut und auch die interessanten historischen Fakten in Bezug auf die Auswirkungen der napoleonischen Kriege und Besatzungszeit auf die Bevölkerung waren mir nicht so bewußt. Die Hamburger wurden eingeschüchtert, vertrieben, bestohlen und angegriffen und auch die Familie Petersen hat tiefe Wunden davongetragen, seelisch und körperlich. Die Mutter starb an Typhus, ebenso die kleine Schwester, der Vater ist seit einer Schußverletzung gehbehindert und launisch.

    Das auch Hamburg unter Napoleon so zu leiden hatte, war mir auch nicht so bewußt. Irgendwie dachte ich immer am Rhein war Schluß. Die Schilderungen hier waren eindrucksvoll. Es ist schlimm, was Menschen alles erdulden mußten. Und dann auch noch aus der Heimat vertrieben werden, nur weil man nicht mehr genug Lebensmittel hatte, die einem ja diese Besatzer weggenommen hatten ist schon stark.

    Sie bewegen sich gedanklich und auch auf einer tieferen Ebene zwischen der Pflicht, das Erreichte zu bewahren und einer jugendlichen Neugier auf das Leben, auch neue Wege und Wagnisse , in einem unbewußten Konflikt zwischen Vernunft und Abenteuerlust. Diese scheinbaren Widersprüche bestimmen für mein Gefühl ihr weiteres Handeln und ihre Entscheidungen. Daher zeigen sie sich nach anfänglichem Misstrauen aufgeschlossen gegenüber den Plänen und Ideen von Grischa in Bezug auf den Eishandel und sie vermieten ihm sogar eine kleine Wohnung in ihrem Haus.

    Ja genau, auch sie denken es muß doch noch mehr im Leben geben. Grischa kam ihnen da doch gerade recht.

  • Eigentlich sind die vier ja die perfekte Verbindung. Jeder hat ganz eigene Fähigkeiten, die unbedingt für das Gelingen der Eis-Idee gebraucht werden. Katya mit ihrem Gespür für das Eis, Grischa ist der, der Hand anlegt und das Praktische macht, Christian liefert seine Begeisterung und Thilo seine rationalen Überlegungen und seinen Sinn fürs Geld. Perfekt - wenn ihnen nicht die Gefühle in die Quere kommen.

    Das war genau mein Plan dabei, die vier zusammenzubringen. ;)
    Mir gefiel der Gedanke, dass diese Geschäftsidee die besten Chancen hat, wenn sich vier solcher Menschen zusammentun. (Ungeachtet der vielleicht vorprogrammierten zwischenmenschlichen Konflikte. Die ja in einem Roman wiederum einen besonderen Reiz haben.)


    Aber ich bin auch sicher, dass wir irgendwann mit ihnen ins Eis fahren und darauf freu ich mich auch schon.

    Ich spoiler vermutlich nicht, wenn ich Dir verspreche, dass wir das wirklich zusammen mit den vieren tun? :)

    Thilo kommt vielleicht etwas verkniffen rüber, aber mit ihm kann ich viel eher etwas anfangen. Er ist vielleicht schüchtern, aber ihn kann man glaube ich nicht so leicht über den Tisch ziehen. Ganz anders Christian, der Lebemensch. Der hätte Grischa ja gleich alles gegeben wenn man ihn gelassen hätte.

    Ich hab alle Charaktere in diesem Projekt ganz schrecklich lieb. Aber Thilo - Thilo ist mein heimlicher Held, der hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. <3

    Da gibt es eine Stelle wo Christian an all die Mädchen denkt die er schon geküsst hat, rattert in Gedanken all die Vornamen runter, da musste ich lachen und an ein Lied von Marius Müller Westernhagen denken. Im Lied "Willenlos" heißt es Hey, Mama, was ist mit mir los? / Frauen gegenueber bin ich willenlos / Völlig willenlos / Was ist mit mir los

    Passt doch irgendwie zu Christian.

    Sowas von! ^^

    Zum Glück wurde noch einmal erwähnt dass Katya erst 15 ist. Ich vergesse immer wie jung sie doch eigentlich ist, sie kommt immer so wahnsinnig erwachsen rüber das man sie älter einschätzt.

    … und genau so geht es Christian auch. Ich glaube, wäre sie noch kindlicher in ihrer Art, wäre ihm nie mehr in den Sinn gekommen als ein bisschen mit ihr zu schäkern, auf eine harmlose Art und Weise.

    Ein Satz der mir unheimlich gut gefallen hat ist dieser hier auf Seite 116:

    "Unterschätze nicht die Macht der Umwege, Katya,.... Nicht immer ist der gerade, der kürzeste Weg der beste. Es sind die Umwege, die einen auf das Ziel vorbereiten. Und dorthin bringen sie einen genauso gut."

    Das ist so ein Zitat das ich mir glatt an den Kühlschrank hängen würde weil er so wahr ist.

    Danke. :)
    (Ich müsste mir den viel öfter selbst vor Augen halten, seufz.)

    Von solchen traumatischen Erlebnissen erholt man sich nicht so schnell wieder , auch wenn die beiden Brüder ganz gut zurechtkommen mit ihrem Laden. Ihre Verhaltensweisen und Eigenarten sind zum Teil auch dieser Zeit des Mangels, der Angst und dem Gefühl der Hilflosigkeit geschuldet, die sie damals als Kinder erleben mussten. Sie bewegen sich gedanklich und auch auf einer tieferen Ebene zwischen der Pflicht, das Erreichte zu bewahren und einer jugendlichen Neugier auf das Leben, auch neue Wege und Wagnisse , in einem unbewußten Konflikt zwischen Vernunft und Abenteuerlust. Diese scheinbaren Widersprüche bestimmen für mein Gefühl ihr weiteres Handeln und ihre Entscheidungen.

    Das finde ich einen ganz wichtigen Gedanken in Bezug auf die beiden Brüder. <3


    Der neue Schauplatz Hamburg gefällt mir schon mal sehr gut und auch die interessanten historischen Fakten in Bezug auf die Auswirkungen der napoleonischen Kriege und Besatzungszeit auf die Bevölkerung waren mir nicht so bewußt.

    Das auch Hamburg unter Napoleon so zu leiden hatte, war mir auch nicht so bewußt. Irgendwie dachte ich immer am Rhein war Schluß. Die Schilderungen hier waren eindrucksvoll. Es ist schlimm, was Menschen alles erdulden mußten. Und dann auch noch aus der Heimat vertrieben werden, nur weil man nicht mehr genug Lebensmittel hatte, die einem ja diese Besatzer weggenommen hatten ist schon stark.

    Mir war das auch komplett neu - und umso elektrisierter war ich dann auch. Übrigens war der ganze Norden betroffen, bis einschließlich Rostock hinauf.
    Ich fand das auch komplett faszinierend, wie dörflich und fast ländlich Hamburg damals im Vergleich zu später war.

    Und nochmal übrigens: falls ihr schon einmal in Hamburg gewesen seid - ungefähr dort, wo heute in der Speicherstadt (ab 1883 erbaut) die Kaffeerösterei ist, nur ein Paar Schritte vom Miniaturwunderland entfernt, habe ich das Haus der Petersens verortet.


    Auf Wikipedia gibt's ein tolles altes Foto der Häuserfront kurz vor dem Abriss:


    Der Kehrwieder 1883

  • wo heute in der Speicherstadt (ab 1883 erbaut) die Kaffeerösterei ist,

    Dann weiß ich genau, wie es da ausschaut. In der Kaffeerösterei bin ich jedes Mal, wenn ich in Hamburg bin. :)

    :lesen: Der träumende Krieger - Bernhard Hennen



  • wo heute in der Speicherstadt (ab 1883 erbaut) die Kaffeerösterei ist,

    Dann weiß ich genau, wie es da ausschaut. In der Kaffeerösterei bin ich jedes Mal, wenn ich in Hamburg bin. :)

    Vielen Dank für den interessanten Hinweis :) bei meinem nächsten Besuch in der Speicherstadt , die mich immer schon fasziniert hat - weil man dort das "alte" Hamburg noch spüren kann - schau ich mir das mal an. Dann werde ich in Gedanken an Thilo, Christian, Katya und Grischa ein schönes Käffchen geniessen.:thumbup:

  • wo heute in der Speicherstadt (ab 1883 erbaut) die Kaffeerösterei ist,

    Dann weiß ich genau, wie es da ausschaut. In der Kaffeerösterei bin ich jedes Mal, wenn ich in Hamburg bin. :)

    Ich war vor Jahren mal in Hamburg, aber nur für zwei Tage, und kann mich an so eine schöne Straße nicht erinnern. Die habe ich dann wohl verpasst.

    Ich habe mir die Häuser während der Lektüre nicht so groß vorgestellt. Heute bekäme Thilo bestimmt einen fürstlichen Preis für sein Haus, sollte er doch mal verkaufen wollen :P


    Der neue Schauplatz Hamburg gefällt mir schon mal sehr gut und auch die interessanten historischen Fakten in Bezug auf die Auswirkungen der napoleonischen Kriege und Besatzungszeit auf die Bevölkerung waren mir nicht so bewußt.

    Mir auch nicht. Diese Zeit muss schrecklich gewesen sein. Mitten im Winter aus dem Haus gejagt zu werden und alles abgenommen zu kriegen was man besitzt.

    Vor einiger Zeit habe ich eine tolle Reportage über Hamburg im Fernsehen gesehen, von ZDF info glaube ich. Da wurde gezeigt wie wahnsinnig oft Hamburg in seiner Geschichte sein Gesicht gewechselt hat. Sehr interessant, aber ich kann mich nicht erinnern ob es da auch um die Zeit um Napoleon ging.

    Ich sollte mir diese Reportage noch einmal anschauen.

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

  • Dann weiß ich genau, wie es da ausschaut. In der Kaffeerösterei bin ich jedes Mal, wenn ich in Hamburg bin. :)

    Vielen Dank für den interessanten Hinweis :) bei meinem nächsten Besuch in der Speicherstadt , die mich immer schon fasziniert hat - weil man dort das "alte" Hamburg noch spüren kann - schau ich mir das mal an. Dann werde ich in Gedanken an Thilo, Christian, Katya und Grischa ein schönes Käffchen geniessen.:thumbup:

    Mich verschlägt es auch jedes Mal in die Rösterei - nicht zuletzt, weil ich dort meinen Lieblingskaffee bekomme, den indischen Monsooned Malabar, den es in der Rösterei hier nicht immer gibt.
    Klar, der Kehrwieder sieht heute ganz anders aus als damals - und trotzdem kann man noch etwas von früher erahnen, wenn man sich dort umsieht. Und auf der Stelle stehen, an der Grischa die beiden Brüder Petersen angesprochen hat. :)


    Mir ist die Speicherstadt das Liebste an Hamburg, war es schon immer, seit meinem ersten Besuch als Teenie. Ich grüble immer noch, warum eigentlich. Das Alte, Hanseatische, ja, definitiv. Aber gleichzeitig hat die Bauart für mich etwas Einzigartiges, Zeitloses, das mit Licht und Wasser eine ganz magische Atmosphäre schafft.


    Ich war vor Jahren mal in Hamburg, aber nur für zwei Tage, und kann mich an so eine schöne Straße nicht erinnern. Die habe ich dann wohl verpasst.

    Ich habe mir die Häuser während der Lektüre nicht so groß vorgestellt. Heute bekäme Thilo bestimmt einen fürstlichen Preis für sein Haus, sollte er doch mal verkaufen wollen :P

    Hamburg war damals schon in die Höhe gebaut, rings um die Fleete eigentlich immer nach demselben Prinzip: unten Laden oder Werkstatt, Gasthaus oder Lagerräume, oben mehrere Stockwerke mit Wohnungen. Der Kehrwieder der Petersens, der Brook der Pohls - das ist heute alles Speicherstadt.


    Mir auch nicht. Diese Zeit muss schrecklich gewesen sein. Mitten im Winter aus dem Haus gejagt zu werden und alles abgenommen zu kriegen was man besitzt.

    Vor einiger Zeit habe ich eine tolle Reportage über Hamburg im Fernsehen gesehen, von ZDF info glaube ich. Da wurde gezeigt wie wahnsinnig oft Hamburg in seiner Geschichte sein Gesicht gewechselt hat. Sehr interessant, aber ich kann mich nicht erinnern ob es da auch um die Zeit um Napoleon ging.

    Ich sollte mir diese Reportage noch einmal anschauen.

    Dass Hamburg so oft das Gesicht gewechselt hat - das empfinde ich auch so. Wobei die Besatzungszeit hauptsächlich eine menschliche Katastrophe war.
    Als ich im Juni in Hamburg war, bin ich irgendwann mit gleich mehreren Hamburgs im Kopf herumgelaufen: das Hamburg damals, aus der Zeit des Romans, und das Hamburg nach dem Großen Brand von 1842, der mehr als ein Viertel der Stadt zerstörte. Das Hamburg, das danach entstand und das nach der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg und das Hamburg, das es heute ist und wird. Das war ein ganz merkwürdiges Gefühl von mehreren Zeitebenen, die sich in meiner Vorstellung, meiner räumlichen Orientierung und vor meinen Augen überlagerten. Die Zeit als Raum, sozusagen.

    Kleine Anekdote am Rande: in Hamburg gibt es die Bauvorschrift, dass der Blick von der Lombardsbrücke auf die fünf Hauptkirchen Hamburgs zwingend so erhalten bleiben muss. Ein Bauprojekt, das diesen Blick auf einen der Kirchtürme verstellen würde, erhielte allein deshalb schon keine Genehmigung.

  • Mir ist die Speicherstadt das Liebste an Hamburg, war es schon immer, seit meinem ersten Besuch als Teenie. Ich grüble immer noch, warum eigentlich. Das Alte, Hanseatische, ja, definitiv. Aber gleichzeitig hat die Bauart für mich etwas Einzigartiges, Zeitloses, das mit Licht und Wasser eine ganz magische Atmosphäre schafft.

    Für einen Süddeutschen ist dieser Baustil schon etwas Besonderes, finde ich. Und diese Mischung aus den schönen alten Häusern und den Kanälen, das ist einfach was ganz eigenes.

    :lesen: Der träumende Krieger - Bernhard Hennen



  • Schon markant, was die Seemänner Katya für einen Spitznamen geben.

    Die Eisjungfer, soll bedeuten: Das Mädel, das sich nicht herumtreibt und eine Marotte hat. Das spricht sich herum und wer sie anmacht wird mit Blicken aufgespießt, Katya geniesst einen gewissen Respekt..oder besser gesagt, ihre Merkwürdigkeit wird gemieden. Schon witzig, wie die Seemänner in das Hafenbild einfügen, sie bringen ihr allerhand Geschichten mit, um ihre Eis-Marotte zu füttern.


    Grischa und Wolf lassen ihre Bekanntschaft wieder aufleben, der Begriff Zweckmäßigkeit drängt sich mir auf, mehr als das scheint es nicht zu sein. Grischa hat wohl ein eher universelles Verständnis zu seiner Sexualität.


    Seite 183: Der Vergleich mit dem Oger..grins (gab es ja schon im 17.Jahrhundert)


    Jaja, die alten Leute..denn Spruch kenne ich, wenn alles zur Arbeit will und zB noch etwas vom Bäcker holen will, kommen sie noch schnell dazwischen..

    Ich mag die Gebrüder Petersen, ganz besonders Thilo, als er sich um seinen invaliden Vater kümmert, hat mich der Satz: "Ach Vadder, mich will doch keine." sehr berührt. Ich dachte, er würde sich für zu hässlich halten, aber laut Grischas Beobachtungen, ist eher das Gegenteil der Fall. Ich glaube der Grund, warum die Mädchen eher Abstand halten, ist, dass sie ihn nicht interessieren, das weiß er zwar nicht, aber so muss es sein. Das ist auch der Grund warum er so locker die schöne Katya begüßen kann, normalerweise würde Christian jetzt seinen Charme versprühen, aber diese Begegnung macht ihn sprachlos, trifft ihn, wie ein Blitz.

    Thilo sieht Mädchen nicht aus dem gleichen Blickwinkel, wie sein Bruder, er hat überhaupt kein Gespür für ihre Anziehungskraft, als sei er immun. Bei Grischa jedoch, benimmt er sich kratzbürstig wie Silja, als diese Grischa als begehrenswerten Mann sieht. Da kommen wohl einige Erkenntnisse auf uns zu..


    Thilo hat aber recht, abgesehen von Katyas Alter, ist es nicht die feine Art..Grischa ist ja schon ein paar Mal ausgeflippt, als Katya in Gefahr war, aber wie reagiert er, wenn sie ihm sagt, das sie es will..

    Silberbergs Beziehung zu Katya wird noch einmal erwähnt, was lief da zwischen den beiden??


    :leserin:

  • Thilo und Christian vs Katya und Grischa. Hui, da sind die Gefühle aber ganz schnell in Wallung geraten.

    Ich freue mich schon richtig auf das kommende "Drama", die Entwicklung..es prickelt heftig!


    "Grischa hatte ihr mehr gegeben, als er jemals wissen würde." auf Seite 114.

    Vielleicht meint die Autorin auch etwas anderes und ich interpretiere etwas zu viel in den Satz hinein?

    :ohnmacht:

    So weit habe ich jetzt gar nicht gedacht, ich dachte eher, dass Grischa Silja glücklich gemacht hat, sie ihren Körper neu zu schätzen weiß, das er so zärtlich war und ganz andrs war, als alle anderen Männer, dass sie gelernt hat, ihr Glück nicht von der Freiheit eines anderen abhängig zu machen..ich fand ihre Gedankn dazu schön.

    Aber hmmmm, halten wir das mal fest für den nächsten Teil..


    Der neue Schauplatz Hamburg gefällt mir schon mal sehr gut und auch die interessanten historischen Fakten in Bezug auf die Auswirkungen der napoleonischen Kriege und Besatzungszeit auf die Bevölkerung waren mir nicht so bewußt.

    Ich auch nicht, ich bin immer dankbar für so kleine Geschichtslektionen.

    Ich fand es zwar schon etwas seltsam, als so ein fremder Mann 2 Männer im Gespräch nicht nur belauscht sondern ihnen auch gleich einen Vorschlag macht, der für alle was bringen könnte.

    Der Satz mit dem Eiszapfen kam ja auch zur rechten Zeit,Grischa denkt ja schon lange darüber nach, wie und wo es eine lohnende Einnahmequelle gibt.Ich fand den Übergang sehr elegant gelöst.

    Ich hab alle Charaktere in diesem Projekt ganz schrecklich lieb. Aber Thilo - Thilo ist mein heimlicher Held, der hat einen besonderen Platz in meinem Herzen.

    Ging mir genauso, kannst du in meinem Post nachlesen, er hat mich sofort beschäftigt, ein toller Charakter!

    :herz:

  • So langsam nimmt die Geschichte für mich Fahrt auf und Konturen an. Vorher war ich mir nicht so sicher, wo es denn hingehen soll, die Figuren waren noch recht blass - aber das hat sich in diesem Abschnitt gewandelt. Vor allen Dingen Katya konnte ich vorher kaum fassen und sie hat hier nochmal viel Persönlichkeit bekommen. Natürlich auch weil wir sie eine Weile durch Christians Augen beobachten konnten. Eine bemerkenswerte junge Frau - wobei Frau vielleicht etwas hochgegriffen ist. Eigentlich ist sie ja fast noch ein Mädchen. Aber eines, das weiß, was sie will.


    In Hamburg bekommt die Geschichte jetzt eine neue Wende für alle Beteiligten.

    Ja, so kann man das auch ausdrücken. Die verschiedenen Charaktere könnten zusammen unglaubliches vollbringen. Ich bin gespannt, wie sie sich berappeln und zusammen kommen, was ihnen noch für Steine in den Weg gelegt werden etc.


    Ich weiß noch gar nicht wie ich die beiden Hamburger finden soll. Den einen, Christian, finde ich zu naiv. Da kommt so ein Fremder vorbei der sich in ein persönliches Gespräch den Christian mit seinem Bruder hat, einfach einmischt, und versucht die Brüder für ein komisches Projekt zu gewinnen. Grischa könnte ja sonst wer sein.

    Christian ist ein sehr offener Charakter, der nicht so viel an morgen denkt, sondern sehr spontan handelt und sich vor allem von seinen Gefühlen leiten lässt. Das zitierte Lied von dir passt wirklich gut. :D Ich werde aber jetzt vermutlich den ganzen Tag einen Ohrwurm davon haben.

    Ob Christian es schafft, Katyas Herz zu erobern und es auch dauerhaft halten zu können? Ich bin ja skeptisch bei ihm und somit könnte auch ihr ganzes Vorhaben eine Schwachstelle bekommen.


    Da verstehe ich Thilo viel eher der total skeptisch ist und Grischa erst nicht vertraut.

    Ich mag die Gebrüder Petersen, ganz besonders Thilo, als er sich um seinen invaliden Vater kümmert, hat mich der Satz: "Ach Vadder, mich will doch keine." sehr berührt. Ich dachte, er würde sich für zu hässlich halten, aber laut Grischas Beobachtungen, ist eher das Gegenteil der Fall. Ich glaube der Grund, warum die Mädchen eher Abstand halten, ist, dass sie ihn nicht interessieren, das weiß er zwar nicht, aber so muss es sein. Das ist auch der Grund warum er so locker die schöne Katya begüßen kann, normalerweise würde Christian jetzt seinen Charme versprühen, aber diese Begegnung macht ihn sprachlos, trifft ihn, wie ein Blitz.

    Ich finde Thilo auch fast interessanter. Seine besonnene Art macht ihn mir sehr sympathisch. Er wartet ab, will nicht viel Risiko eingehen, wenn er befürchten muss, dass seine Existenz in Gefahr ist. Wie verständlich! Und dass keine ihn will, ... Wahrscheinlich bemerkt er die Augen der Frauen gar nicht, die auf ihn fallen. Ob er vielleicht auch eher Männern zu geneigt ist? Oder er ist so schüchtern, dass er es wirklich nicht merkt und ein kleiner Nerd, der vielleicht erstmal abschreckend wirkt, weil er so verschlossen und klug ist. Aber ich bin mir sehr sicher, dass er einige Vereher(innen) hat. :)

  • Liebe Nicole, wie schon bei den ersten beiden Abschnitten weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll ... das Buch entwickelt eine richtige Sogwirkung auf mich und die Seiten fliegen nur so dahin.


    Nun sind wir also in meiner Geburtsstadt Hamburg angekommen und ich muss sagen, das was bei der Beschreibung von St. Petersburg ein wenig zu kurz gekommen ist, machst du hier 100% wieder wett. Ich hatte keine Ahnung, dass Hamburg zu Napoleons Besetzungszeiten so gebeutelt wurde ... und dass es noch viele Jahre später so darunter zu leiden hat. Bei meinem nächsten Besuch, werde ich die Stadt mit anderen Augen betrachten ...


    Nachdem Grischa die beiden Brüder Christian und Thilo kennengelernt hat, sind zumindest zwei von den Dreien Feuer und Flamme für das neue Projekt. Grischa ist so davon überzeugt, dass er Katya nachholen lässt. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verabschiedet sie sich von Silja, ein wahrlich rührender Abschied. Ob sie sich je wiedersehen werden?


    Christian ist sofort eingenommen von Katya als sie in Hamburg eintrifft und umwirbt sie heftig. Sie scheint das auch nicht unberührt zu lassen, doch was wird Grischa dazu sagen. Thilo hat nicht ganz unrecht mit seinen Zweifeln ...


    Sorge mache ich mir um den Vater der beiden Hamburger Geschwister. Ich glaube kaum, dass er das noch lange durchhalten wird ...


    Nicole, ich wollte noch anmerken, dass du es schaffst über Seiten hinweg eine gewisse sexuelle Spannung zu halten, die ich unglaublich finde ... da kribbelt es ja direkt beim Lesen ... ;)


    Nun gehe ich mal nachlesen, was meine Mitleser so zu sagen haben :)

  • Als Katya sich von Silja verabschiedet hat, tat mir Silja so richtig Leid. Ihr ist Katja über die Jahre richtig ans Herz gewachsen. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, ist Silja demnächst ja nicht mehr alleine. Jedenfalls lässt folgender Satz vermuten dass sie ein Kind erwartet:

    "Grischa hatte ihr mehr gegeben, als er jemals wissen würde." auf Seite 114.

    Vielleicht meint die Autorin auch etwas anderes und ich interpretiere etwas zu viel in den Satz hinein?

    Ach, das ist ja ein interessanter Gedanke, das habe ich glatt überlesen ... mal sehen, ob du recht hast ;)


    Ob wohl auch Johann Silberberg noch mal auftaucht?

    Da bin ich auch schon gespannt ...


    Ich hab alle Charaktere in diesem Projekt ganz schrecklich lieb. Aber Thilo - Thilo ist mein heimlicher Held, der hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. <3

    Ja, ich mag ihn auch sehr, er scheint sehr vernünftig zu sein, wenn er auch noch der sogenannte "Underdog" gegenüber Christian ist ... mir scheint Thilo jemand zu sein, mit dem man ein Leben in der Zukunft aufbauen kann und auf den man sich immer verlassen kann, wenn er auch nicht so redegewandt wie sein Bruder ist ... ich glaube ja, Christian hat man als Frau nie für sich allein ...



    Oh, genial, danke schön, nun habe ich das direkt vor Augen und freue mich jetzt schon auf den nächsten Hamburg Besuch :)

  • Die Eisjungfer, soll bedeuten: Das Mädel, das sich nicht herumtreibt und eine Marotte hat. Das spricht sich herum und wer sie anmacht wird mit Blicken aufgespießt, Katya geniesst einen gewissen Respekt..oder besser gesagt, ihre Merkwürdigkeit wird gemieden. Schon witzig, wie die Seemänner in das Hafenbild einfügen, sie bringen ihr allerhand Geschichten mit, um ihre Eis-Marotte zu füttern.

    "Eisjungfer" ploppte ganz spontan in meinem Kopf auf, als ich über dem Exposé saß, und darauf entwickelte ich dann diese Szene. Mir gefiel die Vorstellung zu gut, wie Katya im Hafen alle Seeleute nach Eis und Schnee löchert ...

    Eine bemerkenswerte junge Frau - wobei Frau vielleicht etwas hochgegriffen ist. Eigentlich ist sie ja fast noch ein Mädchen. Aber eines, das weiß, was sie will.

    Dass sie weiß, was sie will - das finde ich eine ganz wichtige Aussage über Katya.


    Für mich ist es so, dass Katya auch Zeit brauchte, um an Kontur zu gewinnen. Gerade auch die Zeit in Norwegen empfinde ich als eine sehr stille Zeit in ihrem jungen Leben. Ich habe dabei das Bild vor Auge, wie Silja wuasi die Flügel über Katya ausbreitet, damit das Mädchen behütet wachsen kann, in jeder Hinsicht. Damit ihr eigene Flügel wachsen können, nicht zuletzt auch durch die Begegnung mit Johann Silberberg. Und jetzt ist sie wirklich so weit, flügge zu werden - nicht nur im Kopf eigenwillig zu sein, sondern wirklich eigen.


    Ich mag die Gebrüder Petersen, ganz besonders Thilo, als er sich um seinen invaliden Vater kümmert, hat mich der Satz: "Ach Vadder, mich will doch keine." sehr berührt. Ich dachte, er würde sich für zu hässlich halten, aber laut Grischas Beobachtungen, ist eher das Gegenteil der Fall. Ich glaube der Grund, warum die Mädchen eher Abstand halten, ist, dass sie ihn nicht interessieren, das weiß er zwar nicht, aber so muss es sein. Das ist auch der Grund warum er so locker die schöne Katya begüßen kann, normalerweise würde Christian jetzt seinen Charme versprühen, aber diese Begegnung macht ihn sprachlos, trifft ihn, wie ein Blitz.

    Thilo sieht Mädchen nicht aus dem gleichen Blickwinkel, wie sein Bruder, er hat überhaupt kein Gespür für ihre Anziehungskraft, als sei er immun. Bei Grischa jedoch, benimmt er sich kratzbürstig wie Silja, als diese Grischa als begehrenswerten Mann sieht. Da kommen wohl einige Erkenntnisse auf uns zu..

    Ich finde Thilo auch fast interessanter. Seine besonnene Art macht ihn mir sehr sympathisch. Er wartet ab, will nicht viel Risiko eingehen, wenn er befürchten muss, dass seine Existenz in Gefahr ist. Wie verständlich! Und dass keine ihn will, ... Wahrscheinlich bemerkt er die Augen der Frauen gar nicht, die auf ihn fallen. Ob er vielleicht auch eher Männern zu geneigt ist? Oder er ist so schüchtern, dass er es wirklich nicht merkt und ein kleiner Nerd, der vielleicht erstmal abschreckend wirkt, weil er so verschlossen und klug ist. Aber ich bin mir sehr sicher, dass er einige Vereher(innen) hat. :)

    Ja, ich mag ihn auch sehr, er scheint sehr vernünftig zu sein, wenn er auch noch der sogenannte "Underdog" gegenüber Christian ist ... mir scheint Thilo jemand zu sein, mit dem man ein Leben in der Zukunft aufbauen kann und auf den man sich immer verlassen kann, wenn er auch nicht so redegewandt wie sein Bruder ist ... ich glaube ja, Christian hat man als Frau nie für sich allein ...

    Mir geht ganz das Herz auf, was und wie ihr über Thilo schreibt. <3 (Und der Satz "Mich will ja keine", der kriecht mir auch jedes Mal ganz melancholisch-traurig unter die Haut.)

    Nun sind wir also in meiner Geburtsstadt Hamburg angekommen und ich muss sagen, das was bei der Beschreibung von St. Petersburg ein wenig zu kurz gekommen ist, machst du hier 100% wieder wett. Ich hatte keine Ahnung, dass Hamburg zu Napoleons Besetzungszeiten so gebeutelt wurde ... und dass es noch viele Jahre später so darunter zu leiden hat. Bei meinem nächsten Besuch, werde ich die Stadt mit anderen Augen betrachten ...

    Seit wir hier in der Runde das erste Mal darüber sprachen, grübel ich darüber nach, warum uns das offenbar allen so wenig bewusst ist. Liegt das einfach schon zu lange zurück, überlagert vom uns viel näheren Zweiten Weltkrieg? Hat sich die Wahrnehmung der Napoleonischen Zeit in unsere Tage hinein verschoben und verzerrt, sodass die Gräuel jener Kriege aus dem Blickfeld verschwunden sind?
    Ich bin auf jeden Fall dankbar, dass ich mit der Arbeit an diesem Roman darüber gestolpert bin, mich damit befassen und davon erzählen konnte.

    Nicole, ich wollte noch anmerken, dass du es schaffst über Seiten hinweg eine gewisse sexuelle Spannung zu halten, die ich unglaublich finde ... da kribbelt es ja direkt beim Lesen ... ;)

    Hach. Dankeschön. *rot anlauf*
    Liegt bestimmt daran, dass ich mehr oder weniger in alle Charaktere rettungslos verschossen bin :D

  • Ich hatte die Aussage über Silja, dass Grischa ihr mehr gegeben hat, als er wisse, im Übertragenen Sinn gedeutet. Dass er ihr nochmal persönlich Leben eingehaucht hat, Spaß gegeben hat, vielleicht auch Selbstbewusstsein etc., wovon sie noch lange zehren kann.

    Aber ja, vielleicht hat er sie auch geschwängert. So wie er unterwegs ist, wird er sicherlich am Ende einige Kinder haben. :D