Katarina Mazetti - Mein Kerl vom Land und ich

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
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    Der 2. Teil dieser Liebesgeschichte schließt direkt an den ersten Band an.


    Desirée und Benny versuchen nun ein Kind zu zeugen. Wer den ersten Band kennt, weiß, wie chaotisch die Beziehung zwischen den beiden ist. Und natürlich, dass sie eigentlich gar keine Beziehung mehr haben. Denn nach der Trennung zog irgendwann Anita bei Benny ein. Das hielt aber Desirée nicht davon ab, sich ein Kind von Benny zu wünschen.


    In gewohnter Manier wechseln sich die Kapitel von Desirée und Benny ab. Anfangs erhält auch Anita noch einige Kapitel, um aus ihrer Sicht zu erzählen.


    Der Kinderwunsch erfüllte sich und die beiden zogen sogar zusammen. Dass dies nicht einfach sein würde, war Desirée klar, aber wie schlimm es wirklich werden würde, konnte sie sich anscheinend nicht vorstellen. Aus der selbstbewußten Bibliothekarin wurde eine überarbeitete, überforderte Mutter und Bäuerin, wenn auch widerwillig. Sie versuchte sich nach anfänglichen Ausrutschern in die ländliche Gesellschaft zu intergrieren.


    Dass sie aber nach etwas mehr als einem Jahr schon wieder schwanger war, beendete ihr eben wieder begonnenes Berufsleben recht schnell. Mit Benny, der ihren Erziehungsurlaub als genau das sah, nämlich Urlaub, hatte sie keine Unterstützung. Er brauchte ebenso wie die Kinder ihre Aufmerksamkeit. Dass dies auf Dauer nicht gut gehen konnte, war klar.

    Von Benny war in der Hinsicht nicht viel zu erwarten, aber wenn ich zweifache Mutter bin, keine Lust auf Bauernhof, lieber meiner Arbeit in der Bibliothek nachgehen würde, mir mein Leben über den Kopf wächst, dann seh ich doch zu, dass es nicht noch schlimmer wird. Aber nein!


    Der überwiegend humorvolle Ton aus Band 1 war hier anfangs noch gut zu erkennen. Je weiter die Beziehung fortschritt, um so mehr wurde der Ton ernster. Die Probleme, die eigentlich schon vorprogrammiert waren, traten dann auch fast so ein. Zudem wurde von Desirée erwartet, dass sie die Rolle der Bauersfrau übernahm, was gar nicht zu ihr passte. Sie hatte sich sehr verändert, aber irgendwo war auch bei ihr Schluß. Dass ihr ihr Leben aber so entgleiten würde, hätte ich nicht erwartet. Vor allem, weil sie mit offenen Augen hinein gelaufen ist. Da konnte ich fast nur den Kopf schütteln.


    Benny, noch der traditionelle Bauer mit seinen eingefahrenen Ansichten, was für ein Klischee, verstand Desirées Probleme überhaupt nicht. Diese widerum verhielt sich ganz anders, als man es eigentlich erwartet hatte.

    Die Probleme der beiden mit dem Hof und in ihrer Beziehung waren verständlich, wenn man sich auch manches Mal wünschte, sie würden endlich ihre Augen aufmachen und etwas ändern.

    Es gab kein Happy End, aber es endete auch nicht, noch nicht, in einer Aufgabe. Das offene Ende fand ich gut gewählt.



    3ratten