Hermann Wouk - Marjorie Morningstar

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 21 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kirsten.

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    Inhalt

    Die sechzehnjährige Majorie Morgenstern lebt ein angenehmen Leben. Sie bekommt jeden ihrer Wünsche erfüllt, hat viele Freunde und sieht einer glänzenden Zukunft entgegen. So denkt jedenfalls ihre Mutter, die sie schon als Ehefrau eines erfolgreichen Geschäftsmanns sieht. Aber Majorie hat andere Pläne.


    Bis jetzt

    Das Buch ist aus mehreren Gründen eine Herausforderung. Zum einen ist es ziemlich umfangreich, was es nicht einfach macht wenn ich es mitnehmen will. Dann habe ich Majorie bis jetzt hauptsächlich als verwöhnte Göre wahrgenommen. Der Eindruck kann sich noch ändern, denn ich bin erst auf bei Seite 40. Die größte Herausforderung ist aber die Sprache: ich lese die französische Ausgabe. Ich habe das Buch im Urlaub in einem Bücherregal gefunden und weil es auf einer Liste steht, habe ich es mitgenommen.


    Das Lesen fällt mir nicht so schwer wie gedacht. Ich verstehe natürlich nicht jedes Wort und schon gar nicht jede Verbform, aber ich bekomme den Zusammenhang schon mit. Trotzdem gibt es viel Wörter, die ich in der Schule gelernt und wieder vergessen habe. Ich bin gespannt, wie leicht mir das Lesen am Ende des Buchs fällt.

    I'm young enough to still see the passionate girl that I sued to be. But I'm old enough to say I got a good look at the other side.

  • Ich mochte ja Herman Wouks Weltkriegs-Zweiteiler sehr gerne und bin sehr gespannt, wie Dein Fazit am Ende ausfällt.


    Und Respekt, dass Du's Dir auf französisch gibst. Wie dick ist es denn?

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

  • 600+Seiten;( Deshalb bin ich über die Monatsrunde so froh, da sollte ich es in einem Monat gelesen haben.

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  • Uff, das ist ein ganz schöner Brocken!

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

  • Dann habe ich Majorie bis jetzt hauptsächlich als verwöhnte Göre wahrgenommen. Der Eindruck kann sich noch ändern...

    Hat er bis jetzt noch nicht. Aber ich halte ihr zugute, dass ihr Verhalten auch ein bisschen von ihrem Umfeld beeinflusst wird.


    Marjorie flirtet viel und ist sehr beliebt, aber noch kann sie sich nicht entscheiden, ob sie einen jungen Mann wegen seines Standes oder seines Charakters mögen soll. Ein sehr geeigneter Kandidat ist schrecklich langweilig, aber sie gibt sich trotzdem mit ihm ab, weil sie ihn auch nicht verletzen will. Dabei war ihr erstes gemeinsames Essen eine ziemliche Katastrophe, nach der ich das Weite gesucht hätte.

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  • Ich habe damit aufgehört, jedes Wort nachzuschlagen. Das dauert zu lange und verhindert, dass ich wirklich in die Geschichte hinein komme. Fürs Verständnis ist es auch nicht nötig und wenn ich doch mal gar nichts verstehe, schaue ich doch mal in den Übersetzer. Ich habe das Gefühl, dass es so leichter geht.

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  • So mache ich das auch, wenn ich auf französisch lese. Sonst dauert das ja noch länger ;) Und solange man das Gefühl hat, das Wichtigste mitzukriegen ...

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

  • Das Gefühl habe ich durchaus. Es kann natürlich sein, dass ich alles komplett falsch verstehe und etwas ganz anderes lese, als Herman Wouk geschrieben hat^^

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  • Es konnte ja nicht lange gutgehen mit Marjories vielen Verehrern. Während sie sich einredet, dass sie nicht mit Sandy flirtet, fühlt sich ein anderer ungerecht behandelt und will sie nie wieder sehen. Das sagt er ihr ausgerechnet vor der Bar Mitzwa ihres Bruders, zu der sie ihn eigentlich mitnehmen wollte.


    Ihre neue Freundin finde ich seltsam. Sie ist viel zu neugierig, was Marjories Privatleben angeht und fragt sie gründlich aus. Marjorie sollte meiner Meinung nach vorsichtiger sein, wem sie was erzählt.

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  • Ich habe kurz überschlagen, wann ich mit dem aktuellen Lesetempo mit dem Buch fertig werde: am 1. Oktober :spinnen:

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  • Zum Glück ist Marjories Freundin Marsha nicht mehr so präsent. Ich habe den Eindruck, als ob sie sich an Marjorie gehängt hat, als deren Familie noch Geld hatte und sich jetzt zurückgezogen hat, wo es nicht mehr so gut läuft. Aber Marsha war auch die Erste, die Marjorie in ihrem Traum unterstützt hat und hat ihr die Tür zu einer guten Möglichkeit geöffnet. Vielleicht ist sie doch nicht so schlecht, wie mein erster, zweiter und dritter Eindruck ist.


    Mittlerweile ist einige Zeit vergangen, aber das nehme ich kaum wahr. Herman Wouk lässt die Zeit fast unbemerkt verstreichen. Nur an Hochzeiten und Babys, die bald auf die Welt kommen, merke ich es.


    Hochzeiten sind für Marjorie fast schon ein rotes Tuch. Sie hat den Eindruck, als ob die Freundinnen vom College von selbstbewussten jungen Frauen zu grauen Mäusen werden, sobald sie einen Ehering tragen. Darüber -und ihren Wunsch, Schauspielerin zu werden- gibt es einen sehr heftigen Streit mit ihrer Mutter.

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  • Marjorie hat sich durchgesetzt und arbeitet in South Wind, einem Club der von vielen nur Sodom genannt wird. Dort verliebt sie sich- ausgerechnet in den Chef der Schauspielertruppe. Auch wenn sie eine gute Schauspielerin ist, sehen ihre Kollegen das anders. Sie gleuben dass sie die Hauptrolle nur bekommen hat, weil sie mit dem Chef schläft. Ob sie das tut? Dafür dürft ihr euch gerne durch 600+ Seiten in allen möglichen Sprachen durchlesen:evil:


    Ihre Eltern besuchen sie und haben gemischte Gefühle. Auf der einen Seite sehen die deutlich ihr Talent, aber ein Mädchen kann ja nicht nur von der Schauspielerei leben. Den Chef finden sie nur so lange seltsan, bis sie merken dass sein Vater ein einflußreicher Richter ist. Unterm Strich hätten sie es aber lieber, wenn Marjorie etwas Vernünftiges machen würde.


    Marjorie hat dazu deutliche Worte, zumindest ihrem Vater gegenüber. Sie sagt, dass sie lieber etwas Unvernünftiges macht, als dass sie als Ehefrau und Mutter unglücklich ist. Dieser Streit ist noch nicht zuende.


    Mittlerweile verstehe ich immer mehr und lese gefühlt schneller. Ich habe mich sogar schon in der Bücherei umgesehen, welche Bücher es da auf französich gibt. Harry Potter haben sie zumindest ;-)

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  • Ich kann die Bedenken der Eltern wegen Marjories Berufswahl verstehen, denn sie ist noch sehr jung. Wie ihre Mutter sagt: mit siebzehn dachte sie auch schon, dass sie alles weiß. und hat trotzdem einen Riesenfehler gemacht. Jetzt ist sie gerade mal zwei Jahre älter, ob sie jetzt so viel besser weiß, was richtig und falsch ist? Aber so, wie das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter gerade ist, nimmt sich Marjorie diesen Rat bestimmt nicht zu Herzen.

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  • Das Buch habe ich schon Juli im Urlaub angefangen, dann in der letzten Monatsrunde weitergelesen und hoffe, dass ich jetzt damit fertig werde. Noch einen Monat will ich es nicht mit mir herumschleppen und das in mehr als nur einem Sinn. Zum einen ist das Buch ziemlich dick und deswegen schwer, zum anderen fällt es mir aber auch schwer. Hoffentlich klappt es in dieser Monatsrunde:rolleyes:


    Der neue Lesemonat hat einige Veränderungen gebracht. Aus der unbeschwerten Marjorie wurde eine ernstzunehmende Künstlerin. Sie versucht, am Theater Fuß zu fassen, aber die "große" Bühne ist etwas ganz anderes. Außerdem ist da die Beziehung zu Noel, die auf der Stelle tritt. Beide wollen nichts Festes, aber für diese Einstellung stellen sie (zu) viele Ansprüche an den anderen.


    Je älter Marjorie wird, desto komplizierter werden die Themen, über die sie und ihre Freunde nachdenken und reden und auch die Sprache wird für mich schwieriger und ich lese wieder langsamer. Aber zumindest bin ich über der Hälfte des Buchs und sehe schon fast das Ende ;-)

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  • Aber auch im neuen Monat gibt es die alten Themen: gefühlt alle Freundinnen und Schulkameradinnen von Marjorie sind mittlerweile verheiratet. Viele von ihnen haben schon Kinder und betrachten Marjorie, die wieder Single ist, mit amüsiertem Mitleid.


    Ihre Karriere kommt nicht wirklich voran. Vielleicht ist es wirklich so, wie Noel sagte: sie ist ja ganz hübsch und begabt, aber...


    Dafür ist ihre alte Bekannte Marsha wieder aufgetaucht. Die mag ich im neuen Monat immer noch nicht und ich frage mich, was sie ausgerechnet jetzt von Marjorie will.

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  • Marjorie hat einen Satz gesagt, von dem ich nicht geglaubt habe, ihn jemals von ihr zu hören:

    Zitat
    Glaubst du, wir werden eines Tages heiraten?

    Dabei hat mich nicht der Satz überrascht, sondern der Ton, der sogar mir mit meinen mangelnden Sprachkenntnissen aufgefallen ist. Noch interessanter ist, wen sie gefragt hat, nämlich Noel. Von dem hatte sie sich eigentlich getrennt, aber offensichtlich kommt sie nicht von ihm los. Was wieder meinen allerersten Eindruck bestätigt: das Buch ist die Geschichte eines verwöhnten Mädchens, das nicht weiß, was sie will.

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  • Marjories Frage zeigt Wirkung. Leider nicht so, wie sie sich das gewünscht hat. Noel schreibt ihr einen seitenlangen Brief, in dem er sich hauptsächlich bedauert, weil er nicht den Erfolg hat, den er sich wünscht. Er beschließt, zurück an die Uni zu gehen, nach Paris an die Sorbonne. Er trennt sich von Marjorie. Und was macht sie? Sie reist ihm hinterher:rolleyes:

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  • In der Zeit, in der die Geschichte spielt, ist man noch mit dem Schiff von Amerika nach Europa gereist. So hatte Marjorie Zeit, einen anderen Mann kennen zu lernen, der mir persönlich sehr gut für sie gefallen würde, in den sie aber nicht verliebt ist... schade eigentlich, denn er macht einen netten Eindruck. Erwirkt viel bodenständiger als Noel, was aber auch daran liegen kann, dass er einige Jahre älter ist.


    Noel selbst scheint unter den Amerikanern, die sich in Europa aufhalten, bekannt zu sein. Marjories neuer Bekannter sagt, dass man sich untereinander kennt, weil es nicht so viele sind. Was versteht er unter "nciht so viele"? Ein paar hundert werden es schon sein und sie kommen aus verschiedenen Städten. Da muss man schon etwas Besonderes sein oder getan haben, um im Gespräch zu bleiben. Ob Noels bescheidener Erfolg da ausreicht?


    Ein bisschen spielt die Geschichte jetzt auch eine Rolle. An Bord ist eine Nationalsozialistin, die Marjorie sehr direkt ignoriert. Um sich wirklich mit dem Thema zu beschäftigen, wird es zu wenig erwähnt. Aber das Buch ist auch nicht nur eine Liebesgeschichte oder die Geschichte vom Erwachsenwerden eines jungen Mädchens. Im Moment ist sie noch irgendwo dazwischen, aber vielleicht finde ich bis zum Ende noch eine Schublade, in die ich sie stecken kann.

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  • Meine Meinung

    Die letzten beiden Kapitel schießen das Buch ab. Allerdings nicht so, wie ich es von dem, was ich vorher gelesen habe, erwartet hätte. Ich halte es mit dem Schreiber des letzten Kapitels, der ein Freund aus Jugendtagen ist und Marjorie nach längerer Zeit wiedersieht: ich hätte nicht erwartet, dass Marjories Leben sich so entwickelt, wie es das getan hat.


    Marjorie ist eine bunte Mischung aus verschiedenen Eigenschaften, die nicht immer zusammenpassen scheinen. Sie ist zielstrebig und fleißig und verfolgt ihre Träume mit unglaublicher Hartnäckigkeit. Gleichzeitig benimmt sie sich auch wie ein verwöhntes Mädchen das glaubt, dass sichd ie Welt um sie dreht und ihr jeden Wunsch erfüllt. Auf die normalen Wünsche ihrer Freundinnen schaut sie herab denn sie will etwas ganz anderes erreichen.


    Auch wenn so ein Verhalten für ein jungen Mädchen normal ist, ist es nicht genug um über 600 Seiten zu füllen. Auf der Hälfte der Seiten wäre die Geschichte vielleicht amüsant gewesen, hier war sie eher ermüdent.

    2ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

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