#1: Anfang bis Seite 53 (Ende Kapitel "Die Sache mit den Kronjuwelen")

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 39 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Ingroscha.

  • Hallo liebe Mitleser*innen, hallo lieber Tobias,


    endlich startet heute am 06.09.. unsere Leserunde zu "Evil Miss Universe". Ich begrüße alle Teilnehmerinnen herzlich und ganz besonders Dich, lieber Tobias. Schön, dass es mit unserer Runde geklappt hat und Du Dir die Zeit nimmst, uns bei der Lektüre Deines neuen Romans zu begleiten.


    Hier könnt Ihr vom Anfang bis Seite 53 (Ende Kapitel "Die Sache mit den Kronjuwelen") schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.


    Bitte postet erst, wenn Ihr mit der Lektüre begonnen habt und etwas zum Buch zu schreiben oder zu fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag. Aber ihr seid ja alles alte „Hasen“ und wisst ja wie alles funktioniert.


    Viel Spaß beim Lesen und Diskutieren.


    Liebe Grüße

    Suse

    2018: In Belgien erschießt die Polizei ein 2-jähriges Kind. In Deutschland sitzt ein 2-jähriges Kind in Abschiebehaft. Europa wird also von 2-jährigen bedroht.

  • So, den ersten Abschnitt habe ich durch.

    Was soll ich sagen, ich finde es bisher genial!

    Zwar erinnert mich das ganze Setting an eine Mischung aus "Ich, einfach unverbesserlich" und "Grand Hotel Budapest", aber genauso absurd und spaßig ist auch "Evil Miss Universe".


    Tobias, bist Du was Mode(marken) angeht wirklich so tief in der Materie drin oder war dafür erst einmal umfassende Recherche notwendig? ;)


    Der erste große Coup war schlau durchdacht und gut beschrieben. Zwar recht kurz abgehandelt, aber die Spannung war hoch und mir hat auch nichts gefehlt, es muss ja nicht immer alles bis ins letzte Detail beschrieben sein, wenn es nichts zur Story beiträgt.


    Hach, der arme Luc, hoffentlich schenkt ihm Dominique irgendwann mehr Aufmerksamkeit. Besonders gefallen hat mir die Formulierung, dass er sich fühlt, als sei er aus dem Krankenhaus oder dem Gefängnis entlassen, als er endlich wieder zur Arbeit darf, um sie zu sehen.


    Übrigens: "Zurück zu Luc" - kleine Hommage an Ingolf Lück oder Zufall?

  • Tobias, bist Du was Mode(marken) angeht wirklich so tief in der Materie drin oder war dafür erst einmal umfassende Recherche notwendig? ;)

    Knallharte Kriegsreporter-Recherche. Anhand von Modemagazinen. (von 2018, wie ich zugeben muss, es dauert ja, bis so ein Buch fertig wird und endlich erscheinen kann...)


    Übrigens: "Zurück zu Luc" - kleine Hommage an Ingolf Lück oder Zufall?


    Absicht. Für viele Leute ist "zurück zu Lück" eine im Deutschen bekannte Formulierung, und ich fand es lustig, dass man das mit dem französischen Namen Luc auch (fast) machen kann. (eigentlich müsste man es ja "zurüük zu Luc" aussprechen...)


    :stricken::Tobias

    Erzähler von Mammuten und Schwertern

  • Ich hab den ersten Abschnitt auch schon durch. Die geheimnisvolle Erzählstimme finde ich sehr interessant, am Anfang fast schon nervös, aber souveräner, je weiter es geht.

    Dominique selbst ist irgendwo zwischen knallhart und glamourös. Dass es auch komische Elemente gibt, ist unterhaltsam und macht sie auch greifbar. Obwohl wir ja noch nicht wirklich viel von ihr erfahren, sondern vor allem von ihrem Aussehen und ihrem Lebensstil, zeigt sich ein erstes Bild. Ich bin gespannt, sie sich das entwickelt.

    Und Luc ist wirklich ein armer kleiner Träumer. 😅

    Träume sind die Edelsteine unserer Gedanken - Bücher sind Juwelen für die Seele


    Buchbloggerin

    Autorin

  • Hallo ihr Lieben,


    erst töne ich so rum, dass ich den ersten Abschnitt am Freitag gelesen hatte und dann kriege ich es nicht gebacken, was dazu zu schreiben =O


    Gleich am Anfang erfahren wir, dass Dominique scheinbar durch Mister Right das Ewige gesegnet haben soll - aber ist das vielleicht gar nicht war? Vielleicht sind ja nicht nur die Unstände ihres Todes eine Legende, sondern der ganze Tod selbst? Andererseits ist Dominique doch sehr darauf bedacht, sich in Szene zu setzen, dass es schwer vorstellbar ist, dass sie für längere Zeit abgetaucht bleiben kann :D


    Ich muss ja gestehen, so amüsant wie das alles beschrieben ist und so raffiniert Dominique vorgeht und dabei Tote vermeidet - plus leichte Anwandlungen von Robin Hood - macht die Superschurkin bisher noch gar nicht so unsympathisch. Und ob Mister Right so der perfekte Gutmensch ist, muss sich auch erstmal herausstellen.


    Außerdem bin ich gespannt, um wen es sich bei dem Ich-Erzähler handelt.


    Den Tour de Montparnasse musste ich erst mal googeln ... Himmel, was für ein Monstrum =O Passt perfekt zu Dominique.


    Luc, der Liftboy - der arme Kerl ist so hoffnungslos in seine Chefin verliebt, obwohl er sie das erste Mal in diesem unsäglichen "Kostüm" gesehen hat :D:D So eine unpraktische Klamotte, aber bei dem, was die Modeschöpfer so alles auf den Laufsteg bringen, würde es mich nicht wundern, wenn es so ein Teil tatsächlich geben würde :D


    Der Raub der britischen Kronjuwelen in Verbindung mit der Entführung des Thronerben war echt clever und raffiniert von Dominique - mein Respekt. Herrlich auch, wie Ferrers kleinlaut nachfragt, ob sie auch bereit wäre, die Kronjuwelen in ihre ehemaligen Besitzer zurückzuverkaufen :D:D
    Und sie dann tatsächlich DAS staatstragende Stück für quasi einen Appel und Ei ihnen überlässt.


    Und dann noch Steuern zahlt - also, von Dominique könnte so mancher noch was lernen :thumbup::D

    Liebe Grüße

    Karin

  • Den Tour de Montparnasse musste ich erst mal googeln ... Himmel, was für ein Monstrum =O Passt perfekt zu Dominique.

    Ich musste auch googeln! Ich kannte den Turm gar nicht (wow, der ist echt gigantisch!), wusste gar nicht, dass es so etwas in Paris überhaupt gibt. Aber das kann man ja mal übersehen ...:D


    Hallo zusammen, hier bin ich nun auch und ich habe den ersten Abschnitt gestern mit Vergnügen gelesen! Die Figuren hatte ich toll vor Augen. Gerade gestern Abend war ich noch in einer Musicalaufführung von "The Addams Family" und die junge Frau dort, die Morticia gespielt hatte, hatte genau den unbeweglichen Blick und das unnahbare Gehabe drauf, das ich hier bei Dominique vor Augen hatte, als sie z. B. mit Luc im Fahrstuhl fuhr. Genial!


    Die Erzählform macht mir viel Spaß. Die Kommunikation mit mir als Leserin und auch das Geheimnis um den oder die Erzählerin. So etwas hatte ich bisher noch nicht gelesen und ich werde wohl dauernd neu rätseln, wer es wohl ist. Vielleicht gleich Irati? Immerhin hat sie offensichtlich viel Kontakt zu Dominique. Aber das ist sicherlich zu einfach, es ist ja bisher noch nicht so viel Personal vorhanden, also mal sehen. Sehr tolle Idee, finde ich jedenfalls.


    Oh je, er arme Luc. Der ist ja völlig von den Socken! Wenn Dominique ihm nicht bald mehr Aufmerksamkeit schenkt, dann wird er eingehen. =O



    Tobias, bist Du was Mode(marken) angeht wirklich so tief in der Materie drin oder war dafür erst einmal umfassende Recherche notwendig? ;)

    Haha, die täglich wechselnden Modemarken fand ich witzig. Ich war froh, wenn ich mal was davon vom Namen her kannte. :D Es wirkte aber klasse und beschrieb Dominiques Darstellung super. Als Filmszene sah ich es toll vor mir, immer mit einem "Bling" der Aufzugtür im Ohr.


    Ja und der Coup mit den Kronjuwelen war dann auch genial. Die Art und Weise, wie der Prinz (Williams Jüngster? ) in einer Nebelaktion entführt wurde, war wieder filmreif. Total überrascht hat mich dann aber, dass Dominique brav Steuern zahlte. OK, nur einmal - aber immerhin.


    Sie hatte also bis dahin alles clever durchdacht. Es passierte alles Schlag auf Schlag wie gewünscht. Da bin ich jetzt natürlich sehr gespannt, was folgt!

  • Den Tour de Montparnasse musste ich erst mal googeln ... Himmel, was für ein Monstrum =O Passt perfekt zu Dominique.

    Dieses Gebäude ist auch in der Pariser Bevölkerung äußerst umstritten. Weil es halt so auffällig ist, aber vom Aussehen her gar nicht zur restlichen Stadt passt.


    Als Filmszene sah ich es toll vor mir, immer mit einem "Bling" der Aufzugtür im Ohr.

    Was für eine brillante Idee: der Aufzug macht "Bling" statt "Ping"! Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen? :ohnmacht: Moment ... ich muss mir schnell eine logische Erklärung aus den Fingern saugen: ... ähhh ... sämtliche Aufzüge waren ja schon eingebaut, bevor Dominique den Turm bezog! Hätte sie ihren eigenen selbst einbauen lassen, würde der garantiert ein modisches "Bling" von sich geben... :err::redface:


    Total überrascht hat mich dann aber, dass Dominique brav Steuern zahlte. OK, nur einmal - aber immerhin.

    Das hält einem in den Folgejahren das Finanzamt vom Leib. Weil die ja nun wissen, dass man über mehrere hundert Millionen verfügt, und nicht mehr argwöhnisch werden, wenn man in den Folgejahren kaum etwas zu versteuern hat. Außerdem haben sie dadurch mitbekommen, dass man brav versteuert. :engel: Also ganz anders, als der ungeschickte Al Capone es gemacht hat, der dieses Thema völlig unterschätzt hat.


    :winken:: Tobias

    Erzähler von Mammuten und Schwertern

  • Als Filmszene sah ich es toll vor mir, immer mit einem "Bling" der Aufzugtür im Ohr.

    Eine Verfilmung könnte ich mir da sehr gut vorstellen!

    Aber dann ginge es Tobias vielleicht wie dem armen George R.R. Martin der vor lauter Verfilmung nicht mehr so recht zum Schreiben kommt. ;(

  • Aber dann ginge es Tobias vielleicht wie dem armen George R.R. Martin der vor lauter Verfilmung nicht mehr so recht zum Schreiben kommt. ;(

    Das Problem von Mister Martin würde sich aber bei "Evil Miss Universe" nicht ergeben können, weil es ja keine Serie ist, die noch gar nicht fertig geschrieben ist. "Evil Miss Universe" steht bereits komplett zur Verfügung.

    Also: Es spricht NICHTS gegen eine Verfilmung... :popcorn:


    Tobias

    Erzähler von Mammuten und Schwertern

  • Als Filmszene sah ich es toll vor mir, immer mit einem "Bling" der Aufzugtür im Ohr.

    Stimmt, ich hatte auch eher ein Bling als Ping im Ohr :D:D


    Was für eine brillante Idee: der Aufzug macht "Bling" statt "Ping"! Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen? :ohnmacht: Moment ... ich muss mir schnell eine logische Erklärung aus den Fingern saugen: ... ähhh ... sämtliche Aufzüge waren ja schon eingebaut, bevor Dominique den Turm bezog! Hätte sie ihren eigenen selbst einbauen lassen, würde der garantiert ein modisches "Bling" von sich geben... :err:

    Garantiert :D


    Also: Es spricht NICHTS gegen eine Verfilmung...

    Dann mal ran an die Kameras.

    Ich habe immer die alten Filme vor Augen, bei denen ausgekochte Meisterdiebe den absoluten Coup hinlegen und die oftmals auch eine Portion Humor hatten - die habe ich immer sehr gerne angeschaut.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Mein Buch ist heute zwar immer noch nicht angekommen (ich befürchte es hängt beim Zoll fest), aber dafür ist mein Kindle aus dem Koma erwacht und ich konnte mir endlich das Buch runterladen. Ich mag es ja gar nicht wenn ich als Letzte bei einer Leserunde einsteige.

    Bevor ich alle anderen Kommentare lese, möchte ich erst meinen ersten Eindruck hier aufschreiben.


    Zuerst einmal muss ich sagen wie gut mir der lockere Plauderton des Erzählers gefällt. Er ist ein guter Beobachter und ich könnte ihm ewig "zuhören". Besonders finde ich dass er nicht sagen will wer er ist, sogar selbst soll man darauf kommen. Ich tippe ja auf eine Frau, sonst hätte der Erzähler doch nie Dominiques Mode so genau beschreiben können. Na ja, über Autos weiß der Erzähler ja scheinbar auch Bescheid, also wer weiß schon wer hinter dieser Figur steckt. Vielleicht sogar Dominique selbst...


    Dann die Figuren. Ich kann mir nicht helfen, aber vor meinem inneren Auge tauchen bei den Beschreibungen nur Comic-Figuren auf. Luc sieht so aus wie Spirou, Dominique wie die Superschurkin aus diesem Minions-Film - sogar Carolin Kebekus' Stimme hat sie behalten - und die Generalin hat was von der Elle Driver aus Kill Bill (na gut, das ist keine Comic-Figur) wegen der Augenklappe.

    Besonders Dominique gefällt mir gut in ihrer Superschurkigkeit. Sie ist so elegant und schön wie die königlichste Königin, nur viel cooler. Schön auch, wie sie über ihre männlichen Kollegen herzieht.

    Bei Lucs Arbeitskleidung fiel kurz die Sprache auf ein Engelskostüm mit silbernen Pants. DAS hätte ich gerne gesehen.


    Der erste Coup ist ja schon ziemlich heftig. Das Baby der Windsors zu kidnappen und die Kronjuwelen stehlen. Und dann auch noch Steuern auf die Beute bezahlen. Kein Wunder dass die französische Steuerbehörde schön die Füße still hält.

    Dann will sie auch noch wohltätig sein und verschenkt eine Menge Geld. Das macht ihre Sache zwar nicht besser und es ist auch immer einfach mit dem Geld anderer Leute großzügig zu sein, aber sie hätte ja auch alles behalten können.


    Für den Moment ist es noch gar nicht möglich zu sehen in welche Richtung sich dieses Buch entwickelt, das finde ich aber gut. Unvorhersehbarkeit ist immer gut.

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

  • Den Tour de Montparnasse musste ich erst mal googeln ... Himmel, was für ein Monstrum =O Passt perfekt zu Dominique.

    Ich habe auch gegoogelt, aber ich habe mir die Klunker angesehen die Dominique geklaut hat. Mensch was für Oschis das sind, und hinter jedem dieser Steine steckt eine interessante Geschichte die ich später, wenn ich mehr Zeit habe, genau durchlesen werde.


    Die Kronjuwelen habe ich mal im Tower of London bewundern dürfen. Ich kann mich aber gar nicht mehr an so riesige Steine erinnern, was aber auch kein Wunder ist weil man nicht an den Vitrinen stehen bleiben kann. Man wird als Besucher auf so ein Laufband gestellt und um die Vitrinen herum gefahren und hat gar keine Zeit sich alles richtig anzusehen, da ist man schon dran vorbei gefahren. Aber wahrscheinlich waren das alles eh Kopien, wenn ich Dominique Glauben schenken kann.


    Als Filmszene sah ich es toll vor mir, immer mit einem "Bling" der Aufzugtür im Ohr.

    Was für eine brillante Idee: der Aufzug macht "Bling" statt "Ping"! Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen? :ohnmacht: Moment ... ich muss mir schnell eine logische Erklärung aus den Fingern saugen: ... ähhh ... sämtliche Aufzüge waren ja schon eingebaut, bevor Dominique den Turm bezog! Hätte sie ihren eigenen selbst einbauen lassen, würde der garantiert ein modisches "Bling" von sich geben... :err::redface:

    Französische Aufzugtüren machen "Ping", da bin ich mir ganz sicher. Wie soll das "Bling" auch klingen, mit französischem accent?

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

  • Schönen Abend!


    Ich reihe mich ganz spontan in die LR ein, wenn's recht ist. Das Buch war heute in meinem Briefkasten und ich kann nicht widerstehen.

    Da ich noch die andere LR mitmache, bin ich etwas langsamer unterwegs und erst auf Seite 24 (daher lese ich die obigen Beiträge lieber noch nicht).

    Gerade habe ich aber schon gejauchzt! Ehrlich, das schafft nur Tobias 8). Der Grund für den spontanen Begeisterungsausbruch war die Nennung von Dominiques Parfüm. Narciso Rodriguez! L'Absolu! Himmel, Donner und Blumenduft, wie geil ist das denn? Ich dachte ehrlich, den Duft kennt keiner und jetzt springt er mir von einer Buchseite entgegen. Ich muss jetzt nicht mehr wissen, wie hinreißend die Superschurkin aussieht, ich weiß jetzt, wie sie duftet, das ist besser :P.


    Im Übrigen bin ich begeistert vom Erzähstil. Und sehr neugierig auf die Kronjuwelen!


    ***

    Aeria

  • Bin gestern mit Abschnitt 1 fertig geworden.

    Cineastisch ist das ganze Szenario bislang auf jeden Fall, was man bei der Geschichte um eine Superschurkin vermutlich auch schon erwartet konnte.


    Sehr interessant finde ich den Erzähler der Geschichte. Er ist eine der handelnden Figuren, aber will es zunächst nicht verraten. Für mich ist das das erste Mal, dass ich auf diese ungewöhnliche Erzählweise stoße! Man ist praktisch von Anfang an zum Rätseln eingeladen, wer wohl hinter dem Text stecken könnte, sucht nach Hinweisen und prüft die auftauchenden Charaktere kritischer. Bei Luc hatte ich schon meinen ersten Verdächtigen, nachdem dessen Wichtigkeit so sehr hervorgehoben wurde, aber das wurde dann schnell entkräftet. Wahrscheinlich ist der Erzähler dann doch nicht so sehr von sich eingenommen, wie ich es ihm unterstellen wollte.

    Im Grunde habe ich bislang nur als Hinweis gefunden, dass er Dominiques Gegenspieler Mr. Right (den ich schon gespannt bin kennenzulernen) nicht wirklich ausstehen kann. Ich erinnere mich da an eine recht beleidigende Formulierung.


    Insgesamt bin ich wieder sehr begeistert von den Beschreibungen und deinem Schreibstil, Tobias. Woran ich mich nun noch spontan erinnere sind die Umschreibungen zu der Transgenderperson mit "sier" und "sihn". Das Umfeld von Dominique ist zwar bislang noch eher im Hintergrund gewesen, aber ich gehe davon aus, dass das alles noch aufgedeckt werden wird.

    So wirklich kennengelernt haben wir bislang hauptsächlich Luc, mit dem ich eigentlich von Beginn an mitfiebern konnte. Wie wir, erlebt er Dominique und alles, was um sie herum geschieht erstmal als Beobachter, ohne wirklich die Hintergründe zu erkennen. Ich bin gespannt, ob und wie es ihm gelingen wird irgendwann mehr als nur der Liftboy zu sein, denn ich kann mir gut vorstellen, dass er irgendwann mehr als nur die Person sein möchte, die den ganzen Tag dort herumsteht und zwei Knöpfe drückt. Vielleicht aber auch nicht! Wir werden sehen.



    Gleich am Anfang erfahren wir, dass Dominique scheinbar durch Mister Right das Ewige gesegnet haben soll - aber ist das vielleicht gar nicht war? Vielleicht sind ja nicht nur die Unstände ihres Todes eine Legende, sondern der ganze Tod selbst? Andererseits ist Dominique doch sehr darauf bedacht, sich in Szene zu setzen, dass es schwer vorstellbar ist, dass sie für längere Zeit abgetaucht bleiben kann :D


    Den Tour de Montparnasse musste ich erst mal googeln ... Himmel, was für ein Monstrum =O Passt perfekt zu Dominique.


    Oder sie hat irgendwann eingesehen, dass sie nicht ewig so weitermachen kann? Außerdem kann natürlich gerade ein solch explosives Ende sie vielleicht zu einer Legende werden lassen...je nachdem, ob das ihr Ziel ist. Bislang sind mir ihre Beweggründe für das, was sie tut noch sehr schleierhaft.


    Der Tour den Montparnasse hat mir tatsächlich vorher auch gar nichts gesagt. Interessant, wenn man ihn dann auf Bildern in seiner gigantischen Größe aufragen sagt. Auf jeden Fall passend für Dominique. Genauso wie der Gyrocopter / Tragschrauber. Ich konnte die verschiedenen Modestile und Parfums nicht wirklich richtig zuordnen, aber dass sie einen Sinn für Extravaganz hat, ist dann doch bei mir angekommen!



    Tobias, bist Du was Mode(marken) angeht wirklich so tief in der Materie drin oder war dafür erst einmal umfassende Recherche notwendig? ;)

    Knallharte Kriegsreporter-Recherche. Anhand von Modemagazinen. (von 2018, wie ich zugeben muss, es dauert ja, bis so ein Buch fertig wird und endlich erscheinen kann...)


    Was mich dazu mal interessieren würde: Wie viel Zeit nimmt so etwas für dich in Anspruch? Und fährst du für so ein Projekt beispielsweise auch selbst nach Paris, um ein besseres Gefühl für die Kulisse zu bekommen?

  • Herzlich Willkommen, Aeria!:blume:


    Aber wahrscheinlich waren das alles eh Kopien, wenn ich Dominique Glauben schenken kann.

    Yep, das im Tower ist ein Kopiensatz. Wegen eines IRA-Anschlages, wie im Buch erwähnt.


    Was mich dazu mal interessieren würde: Wie viel Zeit nimmt so etwas für dich in Anspruch? Und fährst du für so ein Projekt beispielsweise auch selbst nach Paris, um ein besseres Gefühl für die Kulisse zu bekommen?

    Während der Arbeit an einem Buch recherchiere ich sozusagen Tag & Nacht unaufhörlich, also wirklich alles, was ich wahrnehme, kann in den Text mit einfließen.

    Ich war schon in Paris und auch in London und habe dadurch eine gewisse Grundvertrautheit, meine Aufenthalte dort sind aber schon Jahrzehnte her. Mein Problem dabei ist: Wenn ich jetzt eigens frisch nach Paris gereist wäre, hätte das zwar für ein paar zusätzliche Lokalkoloritsätze gesorgt, aber die hätten dann eher Tempo aus der Handlung genommen. Man merkt dann immer: "Ah, der Autor war vor Ort, und muss jetzt deswegen diese Straße und ihren Namen und dieses kleine Bistro mit dem trägen alten weißen Hundchen im Körbchen neben der Tür und den abgewetzten Tischdecken ganz genau beschreiben." Ich habe das mit der "Rue de Rennes" (S. 9) ein bisschen persifliert, die ich mir nur über Google Earth aktuell angeschaut habe, dabei aber so tue, als flanierte ich sie im Sonnenlicht entlang. Ich finde, manchmal verunklaren zu viele Details das Gesamtbild. Nur wenn ich einen Roman über einen vollkommen realistischen Alltag in Paris schreiben würde (Zola-Style...), müsste ich sicherlich dort wohnen und Paris schmecken, mindestens ein paar Wochen lang. Für einen Gyrokopter-Roman wie "Evil Miss Universe" genügen jedoch die Bilder, die wir alle von Paris im Kopf haben, plus ein paar recherchierte, interessante Details.


    :hund:: Tobias

    Erzähler von Mammuten und Schwertern

  • Hallo,

    da bin ich auch endlich ;-) Den ersten Abschnitt hatte ich schon am Freitag gelesen, dann kamen mir aber die Urlaubsvorbereitungen, Flug und gestern auch noch mein Geburtstag in die Quere ;)

    Nun aber! Tobias O. Meißner - ich liebe deine geschriebene Sprache sehr. Deine Art zu erzählen, die Einflüsse aktueller Themen auf deine Texte und ich bin ziemlich sicher, dass du mal wieder jeden einzelnen Satz intensiv durchdacht hast. Ich mag es sehr, wenn mich die Autor*in als Lesende ernst nimmt. Genug Honig um den Bart(?) geschmiert.


    Abschnitt 1:

    Dominique war schon vom ersten Eindruck des Covers für mich eine Unsympathin. Ging nicht allen so, wie ich hier gerade beim Nachlesen eurer Kommentare gesehen habe. Sie wirkt überheblich, das "sexy" Auftreten auf "ihrem" Buch war mir suspekt. Auch wenn das Cover super zum Inhalt passt, hätte es mich beim Stöbern im Buchladen leider eher abgeschreckt. Aber zum Glück steht ja "Tobias" drauf und so weiß ich, dass mir das Cover absolut egal sein sollte :*

    Auch Dominiques Vorliebe für optische Oberflächlichkeiten, wie extravagantes Auftreten in Designerkleidung war jetzt nicht gerade ein Pluspunkt für sie, um bei mir Sympathie zu gewinnen.

    A B E R: Mein "Verhältnis" zu Dominique wandelte sich mit zunehmender Seitenzahl. Ich mochte ihren kreativen Umgang mit ihrem Kleidungsstil und ihrem Auftreten. Ihr Kronjuwelen-Plan hatte meine volle Unterstützung ;) Und ich glaube ... *räusper* ich hätte an ihrer Stelle vermutlich keine Steuern abgetreten. Da ist sie mir doch um einiges voraus ^^


    Luc ist ein toller Charakter, ich bin gespannt, ob er noch eine größere Rolle spielen wird in seiner Verliebtheit. Auch frage ich mich, ob Dominique nicht ganz menschlich ist oder vielleicht magische Kräfte hat, sodass sie diese EXTREME Ausstrahlung auf Menschen hat. Wir werden sehen. :/

  • Ich bin jetzt endlich auch dabei.


    Es liest sich wie ein Comic und ich bin eigentlich keine comic-Leserin und bekenne auch, dass ich mit Superhelden im Allgemeinen nicht viel anfangen kann, ich kenne sie eigentlich nur wegen der Kinder und Enkel. (Es gibt Ausnahmen)


    Am Anfang hatte ich deshalb leichte Probleme. Der Erzählstil gefällt mir, aber mit der Geschichte konnte ich erst mal wenig anfangen. Da ich ein absoluter Modegegner bin, und es überhaupt nicht mag, wenn in Romanen die Marken der Dinge aufgezählt werden (ich habe dann immer das Gefühl, dass dies der Ersatz für die Werbung in den Heftromanen ist). Und mein dritter Mangel als Leserin dieser Geschichte ist, dass ich dachte, es sei SF. Schließlich und endlich war ich so enttäuscht von Paris, dass ich niemandem mehr die romantische Stadt abnehme.


    Nun, was ich aber mag sind die Luis de Funès Filme (Fantomas) oder solche wie "Der CLou" und da packt mich die Geschichte. Eine kluge Verbrecherin finde ich immer spannend. Die Marken-Nennung und die absoluten Übertreibungen sind ja wohl eher satirisch gemeint, oder? Der Liftboy, naja, so verliebt in Äußerlichkeiten, aber er ist natürlich darauf beschränkt, ein guter Beobachter und damit sicher eine sehr gute Informationsquelle.

    Ich hoffe auf noch mehr ausgeklügelte Pläne, obwohl ich denke es ist schwer diesen ersten Streich zu toppen.

    Mir gefällt auch, dass sie Steuern zahlt, für dieses erste Mal. sicher ist das ihr genialster Plan. Und natürlich gefällt mir, dass sie in vieler Hinsicht auch an andere denkt. Also rundum eine sympathische Verbrecherin. So kann es weiter gehen.


    Sicher ist es einfach eine Filmvorlage. Ich mußte da beim Lesen immer dran denken, es ist so bunt, schon durch die Kleidung und ich kann mir denken, dass der Humor verfilmt noch besser rauskommen würde. Intelligente Komödien gibt es viel zu wenig.

  • Es liest sich wie ein Comic und ich bin eigentlich keine comic-Leserin und bekenne auch, dass ich mit Superhelden im Allgemeinen nicht viel anfangen kann, ich kenne sie eigentlich nur wegen der Kinder und Enkel. (Es gibt Ausnahmen)

    Ich finde interessant, dass schon einige geschrieben haben, es würde sich wie ein Comic lesen. Ich lese übrigens sehr viele Comics, habe aber gar nicht diese Assoziation. Ok - die Begriffe Superhelden, Superschurkin usw. erinnern an Superheld*innencomics, aber deshalb liest es sich für mich noch nicht wie ein Comic. Spannend, wie unterschiedlich wir es wahrnehmen, das liebe ich an dem gemeinsamen Lesen so!


    Zugegeben, ich lese zwar sehr viele Comics, aber nur sehr sehr selten Superheld*innen. ;-)

  • Für viele Leute ist "zurück zu Lück" eine im Deutschen bekannte Formulierung

    Ich kenne das auch (ebenfalls nur aus dritter Hand) aber daran hätte ich nie gedacht. Ich glaube ich bin zu alt für so was.

    Bei Lucs Arbeitskleidung fiel kurz die Sprache auf ein Engelskostüm mit silbernen Pants. DAS hätte ich gerne gesehen.

    Man war ich froh, als das abgelehnt wurde. Ich glaube so eine Geschmacksverirrung wäre mir unerträglich gewesen und hätte wirklich zu großem Mitleid mit Luc geführt.

    Man ist praktisch von Anfang an zum Rätseln eingeladen, wer wohl hinter dem Text stecken könnte, sucht nach Hinweisen und prüft die auftauchenden Charaktere kritischer.

    Ja, Tobias hat das auch im Auge und stellt dann gleich klar, dass der Erzähler nicht der Liftboy sein kann, da konnte ich schon mal einen Haken hinter meine Vermutung machen.

    Man merkt dann immer: "Ah, der Autor war vor Ort, und muss jetzt deswegen diese Straße und ihren Namen und dieses kleine Bistro mit dem trägen alten weißen Hundchen im Körbchen neben der Tür und den abgewetzten Tischdecken ganz genau beschreiben." Ich

    Ja, genau. Es gibt Autoren, die dann noch den Architekten dazu benennen und das in einem Krimi, in dem mich das absolut überhaupt nicht interessiert und es auch keinerlei Bedeutung für die Handlung hat.