Nicole Vosseler - Die Eisbaronin: Bis ans Ende der Welt

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    Russland 1822. Katya kann im Eis lesen. Farbe und Klang verraten ihr, wie es beschaffen ist – eine besondere Gabe, die sie mit ihrem Bruder Grischa verbindet. Beide haben große Träume und lassen schließlich die Armut ihres Heimatdorfes hinter sich. Ihre Reise führt sie über die Nordmeere bis nach Hamburg. Zusammen mit den ehrgeizigen Kaufmannsbrüdern Thilo und Christian gründen sie ein Handelsunternehmen. Der kühne Plan: das Eis des Nordens bis in die Tropen zu verschiffen. Doch der Weg zum Erfolg ist mit Stolpersteinen gepflastert, und auch die Gefühle zwischen Katya und dem verheirateten Christian drohen die jungen Eisbarone zu Fall zu bringen …


    Zur Autorin:

    Am Rand des Schwarzwalds geboren und aufgewachsen, finanzierte sich Nicole C. Vosseler ihr Studium der Literaturwissenschaften und der Psychologie mit einer Reihe von Nebenjobs. Bereits früh für ihre Kurzprosa, für Essays und Lyrik ausgezeichnet, wandte sie sich später dem Schreiben von Romanen zu. Ihr Debüt "Südwinde" wurde hochgelobt; 2007 wurde ihr der Förderpreis der Stadt Konstanz für junge Künstler in der Sparte Literatur verliehen. "Der Himmel über Darjeeling" und "Unter dem Safranmond" standen jeweils mehrere Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

    Ihre Bücher wurden bisher in neun Sprachen übersetzt.

    Nicole C. Vosseler lebt in Konstanz, in einem Stadtteil, der ganz offiziell "Paradies" heißt. Wenn sie nicht in ihrem Schreibstudio am Seerhein an einem ihrer Romane arbeitet, reist sie mit der Kamera um die Welt, wo sie sich als selbsternannte Food-Ethnologin betätigt, trotz ihrer Höhenangst auch mal einen Vulkan besteigt und auch sonst das Abenteuer sucht.


    Meine Meinung:


    Grischa ist noch ein Teenager, als er von zuhause fortläuft, um draußen in der Welt Abenteuer, Glück und ein besseres Leben zu suchen, als es ihm als Leibeigener im ländlichen Russland vergönnt wäre. Seine kleine Schwester Katya folgt ihm heimlich und schließlich landen die beiden mittellos und hungrig bei der norwegischen Witwe Silja , die die beiden bei sich aufnimmt. Grischa arbeitet fortan über die Sommermonate auf verschiedenen Schiffen, während die Schwester in dem kleinen Gasthof von Silja mithilft. Beide sparen eisern für die Zukunft und Stück für Stück entwickeln sie eine Geschäftsidee, die neuartig und wagemutig scheint und für die sie weitere Partner brauchen, um sie in die Tat umzusetzen. In Hamburg werden sie bei einem Brüderpaar fündig. Thilo und Christian, die einen Gemischtwarenladen führen, sind Feuer und Flamme für den ungewöhnlichen Plan hoch im Norden Eis auf ein Schiff zu laden und es dann in südlicheren Gefilden für gutes Geld zu verkaufen. Sie sind nicht die ersten aber noch ist Eis ein kostbares Gut und außerdem haben sie Katya an ihrer Seite, die über die fast magische Gabe verfügt, dass sie das Eis singen hören und seine Beschaffenheit erspüren kann. Denn unter den vielen verschiedenen Sorten Eis gibt es nur eine, die kompakt und gut genug ist, um einen monatelangen Transport ohne allzu große Verluste zu überstehen.


    Der Eishandel ist die Rahmenhandlung, die auf wahren Gegebenheiten beruht und ebenso faszinierend wie einzigartig ist. Noch mehr geht es aber um die Menschen in dieser Geschichte. Um Grischa, den charismatischen Freigeist, der das Leben und die Menschen liebt und Frauen und Männer gleichermaßen in seinen Bann zieht. Um Katya, die vom schüchternen Mädchen schnell zu einer mutigen und schönen Frau heranwächst. Um Christian, der sich in das Mädchen verliebt und dessen Bruder Thilo, der es lange nicht wagt zuzugeben, dass er Männer begehrt und Grischa ihm gefällt wie kein anderer. Und um Henny, die in dieser Konstellation eine ganz eigene Rolle zugedacht ist.


    Es geht also um einige junge Menschen, die ihr Leben in die eigene Hand nehmen und dabei merken, dass nicht alles immer einfach und reibungslos geht und dass man um den Erfolg ebenso wie um sein Glück kämpfen muss. Die mehr als einmal einen falschen Weg einschlagen aber auch an ihren Rückschlägen wachsen. Die sich nach der großen Liebe sehnen und in Freundschaft und Respekt verbunden sind. Da es sich um den ersten Teil handelt, ist das Finale des Buches voller Fragen und offener Enden.


    Besonders schön fand ich die warmherzige Sprache von Nicole Vosseler, mit der sie die Gefühle ihrer Protagonisten beschreibt, die Liebe und die Sehnsucht, aber auch die Natur und die verschiedenen Aggregatszustände von Eis und Schnee, die ich selten zauberhafter und glitzernder erzählt bekommen habe. So dass mich, als eingefleischten Sommermensch, der Wunsch nach der Kälte des Winter gepackt hatte.


    Ein wunderschöner Roman, nach dem ich ungeduldig auf die Fortsetzung warte, die für nächstes Jahr – passender Weise wieder im Sommer – angekündigt ist.


    5ratten

    :lesen:





    Einmal editiert, zuletzt von gagamaus ()

  • Katya und Grischa fliehen als Kinder aus ihren Armut aus Russland und landen in Norwegen. Dort lernt Grischa das Segeln und Katya alles über das Eis. Ihr Gespür für das Wetter und das Eis helfen den Beiden dabei. Doch sie lernen schnell, dass sich damit mehr bewerkstelligen wird und als sie schließlich auf die Hamburger Christian und Thilo treffen, nimmt ihre Idee immer größere Formen an...


    Nicole C. Vosseler lässt sich Zeit alle Charaktere vorzustellen. Und diese Zeit lohnt sich. Mag am Anfang Katya blass erscheinen, erstrahlt sie später umso glanzvoller. Das Gleiche gilt auch für Thilo. Durch diese Zeit schafft die Autorin es, die Charaktere klar zu zeichnen. Ich hatte ein gutes Bild von allen vor Augen und auch wenn mich ihr Handeln hin und wieder genervt hat, empfand ich es nie als unpassend. Und ich muss sagen: Hut ab! Es gibt viele überkochende Emotionen und das hätten auch schnell zu viel oder zu gewollt herüber kommen können, aber das war hier gar nicht der Fall. Als ich davon las, kam es mir immer so natürlich vor, als ob genau das passieren musste und nichts anderes. Das hat viel damit zu tun, dass die Gefühle der Personen immer mitschwangen. Man spürte oftmals schon die Veränderung, bevor sie überhaupt ausgesprochen wurde.


    Der Schreibstil der Autorin ist sehr poetisch und bildlich. Gerade am Anfang des Romans hatte ich das Gefühl in ein Eismärchen hineingestolpert zu sein. Das gibt sich mit der Zeit, aber dieser bildliche Stil bleibt. Mir hat er gut gefallen, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass er auch zu viel sein kann. Wer also lieber nüchterne Sprache mag, wird wahrscheinlich nicht zufrieden. Wer bildliche Sprache bevorzugt, kommt hier voll auf seine Kosten. Passend auch zum Titel "Die Eisbaronin" werden viele Bilder in Eis beschrieben - immer passend und liebevoll ausgewählt. Dann kann man auch voll in den Roman versinken und die Seiten fliegen nur so dahin.


    Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die Fortsetzung, weil ich neugierig bin, wie sich alles auflösen wird. Auch wenn man den Roman auch gut als Einteiler lesen kann. Es gibt keine ganz furchtbaren Cliffhanger am Ende!

  • Grischa hält es bei seinem Vater und seinen Brüdern in Russland einfach nicht mehr länger aus. Eines Nachts flieht er und bemerkt dabei nicht, dass seine kleine Schwester Katya ihm heimlich folgt.

    Denn Katya kann nicht ohne Grischa sein und wenn Grischa ehrlich mir sich selbst ist, kann auch er nicht ohne Katya sein. Also machen sich die Beiden auf, träumen von einem besseren Leben und versuchen ihr Möglichstes, damit es nicht nur bei einem Traum bleibt.


    Wie schon der Klappentext verrät, beginnt die Geschichte im eiskalten Russland. Katya ist zu Beginn der Erzählung zwar erst neun Jahre alt, aber man merkt gleich dass sie etwas ganz besonderes ist. Sie ist fasziniert von Eis und Kälte und behauptet sogar, das Eis "singen" zu hören. Sie braucht es nur anzusehen, schon weiß sie wie es beschaffen ist.

    Wenn es um die Figuren geht, merkt man dass dies der erste Teil einer Reihe ist. Die Autorin nimmt sich nämlich Zeit ihren Figuren Leben einzuhauchen. Nach und nach entdeckt man immerzu neue Facetten in den Charakteren.


    Natürlich spielt das Eis in diesem Buch eine große Rolle. Wenn die Autorin es beschreibt, bekommt die Geschichte eine gehörige Portion Poesie verpasst. Man glaubt gar nicht wie unterschiedlich Eis sein kann. Katyas liebste Welt ist die aus Eis, dann wird alles um sie herum magisch, ob das Eis geheimnisvoll glitzert oder es gefährlich knirscht und kracht. Es macht Spaß darüber zu lesen und wird dabei selbst ganz verzaubert.


    Ihr Bruder Grischa bringt Abwechslung in die Geschichte. Er ist fest entschlossen das Beste aus seinem Leben zu machen und um Geld zu verdienen gerät er in so manches Abenteuer.

    In Liebesdingen aber will er sich nicht festlegen.

    Das ist vielleicht der einzige Punkt der mich gestört hat: In Sachen Liebe geht es bei allen Protagonisten ziemlich Auf und Ab. Überhaupt nimmt dieser Aspekt der Geschichte sehr großen Raum ein.

    Dabei würde ich viel lieber noch mehr über die Orte lesen die Katya und Grischa im Laufe des Romans entdecken.

    Das ist sowieso das Tollste an dem Buch. Nie ist man zu lange an einem Ort, immer gibt es Neues zu entdecken. Ob es jetzt das geschäftige Durcheinander am Hafen ist, die Gerüche und Farben auf indischen Märkten oder die frostige Eislandschaft Norwegens. Katya und Grischa kommen schwer rum.


    Das Buch endet so, dass man ungeduldig auf den zweiten Band wird. Leider dauert es noch etwas bis es weitergeht, aber ich freue mich schon darauf.


    4ratten

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

  • Die Geschwister Grischa und Katya wachsen in Russland auf, als jüngere Kinder eines verwitweten leibeigenen Bauern, dessen Familie bereits seit Generationen für die Grundherren arbeitet. Für Grischa und Katya ist das Leben unter diesen Bedingungen wenig romantisch, sondern harte Arbeit, es bedeutet vor allem Unfreiheit und Bevormundung. Es gibt keinerlei Lohn und Anerkennung , auch nicht vom Vater und den älteren Brüdern. Das ist eine mehr als deprimierende Situation und Grischa erkennt, dass er dieser engen und bedrückenden Welt entfliehen muss, alles andere ist für den erst 13-Jährigen undenkbar.. Andererseits will er seine kleine Schwester Katya beschützen, die wie eine Dienstmagd arbeiten muss und von ihrer Familie respektlos erniedrigt und ausgenutzt wird. Er fühlt sich für sie verantwortlich und weiß nur zu genau, wie ihr weiteres Leben verlaufen wird, vor allem, wenn er nicht mehr im Haus ist. Katya flieht auf ihre Weise, sie ist phantasievoll und hat ein Gespür für die Vorgänge in der Natur und dem Wesen der Tiere. Sie fühlt das Eis wie ein lebendiges Wesen, sie kann seine Stimme hören - es ist ein instinktives Fühlen, das sich hinter den Worten verbirgt, zu gewaltig und doch zart, eine Ahnung, ein Teil ihres Wesens, ein verborgenes Wissen.

    Aus diesem inneren Impuls heraus folgt sie Grischa, als er sich eines Nachts auf den Weg macht. Die beiden streifen auf ihrer Flucht nach und nach alte Hüllen und Verhaltensmuster ab, etwas Neues, Unbekanntes beginnt, eine vage Ahnung von Freiheit und Abenteuer.


    Ihr gemeinsamer Weg in eine neue Zukunft beginnt auch sehr abenteuerlich, bis sie in Norwegen ein Zuhause auf Zeit finden. Für beide ist es eine Phase des Umbruchs und eine Neuorientierung, als sie bei der verwitweten Isländerin Silja Arbeit und Geborgenheit bekommen.

    Bereits in den Jahren, die sie dort verbringen, spürt Katya immer stärker eine Sehnsucht in sich nach etwas Unbekanntem, einem eigenen Leben, das ihrem Wesen entspricht. Als Silja ihr das Lesen beibringt, öffnet sich für sie das Tor zu einer neuen Welt, in der plötzlich alles möglich erscheint.

    Durch seine Arbeit als Seemann kommt Grischa irgendwann nach Hamburg und lernt die Brüder Thilo und Christian kennen und diese Begegnung wird sich im weiteren Verlauf der Handlung für alle Beteiligten als schicksalhaft erweisen. Sie werden sich gegenseitig inspirieren und unterstützen, allerdings auch enttäuschen und verletzen in dem aufregenden Spannungsfeld von

    jugendlicher Neugier auf das Leben, auf neue Wege und Wagnisse und dem unbewußten Konflikt zwischen Vernunft und Abenteuerlust. Diese scheinbaren Widersprüche bestimmen ihr weiteres Handeln und ihre Entscheidungen, ihre Erfolge und Niederlagen, sowohl im geschäftlichen als auch privaten Bereich.

    Dieser Roman ist eine faszinierende Reise durch unterschiedliche Landschaften und Klimazonen, durch Gefahren, Verlockungen und überwältigendem Zauber. Die Magie und die vielen Farben und Formen von Eis habe ich noch nie so facettenreich und auf sprachlich höchstem Niveau erzählt bekommen wie in dieser Geschichte von Katya, Grischa, Christian und Thilo. Vor allem, weil sich das Motiv Eis immer wieder verändert und um die Schicksale der Personen mäandert wie eine Verlockung, die mal verführerisch, aber genauso tröstend und gefährlich sein kann. So wie Katya bereits als Kind diesen Ruf, die Stimme des Eises wahrnimmt und ihr weiteres Leben wie einen kostbaren Schatz in sich trägt, bis sie vielleicht irgendwann eine Antwort gefunden hat, die sich richtig anfühlt. Sie hat sich nie von ihren Träumen und ihrem inneren Wissen abbringen lassen, der Zauber des Eises war immer stärker in ihr und hat ihr Mut gegeben.

    Ihre Geschichte wird weitergehen und ich freue mich darauf.


    5ratten:tipp:

  • Es ist kein einfaches Leben, das Katya und Grischa in Russland haben. Grischa ist noch nicht abgestumpft und hat Träume. Als er eines Nachts flieht, heftet sich Katya an seine Fersen. Ihre Flucht bringt sie zunächst nach St. Petersburg, dann nach Norwegen und schließlich nach Hamburg. Katya kann das Eis lesen und das bringt sie auf eine besondere Geschäftsidee, die Grischa aufgreift. Er überzeugt die Kaufmannssöhne Thilo und Christian von der Idee. Sie wollen das Eis des Nordens dorthin bringen, wo es warm ist. Doch ohne Kapital ist das nicht einfach. Ob es ihnen gelingen wird?

    Das Buch ist wundervoll zu lesen. Ich bin eher ein „Frostbeule“ und kann dem Eis nicht so viel abgewinnen, aber Nicole C. Vosseler konnte darüber noch viel Informatives vermitteln.

    Die Charaktere sind interessant und lebendig und ich konnte sie sehr gut kennenlernen. Grischa hat Träume und will die Welt kennenlernen. Er ist ein Abenteurer mit einem einnehmenden Wesen und ist überzeugend, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat. Er liebt die Freiheit, auch in Sachen Liebe. Seine kleine Schwester ist ihm aber immer das Wichtigste. Katya ist noch ein Kind, als sie aus Russland fliehen und sie muss einiges ertragen. Aber sie ist eine starke Person, die sich in Norwegen zu einer selbstbewussten jungen Frau entwickelt. Die Brüder Thilo und Christian könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Christian gerne herumschäkert, ist Thilo eher ernst und verantwortungsbewusst. Er hält sich lieber an Zahlen. Die vier jungen Leute wollen es wissen und das Eis in warme Gefilde bringen. Doch es muss ein besonderes Eis sein, das nur Katya erkennen kann. Aber so einfach ist es nicht, ein Geschäft aufzubauen. Auch bringt die Liebe doch einige Unruhe in die Freundschaft und Christian trifft eine Entscheidung, die er bald bereut. Aber als es drauf ankommt, sind sie sich einig und wagen etwas. Mir sind die vier wirklich ans Herz gewachsen, auch wenn man manchmal mit ihren Handlungen nicht so einverstanden ist. Ganz besonders aber mochte ich Katya, aber auch Silja und Henny sind interessante Persönlichkeiten.

    Das Ende sorgt dafür, dass man mit Ungeduld auf die Fortsetzung wartet.

    Es ist eine wunderschöne Geschichte voller Gefühle.


    5ratten

  • Ein Wintermärchen


    Katya und Grischa, zwei Kinder, die irgendwo in Russland zu Hause sind. Katya liebt das Eis, sie kann es lesen und hört sein Lied. Grischa träumt von einer Zukunft in Freiheit und Reichtum. Schließlich beschließt der Bruder, ihr Zuhause zu verlassen. Katya folgt ihm. Gemeinsam machen sie sich auf eine lange Reise, die sie zunächst an die Ostsee führt. Später dann geht es weiter bis nach Hamburg. Fast hat man das Gefühl, sie können nirgendwo Wurzeln schlagen. Erst in Hamburg scheint sich ihr Traum zu verwirklichen. Hier lernen sie die Brüder Thilo und Christian kennen. Gemeinsam entwickeln sie einen aufregenden Plan. Sie wollen das Eis aus dem hohen Norden herausholen und damit einen Handel aufbauen. Allerdings wird es schwieriger als gedacht. Nicht nur der Plan hat so seine Tücken auch die menschlichen Beziehungen untereinander sorgen für so manche Turbulenz.


    Bei dem vorliegenden Roman „Die Eisbaronin. Bis ans Ende der Welt“ handelt es sich um den Auftakt einer Trilogie. So ist es jedenfalls geplant. Eigentlich möchte ich damit nur zum Ausdruck bringen, fangt erst an zu lesen, wenn ihr bereit seid, auch weiter die Reise mitzumachen. Was sicher der Fall sein dürfte, denn einmal begonnen, mag man hier nicht mehr aufhören zu lesen. Zu Beginn erzählt die Handlung nur von Grischa und seiner kleinen Schwester. Ihr Leben ist hart und ihr Kampf ums Überleben schwer. Aber man ist auch von der ersten Seite an mit dabei. Wünscht ihnen alles Glück dieser Welt.


    Dann beginnt der zweite Teil in Hamburg und hier kommen Thilo und Christian dazu. Auch diesen beiden Protagonisten kann man sich nur schwer entziehen. Obwohl ihr handeln nicht immer so ist, wie man es sich vielleicht wünscht. Mir hat aber gerade gut gefallen, dass die Handlung eben nicht so vorhersehbar war. Die Protagonisten haben ein Eigenleben entwickelt, welches einem vielleicht nicht immer gefällt, die Geschichte aber bunt und unterhaltsam macht.


    Hinzu kommt der Erzählstil von Nicole C. Vosseler. Sie hat eine Art, ihre Geschichte zu erzählen, dass man sich wie im Märchen fühlt. Als sie die Szenen vom Schnee und Eis in Norwegen beschrieb, hatte ich unweigerlich weiße, kalte Bilder im Kopf. So detailreich waren ihre Beschreibungen. Fast konnte auch ich das Eis singen hören.


    Hinzu kommt, dass der historische Hintergrund spürbar gut recherchiert war. Die Autorin hat gerade in Hamburg einiges an spanendem Hintergrundwissen aus dem 19. Jahrhundert einfließen lassen. Die Zeit nach der Besetzung Napoleons gut erzählt. Ich habe ein wenig dazu gelernt. Auch die Geschichte des Eises war interessant zu lesen. Ich hätte stundenlang so weiterlesen können. Leider war das Buch viel zu schnell vorbei. Am Ende gibt es zwar keinen fiesen Cliffhanger, der einen ratlos zurücklässt. Die Geschichte hat ihr Ende gefunden, aber irgendwie eben auch wieder nicht. Jetzt bleibt nur die Freude auf Band 2, der hoffentlich nicht so lang auf sich warten lässt.


    5ratten:tipp:

  • Valentine

    Hat den Titel des Themas von „Nicole Vosseler - Die Eisbaronin: Bis ans Ende der Welt (Eisbaronin-Saga 1)“ zu „Nicole Vosseler - Die Eisbaronin: Bis ans Ende der Welt“ geändert.
  • Nicole C. Vosseler - Die Eisbaronin

    Russland, 1822

    Als Katya auf die Welt kommt, lebt ihre Mutter nicht lange genug, um ihr in die eisblauen Augen zu blicken. Nur dem Einfallsreichtum eines liebenden Großvaters und einer Ziege hat sie ihr Weiterleben zu verdanken. Ihre Kindheit verbringt sie mit der Umsorgung ihres Vaters und den vier Brüdern. Nur ihr Bruder Grischa gibt ihr nicht die Schuld am Tod der Mutter. Die beiden Geschwister haben eine geheime Gabe. Katya kann das Eis in all seiner Physis "lesen", Grischa hat eine starke Wetterempathie. Hat das Land der arktischen Winter dies herausgefordert?

    Grischa liebt dieses raue Land, doch es ist auch sein Gefängnis.

    In einer Zeit der Gutsherren, die ihre Pächter in lebenslanger Feldarbeit an sich binden wie Sklaven, verhungert ein neugieriger Geist. Grischa ist 16 und möchte die Welt kennenlernen, was jenseits des Horizonts ist. Da er nicht wie seine Brüder mit grobschlächtiger Lebenzufriedenheit gesegnet ist, bleibt nur die Flucht. Er will sein Leben nicht in Stumpfsinnigkeit vergeuden, sein Traum ist St. Peterburg.

    Eines Nachts flieht er - doch ein kleiner Schatten folgt ihm..


    Zu Fuß, mit dem Pferdewagen und per Schiff, erleben sie eine Odyssee von St Petersburg, nach Norwegen bis Hamburg. Katya und Grischa lernen von Ländern und Leuten. Bis dahin überstehen sie Hunger, Gefahr und Fremdenfeindlichkeit. Doch in den Häfen Hamburgs fängt das Abenteuer erst an. In den Kaufmannsbrüdern Petersen finden sie Verbündete und ein aufregender Plan nimmt Gestalt an.

    Doch wie immer ist die größte Untiefe die Liebe, die es zu umschiffen gilt..


    Sommerverwöhnte Fans von Nicole Vosseler werden in kältere Gefilde gelockt - eiskalte sogar. Doch Spannung, Abenteuer und Drama - die mit großartigen Charakteren kollidieren - wärmen jedes Leserherz. Die Beschreibung der schönen, rauen Landschaften passieren bildhaft den Sehnerv.

    Historie umreisst den Roman wie eine edle Fassung.


    Der erste Teil der Eisbaronin-Trilogie ist zu Ende und ich möchte sofort weiterlesen.

    Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, wie es weitergeht..mit Grischa, Katya..den Petersens..die mir alle ans Herz gewachsen..auch die Nebencharaktere, liebevoll ausgedacht, ich hätte keinen missen mögen!


    Bravo Nicole, bitte schnell mehr davon!