Abschnitt 5 - Kapitel 53 bis Nachwort

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

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Es gibt 46 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Larna.

  • Als Auguste so öffentlich und vehement gegen die Beratungsstelle vorgeht, dachte ich die ganze Zeit, dass es jetzt an der Zeit wäre, herauszufinden, ob Auguste ein uneheliches Kind hat oder nicht. Die Feldbehns haben das sehr gut verschleiert, und dass sie der Tochter der Hebamme die Tür gewiesen haben, war ein schwerer Fehler.


    Ich muss gestehen, ich war wirklich zornig über Auguste, dass sie sich über andere Frauen erhebt, vor allem die Frauen, die ihrer Meinung nach aus der Gosse kommen und selbst aber ein uneheliches Kind zur Welt gebracht hat. Aber als wir dann die ganze Geschichte erfahren haben, nämlich, dass sie mit ihren Protesten vermeiden will, dass Frauen überhaupt in die gleiche Lage wie sie kommen, konnte ich sie sogar ein Stück weit verstehen. Schade nur, dass sie nicht sieht, dass sie und Martha eigentlich auf der gleichen Seite kämpfen. Durch ihre Einstellung akzeptiert Auguste eigentlich, dass die Frau immer die Schuldige ist, wenn es zu einem "zweifelhaften" Verhältnis mit Folgen gekommen ist.

    Und bei den Eltern ist es wohl auch kein Wunder, dass Auguste diese Einstellung hat bzw. sie sicherlich auch nicht trauen würde, offen dagegen aufzulehnen, selbst wenn sie wollte. Zumal alle der Version des Lehrers glaubten, auch Augustes eigene Eltern.


    Nicht viele Frauen sind so mutig und in der Lage, wie Lida Heymann offen auftreten und für die Rechte der Frauen einzustehen - immerhin muss sie auch damit leben, als verrücktes Frauenzimmer zu gelten :rolleyes:


    Und dazu ist das beinahe ein Kampf gegen Windmühlen, aber wie Martha sagt, jeder kleinste Erfolg ist ein Erfolg in die richtige Richtung. Schlimm, wie die Frauen zu den Winterkindern stehen, aber wenn die Not so groß ist ...


    Hannes Steubner bekommt auch endlich sein Fett ab - klar ist das Selbstjustiz, aber ganz ehrlich, mit legalen Mitteln war damals diesen Typen nicht bei zu kommen und hier gilt es nicht nur das Leben von Milli zu schützen, sondern auch das von Anna und das rechtfertigt in meinem Augen durchaus das mutige und überlegte Auftreten von Paul und seinen Freunden.


    Zum Schluss erfüllt sich auch noch Millis großer Traum von Amerika - wenn auch anders als gedacht. Ich hoffe, sie wird an der Seite von Lawrence einigermaßen glücklich und es entwickelt sich wirklich alles so, wie sie sich das vorstellt. Das Arrangement ist für sie eigentlich nicht das Schlechteste, immerhin werden die beiden ein unabhängiges Liebesleben voneinander führen können, Milli muss sich nicht bei Lawrence verstellen.


    Ich kann hier nur nochmal wiederholen, was ich bereits in einem der früheren Abschnitte geschrieben habe: Moritz mag vielleicht ein zu einfaches Gemüt für Milli haben, aber er hat das Herz am rechten Fleck. Ich bin froh, dass sich Martha dazu entschlossen hat, ihm alles zu erzählen, so dass er und Milli noch die Möglichkeit hatten, sich auszusprechen. Er will nur ihr Bestes und hat sich Sorgen gemacht, dass sie in Amerika womöglich vom Regen in die Traufe kommt - ich bin froh, dass die Freundschaft nicht zerbrochen ist.


    Jetzt ist der erste tolle Band der Hafenschwester leider fertig gelesen - das Buch hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Sie ist nun eine verheiratete und dennoch sehr selbstständige Frau, die inzwischen selbst Schwangerschaftsberatungen durchführt. Das finde ich absolut klasse!

    Ja, damit hat sie ihre Ziele voll und ganz erreicht - und ein Zeichen gesetzt.


    Gibt es, wenn das Buch fertig ist - es fängt an wie ein Märchen und endet wie ein Stephen King-Roman aber ohne Übernatürliches

    Oha, jetzt bin ich aber auch mega-gespannt.


    Ganz wichtig in diesem Buch war für mich, dass ich Lida Gustava Heymann kennenlernen durfte

    Lida Heymann war für mich auch eine der starken Figuren in diesem Roman und finde es toll, dass sie eine historische Figur ist.


    Moritz? Der bekommt von mir einen Heiligenschein aufgesetzt - soviel Selbstlosigkeit ist wirklich fast ein wenig zuviel. Aber ich hoffe, liebe Melanie, Du entschädigst ihn noch reichlich dafür. Er hätte es sich echt schwer verdient!

    Ohja, Moritz hat sich echt eine große Portion Glück verdient.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Aber als wir dann die ganze Geschichte erfahren haben, nämlich, dass sie mit ihren Protesten vermeiden will, dass Frauen überhaupt in die gleiche Lage wie sie kommen, konnte ich sie sogar ein Stück weit verstehen. Schade nur, dass sie nicht sieht, dass sie und Martha eigentlich auf der gleichen Seite kämpfen. Durch ihre Einstellung akzeptiert Auguste eigentlich, dass die Frau immer die Schuldige ist, wenn es zu einem "zweifelhaften" Verhältnis mit Folgen gekommen ist.

    Und bei den Eltern ist es wohl auch kein Wunder, dass Auguste diese Einstellung hat bzw. sie sicherlich auch nicht trauen würde, offen dagegen aufzulehnen, selbst wenn sie wollte. Zumal alle der Version des Lehrers glaubten, auch Augustes eigene Eltern.

    Mir war es wichtig, dass am Ende spürbar wird, warum Auguste so geworden ist. Sie hat nicht mehr die Kraft und den Idealismus, für die Rechte der Frauen zu kämpfen, weil sie verbittert ist - und sie fragt sich, warum andere es besser haben sollen als sie. Das ist der große Unterschied zwischen ihr und Martha.

    Nicht viele Frauen sind so mutig und in der Lage, wie Lida Heymann offen auftreten und für die Rechte der Frauen einzustehen - immerhin muss sie auch damit leben, als verrücktes Frauenzimmer zu gelten :rolleyes:

    Lida Heymann war für mich so eine faszinierende historische Persönlichkeit - die hätte man erfinden müssen, wenn es sie nicht gegeben hätte.

    Hannes Steubner bekommt auch endlich sein Fett ab - klar ist das Selbstjustiz, aber ganz ehrlich, mit legalen Mitteln war damals diesen Typen nicht bei zu kommen und hier gilt es nicht nur das Leben von Milli zu schützen, sondern auch das von Anna und das rechtfertigt in meinem Augen durchaus das mutige und überlegte Auftreten von Paul und seinen Freunden.

    Darauf habe ich mich schon seit Kapitel 1 gefreut - da gibt es ja schon eine Szene, in der Martha sich wünscht, sie wäre ein Mann, damit sie ihm die Bosheit aus dem Leib prügeln könne - nun hat sie das delegiert.

    Moritz mag vielleicht ein zu einfaches Gemüt für Milli haben, aber er hat das Herz am rechten Fleck. Ich bin froh, dass sich Martha dazu entschlossen hat, ihm alles zu erzählen, so dass er und Milli noch die Möglichkeit hatten, sich auszusprechen. Er will nur ihr Bestes und hat sich Sorgen gemacht, dass sie in Amerika womöglich vom Regen in die Traufe kommt - ich bin froh, dass die Freundschaft nicht zerbrochen ist.

    Auch die Freundschaft zwischen Martha und Moritz bleibt bestehen - und wird in Teil zwei auch noch mal wichtig. Soll ich was aus Teil 2 spoilern oder lieber nicht?

  • Lida Heymann war für mich so eine faszinierende historische Persönlichkeit - die hätte man erfinden müssen, wenn es sie nicht gegeben hätte.

    Wäre sie eine fiktive Person, dann wäre bestimmt die Kritik gekommen, dass es so gute Menschen wie Lida in Wirklichkeit gar nicht geben würde. Umso schöner ist es, dass es solche Menschen auch in real gab.


    Auch die Freundschaft zwischen Martha und Moritz bleibt bestehen - und wird in Teil zwei auch noch mal wichtig. Soll ich was aus Teil 2 spoilern oder lieber nicht?

    Das freut mich jetzt riesig. Also, ich wäre schon neugierig ^^

    Liebe Grüße

    Karin


  • Das freut mich jetzt riesig. Also, ich wäre schon neugierig

    Okay, du hast es so gewollt. Alle, die es nicht wollen, sollten jetzt nicht weiterlesen - denn das Leben ist im 1. Weltkrieg kein Ponyhof - schon gar nicht für Moritz ...



  • Der arme Moritz! Du mutest dem armen Kerl ganz schön viel zu, Melanie! Ich hoffe ja trotz allem noch auf ein glückliches Leben für ihn!


    Mir war es wichtig, dass am Ende spürbar wird, warum Auguste so geworden ist. Sie hat nicht mehr die Kraft und den Idealismus, für die Rechte der Frauen zu kämpfen, weil sie verbittert ist - und sie fragt sich, warum andere es besser haben sollen als sie. Das ist der große Unterschied zwischen ihr und Martha.

    Auguste ist zwar eine bösartige Zicke, aber sie tut mir trotzdem leid. Wirklich leicht hatte sie es trotz Geld und Ansehen nicht und sie lebt ein Leben, dass sie sich nicht ausgesucht hat. Aber ihr fehlt die Kraft un der Mut zum Kämpfen!

    Wäre sie eine fiktive Person, dann wäre bestimmt die Kritik gekommen, dass es so gute Menschen wie Lida in Wirklichkeit gar nicht geben würde. Umso schöner ist es, dass es solche Menschen auch in real gab.

    Hier geht es um Lida Heymann.

    So hab ich das noch gar nicht gesehen, aber ich muss Dir wirklich recht geben odenwaldcollies ! Es ist aber wirklich gut zu wissen, dass manchmal die Realität besser und bemerkenswerter ist als Romane!

  • Der arme Moritz! Du mutest dem armen Kerl ganz schön viel zu, Melanie! Ich hoffe ja trotz allem noch auf ein glückliches Leben für ihn!

    Er hängt gerade in einem tiefen Loch, aber er kommt da wieder raus. Ein paar Hautverpflanzungen später und nach einer beinprothetischen Versorgung und einer armprothetischen Greifzangenversorgung (alles nur nach den gerade neu erfundenen Hautverpflanzungen möglich, weil die Stümpfe sonst nicht zu versorgen waren) ist er immerhin nicht mehr bettlägerig. Aber das dauert seine Zeit - und er muss dann ja auch noch wieder was mit seinem Leben anfangen - Jobs für einarmige einbeinige Unteroffiziere und ehemaligen Rausschmeißer sind nicht so reich gesät ...

  • Ein paar Hautverpflanzungen später

    Ab wann gab es Hautverpflanzungen und wie nannte sich diese Methode?


    Lg!

    Ab genau dem 1. Weltkrieg wurde es erstmals in größerem Stil probiert und man nannte es tatsächlich Hautverpflanzungen. Im Roman spezialisiert sich Dr. Liebknecht dann darauf. Und Martha findet auf diese Weise auch zurück in den OP - denn im Krieg sind Schwestern knapp und das ändert vieles ...

  • Im Moment bin ich noch am Schreiben und am Überlegen, ob ich ihn mit Carola verkuppeln sollte - sie ist immer noch Krankenschwester. Moritz ist inzwischen deutlich erwachsener und gereifter. Wäre mal spannend, was Carolas scheinbar so tolerante Familie sagen würde, wenn sie einen so schwer kriegsgeschädigten Mann aus der Unterschicht, dessen Bruder eine Unterweltgröße ist, heiraten will. Den passenden Spruch von Moritz hätte ich schon im Kopf - er würde ihr sagen, vom Namen her wäre es wohl ein Abstieg, immerhin heißt sie Engelmann und er Kellermann ;-)

  • Ab genau dem 1. Weltkrieg wurde es erstmals in größerem Stil probiert und man nannte es tatsächlich Hautverpflanzungen. Im Roman spezialisiert sich Dr. Liebknecht dann darauf. Und Martha findet auf diese Weise auch zurück in den OP - denn im Krieg sind Schwestern knapp und das ändert vieles ...

    Das ist ja auch spannend, ich hätte eher darauf getippt, dass Hautverpflanzungen erst später möglich waren.


    Den passenden Spruch von Moritz hätte ich schon im Kopf - er würde ihr sagen, vom Namen her wäre es wohl ein Abstieg, immerhin heißt sie Engelmann und er Kellermann

    :D:D:D

    Das ist aber ein spannender Gedanke, ihn evtl. mit Carola zu verkuppeln.

    Liebe Grüße

    Karin

  • So!

    Ich habe es nun endlich auch geschafft!


    Es war eine Freude, diesen Roman zu lesen. <3


    Auch dieser letzte Abschnitt hat mir sehr gut gefallen. Das Ende kam ein wenig schnell aber das ist ja oft so, und es ist ein passendes, für mich rundes Ende.



    Die ganze Sache um Marthas Tätigkeit im Büro und mit den tollen Frauen drumherum die das leisten - das hat mich sehr neugierig auf diese Thematik gemacht. Man hört ja so oft dass es den Frauen in der Zeit so furchtbar schwer gemacht wurde, aber ich persönlich habe zuvor seltens etwas von den Kämpferinnen aus dieser Zeit in Deutschland gehört. Dabei gab es ja einige. Die Sufragetten kannte ich, aber über andere Frauen war ich mir nicht im Klaren.


    Da hat dein Roman einiges in mir losgetreten, Melanie Metzenthin , und mein ohnehin vorhandenes Interesse verstärkt und mich motiviert :)


    Mir ist im Übrigen dieser glückliche Zufall bzgl der Hebammentochter und dem Geheimnis um Auguste auch aufgefallen ;) aber ich finde es direkt nicht forciert sondern passt gut in die Geschichte sein und ist auch authentisch genug. Es tut dem Ganzen defintiv keinen Abbruch finde ich! Manchmal gibt es solche Zufälle und außerdem könnte somit der Schmetterlingseffekt gezeigt werden. Hätten sie die junge Frau besser behandelt wäre alles ganz anders gekommen.


    Moritz tut mir sehr leid aber ich denke für Milli ist es so jetzt besser. Das war ihr Traum und sie erfüllt ihn sich. Der Brief aus dem 2. Buch klingt jedenfalls positiv und ich bin sehr gespannt.

    Und trotzdem tut mir Moritz sehr leid. Ich muss zugeben zwischendurch habe ich daran gezweifelt ob er wirklich so ein guter Kerl ist. Wahrscheinlich war das so gewollt? Das war wirklich gut geschrieben, diese Unsicherheiten und Ängste Millis die sich dann schließlich als was ganz anderes entpuppten. Ich dachte zwischendurch dass Milli richtig liegt. Schön, dass Moritz der Gute ist für den man ihn hält.

    Ich konnte mich auch irgendwie gut mithin identifizieren in meiner persönlichen Lage derzeit. Manchmal muss man Menschen die man auf irgendeine Art und Weise liebt ziehenlassen, man kann sie erstens nicht umstimmen und zweitens tut man es dann auch weil man die andere Person glücklich sehen will :) Das muss schwer sein für Moritz, aber sicherlich auch wohltuend da er weiß dass Milli glücklich ist. Oder es hoffentlich werden wird.


    Ich kann meine Gedanken garnicht alle in Worte fassen aber ich fand es sehr schön den Roman zu lesen, auch wenn ich leider nicht mit euch hier diskutieren konnte. Bei mir hatte sich alles aus privaten Gründen ja verschoben...


    Ich freue mich schon auf den nächsten Band!

    Meine Rezi wird folgen sobald ich Internet habe. Derzeit bin ich umzugsbedingt Wlan-los (der Techniketermin ist aber nächste Woche) und sobald ich Internet habe und meine Geschäftsreise hinter mich gebracht habe schreibe ich die Rezi. Oder schon vor der Geschäftsreise ;)

  • Es war eine Freude, diesen Roman zu lesen. <3


    Auch dieser letzte Abschnitt hat mir sehr gut gefallen. Das Ende kam ein wenig schnell aber das ist ja oft so, und es ist ein passendes, für mich rundes Ende.

    Vielen Dank, das freut mich sehr. Ja, das Ende kommt dann etwas schnell, aber ein längerer Abgesang hätte wiederum die Gefahr in sich geborgen, dass es langweilig wird. Band 2 fängt ja dann später als verlängertes Happy-End an, ehe es so richtig schlimm wird.

    Die ganze Sache um Marthas Tätigkeit im Büro und mit den tollen Frauen drumherum die das leisten - das hat mich sehr neugierig auf diese Thematik gemacht. Man hört ja so oft dass es den Frauen in der Zeit so furchtbar schwer gemacht wurde, aber ich persönlich habe zuvor seltens etwas von den Kämpferinnen aus dieser Zeit in Deutschland gehört. Dabei gab es ja einige. Die Sufragetten kannte ich, aber über andere Frauen war ich mir nicht im Klaren.


    Da hat dein Roman einiges in mir losgetreten, Melanie Metzenthin , und mein ohnehin vorhandenes Interesse verstärkt und mich motiviert :)

    Ich selbst habe auch erst bei Recherchieren für diesen Roman Lida Gustava Heymann kennengelernt und mich intensiver mit der deutschen Frauenbewegung befasst. Es ist sehr schade dass die deutschen Frauen, die genauso kämpferisch wie die englischen waren, in Vergessenheit gerieten - was aber auch damit zusammenhängt, dass sie dann in der Hitler-Zeit komplett in der Erinnerung ausgetilgt werden sollten und nach dem 2. Weltkrieg war auch kein Platz mehr, an sie zu denken, weil da ganz andere Themen im Fokus standen. Umso mehr ist es wichtig, dass man jetzt, aus einer anderen zeitlichen Distanz, auch daran erinnert, welche Möglichkeiten es vor der NS-Zeit in Deutschland gab. Denn da hätte es viele Wege gegeben, aber es ist natürlich nach dem 2. Weltkrieg üblich geworden, immer nur alles mit Fokus auf Hitler zu betrachten. Und da gab es keinen Platz für die Frauenbewegung.

    Mir ist im Übrigen dieser glückliche Zufall bzgl der Hebammentochter und dem Geheimnis um Auguste auch aufgefallen ;) aber ich finde es direkt nicht forciert sondern passt gut in die Geschichte sein und ist auch authentisch genug. Es tut dem Ganzen defintiv keinen Abbruch finde ich! Manchmal gibt es solche Zufälle und außerdem könnte somit der Schmetterlingseffekt gezeigt werden. Hätten sie die junge Frau besser behandelt wäre alles ganz anders gekommen.

    Genau - der Schmetterlingseffekt trifft es sehr gut.

    Und trotzdem tut mir Moritz sehr leid. Ich muss zugeben zwischendurch habe ich daran gezweifelt ob er wirklich so ein guter Kerl ist. Wahrscheinlich war das so gewollt? Das war wirklich gut geschrieben, diese Unsicherheiten und Ängste Millis die sich dann schließlich als was ganz anderes entpuppten. Ich dachte zwischendurch dass Milli richtig liegt. Schön, dass Moritz der Gute ist für den man ihn hält.

    Ja, ein bisschen Unsicherheit hinsichtlich Moritz wollte ich schon lassen. Aber der ist wirklich ein netter Kerl - und auch, wenn er in Band 2 echt viel Schlimmes durchmachen muss, wird er auch daran wachsen.

  • Ich selbst habe auch erst bei Recherchieren für diesen Roman Lida Gustava Heymann kennengelernt und mich intensiver mit der deutschen Frauenbewegung befasst. Es ist sehr schade dass die deutschen Frauen, die genauso kämpferisch wie die englischen waren, in Vergessenheit gerieten - was aber auch damit zusammenhängt, dass sie dann in der Hitler-Zeit komplett in der Erinnerung ausgetilgt werden sollten und nach dem 2. Weltkrieg war auch kein Platz mehr, an sie zu denken, weil da ganz andere Themen im Fokus standen. Umso mehr ist es wichtig, dass man jetzt, aus einer anderen zeitlichen Distanz, auch daran erinnert, welche Möglichkeiten es vor der NS-Zeit in Deutschland gab. Denn da hätte es viele Wege gegeben, aber es ist natürlich nach dem 2. Weltkrieg üblich geworden, immer nur alles mit Fokus auf Hitler zu betrachten. Und da gab es keinen Platz für die Frauenbewegung.


    Stimmt, das macht Sinn, dass die deutsche Frauenbewegung dieser Zeit deswegen in Vergessenheit geraten ist. Sehr schade!



    Es klingt schlimm, was Moritz durchmachen muss. Ich bin gespannt, wie er damit umgeht und ob er sich deswegen stark verändert. So etwas hinterlässt ja auch psychisch Spuren, und eine Charakterwandlung kann da ja schon sehr leicht geschehen.


    Vielen Dank für die tolle Leserunde :) Und danke, dass du trotzdem immer hier reingeschaut hast, Melanie Metzenthin , obwohl ich so langsam hinterher gedümpelt bin ;)

  • Ich selbst habe auch erst bei Recherchieren für diesen Roman Lida Gustava Heymann kennengelernt und mich intensiver mit der deutschen Frauenbewegung befasst. Es ist sehr schade dass die deutschen Frauen, die genauso kämpferisch wie die englischen waren, in Vergessenheit gerieten - was aber auch damit zusammenhängt, dass sie dann in der Hitler-Zeit komplett in der Erinnerung ausgetilgt werden sollten und nach dem 2. Weltkrieg war auch kein Platz mehr, an sie zu denken, weil da ganz andere Themen im Fokus standen. Umso mehr ist es wichtig, dass man jetzt, aus einer anderen zeitlichen Distanz, auch daran erinnert, welche Möglichkeiten es vor der NS-Zeit in Deutschland gab.

    Damit hast du völlig recht und ich finde es sehr gut, dass du dieser bedeutenden Frau Platz in deinem Roman eingeräumt hast.


    Band 2 fängt ja dann später als verlängertes Happy-End an, ehe es so richtig schlimm wird.

    Ja, ein bisschen Unsicherheit hinsichtlich Moritz wollte ich schon lassen. Aber der ist wirklich ein netter Kerl - und auch, wenn er in Band 2 echt viel Schlimmes durchmachen muss, wird er auch daran wachsen.

    Ehrlich, ich habe ein wenig Angst davor, das zu lesen =O

    Liebe Grüße

    Karin