Abschnitt 2 - Kapitel 11 - 24

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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  • Hier können wir zu den Kapiteln 11 - 24 (bis Seite 201) diskutieren.

    Liebe Grüße, Caren

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    Wenn lesen Kalorien verbrennen würde, wäre ich in kürzester Zeit beängstigend dünn.

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    Meine Rezensionen

  • Caren

    Hat den Titel des Themas von „Abschnitt 2 - Kapitel 11-24“ zu „Abschnitt 2 - Kapitel 11 - 24“ geändert.
  • Ich musste gestern Abend und heute morgen einfach weiterlesen ... das passt mit der Einteilung der Abschnitte übrigens sehr gut, eine Hälfte abends und die andere Hälfte morgens beim Kaffee vorm Büro ;)


    Ich freue mich sehr für Martha, dass sie Dr. Schlüter kennen lernt, durch ihn und vor allem auch seine Frau Wilhelmine eröffnen sich ganz neue Welten für sie. Sie wird tatsächlich zum Bewerbungsgespräch eingeladen und erhält eine Zusage, die allerdings nicht von allen befürwortet wird. Die "vornehme" Auguste Feldbehn hält sich definitiv für was Besseres und ist mit Marthas Einstellung überhaupt nicht einverstanden. Tja, Pech für sie ... wir werden sehen, wer sich besser machen wird!


    Und auch Millie ist in diesem Abschnitt wieder mit von der Partie - in schwangerem Zustand, Gott, die Arme. Ihr bleibt auch nichts erspart! Ein bisschen schmunzeln musste ich jedoch über den Abschnitt, als Millie Martha von den Frauen und Freundschaft erzählt ... "Hurentricks" ... woher kennst du die denn, liebe Melanie? ;)

    Schließlich erfahren wir auch von dem Geheimnis, das Millie vor ihrer Freundin verbarg ... ähnliches hatte ich mir ja schon gedacht. Dieser Stiefvater ist echt ein mieses Schwein! Nun bin ich auch nicht überrascht, dass Millie sich nicht in die Abhängigkeit eines Mannes begeben will und Moritz' Antrag vehement ablehnt ... ich würde gerne mal in meine Glaskugel schauen, ob sie ihm unrecht tut ... noch ist er ja der Nette aber der Stiefvater war wohl auch nicht immer das Schwein, das er heute ist ...


    Übrigens als Millie ihre eigene kleine Tochter Anna - nach einer lieben Freundin - nennt, standen mir fast die Tränen in den Augen. Das hat mich sehr gerührt!


    Und unser kleiner Heinrich ist nun auch gar nicht mehr so klein ... wow, mit 12 Jahren als Schiffsjunge nach Amerika, da gehört schon Mut dazu, ich bin sehr stolz auf ihn, kann aber auch Marthas Sorge nachvollziehen ...

    Einmal editiert, zuletzt von engi ()

  • Deine Erwähnung von August Bebel hat mich mal wieder zum googeln animiert ... interessant. Den Namen und den groben Umriss seines Lebens kannte ich, wusste aber nicht dass er tatsächlich der Begründer der deutschen Sozialdemokratie gilt. Es kommen wirklich spannende und nicht ganz ungefährliche Zeiten auf unsere Martha zu ...


    Ich habe auch zum "Naturberuf der Frau" das Internet befragt und bin u.a. auf diesen spannenden Artikel gestoßen ... wieder was dazu gelernt ...


    https://gutenberg.spiegel.de/b…d-der-sozialismus-4236/50

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  • Und auch Millie ist in diesem Abschnitt wieder mit von der Partie - in schwangerem Zustand, Gott, die Arme. Ihr bleibt auch nichts erspart! Ein bisschen schmunzeln musste ich jedoch über den Abschnitt, als Millie Martha von den Frauen und Freundschaft erzählt ... "Hurentricks" ... woher kennst du die denn, liebe Melanie? ;)

    Schließlich erfahren wir auch von dem Geheimnis, das Millie vor ihrer Freundin verbarg ... ähnliches hatte ich mir ja schon gedacht. Dieser Stiefvater ist echt ein mieses Schwein! Nun bin ich auch nicht überrascht, dass Millie sich nicht in die Abhängigkeit eines Mannes begeben will und Moritz' Antrag vehement ablehnt ... ich würde gerne mal in meine Glaskugel schauen, ob sie ihm unrecht tut ... noch ist er ja der Nette aber der Stiefvater war wohl auch nicht immer das Schwein, das er heute ist ...

    Ja, Milli hat viel Leid erfahren und sie schweigt, weil sie kein Mitleid will, dass sie beim Verdrängen stört. Wenn niemand weiß, was ihr widerfahren ist, kann sie niemand darauf ansprechen und somit verhindert sie, dass sie die Kontrolle verliert. Ihre schlimmen Erinnerungen gehören nur ihr - und deshalb kann sie die auch wegsperren. Da traut sie niemandem - nicht einmal Martha.


    Moritz ist nett - aber er ist zu einfach gestrickt für die intelligente Milli.


    Deine Erwähnung von August Bebel hat mich mal wieder zum googeln animiert ... interessant. Den Namen und den groben Umriss seines Lebens kannte ich, wusste aber nicht dass er tatsächlich der Begründer der deutschen Sozialdemokratie gilt. Es kommen wirklich spannende und nicht ganz ungefährliche Zeiten auf unsere Martha zu ...

    Ich habe die Rede von Frieda Merseburg aus August Bebels Buch "Die Frau im Sozialismus" zusammengeschustert.

  • Es war wieder ein interessanter und spannender Abschnitt. Ich muss mich wirklich sehr bremsen um das Buch nicht in einem Rutsch durchzulesen.


    Dr. Schlüter hat einen Narren an Martha gefressen, denn er ist fasziniert von ihrem Wissensdurst. Das das Neider auf dem Plan ruft war ja klar. Aber er tut weit mehr für sie, als sie nur bei den Visiten mit dabei zu haben.

    Als Probst wieder einmal übergriffig wird, wehrt Martha sich heftig. Jäh....Moritz sein Unterricht hat Früchte getragen:banane:

    Da aber die Situation heikel ist und sogar schon Gerüchte über Dr. Schlüter und Martha im Umlauf sind, hat dieser eine geniale Idee. Er holt seine Frau Wilhelmina mit ins Boot.


    Leider hat sich zuvor etwas schreckliches ereignet. Marthas Vater ist verunglückt und warum? Weil er unter Alkoholeinfluss stand und unachtsam war. Schlimmer könnte es nicht mehr werden, finde ich. Auch wenn ich ihn nicht verurteilen möchte, aber ich bin froh das er einsichtig ist und keinen Tropfen Alkohol mehr anfassen will.


    Ach, Martha ist so toll und hat ihr herz am rechten Fleck und sie glaubt an die Werte die ihre Mutter ihr beigebracht hat. Und Heinrich hatte die tolle Idee mit den Blumen nähen. Sie ist so stolz auf ihn, denn ach er sorgt sich um die kleine Familie. Macht Botengänge und hilft den Händlern. Ich bin nur traurig, dass die beiden ihre Unbeschwertheit verloren haben, da sie in ständiger Sorge sind.


    Jedenfalls war der Besuch bei Dr. Schlüter erfolgreich und Wilhelmina ist mir richtig sympathisch. Ein wenig habe ich den Eindruck gewonnen, dass sie Martha nicht nur helfen wollen, weil sie aus der unteren Schicht kommt und anders kaum ( oder keine) Chance hätte, sondern auch wegen ihrer verstorbenen Tochter. Vielleicht sehen sie Martha als ihren Schützling den sie unbedingt helfen wollen. Die Schlüters sind so ehrliche und aufrichtige Menschen, genau so jemand Brauch Martha.

    Auf jeden Fall hatte Wilhelmina Erfolg mit ihrer Idee^^ und auch das Gespräch mit dem ärztlichem Direktor lief bestens. Sie bekommt ein Zeugnis ausgestellt. Puh, ich hatte ein wenig Herzflattern als Martha gerade heraus auf dessen Fragen geantwortet hat. Gut das Dr. Schlüter zu Bestätigung, beruhigend seine hand auf ihrer Schulter hatte. Das kann einem gut helfen den Mut zu finden, das zu sagen was man auch denkt.


    Mille ist schwanger, mein erster Gedanke ....ach du Schei.....Haben alle den Griff in die Kloschüssel für sich gepachtet? Als wenn Milli nicht schon schlimm genug dran ist,. Aber so wie Melanie geschrieben hat, sie sieht alles sehr pragmatisch, so auch jetzt...es ist wie es ist...Martha erklärt sie, dass sogar manche Männer mehr zahlen, wenn sie es mit einer Schwangeren treiben dürfen. Oh mein Gott, am liebsten hätte ich Milli mit zu mir nach Hause genommen. Sie ist doch auch noch fast ein Kind, naja nicht ganz, aber trotzdem.


    Martha hat den Platz im Eppendorfer Krankenhaus, hurra, wenigstens einmal etwas Gutes. Ich fand aber die Oberschwester Hedwig war sehr voreingenommen. Sie ist nun Lernschschwester der Erika-Schwestern. Ich wünsche ihr alles Gute und hoffe inständig, dass diese mehr als unsympathische Auguste Feldbehn sie in Ruhe lässt. So eine eingebildete miese und beleidigende Schnepfe. Susanne scheint da ganz anders zu sein. Doch so ganz vertraut sie ihr nicht. Gut das sie da Milli hat mit der sie sich austauschen kann. Mein Verdacht hat sich bestätigt, Milli erzählt Martha nicht alles um sie zu schützen und nicht noch mehr zu beunruhigen.


    Marthas Vater hat zwischenzeitlich tatsächlich etwas getan. Die Sache mit den Mäusefällen ist ja der Wahnsinn gewesen. 12 Stunden und so wenig Geld? Das ist mehr als Ausbeutung und dann noch die demütigende Arbeit als Lumpensammler. Hatte Martha es gut gemeint, dass ihr Vater sich einen Untermieter holt, endete das in der nächsten Katastrophe. Sie hätten Siegfried gleich aufklären sollen, nun ist er wieder rückfällig geworden.

    Heinrich hat so die Nase voll, er hält es nicht mehr zu Hause aus und hat sich als Schiffsjunge beworben. Einerseits freue ich mich für ihn, andererseits habe ich auch ein wenig Angst um ihn.


    So, nun habe ich noch eine Frage an dich Melanie. Wie bist du auf den Namen Hauptmann Weibezahn gekommen? Ich musste ein wenig schmunzeln als ich den Namen gelesen habe.

    Und dann noch eine. Auch wenn Heinrich die Unterschrift von seinem Vater hatte, aber war Kinderarbeit zu der Zeit nicht schon verboten, oder war das ab dem zwölften Lebensjahr vorbei?

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • Ich freue mich sehr für Martha, dass sie Dr. Schlüter kennen lernt, durch ihn und vor allem auch seine Frau Wilhelmine eröffnen sich ganz neue Welten für sie.


    Und auch Millie ist in diesem Abschnitt wieder mit von der Partie - in schwangerem Zustand, Gott, die Arme. Ihr bleibt auch nichts erspart! Ein bisschen schmunzeln musste ich jedoch über den Abschnitt, als Millie Martha von den Frauen und Freundschaft erzählt ... "Hurentricks" ... woher kennst du die denn, liebe Melanie? ;)


    Übrigens als Millie ihre eigene kleine Tochter Anna - nach einer lieben Freundin - nennt, standen mir fast die Tränen in den Augen. Das hat mich sehr gerührt!

    Was besseres hätte Martha nicht passieren können. Die Schlüters sind klasse.


    Das Milli ihre kleine Tochter den Namen Anna gibt fand ich auch sehr berührend. Auch das die Martha fragt, ob sie die Patenschaft übernimmt.

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • Vielen Dank für deine ausführliche Zusammenfassung und dass du mich daran teilhaben lässt, was es in dir auslöste. Das ist immer so toll für mich, liebe Kessi! Sonst erfährt man als Autor ja nie, ob die Stellen so wirken, wie sie sollen. Haben sie bei dir aber :-)


    So, nun habe ich noch eine Frage an dich Melanie. Wie bist du auf den Namen Hauptmann Weibezahn gekommen? Ich musste ein wenig schmunzeln als ich den Namen gelesen habe.

    Und dann noch eine. Auch wenn Heinrich die Unterschrift von seinem Vater hatte, aber war Kinderarbeit zu der Zeit nicht schon verboten, oder war das ab dem zwölften Lebensjahr vorbei?

    Also - Hauptmann Weibezahn habe ich mir nicht ausgedacht. Der hieß wirklich so und ist auch wirklich an der Cholera erkrankt und wieder gesund geworden. Im Nachwort habe ich die Quellen angegeben. Aber nicht jetzt das Nachwort lesen - sonst spoilert das Nachwort.


    Schiffsjungen wurden schon ab dem 12. Lebensjahr genommen, wenn sie von ihren Eltern eine Erlaubnis bekamen. Damals, im deutschen Kaiserreich, galten Kinder schon mit 12 als strafmündig und Jugendliche, erst in der Weimarer Republik wurde das Jugendalter auf 14 gesetzt und auch die Strafmündigkeit entsprechend heraufgesetzt.

  • Was besseres hätte Martha nicht passieren können. Die Schlüters sind klasse.

    Ja, wenn jemand die Kraft hat, sich durchzuboxen, brauchte er auch immer jemanden, der ihm den Rücken stärkt. Stärke kommt nicht von nix. Martha ist deshalb so stark, weil sie eine liebevolle Kindheit mit Eltern hatte, die sie liebten und die sie ernstgenommen haben und für sie da waren. Deshalb kann Martha es jetzt auch verkraften, dass ihr Vater versagt - weil sie trotzdem etwas von ihm in sich trägt, was sie immer geprägt hat.

    Und die Schlüters tauchen rechtzeitig auf, um die Rolle zu übernehmen, die Marthas Vater nicht mehr ausfüllen kann.

    Das Milli ihre kleine Tochter den Namen Anna gibt fand ich auch sehr berührend. Auch das die Martha fragt, ob sie die Patenschaft übernimmt.

    Milli ist ja auch eine starke Person, hat das aber auch Martha und ihrer Familie zu verdanken, die sie in schweren Zeiten auch unterstützten. Dadurch konnte Milli sich ihre Persönlichkeit bewahren - und zeigt ihre Zuneigung auf diese Weise.

  • Mir fällt gerade noch etwas ein. Die Bezeichnung " Naturberuf" haha, nur würde dieser Beruf nicht bezahlt, sondern wurde unentgeltlich von einer Frau gefordert.


    Dann noch die Sache mit den Sozialdemokraten. Carola nimmt doch Martha mit zu einer Versammlung wo auch Männer waren. Mir war gar nicht bewusst, dass die Männer sch ach für die Frauenrechte eingesetzt haben.


    Ich komme jetzt nicht darauf wie das Buch heißt, habe gerade ein Brett vor dem Kopf. Da haben sich Lehrerinnen zusammengetan und haben dafür gekämpft, dass man auch als verheiratete Lehrerin weiter im Lehramt bleiben darf. Der Direktor war mehr als erbost darüber.

    Und vor allem der Wiederspruch Ansicht, denn Witwen bleibt nichts anderes übrig zu arbeiten um die Familie zu versorgen. Und verheirateten bleibt es verboten.

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • Ich lese nie das Nachwort zuerst oder zwischendurch. Das nimmt mir den Lesespaß weil ja doch einiges verraten und erläutert wird:) da bin ich ganz bei dir, es nicht zu tun. Ich hatte versucht den Namen zu googeln. Schön das es dann noch eine Erklärung gibt.<3

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • Dann noch die Sache mit den Sozialdemokraten. Carola nimmt doch Martha mit zu einer Versammlung wo auch Männer waren. Mir war gar nicht bewusst, dass die Männer sch ach für die Frauenrechte eingesetzt haben.

    Es gab schon immer Männer, die sich für Frauenrechte eingesetzt haben. Meist waren das Väter von Töchtern, die wollten, dass ihre Töchter nicht von anderen Männern untergebuttert werden. Viele Frauen, die in so schwierigen Zeiten Karriere gemacht haben, hatten wohlwollende, unterstützende Väter. In Romanen wird natürlich immer gern die Geschichte von den Töchtern, die sich gegen tyrannische Väter durchsetzen, beschrieben, aber in der Realität sind die Frauenrechte auch dadurch vorangekommen, dass es auch unter den Männern welche gab, die sich dafür einsetzten. Natürlich gab es auch bei den Sozialdemokraten Männer, die Frauenberufe skeptisch betrachteten - aber die wären dann ja nicht gerade zu einer solchen Veranstaltung gekommen. Interessant ist dazu eben auch Bebels Buch "Die Frau im Sozialismus", das er Mitte des vorletzten Jahrhunderts geschrieben hat.

  • Ich lese nie das Nachwort zuerst oder zwischendurch. Das nimmt mir den Lesespaß weil ja doch einiges verraten und erläutert wird:) da bin ich ganz bei dir, es nicht zu tun. Ich hatte versucht den Namen zu googeln. Schön das es dann noch eine Erklärung gibt.<3

    Ich wollte auch gern mehr über Weibezahn erfahren, aber es ist wahnsinnig schwierig. Ich habe das aus diesem Buch, das ist das umfangreichste und beste Buch zu Cholera, aber leider nur noch antiquarisch erhältlich, habe ich gebraucht bestellt: https://www.amazon.de/Hamburg-…era-Jahren/dp/3498016482/

  • Ach, nun habe ich noch etwas vergessen, es ist so viel an Informationen, das ich ganz überwältigt bin. Die Erwähnung der Tuberkulose und Robert Koch. Ich habe ja die" Charité geschaut, darum weiß ich, wie spannend auch dieses Thema war und welche Fehlschläge es gab. Dr. Schlüter wäre auch ein guter Lehrer für Studentengewesen, denn mir hat gefallen das er nie bei Martha die Geduld verloren und ihr alles verständlich erklärt hat.

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • Ach, nun habe ich noch etwas vergessen, es ist so viel an Informationen, das ich ganz überwältigt bin. Die Erwähnung der Tuberkulose und Robert Koch. Ich habe ja die" Charité geschaut, darum weiß ich, wie spannend auch dieses Thema war und welche Fehlschläge es gab. Dr. Schlüter wäre auch ein guter Lehrer für Studentengewesen, denn mir hat gefallen das er nie bei Martha die Geduld verloren und ihr alles verständlich erklärt hat.

    Doktor Schlüter hat Spaß daran, jungen, wissbegierigen Menschen etwas zu vermitteln - und er wäre einer von diesen Vätern gewesen, die Töchter fördern - nur leider starb seine eigene Tochter jung - aber anstatt zu verbittern, gibt er das, was ihm wichtig ist, dann an andere Menschen - wie z.B. Martha - weiter. Insofern hast du ihn da sehr richtig eingeschätzt. Und den Verlust konnten seine Frau und er auch nur ertragen, weil sie eine gleichberechtigte, partnerschaftliche Ehe führen.

  • Moritz ist nett - aber er ist zu einfach gestrickt für die intelligente Milli.

    Da hast du recht ... Moritz hätte sich wohl auf Dauer über- und Milli unterfordert gefühlt. Das halten die wenigsten Beziehungen aus ...


    Ich muss mich wirklich sehr bremsen um das Buch nicht in einem Rutsch durchzulesen.

    Geht mir ganz genauso :)


    Ich komme jetzt nicht darauf wie das Buch heißt, habe gerade ein Brett vor dem Kopf. Da haben sich Lehrerinnen zusammengetan und haben dafür gekämpft, dass man auch als verheiratete Lehrerin weiter im Lehramt bleiben darf. Der Direktor war mehr als erbost darüber.

    Das habe ich auch gelesen ... es ist dieses hier:


    Wir nannten es Freiheit von Silke Schütze :)


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    Ich habe das aus diesem Buch, das ist das umfangreichste und beste Buch zu Cholera, aber leider nur noch antiquarisch erhältlich, habe ich gebraucht bestellt: https://www.amazon.de/Hamburg-…era-Jahren/dp/3498016482/


    Wow, das ist ja mal ein Wälzer ... da juckt es mich ja fast in den Finger, es auch zu bestellen ...


    Ach, nun habe ich noch etwas vergessen, es ist so viel an Informationen, das ich ganz überwältigt bin. Die Erwähnung der Tuberkulose und Robert Koch. Ich habe ja die "Charité" geschaut, darum weiß ich, wie spannend auch dieses Thema war und welche Fehlschläge es gab. Dr. Schlüter wäre auch ein guter Lehrer für Studenten gewesen, denn mir hat gefallen das er nie bei Martha die Geduld verloren und ihr alles verständlich erklärt hat.

    Ja, an "Charité" musste ich ein paar mal denken ...

  • Guten Morgen!


    Es tut mir leid - irgendwie komm ich zur Zeit nur relativ selten zum Lesen und bin dementsprechend spät dran!


    Es gab in diesem Abschnitt einige Szenen, die mir richtig gut gefallen haben. Natürlich Marthas Reaktion auf diesen grausigen Probst! Besser hätte sie es nicht machen können. Allerdings fürchte ich, dass sie nur wegen Dr. Schlüter so heil aus dieser Sache rausgekomme ist. Jede andere (ohne spezielle Fürsprecher) hätte gehen müssen. Besonders gut gefällt mir auch Wilhelmina - natürlich! Eine Frau, die klug und mitfühlend ist und handelt, gefällt mir in Büchern wie auch im realen Leben immer! Es waren damals die inoffiziellen Wege intelligenter Frauen, die viel bewirkt haben. Ich glaube eigentlich, dass es heute auch noch oft so ist!


    Die Geschichte Karls geht eher tragisch weiter - sein Abstieg bis zum Lumpensammler. Das muss schrecklich für ihn sein. So schlimm das auch ist - genauso interessant ist es, darüber zu lesen. Es ist ja eine Art Geschichtsunterricht (nur spannender und lebensnaher als in der Schule:rollen:)

    Besonders aufgefallen ist mir da die Methode mit den Schlafmitteln um einen Teil des Entzugs zu verschlafen. Wird das heute auch noch so gemacht? Aber ich finde den Gedanken, dass versucht wird, die Qualen eines Entzugs zu lindern eigentlich ziemlich fortschrittlich!


    Leider hatte ich bis jetzt wirklich wenig Zeit für dieses Buch - ich bin noch nicht mal dazu gekommen, genaueres über die Erika-Schwestern nachzulesen (bis jetzt weiß ich nur, dass das Erika-Haus auf dem KH-Gelände von Fritz Schumacher entworfen wurde)

    Bei der Gelegenheit hab ich eine indiskrete Frage Melanie Metzenthin - arbeitest Du im Eppendorfer Krankenhaus? Falls es zu persönlich ist, bitte ignorieren!


    Marthas Schulkolleginnen sind eine seltsame Mischung. Gibt es Vorbilder für Auguste Feldbehn? Ich fürchte ja, dass sie noch irgendwie zur tragischen Figur werden könnte. Denn so zickig und gemein sie auch ist... irgendwie tut sie mir leid. Vor allem, wenn Susannes Gerüchte wahr sind.

    Susanne selber ist allerdings auch kein wirklich angenehmer Charakter. Ihre Äußerungen über werdende Mütter bzw Prostituierte - die zeugen schon von Unverständnis und Arroganz (bzw von unüberlegtem Nachplappern der aktuellen Moralvorstellungen)


    Milli ist nach wie vor mein Lieblingscharakter hier: sie hat sich für das Kind entschieden obwohl sie auch die Möglichkeit einer Abtreibung in Erwägung gezogen hat. Wie war das damals in Hamburg? Ich weiß nur, dass "Engelmacherinnen" hier gnadenlos verurteilt und oft hingerichtet wurden. Es war also ein sehr riskantes Geschäft. Allerdings auch sehr riskant für die schwangeren Frauen. Aber Milli bekommt ihre kleine Tochter und dass sie sie Anna nennt, ist wirklich rührend! Dass ein unehelich geborenes Kind einen Amtsvorstand bekam war mir auch nicht klar!


    Endlich lernt Martha auch eine junge Schwesternschülerin kennen, die mir zumindest auf den ersten Blick vertrauenswürdig und sympathisch vorkommt: Carola.

    Durch sie lernen wir auch ein wenig über die Anfänge der Sozialdemokratie.:daumen: Vor allem der Vortrag über Frauenrechte bzw Marthas Gedanken diesbezüglich waren sehr interssant. Der Begriff "Naturberuf" war mir völlig fremd!:entsetzt: So ein Schwachsinn!


    Ich hab heute noch einen Nachtdienst und ich hoffe, dass ich da ein wenig Zeit finden werde, um im Internet zu recherchieren. Es kommen so viele Dinge hier zur Sprache, über die ich gerne ein klein wenig genauer Bescheid wüßte.


    Ach ja... meine Taille entspricht so überhaupt nicht den Schönheitsidealen von damals (aber ich bekomme wenigstens genug Luft).

    :erkaeltung:Grüße!

  • Allerdings fürchte ich, dass sie nur wegen Dr. Schlüter so heil aus dieser Sache rausgekomme ist.

    Ja, genauso ist es. Auch heute wäre es für Frauen nach wie vor schwierig in solchen Situationen.



    Die Geschichte Karls geht eher tragisch weiter - sein Abstieg bis zum Lumpensammler. Das muss schrecklich für ihn sein. So schlimm das auch ist - genauso interessant ist es, darüber zu lesen. Es ist ja eine Art Geschichtsunterricht (nur spannender und lebensnaher als in der Schule :rollen: )

    Besonders aufgefallen ist mir da die Methode mit den Schlafmitteln um einen Teil des Entzugs zu verschlafen. Wird das heute auch noch so gemacht? Aber ich finde den Gedanken, dass versucht wird, die Qualen eines Entzugs zu lindern eigentlich ziemlich fortschrittlich!

    Heutzutage werden Alkoholiker meist mit Oxazepam entzogen - das ist ein Benzodiazepin und starkes Beruhigungsmittel (das bei übermäßigem Gebrauch selbst abhängig machen kann). Sie bekommen aber keine Dosierungen, von denen man einschläft, sondern nach speziellen Schemata in absteigender Dosierung gerade so viel, dass die Entzugserscheinungen überdeckt werden. Aber mit Schlafmitteln hat man früher tatsächlich auch schon gearbeitet.

    Bei der Gelegenheit hab ich eine indiskrete Frage Melanie Metzenthin - arbeitest Du im Eppendorfer Krankenhaus? Falls es zu persönlich ist, bitte ignorieren!

    Nein, ich habe da - wie ich auch in dem Videobeitrag von SAT 1, den ich oben verlinkt habe, beschreibe - lediglich studiert und später meine Psychotherapieausbildung gemacht.

    Marthas Schulkolleginnen sind eine seltsame Mischung. Gibt es Vorbilder für Auguste Feldbehn? Ich fürchte ja, dass sie noch irgendwie zur tragischen Figur werden könnte. Denn so zickig und gemein sie auch ist... irgendwie tut sie mir leid. Vor allem, wenn Susannes Gerüchte wahr sind. Susanne selber ist allerdings auch kein wirklich angenehmer Charakter. Ihre Äußerungen über werdende Mütter bzw Prostituierte - die zeugen schon von Unverständnis und Arroganz (bzw von unüberlegtem Nachplappern der aktuellen Moralvorstellungen)

    Für Marthas Kolleginnen gibt es keine direkten Vorbilder - sie alle zeigen spezifische menschliche Verhaltensweisen - sie sind auch nicht schwarz oder weiß - das wird sich alles noch ein bisschen wandeln. Darüber können wir in Abschnitt 4 und 5 noch ausführlich diskutieren, ich will hier nichts vorwegnehmen.

    Milli ist nach wie vor mein Lieblingscharakter hier: sie hat sich für das Kind entschieden obwohl sie auch die Möglichkeit einer Abtreibung in Erwägung gezogen hat. Wie war das damals in Hamburg? Ich weiß nur, dass "Engelmacherinnen" hier gnadenlos verurteilt und oft hingerichtet wurden. Es war also ein sehr riskantes Geschäft. Allerdings auch sehr riskant für die schwangeren Frauen. Aber Milli bekommt ihre kleine Tochter und dass sie sie Anna nennt, ist wirklich rührend! Dass ein unehelich geborenes Kind einen Amtsvorstand bekam war mir auch nicht klar!

    Abtreibungen liefen natürlich illegal und unter der Hand. Wenn das rausgekommen wäre, wären sowohl die betroffene Frau als auch der Arzt oder die Engelmacherin im Knast gelandet. Nichteheliche Kinder, bei denen nicht beide Eltern das Sorgerecht haben, bekommen bis heute in bestimmten Fällen einen Amtsvormund. Der hat aber keinerlei Befugnisse mehr, sondern dient nur dazu, die Ansprüche des Kindes gegen den leiblichen Vater im Auftrag der Mutter vor Behörden etc. zu vertreten. Es ist also inzwischen eine wirkliche Hilfe und geht um rein finanzielle Dinge. Aber das war nicht immer so. Im Grunde ist es ein letztes Relikt aus der Zeit, da Frauen als unmündig galten.

  • Nein, ich habe da - wie ich auch in dem Videobeitrag von SAT 1, den ich oben verlinkt habe, beschreibe - lediglich studiert und später meine Psychotherapieausbildung gemacht.

    Das hab ich noch gar nicht gesehen! Danke für den Link - ich bin schon sehr gespannt!


    sie alle zeigen spezifische menschliche Verhaltensweisen - sie sind auch nicht schwarz oder weiß - das wird sich alles noch ein bisschen wandeln.

    Ein buntes Spektrum menschlicher Verhaltensweisen also. Ich bin schon neugierig, wie sie sich noch ändern werden und was noch alles kommt. So unterhaltsam es oft sein kann, darüber zu lesen - im wahren Leben ist es leider oft genug ähnlich und überhaupt nicht amüsant!


    Aber mit Schlafmitteln hat man früher tatsächlich auch schon gearbeitet.

    Seit wann wurde das so praktiziert? Es entsprach ja eher nicht der allgemeinen Meinung, dass Alkoholismus bzw Suchtkrankheiten eben Krankheiten sind und nicht Charakterschwächen.

    Deshalb ist es mir diese Passage ja so aufgefallen!


    Moritz hätte sich wohl auf Dauer über- und Milli unterfordert gefühlt. Das halten die wenigsten Beziehungen aus ...

    Abgesehen davon hat Milli wahrscheinlich genug davon, sich von einem Mann bevormunden zu lassen. Sie möchte ihre Träume verwirklichen und Auswanderung war für sie die einzige Möglichkeit. Ich hoffe so, dass sie und Anna tatsächlich nach Amerika kommen und sich Millis Träume erfüllen. Sie ist eine sehr kluge junge Dame!

  • Seit wann wurde das so praktiziert? Es entsprach ja eher nicht der allgemeinen Meinung, dass Alkoholismus bzw Suchtkrankheiten eben Krankheiten sind und nicht Charakterschwächen.

    Deshalb ist es mir diese Passage ja so aufgefallen!

    Viele Süchtige haben sich natürlich auch in andere Drogen geflüchtet, um Entzugserscheinungen zu überspielen. Der tatsächliche Einsatz von Medikamenten für den Entzug ist erst in unserer Zeit allgemein üblich geworden. Noch in unserer Zeit passierte es, dass Alkoholiker bei kleineren Operationen gar nicht entzogen werden, sondern dass die Ärzte sie weiter trinken lassen, um de Spiegel aufrecht zu erhalten. Unter dem Pflegepersonal kursieren solche Storys bis heute. Ich persönlich habe das als Fachärztin für Psychiatrie allerdings nie erlebt.

    Marthas Vater hat sich daran erinnert, dass der Entzug für ihn im Krankenhaus erträglich war, weil er da hohe Dosen Morphium wegen seiner Schmerzen bekam. Also denkt er sich - er ist ja nicht blöd - dass Schlafmittel auch helfen, bis das Gift draußen ist.

  • Martha hat im KH Eppendorf ein Vorstellungsgespräch mir einer OSR Hedwig - ist hier Hedwig von Schlichting gemeint? Damals wurde ja die Erika-Schwesternschaft ins Leben gerufen. Hedwig von Schlichtung wurde beauftragt eine säkulare, von Kirchen- und Wohlfahrtsverbänden unabhängige Schwesternschaft aufzubauen - es hat mich wirklich sehr erstaunt, dass die Kirche hier nicht mitmischen wollte und die Pflege weltlich werden ließ.


    Was ich aber nicht verstehe ist die Tatsache, dass auf männliche Wärter in der Pflege verzichtet werden sollte. Gab es dafür einen speziellen Grund?


    Wie ihr seht: mein heutiger Nachtdienst ist bis jetzt wirklich harmlos;)