Eoin Dempsey - Funken in der Dunkelheit

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
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    Titel: Funken in der Dunkelheit

    Autor: Eoin Dempsey


    Allgemein:

    332 S., Tinte & Feder, 2019


    Zitat von Amazon

    Inhalt:

    Dezember 1943: Die deutsche Dissidentin Franka Gerber stapft ein­sam und ohne Hoffnung durch den tief verschneiten nächtlichen Schwarzwald. Die dunklen Jahre des Krieges haben ihr nicht nur den Vater und den Bruder geraubt, sondern auch ihren Lebenswillen – bis sie im Schnee tief im Wald einen bewusstlosen Piloten der Luftwaffe findet. Nicht bereit, ihn einfach sterben zu lassen, bringt Franka ihn in die abgelegene Hütte ihrer Familie.

    Doch schnell kommen Zweifel, ob er wirklich der ist, für den er sich ausgibt. Das zarte Band zwischen ihnen ist gefährlich. Für Franka beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, um das Rätsel der wahren Identität des Piloten zu lösen, bevor sie den Verdacht der Gestapo erregt.


    Meine Meinung:

    Zu meiner eigenen Überraschung geht es in diesem Roman auch um die Widerstandsgruppe der Weißen Rose. Als fiktive Freundin von Hans Scholl beschreibt Franka Rückblickend die Ereignisse.

    Leider stellt sich einfach keine Tiefe in der Handlung ein. Im Grunde wird einfach alles, was man auch in einem Wikipediaartikel nachlesen kann, erläutert. Neue historische Erkenntnisse, wie etwa über die eigentliche Gruppendynamik pder auch die Rolle von Alexander Schmorrell betreffend, werden dabei komplett ausgespart. Insgesamt wirkt der Roman, aber auch an anderen Stellen schlecht recherchiert. Vor allem die Reichweite und der Bekanntsheitsgrad der Gruppe ist verfälscht dargestellt.

    Zudem hat Dempsey die Handlung für meinen Geschmack viel zu aufgebauscht. Er verknüpft zu viele Themen miteinander, statt sich z.B auf die Weiße Rose zu fokussieren, muss noch ein Amerikanischer Spion eingebunden werden. Das ganze ist dermaßen auf ein Seifenopermäßiges Drama ausgelegt, das hat mich einfach nur genervt. An einigen Stellen wirkte die Handlung total kitschig. Hinzukommt, das die meisten Figuren total Schablonenhaft dargestellt wurden. Selbst Franka ist lediglich ein Abziehbild einer Widerstandskämpferin. Die dargestellten Nationalsozialisten, haben ebenfalls bestimmte Rollen, aber ansonsten keine weitere Tiefe.

    Für mich war dieser Roman vor allem verschwendete Lesezeit. Schade um das wichtige Thema!




    1ratten