Leonard Cohen - The Flame/Die Flamme

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
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    Als Leonard Cohen im November 2016 starb, hatte ich mir gerade sein letztes Album gekauft und zum ersten Mal gehört, ein seltsamer Zufall ... und ich fand den Gedanken sehr traurig, dass ich damit wohl sein allerletztes Werk in Händen halte.


    Umso mehr hat es mich gefreut, als letztes Jahr dieser Band mit Gedichten und Songtexten, mit ausgewählt von Cohens Sohn Adam, erschienen ist. Er vereint die Liedtexte aus den letzten drei Studioalben und Gedichte aus seinen letzten Lebensjahren, oft geheimnisumwittert, manchmal auch bissig oder versponnen, mal gesellschaftskritisch, mal lyrisch, mal die Gedanken eines älter werdenden Mannes, ab und an auch befremdlich oder verstörend, oft mit biblischen Anklängen. Allen gemeinsam ist Cohens untrügliches Gespür für den passenden Rhythmus, so dass man selbst dann beim Lesen eine leise grummelnd-raunende Baritonstimme im Ohr hat, wenn das Gedicht überhaupt nicht vertont worden ist.


    Ergänzt wird diese schöne Sammlung um Abschriften aus Notizbüchern Cohens, in denen er Gedichtentwürfe sammelte. Manches davon wirkt naturgemäß noch unfertig und hat mich wohl hauptsächlich deshalb nicht immer angesprochen - da hätte es eventuell etwas Potential für leichte Kürzungen gegeben. Nichtsdestotrotz ist aber auch dieser Part interessant als Einblick in den Entstehungsprozess seiner Lyrik.


    Die zahlreichen Illustrationen stammen ebenfalls aus Cohens eigener Feder, so dass ein gelungenes Gesamtkunstwerk entsteht. Abgerundet wird das Buch durch eine einfühlsame Einleitung von Adam Cohen, einige Worte der beiden Herausgeber und, ganz ans Ende gestellt, Cohens recht bekannt gewordene Rede, die er anlässlich der Verleihung des "Prince of Asturias"-Preises in Spanien gehalten hat.


    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:


    Anmerkung: ich habe die englischsprachige Originalausgabe gelesen. Zur Aufmachung der deutschen Ausgabe und zur Qualität der Übersetzung kann ich somit keine Aussage treffen, außer dass ich es schade finde, dass man nicht wie bei den meisten anderen übersetzten Versionen die Titelgestaltung des Originals übernommen hat. Der Vollständigkeit halber habe ich die deutsche Ausgabe jedoch mit verlinkt.

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)