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Es gibt 12 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Judith C. Vogt.

  • Wie es sich für ein Motorrad gehört, ging es ja zügig in die Geschichte. Interessant, dass Laylay ihrem Motorrad den Spitznahmen Moped gegeben hat. Im Kreise der Motorradfahrer werden die Motorräder Moppedds genannt. Das musste ich auch erst mal lernen auseinanderzuhalten.


    Wir habe also zwei wirklich sympathische Protagonisten. Die Rettung des Babies war schon eine Leistung und es war ein Mann, der von dem Baby umgarnt wurde. Was er da auf sich nimmt, im festen Bewusstsein dadurch zu sterben und ohne zu wissen, ob das Baby nicht auch infiziert ist und alles, was er tut umsonst ist.

    Laylay wiederum sucht ihn zwar im Auftrag aber letztlich doch vor allem, weil sie ihn mag.


    Beide Protagonisten haben ihre speziellen Krankheiten, wobei ich noch nicht weiß welche es bei Laylay ist, denn eigentlich ist es ja ein Vorteil, immun zu sein. Wogegen bekommt sie die Tabletten? Bei Zeeto wissen wir ist es eine bipolare Störung, die er ohne Medikamente aber bisher irgendwie im Griff hat. Das ist sicher der Großfamlie zu danken, die ihn in den manischen Phasen auf Trapp hält und in den depressiven auffängt. Allerdings ist dann auch die Aussage zu verstehen, dass es nicht Langeweile, sondern Angst war. Da diese Krankheit sich entwickelt ist die Frage, wielange er ohne Medikamente noch damit in der Gesellschaft leben könnte. Aber im Moment ist er nicht Suizid gefährdet und es war auch nicht der Wunsch nach Sterben, der ihn in das Ödland gebracht hat.


    Die These, dass sich dort Menschen aufhalten, die ein Mittel gefunden haben, sich gegen die Gefahr zu immunisieren, klingt mal sehr glaubhaft.


    Der Vater will zu viel beschützen. Seine Tochter in den Zweispalt zu bringen sich zwischen ihm und Zeeto zu entscheiden ist nicht gerade gut für die Beziehung. Da wir die beiden weiter erleben wollen wird Laylay bleiben. Was ist mit ihrem Vater? Wird er ein Einsehen haben und auch bleiben? Eigentlich brauchen sie sein Wissen. Wenn Laylay mit ihrer Vermutung recht hat.

    Es ist spannend und berührend und in all dem Chaos haben die Menschen schon wieder eine Form von Normalität gefunden. Diese Spezies ist eben sehr anpassungsfähig.


    Eine Bemerkung muss ich machen, weil es mich einfach ärgert. Warum muss eine Vokabel wie "Schwanz" fallen, sobald es um Sexualität geht? Ich bin eigentlich immer ausgekommen ohne diese. Sicher gehört es in einen bestimmten Kreis , weil es da normal ist, aber bei den Beiden, die sich so leise aneinander annähern? Da stört es mich.

    Wenn man einem Jungen die Hose auszieht muss man dann bestätigen, dass er ein Junge ist? Wenn man einem Baby schon mehrfach die Windeln gewechselt hat, ist es da noch unsicher, welches Geschlecht es hat?

  • Hallo und schön, dass du gut reingefunden hast.

    Zwei Dinge würde ich sehr gern anmerken:

    1. Zeetos Bipolarität ist letztlich keine Krankheit, die sich entwickelt und verschlimmert, sondern eine "Störung" / Neurodivergenz und vermutlich (da gibts noch im Nachwort einen kurzen Abschnitt zu) durchaus normal im Hinblick auf menschliche Varianz. Es gibt neurotypische Menschen und neurodivergente Menschen und zu einer funktionierenden Gemeinschaft gehörte diese Varianz vermutlich immer schon dazu.

    2. Zum Windelwechseln des Babys und dem Geschlecht: Nicht alle Menschen haben das Geschlecht, das ihnen aufgrund körperlicher Merkmale zugewiesen wird. Das betrifft jetzt eher nicht Laylays Kommentar zum Inhalt von Zeetos Hose (das war einfach ziemlich schnoddrig ausgedrückt, tut mir leid, wenn das nicht dein Fall war! :D ), aber es betrifft auf jeden Fall Zeetos Überlegungen zu Mtotos Geschlecht. Zeeto hat ja schließlich einen trans Bruder und in seiner Gemeinschaft sicherlich schon häufiger die Erfahrung gemacht, dass der Inhalt der Hose nicht zwingend etwas über das Geschlecht aussagt.

  • Aha, danke für die Erklärung. Ich hab's nicht so mit den Geschlechtern (geht mir im Moment sogar ziemlich auf den Wecker). Das heißt nicht, dass ich irgendetwas gegen Menschen habe, die mit dem angeborenen Geschlecht unglücklich sind. Ich finde es gut, wenn diese nicht mehr geächtet werden und normal in die Gesellschaft integriert. Nur dass zurzeit alles übertrieben wird. Wieviel Geschlechter haben wir? Bei der letzten Zählung meinerseits waren es 60, aber inzwischen dürften es noch mehr sein.

    Ich denke einfach, wie alle anderen dort am Markt es auch sehen- es ist erst einmal ein Mädchen. Aber gut, ich lebe nicht in dieser Zukunft.


    Bei der Biopolarität bin ich wohl auf Wiki hereingefallen. "Eine bipolare Störung tritt nicht plötzlich bei einem vorher völlig gesunden Menschen auf, sondern entwickelt sich schleichend." Ich selbst kenne es nur von manisch depressiven Menschen, deren Krankheit sich leider in einigen Fällen bis zur Selbstzerstörung entwickelt hat (trotz unserer Medizin).


    Zu dem "es war nicht mein Fall" - es stört mich einfach, wenn Autoren meinen, keine anderen Worte zu finden (das habe ich schon öfter gehört) und so getan wird, als sei es völlig normal, dass man in dieser Gossensprache (oder Dirty Talk) redet. Wenn es die Toxxer gebrauchen - da passt es.

  • Hallo liebe Vögte, ja was soll ich sagen, ich bin ratzfatz in Wasteland angekommen und schwer angetan. Mein erstes Buch von Euch und ich konnte es mir nicht verkneifen, postwendend die 13. Gezeichneten zu bestellen (um die kreise ich eh schon eine Weile). :P


    Ich mag Settings, die in einer Postapokalypse spielen. (Ups, sagt das was über mich aus. :S) Un dich mag es sehr, wenn der Erzählstil humorvoll, mit einem sardonischen Augenzwinkern und mit direkter Ansprache an den Leser daherkommt. (Kennt ihr Nevernight? Fehlen nur noch Fußnoten bei Euch. ^^)


    Obwohl ja die Welt ringsum ziemlich bedrohlich und eingeent ist, sind die Menschen mit ihrem Überlebenswillen immer noch in alten Mustern unterwegs. In Gangs und Gruppen, die sich bekriegen, die jede auf ihre Weise versuchen, das meiste für sich rauszuholen. Laylay und Zeeto sind sehr sympathisch. Ich kann nicht so recht spüren, dass Zeeto so depresiv sein kann. Dafür, dass er erfährt, dass er demnächst stirbt, ist er schon ziemlich gut drauf, oder? Seine Überlegungen, was er noch alles abarbeiten muss an Wünschen, fand ich ganz normal. Er reagiert eher fatalistisch als depressiv, finde ich. Ist überhaupt ein cooler Typ. Und kinderlieb. Ich mag den Namen Mtoto sehr. Der klingt so schän, wenn man ihn laut oder leise (im Kopf) ausspricht. Die Kleine ist ja ganz verschossen in ihren Retter. Oh, Mann, wehe, ihr lasst den wirklich sterben. (Wobei, das würde auch an Nevernight erinnern :/).


    LayLay sollte sich von ihrem Vater ein bisschen lösen. Auch wenn er es gut meint, so ist er doch ziemlich festgefahren und wagt nichts Neues. Er ist zeimlich menschenscheu. Was da wohl genau mit ihrer Mutter war? Ich denke, da steckt noch mehr dahinter, was er nicht erzählt hat. Ob wir sie wirklich dort draußen im Ödland treffen werden?


    Überhaupt, was ist das mit LayLays Immunität und warum ist das Baby noch gesund? Mich erinnert das an "The girl with all the gifts". Zombiegeschichte in der die Kinder, die im Mutterleib infiiziert wurden, keine richtigen Zombies wurden. Nicht richitg immun wurden aber doch anders. Also das würde für mich erklären, warum die beiden immun sind, falls die Mütter erkrankt waren. Von Laylays Mutter ist das ja nicht bekannt. Eine Medizin wäre natürlcih für Zeeto besser.


    Ich fand so einige Kleinigkeiten spannend. Also z.B., dass das Geschlecht hier so diffus ist.

    Und dann auch etwas eklige Dinge, die ich ganz schlecht noch aus dem Kopf bekomme. (Auswaschbare Tampons. <X)

    :lesen:





  • 2. Zum Windelwechseln des Babys und dem Geschlecht: Nicht alle Menschen haben das Geschlecht, das ihnen aufgrund körperlicher Merkmale zugewiesen wird. Das betrifft jetzt eher nicht Laylays Kommentar zum Inhalt von Zeetos Hose (das war einfach ziemlich schnoddrig ausgedrückt, tut mir leid, wenn das nicht dein Fall war! :D ), aber es betrifft auf jeden Fall Zeetos Überlegungen zu Mtotos Geschlecht. Zeeto hat ja schließlich einen trans Bruder und in seiner Gemeinschaft sicherlich schon häufiger die Erfahrung gemacht, dass der Inhalt der Hose nicht zwingend etwas über das Geschlecht aussagt.


    Ich hab's nicht so mit den Geschlechtern (geht mir im Moment sogar ziemlich auf den Wecker). Das heißt nicht, dass ich irgendetwas gegen Menschen habe, die mit dem angeborenen Geschlecht unglücklich sind. Ich finde es gut, wenn diese nicht mehr geächtet werden und normal in die Gesellschaft integriert. Nur dass zurzeit alles übertrieben wird. Wieviel Geschlechter haben wir? Bei der letzten Zählung meinerseits waren es 60, aber inzwischen dürften es noch mehr sein.

    Ich denke einfach, wie alle anderen dort am Markt es auch sehen- es ist erst einmal ein Mädchen. Aber gut, ich lebe nicht in dieser Zukunft.


    Rhea, da bin ich ganz bei Dir. Ich fand es auch seltsam, dass hier als erstes überlegt wird, ob ein Mädchen auch ein Mädchen ist und umgekehrt. Warum hat Zeeto diese Erfahrung schon öfters gemacht? Ich bin mal ehrlich, ich weiß ja, dass es das gibt und wenn man die Prozentzahlen kennt, wahrscheinlich auch irgendwo in meiner Umgebung. Aber mir persönlich ist das in 50 Jahren noch nie persönlich untergekommen. Und ich denke auch, dass man zuerst mal das Geschlecht so nimmt, wie man es beim Öffnen der Windel vorfindet. Ganz ohne Analyse und Hintergedanken. Sonst wäre meine Vermutung, dass die Gifte in der Umwelt auch zu Mutationen führen?


    Das betrifft jetzt eher nicht Laylays Kommentar zum Inhalt von Zeetos Hose (das war einfach ziemlich schnoddrig ausgedrückt, tut mir leid, wenn das nicht dein Fall war! :D ),

    Habe gleich mal meine zwei erwachsenen Söhne interviewt (Mama, was liest Du denn für Bücher?=O). Bei uns dreien kam diese "Schwanz-Sache" aber so an, wie die Vögte sie wohl gemeint hatten. Etwas burschikos-schnoddrig und eher humorvoll denn abwertend. Der Begriff ist bei jungen Männern durchaus im Gebrauch. Vielleicht will man damit ein bisschen das Peinliche und intime verschleiern - oder es soll suggerieren, dass da etwas "Großes" gemeint ist. :D:D Wie auch immer, ich hab mich nicht an dem Ton gestört. Ich fand ihn passend zur Aussage und zur Situation.

    Finde übrigens schön, wie zart und romantisch das Küssen und die Annäherung der beiden beschrieben wird. Durchaus romantisch. Gerade dieser Tonwechsel... manchmal etwas derb und dramatisch, manchmal romantisch und jugendlich-unbedarft gefällt mir ausgesprochen gut. Passt zu den beiden Hauptdarstellern.

    :lesen:





  • Der Vater will zu viel beschützen. Seine Tochter in den Zweispalt zu bringen sich zwischen ihm und Zeeto zu entscheiden ist nicht gerade gut für die Beziehung.

    Eigentlich müsste ihm ja schon seit Jahren klar sein, dass die Tochter nicht ewig alleine mit ihm durch die Welt ziehen will. Er muss zumindest für sie doch etwas mehr wollen. Auch wenn er vielleicht sein Leben schon etwas abgehakt hat.

    :lesen:





  • Ich liebe es.

    Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, bei dem ich von der ersten Seite an so drin war und wirklich mitten in der Story landete.

    Was oben zu Geschlechtern gesagt wurde, kann ich nicht nachvollziehen/bestätigen. Mal davon abgesehen, dass auch medizinisch der Phänotyp noch kein eindeutiges Merkmal wäre, finde ich ihr seid das amüsant und genial angegangen. Auch, dass es eben erst mal eine Fremdsicht ist, welchem der gesellschaftlich akzeptierten zwei (im Buch werden Enbys ja quasi noch als drittes Geschlecht genannt) Geschlechtern ein Baby (und Kind) angehört. Die persönliche Entwicklung und Entscheidung hinsichtlich des Geschlechts kommt ja meistens erst in der Pubertät auf den Tisch. Also wie gesagt, ich finde es grandios gelöst.

    Laylay ist mir sehr sympathisch. Sie ist direkt und aktiv, hadert nicht lange und trifft eigene Entscheidungen. Dass sie noch sehr an ihren Vater gebunden ist, wird durch ihr Alter und das Leben der beiden deutlich. (Übrigens fand ich es auch toll, dass Türkisch in eurer Welt so eine große Rolle einnimmt und gleichzeitig von Laylay und ihrem Vater die Gleichsetzung von Türkisch und Schimpfworten kritisiert wird).

    Zeeto wirkt wesentlich jugendlicher als sie, was durch seine Phasen, aber auch den gesellschaftlichen Rahmen, in dem er sich bewegt, klar wird. Ich kann mich sehr gut in ihn rein versetzen und hoffe, er stirbt nicht gleich im nächsten Teil.

    Ich schätze, Laylays Mutter wird noch eine Rolle spielen, zumindest die Vorgeschichte der Eltern. Auch Laylays eigene Krankheit, kann ich mir vorstellen, wird noch zur Handlung beitragen.

    Also bis jetzt: topp, ich kann es nicht erwarten, weiter zu lesen. Ich liebe es, hab ich das schon erwähnt?

    Träume sind die Edelsteine unserer Gedanken - Bücher sind Juwelen für die Seele


    Buchbloggerin

    Autorin

  • Oh, das ist aber ein guter Einstieg, freut mich sehr, dass du gut reingekommen bist!
    Ja, "enby" ist hier quasi ein "Umbrella-Term" für die meisten Leute, die nicht männlich oder weiblich sind. Das ist natürlich eine verkürzte Darstellung, aber sowohl im Handgebunden-Markt als auch bei den Brokes wären die Leute vermutlich offen, wenn man einen anderen Begriff und andere Pronomen vorziehen würde. ;)

    Das stimmt, Zeeto wirkt durch den familiären Kontext, in dem er noch die Rolle "Kind" bzw. "Enkelkind" hat, jünger als Laylay.
    Danke für das Lob zum Türkischen, da hatten wir Hilfe. :D Auch die Anregung, dass Laylay und Azmi sich darüber ärgern könnten, wie vor allem türkische Schimpfwörter von den Brokes verwendet werden, kommt von einem Testleser mit türkischem Hintergrund. :)

  • Ich bin auch sofort rein gekommen. Ich kenne euch ja schon von den 13 (;)), muss aber sagen, Wasteland ist noch einmal eine vollkommen andere Nummer. Rauher, mehr Introspektiv und absolut mega cool. Entweder ich mag solche außergewöhnliche Sprache oder sie lässt mich nicht ins Buch kommen. Aber hier? Da passte alles perfekt und ich mochte die Charaktere sofort!


    Eine ungewöhnliche Zusammenstellung, das auf jeden Fall. Und ihr habt ziemlich viele Themen eröffnet, die beackert werden wollen. Ich habe selten ein Fantastisches oder dystopisches Buch erlebt, bei dem Bipolarität so offensichtlich und gerade heraus angesprochen wurde beispielsweise!


    Ich bin noch nicht ganz durch mit dem ersten Abschnitt. Sobald ich ihn fertig gelesen habe, meldfe ich mich wieder =)

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • So. Jetzt bin ich auch mit dem ersten Abschnitt durch (sorry, hat etwas länger gedauert als geplant ;))


    ich habe mich übrigens an dem Schwanz jetzt nicht gestört, da es konform mit der Sprache und auch mit der Welt geht. Von daher ... ist es für mich Okey :) auch wenn der Ausdruck natürlich in den Dirt Talk gehört.


    Ich liebe Leyley Und Zeeto. Sie sind unterschiedlich, fühlen sich zueinander hingezogen, haben aber auch eine gemeinsame Vergangenheit. Gut so! Sie sind sehr sympathisch und ziemlich direkt *lach* und das mag ich.


    Ich denke, dass Zeeto nicht erkrankt ist. Im übrigen. Er zeigt keine Anzeichen und auch das Würmchen scheint immun. Vielleicht hat sich auch an der Krankheit selbst etwas verändert? Mhhhm ..

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Schön dich zu lesen! *winkt*

    Freut mich, dass du gut reingekommen bist und Laylay und Zeeto schon mal ganz gern magst. :D Alles weitere - wir werden sehen! :D