Gregory Bassham / Eric Bronson (Hrsg.) - Der Herr der Ringe und die Philosophie

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Der Herr der Ringe und die Philosophie von Gregory Bassham / Eric Bronson (Hrsg.)


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    Über das Buch:

    Dieses Buch wurde in Deutschland 2009 von Klett-Cotta herausgegeben, das von Bastei Lübbe produzierte und von Timmo Niesner (deutscher Synchronsprecher der Figur Frodo Beutlin) gelesene Hörbuch ebenfalls. Es zählt 288 Seiten, bzw. 270 Hörminuten.


    Inhaltsangabe gemäß Verlagsseite Klett-Cotta:

    "Eine leicht lesbare Einführung in die grundlegenden Fragestellungen der Philosophie und ein spannender Beitrag zu den vielfältigen Möglichkeiten, wie das beliebteste Buch aller Zeiten gelesen werden kann. Was hat Nietzsches Wille zur Macht mit Frodos Ring zu tun? Wie hängen Augustins Vorstellungen über die Natur des Bösen mit Gandalfs Gedanken über Saruman zusammen?

    Wenn ein sterbliches Wesen - zum Beispiel ein Mensch oder ein Hobbit - einen Ring der Macht besäße,würde er sich dann noch für ein moralisches Leben entscheiden? Gregory Bassham und andere akademische Philosophen zeigen, wie sich im »Herrn der Ringe«, dem beliebtesten Buch unserer Zeit, die großen philosophischen Fragen von Platon bis Nietzsche entdecken lassen. Den Leser erwartet eine leicht lesbare und unterhaltsame Einführung in die wichtigsten Themen der Philosophie.

    - Bilbos Ring als Symbol für den Zusammenhang von Macht und Moral.

    - Saurons finstere Pläne: Technik und Umweltzerstörung als Frage der Ethik.

    - Das Auenland und die Suche nach dem Glück als dem »einfachen Leben«"



    Stil und meine Meinung

    Ich habe das Hörbuch gehört, doch das macht keinen großen Unterschied. Es stellt quasi eine Lesung von Timmo Niesner dar. Dass es sich hierbei um die deutsche Stimme von Frodo aus "Der Herr der Ringe" handelt, war irgendwie passend (und ein kleines bisschen amüsant) für mich. Ruhig und sachlich liest Niesner die Essays vor und belebt dabei den Text, der zuweilen wie eine akademische Abschlussarbeit wirkt, auf angenehme Art und Weise. Großer Pluspunkt also hierfür.


    Das Buch ist in mehrere Essays aufgebaut, die sich jeweils einem bestimmten Thema, einer Hypothese oder einer philosophischen Frage widmen. Die Essays bilden 5 Kapitel, jeweils in Schlüsselthemen aufgeteilt (zB "Zeit und Sterblichkeit", oder "Gut und Böse in Mittelerde",...).


    Die einzelnen Kapitel bzw. Essays mögen zwar wie Haus- oder Abschlussarbeiten wirken, aber für qualitativ minderwertig halte ich sie deswegen natürlich nicht. Vielmehr habe ich mich oft in meinen Gedanken bestätigt gesehen und fand es gut, dass ich ähnliche Erkenntnisse selbst ähnlich zu Papier gebracht hätte. Und einige Gedanken waren auch definitiv neu. Außerdem habe ich die übersetzte Version genießen dürfen, vielleicht ist es im Original anspruchsvoller. Und selbst wenn nicht, tut das meiner Meinung keinen Abbruch, dass hier ein paar gute, bodenständige interessante Essays gesammelt wurden, die sich zu spannenden philosophischen Themen in "Der Herr der Ringe" und rund um die Geschichte herum äußern.


    Meine liebsten Kapitel waren folgende:


    "»Mein Schatz«: Tolkiens Ring als Fetisch" (von Alison Milbank)

    "Tolkiens sechs Schlüssel zum Glück" (von Gregory Bassham)

    "Tolkiens »grüne Zeit«: Umweltthemen im Herrn der Ringe" (von Andrew Light)

    ...und eigentlich alle drei Essays zum Thema Gut vs. Böse.


    Alles in Allem bestimmt kein philosophisches Meisterwerk voller Neuerkenntnisse, aber sicherlich sehr interessant und angenehm zum Lesen oder Zuhören. Für Fans von "Der Herr der Ringe" bestimmt ein netter Zeitvertreib, für Hobby-Philosoph*innen ebenso. Ich bin beides und wurde recht gut unterhalten.

    (Ein umfassenderes Werk wäre schön gewesen, aber da gibt es bestimmt noch einiges da draußen.)



    Ich gebe 4 Ratten.


    4ratten