Erich Maria Remarque - Arc de Triomphe

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Titel: Arc de Triomphe

    Autor: Erich Maria Remarque


    Allgemein:

    704 S; Kiwi-Taschenbuch, 2017 (erstmals 1945 erschienen)



    Inhalt:

    Paris, etwa ein Jahr vor dem Ausbruch des 2ten Weltkriegs:

    Rivak musste aus Deutschland fliehen. Er lebt illegal in Paris und arbeitet ebenfalls illegal als Arzt für Prostituierte und ein Krankenhaus in dem einer der Ärzte seinen Status bewusst ausnutzt. Die Ereignisse in Deutschland verdrängt er so gut es eben geht.

    Die Liebesbeziehung zu einer jungen Frau (Joan) scheitert an deren Rastlosigkeit. Er glaubt sich immer wieder verfolgt und meint, einen der Haupttäter wieder zu erkennen, der in Deutschland brutal gegen ihn vorging und auch für den Tod von Rivaks damaliger Geliebten verantwortlich ist. Er entscheidet sich zu Handeln und Rache zu üben...


    Meine Meinung:

    Zugegebener Maßen, eigentlich gehörte "Arc de Triomphe" nie auf die Liste der Bücher die ich unbedingt mal lesen wollte. Ein Freund hatte mich mal drauf gebracht, weil er das Buch so toll fand. Interessant finde ich, das mir nach der Lektüre auch ein bisschen klar wurde warum :lachen:


    Aber ich persönlich habe mich damit ziemlich schwer getan. Vor allem, weil diese unsägliche Liebesgeschichte für mich einen viel zu großen Raum eingenommen hat. Ich konnte einfach die Anziehung der Figuren zu einander absolut nicht nachvollziehen und fand gerade Joan einfach nur furchtbar.

    Historisch betrachtet kann man bei "Arc de Triomphe" übrigens sehr genau sehen, wie normal es zum Zeitpunkt der Handlung war, antisemitische Äußerungen zu machen - immer wieder wird von verschiedener Seite ein Unterschied zwischen jüdischen Emigranten und anderer Emigranten gemacht - der immer wieder mit dezidiert Antisemitischen Äußerungen untermauert wird. Das wird auch nicht in Zusammenhang mit den Nazis gesetzt oder so. Es wird auch nicht hinterfragt.


    Gleichzeitig wirkt der Roman an einigen Stellen auch irgendwie verharmlosend. Als ob es ein großer Spaß und ein Abenteuer war, Deutschland verlassen zu müssen aus Angst vor der Nationalistischen Verfolgung. Vielleicht hätte ich mir da weniger Distanziertheit gewünscht. Irgendwie lies mich die Handlung einfach kalt. Ich denke das lag daran, das der Fokus so dermaßen stark auf dieser absolut nervtötenden Liebesgeschichte lag, das alles, was ich interessant gefunden hätte, zu stark in den Hintergrund rückte. Den Rivak praktiziert z.B. illegal als Arzt, weil er ohne Papiere eigentlich keine Arbeitserlaubnis hat. Und z.B Joans Hintergrundgeschichte bleibt absolut im Dunkeln. Ein Stückweit geht es ja auch um die verständlichen Rachegefühle, aber diese Handlung setzt so spät ein, da ist der Roman dann schon fast zu Ende. Schade, wenn dieser Punkt schon früher stärker im Fokus gelegen hätte, hätte mir der Roman vermutlich besser gefallen.


    Es sei noch erwähnt, das "Arc de Triomphe" nach "Im Westen nichts Neues" der zweite wirklich große Welterfolg von Remarque wurde. Der selbst übrigens der Ansicht war, das Schriftsteller sich erst zum Geschehenen äußern sollten, wenn es dann um die Aufarbeitung geht. :rolleyes: Er sah die Verantwortung gegen die Nationalsozialisten zu kämpfen im Militär.


    Von mir gibt es eine schlechte Bewertung, auch im Hinblick darauf, das ich andere Romane kenne, die z.B auch diese Zeit in Paris eingefangen haben und für mich aber weitaus lebendiger erzählt haben (Der Vulkan von Klaus Mann z.B.). Und ich auch sonst die Geschichte an vielen Stellen zu zögerlich fand. Und irgendwie auch zu passiv.


    2ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Puh, da musste ich tief in meinen Erinnerungen graben. Ich habe noch in der Schule und danach noch ein oder zwei Mal Im Westen nichts Neues gelesen. Danach auch Arc de Triomphe und Die Nacht von Lissabon. Bei beiden hatte ich ähnliche Gefühle wie du. An Im Westen nichts Neues sind sie für mich nicht heran gekommen.

    Being alone isn't something to endure - it's something to relish.