Staubfänger oder Frischlinge? Challenge 6.12.2019 - 6.12.2020

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 1.415 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kritty.

  • Im letzten Buch hatte ich auch wieder eine Pizza gefunden, aber die kann ich doch nicht immer melden wenn ich eine finde. Das würde den Thread nicht nur kalorientechnisch aufblähen.

    Wie wäre es stattdessen mit einer Vichyssoise? Meine aktuellen Protagonisten wissen gut zu speisen.

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

  • Igela

    Das ist doch klar, als die erste Pizza auftauchte, verfielen wir alle in Pizzapanik. Daher haben die meisten diese Kategorie jetzt schon besetzt :elch:


    11.FRAUENPOWER

    b. Lies ein Buch, in dessen Titel oder Autorenname das Wort Frau, Mädchen oder Girl oder ein Frauenname erwähnt wird ( klar erkennbar) 2 Punkte

    Hab mich quasi abgesichert :err:

    Holly Jackson - A Good Girl's Guide to Murder

  • Igela

    Bei Körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung, zählst Du da Autismus, Asberger auch dazu?

    Ganz klar ja!

    Da habe ich von gestern abend eine kleine Geschichte für euch. Ich arbeite ja mit Jugendlichen mit einer Beeinträchtigung. Unter anderem lebt in der WG seit neustem ein junger Mann , der Autist ist. Nun sollte er gestern abend für seine WG Kumpels und mich, Pasta mit Tomatensauce (aus dem Glas) kochen. Dazu Salat mit selbst gemachter Salatsauce. Er hat gemeint, er wisse wie er das kochen müsse und ich habe ihn mal machen lassen. Nach 10 Minuten, Kontrollblick in die Küche. Herr Meisterkoch hatte die Sauce schon am blubbern, kein Tisch gedeckt, keine Salatsauce angerührt, Nudelwasser nicht mal im Topf. Habe ihm erklärt, dass er so weit er kann, vorbereiten soll, also Salatsauce, Tisch decken. Dann das was am längsten hat zum Kochen, also Nudelwasser und Nudeln und ganz am Schluss "die Pastasauce erwärmen". Alles klar, meinte er. Ich zur Küche raus, nach 10 Minuten erneuter Kontrollblick. Er sitzt am Tisch, daddelt am Handy rum. Kein gedeckter Tisch, keine Salatsauce gemacht, kein Nudelwasser, Tomatensauce spurlos verschwunden. Auf meine erstaunte Frage, was er mache, sagt er "Warten". Ich:" Warten auf?

    " Er: Damit ich am Schluss die Tomatensauce erwärmen kann, muss die ja erst wieder kalt sein." Also hat er die in den Eisschrank gestellt "zum kalt werden" und wollte bei Null, dh mit allem beginnen, wenn die Ausgangssituation wieder so ist, wie eine halbe Stunde zuvor.

    Eigentlich logisch ...oder?

  • Igela

    So unterschiedlich sind die Herangehensweisen. Danke für den kleinen Einblick in diese Gedankenwelt.

    Ich lese gerade "Kissing Lessons" von Helen Hoang und bei der Recherche für das Buch, fiel der Autorin auf, das es parallelen zu ihrem eigenen Leben gibt. Bei ihr wurde dann Asberger diagnostiziert und das hat ihr Leben für immer verändert, sie schreibt in ihrem Nachwort darüber, wie es auch dafür gesorgt hat sich selbst besser zu verstehen. Ihr Roman ist für sie ein Teil der Sichtbarmachung von Frauen und Autismus, da oftmals nur Männer im Fokus der gesellschaftlichen Wahrnehmung stehen.

  • In meinem letzten Roman war der Stiefsohn des Protagonisten Ben Murray auch Autist. Allerdings kann ich nicht beurteilen, wie authentisch Simon Beckett die Krankheit wirklich beschrieben hat. Mein Gefühl sagt mir, dass es eine Weichspüler-so-stellt-sich-der-Autor-diese-Krankheit-nach-einer-Online-Recherche-Version war, aber wie schon gesagt, mir fehlt das notwendige Rüstzeug zu einer fundierten Beurteilung.


    Ich packe den Roman in die Kategorie 12c: Lies ein Buch, in dem der Protagonist weder verliebt , noch verheiratet ist , noch in Beziehung lebt.

    Simon Beckett - Obsession und vergebe zwei Ratten. Der Einstieg in die Geschichte macht Interesse, aber dann plätschert die Handlung ohne jeglichen Spannungsbogen vor sich hin. Zudem greift Beckett laufend tief in den Klischee-Topf. Das war definitiv nicht sein bester Roman.

  • dodo Ich bin da meist sehr heikel, was das anbelangt. Ganz schlimm finde ich den "Jöh Effekt" in Büchern und Filmen von Menschen, die mit einer Beeinträchtigung leben.

    Ein tolles und durch und durch authentisches Buch, da die Autorin, wie ihre Protagonistin Asperger hat ist " Mein Leben als Sonntagskind"von Judith Visser.

  • Beitrag von Anne ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Jöh Effekt?

    Wie soll ich das erklären...ich kriege Zustände, wenn Beeinträchtigungen verniedlicht werden. Ich kann es dir nicht erklären, sondern kommt beim Lesen eines Buches oder Schauen eines Filmes auf. Ganz schrecklich finde ich zb Forrest Gump. Der Autist, der zur Lachnummer wird.

    Das ist mein ganz pers. Empfinden. Denn ich verstehe, dass solche Filme von Nutzen sind, Menschen, die nicht die Chance wie ich haben, sich direkt mit Menschen mit Beeinträchtigung auszutauschen, zu sensiblisieren.

    Aber genauso finde ich Filme oder Bücher schrecklich, in denen über Uebergewichtige, Menschen mit anderer Hautfarbe, Religion usw.gelacht wird. Ich finde das einfach nicht lustig.

    Einmal editiert, zuletzt von Igela ()

  • Forrest Gump habe ich ehrlich gesagt nie als Autisten betrachtet und finde auch nicht, dass er über Gebühr zur Lachnummer gemacht wird. (Im Gegenteil - er ist ja trotz oder manchmal auch gerade durch seine spezielle Art, welcher Natur auch immer, erfolgreich.)


    Aber ich gebe Dir recht, es ist ein schmaler Grat zwischen realistischer Darstellung, die anderen Menschen eine bestimmte Beeinträchtigung oder Problematik nahebringt, und Verniedlichung/Simplifizierung.

    If you get tired, learn to rest, not to quit.

    (Banksy)

  • Ich weiß, was du meinst. Mich stören im Moment diese ganzen "Autisten" in gefühlt jeder Sendung (The Good Doctor etc.), die alle irgendwie sympathisch schräg, aber mega erfolgreich sind. Autismus ist halt nicht immer so einfach und lustig, wie es dort dargestellt wird. Ich habe selbst einen Betroffenen in der Familie, der nur eine leichte Form von Autismus hat, aber schon die schränkt ihn und seine nahen Angehörigen sehr ein.

    Forrest Gump habe ich nie gesehen.


    Aber wieso nennst du es Jöh-Effekt? Ist das ein Fachbegriff oder von dir?

  • Aber wieso nennst du es Jöh-Effekt? Ist das ein Fachbegriff oder von dir?

    Eim Schweizer Ausdruck..."Jöh" heisst, das etwas oder jemand sehr süss, lieblich oder amüsant ist. Meist kuschelige Haustiere oder süsse Kinder. Und in Büchern oder Filmen werden halt manchmal Menschen mit einer Beeinzrächtigung "jöh" dargestellt.

  • Zank

    Stimmt, das ist das neueste Thema (seit Sheldon von Big Bang Theory der ja oftmals in diese Richtung interpretiert wird)... Deshalb gefiel mir Kissing Lessons auch, weil ich finde schon, das man merkt, das die Autorin aus eigenen Erfahrungen schöpfen konnte. Allerdings hat auch diese Figur einen ziemlich erfolgreichen Job (ich vermute das ist dann wieder dem Trend geschuldet. Der Roman ist schon 2016 im Original erschienen).

    Allerdings schreibt sie selbst in ihrem Nachwort darüber, das es eben ihre Erfahrung ist und das ihre Figur im Roman auch nicht den Anspruch hat, alle Erfahrungen die Autistinnen machen, abzudecken. Es ist ein Blickwinkel, aber eben einer von vielen. Das fand ich echt gut.

  • Hier nun meine Rezi und 5 Punkte auf meinem Konto für:



    7.Handlung
    c. Lies ein Buch mit einer Figur mit einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung oder lebensbedrohenden/ einschränkenden Krankheit (keine Altersbeschwerden, Schnupfen usw) 5 Punkte:

    Helen Hoang - Kissing Lessons

    Die Hauptfigur Stella ist Autistin und dies ist auch ein Grund, weshalb sie sich einen Escortmann engagiert. Sie möchte "besser" im Bett werden und daher ist es nur logisch für sie, sich einen Experten zu holen.