03 - Donnerstag bis Seite 278

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Es gibt 15 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von foenig.

  • Hier könnt Ihr zum dritten Abschnitt - Donnerstag vor dem Attentat - schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen

    :lesen:





  • Schön langsam landen alle in Sarajevo.

    FF mit der Viribus unitis und Sophia per Bahn. Amüsant fand ich übrigens auch den Spezialbericht der Reichspost über die Wohnung des Thronfolgerpaares in Ilidza - Homestorys gibt es anscheinend schon recht lange!;)

    Dass FF oft so harsch reagiert, macht ihn nicht gerade sympathisch. Das ist er eigentlich nur im Umgang mit seiner Familie. Ansonsten scheint er mir recht arrogant und unbeherrscht.


    Auch die Attentäter kommen langsam an ihr Ziel. Es erscheint fast unbegreiflich, dass sie nicht schon vorher festgenommen werden konnten - so viele Zufälle, die sie eigentlich nur mit viel Glück überstanden haben. Unglaublich!

    Ulf Schiewe: Ich frage mich schon die ganze Zeit, was die Attentäter eigentlich wollten. Natürlich, den Thronfolger umbringen, soweit ist das schon klar. Aber was wollten sie darüber hinaus? Was haben sie gedacht, dass nach so einem Attentat passieren wird? Haben sie nicht mit einem Krieg gerechnet? Haben sie das in Kauf genommen? Sie können doch nicht damit gerechnet haben, dass Österreich nicht kriegerisch reagiert. Oder?

    Es ist schon klar, dass sie benutzt wurden, aber irgendwas müssen sie doch auch selbst dabei gedacht haben.


    Markovic und Simon sind weiter intensiv auf der Suche und immer ein wenig zu spät dran.

    Gede und Mayerhoffer waren ja damals tatsächlich in Sarajevo tätig - haben sie die Verdachtsmomente ernst genommen? Haben sie versucht, dass Attentat zu verhindern?


    Und Svjetlana unterstützt Markovic - eine hübsche Liebesgeschiche wird also auch noch eingeflochten. Mal abwarten, wie es diesbezüglich weitergeht. Ich bin schon neugierig wie Ulf Schiewe Markovic "verarbeiten" wird. Er ist in diesem Roman zwar nur eine fiktive Person, aber auch fiktive Personen werden nach so einem Attentat nicht gerade befördert:/


    Mal eine Frage an Ulf Schiewe , die nicht zu diesem Buch gehört:

    welche Pläne hast Du für Dein nächstes Buch/Deine nächsten Bücher? Welche Epochen haben dich diesmal nicht mehr losgelassen?;)


  • Zur ersten Frage: Das Ziel ist, wie bei allen Attentaten oder Terroranschlägen, das Regime zu destabilisieren. Sie haben gedacht, sie könnten die Donaumonarchie vielleicht ins Wanken bringen. Oder auch andere zum Widerstand ermutigen. Es war ja ein Vielvölkerstaat. Man könnte fast sagen ein Kolonialreich.


    Und zur zweiten Frage, das nächste Buch ist schon fertig und kommt im März: DIE KINDER VON NEBRA

  • Das Ziel ist, wie bei allen Attentaten oder Terroranschlägen, das Regime zu destabilisieren. Sie haben gedacht, sie könnten die Donaumonarchie vielleicht ins Wanken bringen. Oder auch andere zum Widerstand ermutigen. Es war ja ein Vielvölkerstaat. Man könnte fast sagen ein Kolonialreich.

    Aber es war ja die ganze Situation in diesem Vielvölkerstaat schon enorm angespannt. War ihnen nicht klar, dass so ein Attentat der Funke sein könnte, der alles explodieren lässt? Und dass diese Explosion dann völlig unkonntrollierbar wäre?

    Ein paar der Attentäter haben ja überlebt, sind verhaftet worden und sie haben ja auch zumindest den Beginn des 1 WK miterlebt bzw auch noch jene Zeiten wo die erste enorme Euphorie schon der realen Einschätzung gewichen ist. Haben sie sich diesbezüglich irgendwie geäußert?

  • Und zur zweiten Frage, das nächste Buch ist schon fertig und kommt im März: DIE KINDER VON NEBRA

    Das klingt ja auch wieder interessant...:saint: wobei ich zugeben muss, dass ich noch keine Ahnung habe von dieser Himmelsscheibe...

  • Und zur zweiten Frage, das nächste Buch ist schon fertig und kommt im März: DIE KINDER VON NEBRA

    Das klingt ja auch wieder interessant...:saint: wobei ich zugeben muss, dass ich noch keine Ahnung habe von dieser Himmelsscheibe...

    Demnächst werde ich mal was dazu veröffentlichen. Eines kann ich verraten, es war für mich das bisher herausforderndste Projekt. Aber mein Verlag ist von dem Ergebnis begeistert.

  • Ich frage mich schon die ganze Zeit, was die Attentäter eigentlich wollten. Natürlich, den Thronfolger umbringen, soweit ist das schon klar. Aber was wollten sie darüber hinaus? Was haben sie gedacht, dass nach so einem Attentat passieren wird? Haben sie nicht mit einem Krieg gerechnet? Haben sie das in Kauf genommen? Sie können doch nicht damit gerechnet haben, dass Österreich nicht kriegerisch reagiert. Oder?

    Es ist schon klar, dass sie benutzt wurden, aber irgendwas müssen sie doch auch selbst dabei gedacht haben.

    Mhm ... irgendwo im Buch sagst du doch auch, dass sich Nerdijek (entschuldige falls ich den Namen falsch geschrieben habe) gegen die Monarchie ausspricht und die Anwesenheit von Österreich (und vor allen Dingen die Manöver) als Besatzung empfindet. Dieser Fakt, dass er sich als Schüler bzw Student so fühlt, als hätte er mehr Ahnung von der Welt als andere, und die eigene kleine Rebellion gegen seinen Vater sind wohl Bausteine für diesen Akt der Rebellion - dass er und seine Freunde nichts mehr zu verlieren haben, trägt wohl auch dazu bei. Ich empfinde sie als ... verklärt im weitesten Sinne.


    Dagegen stehen die letzten Seiten des Kapitels, in denen Gavrilo ja sieht, dass es auch noch andere Dinge im Leben gibt, die von Bedeutung sein können (sei es durch alte Jugendfreundschaften oder neue Bekanntschaften. Ganz mit ihrem Leben abgeschlossen hat er zumindest noch nicht ...)


    Svjetlana empfinde ich noch als eine recht starke Figur, aber auch undurchsichtig. Ich bin gespannt was für eine Rolle sie für die Schwester noch spielen wird ...

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Svjetlana empfinde ich noch als eine recht starke Figur, aber auch undurchsichtig. Ich bin gespannt was für eine Rolle sie für die Schwester noch spielen wird ...

    Ja - ich bin auch schon neugierig, welche Rolle Ulf ihr zugedacht hat. Auf alle Fälle ist sie eine sehr starke Persönlichkeit mit Hirn und Herz. Ich finde überhaupt, dass die fiktiven Personen dieses Romans die Spannung wirklich steigern und die Handlung vorantreiben. Ich frage mich aber die ganze Zeit, was Gede und Mayerhoffer gemacht haben. Ob sie so aktiv waren, wie beschrieben oder ob sie auch eher abwarteten.


    gegen die Monarchie ausspricht und die Anwesenheit von Österreich (und vor allen Dingen die Manöver) als Besatzung empfindet. Dieser Fakt, dass er sich als Schüler bzw Student so fühlt, als hätte er mehr Ahnung von der Welt als andere, und die eigene kleine Rebellion gegen seinen Vater sind wohl Bausteine für diesen Akt der Rebellion - dass er und seine Freunde nichts mehr zu verlieren haben, trägt wohl auch dazu bei.

    Du hast damit natürlich vollkommen recht: all dies sind Bausteine für die Rebellion. All das und ihr jugendlicher Idealismus macht sie auch zu leichten Opfern von Tankosic und Dimitrijevic.

    Aber ich frage mich trotzdem, wie sie die möglichen Folgen eingeschätzt haben. Ob sie es nicht einen Moment lang in Erwägung gezogen haben, dass ihr Attentat wesentlich weiterreichende Folgen haben könnte. Und wie sie es später eingeschätzt haben. Es ist mir schon klar, dass sie vielleicht auch Anstoß für größeren Widerstand sein wollten - aber war ihnen nicht klar, dass in einem Vielvölkerstaat (der eh schon an allen Ecken und Enden Probleme hatte) so ein Attentat fast zwingend einen Krieg zur Folge hat? Österreich-Ungarn musste reagieren. Die "harmloseste" Variante wäre noch ein interener Krieg (ein brutaleres Vorgehen gegen die nationalistischen Bestrebungen) gegen Bosnien/Herzegowina/Serbien gewesen.


    Ist dann Fanatismus und Idealismus die einzige Erklärung für dieses Nicht-weiter-Denken?

  • Terroristen wollen ja gerade aufmischen und destabilisieren, Sie glauben ja auch nicht, dass man herausfindet, dass der serbische Geheimdienst dahintersteckt. Sie sind ja Bosnier, wenn auch serbische. Insofern wäre es eine interne Angelegenheit. Und ob es einen großen Krieg auslöst, ich glaube nicht, dass sie so weit gedacht haben.

  • Und Svjetlana unterstützt Markovic

    Wie hier Svjetlana das Mädchen aushorcht ist ganz schön raffiniert. Sie hat sehr viel Fingerspitzengefühl und stellt genau die richtigen Fragen. Sehr schlau von Marcovic, sie um Hilfe zu bitten. Das es zwischen den zweien knistert, finde ich nett. Aber auch schade, denn ich rechne ihnen im Augenblick keine großen Zukunftschancen aus. Obwohl... :/ im Krieg könnte sich so einiges ändern.

    Mhm ... irgendwo im Buch sagst du doch auch, dass sich Nerdijek (entschuldige falls ich den Namen falsch geschrieben habe) gegen die Monarchie ausspricht und die Anwesenheit von Österreich (und vor allen Dingen die Manöver) als Besatzung empfindet. Dieser Fakt, dass er sich als Schüler bzw Student so fühlt, als hätte er mehr Ahnung von der Welt als andere, und die eigene kleine Rebellion gegen seinen Vater sind wohl Bausteine für diesen Akt der Rebellion - dass er und seine Freunde nichts mehr zu verlieren haben, trägt wohl auch dazu bei. Ich empfinde sie als ... verklärt im weitesten Sinne.

    Verklärt oder einfach noch im jungendlichen Blickwinkel, der noch nicht viel erlebt hat und der die Weisheiten der Alten anzweifelt. Jede Generation möchte ja ihre eigenen Erfahrungen machen. Deshalb ändern sich manche Dinge so langsam und manches auch gar nicht. Weil es immer wieder solche Idealisten gibt, die glauben, sie könnten mit solchen Gewaltaktionen die Welt ändern.

    Und ob es einen großen Krieg auslöst, ich glaube nicht, dass sie so weit gedacht haben.

    Das glaube ich auch nicht. Die Frage ist ja immer spannend, ob ein Krieg z.B. verhindert worden wäre, wenn dies oder jenes nicht geschehen wäre. Oder war das nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat und hätte es nicht auch ein anderer Tropfen, vielleicht eine kleine Weile später, sein können?

    :lesen:





  • Weil es immer wieder solche Idealisten gibt, die glauben, sie könnten mit solchen Gewaltaktionen die Welt ändern.

    Da bin ich ganz Deiner Meinung. Was Gavrilo und seine Freunde angeht, dürfen wir aber nicht außer acht lassen, dass sie eigentlich von den leitenden Mitgliedern der Schwarzen Hand rekrutiert wurden. Der Idealismus wurde für machtpolitische Zwecke missbraucht. Die Kinder (denn anders kommen sie mir nicht vor) wollten Helden sein für ihr Vaterland und Tankosic hat das ausgenützt und die Kinder haben die Konsequenzen ihres Handelns nicht einschätzen können.


    Das glaube ich auch nicht. Die Frage ist ja immer spannend, ob ein Krieg z.B. verhindert worden wäre, wenn dies oder jenes nicht geschehen wäre. Oder war das nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat und hätte es nicht auch ein anderer Tropfen, vielleicht eine kleine Weile später, sein können?

    Ich glaube nicht, dass der Krieg verhindert worden wäre, aber er wäre vielleicht später ausgebrochen. Und vielleicht hätte es auch zu Beginn nicht diese entsetzliche Euphorie gegeben. Aber der Österreich-Ungarn hat sich "überlebt" gehabt... und wie die Interessen der anderen europäischen Großmächte waren, ist mir zwar nicht klar, aber ganz interesselos können die ja auch nicht gewesen sein. Oder?

  • Und ob es einen großen Krieg auslöst, ich glaube nicht, dass sie so weit gedacht haben.

    Nein, das denke ich auch nicht. In dem Alter, im Dunstkreis verklärter Propaganda war die Veränderung wohl ihr erklärtes Ziel - wie vielen Menschen sie dadurch Schaden zufügen war ihnen nicht mal im Ansatz bewusst, jedenfalls denke ich das, wenn ich mich in die Rebellen hineindenke ...


    Und wie gagamaus sagte: Es war nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die politische Gemengelage ließ eine Deeskalation kaum noch zu ...

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Und ob es einen großen Krieg auslöst, ich glaube nicht, dass sie so weit gedacht haben.

    Nein, das denke ich auch nicht. In dem Alter, im Dunstkreis verklärter Propaganda war die Veränderung wohl ihr erklärtes Ziel - wie vielen Menschen sie dadurch Schaden zufügen war ihnen nicht mal im Ansatz bewusst, jedenfalls denke ich das, wenn ich mich in die Rebellen hineindenke ...


    Und wie gagamaus sagte: Es war nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die politische Gemengelage ließ eine Deeskalation kaum noch zu ...

    Europa steuerte auf einen Krieg zu. Der Balkan war ein Unruheherd. Serbien wollte Zugang zum Meer. Die Osmanen waren vertrieben, dafür mischte Russland sich ein. Die Donaumonarchie wollte ihr künstliches und unzeitgemäßes Reich erhalten. Der deutsche Kaiser hatte Großmannssucht und wollte den Engländern Konkurrenz machen. Frankreich wollte sich Deutschland gegenüber wegen 1870 revanchieren. Die westlichen Mächte fürchten die Deutschland-Osterreich-Achse und verbündeten sich mit Russland. Alle betrieben ein Wettrüsten. Fehlte nur der Funke. Und den haben unsere drei Jungs geliefert.

  • Ulf Schiewe

    ich habe wieder einmal eine Frage. Diesmal geht es um Tankosic und Dimitrijevic. Der war ja Major der serbischen Armee und der andere war Oberst und Chef des serbischen Geheimdienstes. Beide waren sie Gründungsmitglieder der Schwarzen Hand und gehörten zum Führungskreis.


    Wurde die Schwarze Hand, ihre Aktivitäten bzw ihre Mitglieder von der Politik toleriert? Absichtlich übersehen? Oder vielleicht sogar direkt oder indirekt unterstützt? Oder hat diese Organisation es tatsächlich geschafft, geheim zu bleiben? Irgendwie wusste ja jeder von ihrer Existenz!

  • Dass die Schwarze Hand existierte, war den serbischen Behörden sicher bekannt. Aber eine Geheimorganisation auszumerzen ist natürlich eine andere Sache. Dimitrijevic war der Regierung sicher ein Dorn im Augen, aber nützlich als Geheimdienstchef war er ihnen sicher auch. Ich glaube, da waren die Serben nicht sehr konsequent. Aber am Ende wurde Dimitrijevic hingerichtet. Wegen einer anderen Tat. Das wirst du in den Anmerkungen finden.

  • Ich hoffe, ihr verbringt alle ein fröhliches Weihnachtsfest. :nikolaus::geschenk::trinken:


    Mich hat in diesem Abschnitt besonders bewegt, dass man Tuberkulose schon heilen konnte, aber leider nur mit entsprechendem Geldbeutel. Etwas irritiert bin ich aber darüber, dass man mit so schwerwiegenden und anstrengenden Krankheit "frei" herumlaufen darf und dadurch weitere Menschen anstecken kann.


    Ich hoffe, dass Svetlana sich Vukosava annimmt. Andererseits möchte ich natürlich nicht, dass Vukosava bei ihr im Bordell arbeitet, auch wenn es ein Edelbordell ist. Vielleicht kann Svetlana ja auch auf anderer Art und Weise helfen. Gerade anhand Svetlanas Geschichte, die eher so nebenbei kurz erwähnt wird, bin ich sehr froh in unserer heutigen Zeit zu leben. Als junge Frau keine anständige Ausbildung machen zu können bzw. zu dürfen, um eigenes gutes Geld zu verdienen, kann man sich heute zum Glück kaum noch vorstellen.