Mattias Edvardsson - Der unschuldige Mörder

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Igela.

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    Als Zack bei der Zeitung seinen Job verliert, zieht er zurück zu seiner Mutter und will ein Buch schreiben. Es soll dabei um seinen Freund Adrian gehen, der zusammen mit ihm und zwei anderen Studenten das Kernstück des literarischen Studiums waren und dabei den Erfolgsautor Leo Stark kennenlernen durften. Dieser ist vor 12 Jahren verschwunden und Adrian saß wegen Mordes 8 Jahre dafür in Haft.

    Das Cover des Buches ist typisch für einen Skandinavien-Krimi und passt daher gut zum Buch, ist aber jetzt nicht wirklich außergewöhnlich.Interessant ist, dass das Genre am Cover einfach mit "Roman" angegeben wird, wo es sich eigentlich doch um einen Krimi handelt.

    Ebenso interessant ist, dass dieses Buch im Gegensatz zu anderen "Schweden-Krimis" kaum düster ist, was aber nicht stört.

    Es ist im deutschsprachigen Raum der zweite Roman des Autors, der mit "Die Lüge" einen großen internationalen Erfolg verbuchen konnte. In Schweden ist dies allerdings sein 1. Buch, das 2016 erschienen ist.

    Und in einigen Bereichen merkt man ihm auch das Debüt an. In einigen Kritiken stand, dass "Die Lüge" um Welten besser sei. Da ich seinen Bestseller noch nicht gelesen habe, kann ich dies nicht beurteilen, allerdings konnte mich dieses Buch doch ausgezeichnet unterhalten.

    Der Schreibstil des Autors wirkt - passend zum Thema - teilweise sehr literarisch. Die Charaktere und Orte werden perfekt dargestellt. Die Spannung zieht sich das ganze Buch über auf hohem Niveau.

    Der deutsche Titel wurde brillant gewählt und sagt schon viel über das Buch aus.

    Ausgezeichnet gefiel mir auch, dass die Geschichte aus der Sicht von Zack geschrieben ist und man daher auch als Leser nie mehr weiß als Zack, der hier ja "ermittelt". Genauso brillant fand ich die Erzählweise in 2 Zeiten, wobei die Vergangenheit Zacks Buch war.

    Fazit: Solider Krimi, der mich gut unterhalten konnte. 4,5 von 5 Sternen

  • Broschiert: 459 Seiten

    Verlag: Limes Verlag (4. November 2019)

    ISBN-13: 978-3809026846

    Originaltitel: En nästan sann historia

    Übersetzung: Annika Krummacher

    Preis: 15,00 €

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Fesselnd, hat aber auch Längen


    Inhalt:

    Lund, 1996. Vier junge Leute freunden sich in einem Kurs für Literarisches Schreiben an. Sie lernen den berühmten Schriftsteller Leo Stark kennen und geraten in seinen Bann. Eines Tages verschwindet Leo, und obwohl keine Leiche gefunden wird, wird Adrian wegen Mordes zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.


    Jahre später verliert der Journalist Zack seinen Job. Um Geld zu verdienen, will er einen Roman über den Fall Leo Stark schreiben in dem festen Glauben, dass sein damaliger Freund Adrian unschuldig ist. Doch bei seinen Gesprächen mit den ehemaligen Freunden stößt er auf Widersprüche und auf absolut Unerwartetes.


    Meine Meinung:

    Mir gefällt Mattias Edvardssons Schreibstil sehr gut. Er vermag mich zu fesseln und vieles interessant zu beschreiben. Allerdings gibt es auch einige Längen, wo zum Beispiel die Theorie des Schreibens ellenlang ausgeweitet wird, oder Wiederholungen. Insgesamt hätte man den Roman also durchaus gestraffter erzählen können. Aber ich finde das nicht wirklich schlimm.


    Die Story ist dafür ganz gut erzählt. Zack redet mit seinen ehemaligen Freunden, um aus den Erinnerungen ein Buch zu schreiben. So wechselt die Zeitebene zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit, wobei die Vergangenheit in Form von Kapiteln aus Zacks Roman „Der unschuldige Mörder“ dargestellt wird - eine nette Idee.


    Aus den verschiedenen Perspektiven von Fredrik, Adrian, Betty und Li setzt sich nach und nach die Wahrheit zusammen. Keiner von ihnen wusste alles, jeder nur ein Stück. Das hat mir gut gefallen.


    Ich fand diesen Spannungsroman lesenswert, wenn ich nicht ganz so gelungen wie Edvardssons Überraschungserfolg „Die Lüge“.


    ★★★★☆

    Staubfänger 29/29 + 13/29 + 00/29 + 13/22 --> 55 Punkte

    Frischlinge 29/29 + 29/29 + 28/29 + 22/22 --> 108 Punkte

    SLW 31/40


    Liebe Grüße, Lilli

  • Ermüdend!


    Zack Levin bekommt als Journalist in Stockholm die Kündigung und muss wohl oder übel wieder bei seiner Mutter einziehen. Diese drängt ihn, endlich auf eigenen Füssen zu stehen und so sieht sich Zack gezwungen, sich etwas einfallen zu lassen. Er beschließt ein Buch zu schreiben und will dafür ein Verbrechen, das sich vor 12 Jahren ereignet und in das Zack persönlich involviert war, neu aufzurollen. Damals ist der Schriftsteller Leo Stark spurlos verschwunden und einer von Zacks Freunden wurde verdächtigt damit etwas zu tun zu haben. Adrian Mollberg, der mit Zack an der Universität in Lund die Literaturausbildung absolvierte, wurde des Mordes verurteilt.



    Die Geschichte handelt zum großen Teil in Literaturkreisen, da immer wieder Passagen in der Vergangenheit, in der die Ausbildung an der Universität in Lund im Mittelpunkt steht, handeln. So stehen Prosa, Gedichte und das Schriftstellermilieu im Zentrum der Geschichte. Es entwickelt sich jedoch in der Studentengruppe auch eine bedrohliche Eigendynamik, die ich lange Zeit nicht einordnen konnte. Leider geht diese bedrohlich Entwicklung bei all dem eher trockenen Studium oft unter. Ich empfand es einfach als langweilig, seitenlang Diskussionen über in der Literaturgruppe geschriebene Gedichte zu lesen.

    Aber auch die Gegenwart, in der Zack sein Buch schreibt …. oder soll ich besser sagen, sich ein Viertel des Buches lang, überlegt, ob er es schreiben soll, fand ich ermüdend. Hier haben einzig die trockenen und oft zynischen Dialoge mit seiner Mutter bei mir für Erhellung und Interesse gesorgt.


    Zwei Schlüsselfiguren in der Geschichte, die Dozentin Li Karpe und der berühmte und äusserst exzentrische Autor Leo Stark, sind so klischeehaft charakterisiert, dass ich eigentlich immer ahnte, wie ihre Reaktion auf gewisse Handlungen der Literaturgruppe war. Leider hat sich das auch noch immer bestätigt.

    Was für eine langatmige und langweilige Story!


    2ratten

    2 Mal editiert, zuletzt von Igela ()