Alan Bradley - Todeskuss mit Zuckerguss/The Golden Tresses of the Dead (Flavia de Luce 10)

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kiba.

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    Großer Bahnhof in Bishop's Lacey: Flavias älteste Schwester heiratet ihren Dieter, und das halbe Dorf ist auf den Beinen. Beim Hochzeitsempfang wird die Freude über die Vermählung jedoch empfindlich gestört, als in der Hochzeitstorte ein höchst unappetitliches Fundstück auftaucht - ein abgetrennter Finger.


    Während Feely, der Hysterie nahe, mit ihrem Bräutigam überstürzt die Hochzeitsreise antritt, freut sich Flavia geradezu über den ekligen Fremdkörper. Endlich wieder was zum Untersuchen!


    Doch der Finger bleibt nicht lange im Fokus der Aufmerksamkeit, denn die frisch gegründete Detektei Arthur W. Dogger & Associates (wobei sich unter den Associates natürlich keine Geringere verbirgt als unsere kleine Hobbychemikerin und Ermittlerin) erhält ihren ersten Auftrag. Eine gewisse Mrs. Prill gibt an, man habe ihr vertrauliche Briefe gestohlen, und verwickelt sich dabei in Widersprüche. Als Flavia und Dogger ihre Klientin zu Hause aufsuchen wollen, ist diese jedoch nicht mehr in der Lage, Aussagen zu machen. Also ist Flavias Spürsinn gefragt, unterstützt durch Doggers Menschen- und Medizinkenntnisse.


    Im Dörfchen Bishop's Lacey ist diesmal einiges los: neben dem Großereignis von Feelys Hochzeit ist im Pfarrhaus eine ganze Horde junger Priesterseminaristen einquartiert, zwei etwas merkwürdige Missionarinnen, frisch aus Afrika zurückgekehrt, beziehen die Gästezimmer auf Buckshaw, und Flavias nervtötende Cousine Undine treibt ebenfalls immer noch ihr Unwesen. Somit ist auch ganz abgesehen von Flavias Fällen für einiges an Abwechslung, Chaos und Schmunzelmomenten gesorgt, was spaßig zu lesen ist und mir viel besser gefallen hat als der übertriebene Geheimniskram um Flavias Eltern in manchen Vorgängerbänden.


    Auch wenn die Ermittlungen wie immer vergnüglich und spannend zu lesen sind, fand ich den Kriminalfall selbst isgesamt ein bisschen an den Haaren herbeigezogen. Allerdings bringt er einige schräge und gleichzeitig hochinteressante Fakten mit sich wie die Londoner Friedhofsbahnlinie, die es wirklich gegeben hat, einschließlich Extrawaggons zum Transport von Verstorbenen in ihren Särgen. Etwas makaber, aber durchaus Stoff zum Weiterrecherchieren.


    Und, was soll ich sagen, ich mag die Figuren und die Schauplätze mit all ihren Skurrilitäten und nicht zuletzt Bradleys unschlagbaren staubtrockenen Humor so gerne, dass die Serie ganz einfach immer einen kleinen Extrabonus bei mir gut hat. Also gibt's auch diesmal wohlwollende 4 Ratten für nicht immer gänzlich realistische, aber witzige und charmante Unterhaltung.


    4ratten

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • Flavia und Hausdiener Dogger haben eine eigene Detektei gegründet, die sich Ermittlungen jedweder Art widmen. Und so dauert es nicht lange, bis auch schon der erste Fall ins Haus steht. Die Klientin vermeldet persönliche Briefe als gestohlen. Natürlich bleibt es nicht bei einem harmlosen Diebstahl; bald schon taucht eine Leiche auf. Außerdem gilt es parallel die Zugehörigkeit eines abgetrennten Fingers zu klären, der auf wundersame Weise in der Hochzeitstorte von Falvias Schwester Feely steckt.


    Unsere kleine Ermittlerin Falvia ist in diesem Band nun nicht mehr allein unterwegs. An ihrer Seite hat sie Dogger, der in vielen Überlegungen wertvolle Tipps liefert und Flavia manches mal auf ungewöhnliche Zusammenhänge verweist und historisches Wissen vermittelt. Diese neue Zusammenarbeit bringt frischen Wind in Flavias altbekannte und -bewährte Ermittlungsarbeit. Mich hat es ausgesprochen amüsiert, wie gut sich die beiden auf nonverbaler Ebene verstehen und wie sich beide ergänzen.


    Auch Falvias Cousine Undine treibt zu meiner Freude ihr Unwesen auf Buckshaw und wartet mit so einigen überraschenden Hinweisen auf. Ich persönlich mag diese Figur ja sehr, da sie Falvia so ähnelt und ihr den Spiegel vor Augen hält, ohne dass diese es merkt.


    Wie immer - kann man sagen - ist die Ermittlungsarbeit hoch spannend und vorzüglich zu verfolgen, gerade die Chemie spielt in diesem Band wieder eine große Rolle. Aber leider kommt (wieder mal) die Auflösung etwas plump daher. Leider muss ich immer wieder feststellen, dass es sich der Autor dabei sehr einfach macht. Man erfährt so nebenbei, wer wahrscheinlich der Täter ist und ahnt nur im entferntesten, warum der Mord verübt wurde. Manche Ermittlungsansätze verlaufen im Sande und werden gar nicht mehr erwähnt. So spannend die Ermittlungen also sind, so enttäuschend ist die Lösung des Falles. Wieder einmal wird die Analyse des genauen Tathergangs der Polizei überlassen, mit dem Hinweis, dass man froh ist, nicht selbst die Details klären zu müssen. Würde der Autor hier noch einen perfekt durchgeplanten Fall vorzeigen, würde die Reihe zu meinen absoluten Lieblingen aufsteigen. So, fehlt mir leider immer etwas zu einer "richtigen" Krimireihe. Daher muss ich auch mind. eine Ratte abziehen und vergebe für Flavia wohlwollend:


    4ratten

  • Ich bin einfach raus bei Flavia. Schon seit dem die eigentliche Reihe (es waren ja ursprünglich weniger Bände geplant und das merkt man meiner Meinung nach total) hab ich einfach nicht mehr so den Spaß mit den Büchern. Es liest sich immer mehr so, als ob Bradley nicht so recht wusste, was er nun mit Flavia anstellen soll. Ständig änderte er das Konzept der Bücher. Ich finde ihre Umsiedlung ins Internat hätte eine Chance sein können, dem ganzen eine andre Richtung zu geben und vor allem eine Weiterentwicklung für Flavia als Figur sein können. Aber für mich las sich das immer wieder so, das eine klare Linie fehlte. Da war bei mir nach und nach die Luft raus, vor allem weil mich auch die Krimihandlung immer weniger überzeugen konnte.

    Deshalb bin ich auch froh, das nun Schluss ist mit der Reihe. Zwar hätte ich mir noch einen richtigen Abschluss gewünscht, aber lieber so, als das es mir die Bücher ganz und gar verdorben hätte.

    Was mich hier tatsächlich am meisten gestört hat, war das Dodger im Grunde alles übernimmt und Flavia für mich so seltsam passiv wirkte. Sehr untypisch für sie, überlässt sich eigentlich fast alles ihm und kümmert sich kaum selbst um Detektivarbeit.

  • Ich wusste gar nicht, dass die Reihe jetzt abgeschlossen ist. Wo hast du das gelesen? Dafür gibt es in dem Buch wirklich gar keine Anhaltspunkte. Im Gegenteil, es sind noch so viele Fragen offen, besonders hinsichtlich Tante Felicitys Geheimbund.


    In meinem EBook bin ich am Ende noch auf eine Leseprobe zu der Kurzgeschichte „Das Geheimnis des kupferroten Toten“ gestoßen. Kennt das jemand? Bisher habe ich es allerdings nur als Kindle-EBook gefunden, was mir nicht hilft, da ich keinen Kindle besitze.

  • Der Geheimbund kann mir gestohlen bleiben. Den Aspekt mochte ich am allerwenigsten in der ganzen Reihe.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • In meinem EBook bin ich am Ende noch auf eine Leseprobe zu der Kurzgeschichte „Das Geheimnis des kupferroten Toten“ gestoßen. Kennt das jemand? Bisher habe ich es allerdings nur als Kindle-EBook gefunden, was mir nicht hilft, da ich keinen Kindle besitze.

    Das gibt es umsonst auch in anderen Formaten. Ich habe es glaube ich von Hugendubel als Epub.

    Bücher sind Magie zum Mitnehmen.