Penelope Ward - Stepbrother Dearest

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    Autorin: Penelope Ward

    Titel: Stepbrother Dearest

    Erschienen: 2016

    Verlag: Goldmann

    Seiten: 352


    Klappentext laut Amazon:

    Greta freut sich auf das letzte Jahr an der Highschool, denn ihr Stiefbruder Elec, dem sie noch nie begegnet ist, zieht für das Abschlussjahr von Kalifornien zu ihnen nach Boston. Doch Elec stellt sich als rebellischer Macho heraus, der jeden Abend ein anderes Mädchen mit nach Hause bringt – am meisten aber stört Greta die Art, wie ihr Körper auf ihn reagiert. Und als eine gemeinsame Nacht alles verändert, ist es auch um ihr Herz geschehen. Doch so schnell wie Elec in Gretas Leben getreten ist, so schnell verschwindet er auch daraus. Jahre später begegnet sie ihm wieder und muss feststellen, dass aus dem Teenager ein Mann geworden ist, der immer noch die Macht besitzt, ihr Herz in tausend Teile zu zerbrechen ...

    Prickelnde Leidenschaft, Gefühlschaos und ein unwiderstehlicher Bad Boy – der New-York-Times-Bestseller endlich auf Deutsch!




    Meine Meinung:


    Ich habe das Buch schon vor Monaten gelesen, aber jedes Mal, wenn ich daran zurückdenke, juckt es mich in den Finger, eine Rezension zu schreiben. Besser gesagt, einen Verriss. Ich möchte euch einfach an diesem "Meisterwerk" der Young-Adult-Literatur teilhaben lassen! Den Klappentext seht ihr oben. Zur dünnen Story ist damit eigentlich auch schon alles gesagt. Dass Elec und Greta Stiefgeschwister sind, die sich bis ins Highschoolalter nie gesehen haben, ist völlig egal - ihre Liebe ist der größte Skandal auf Erden. Niemals darf jemand davon erfahren! Warum, weiß man nicht so genau. Ist auch egal.


    Viel schlimmer fand ich allerdings die gruseligen Beschreibungen und Formulierungen (nicht nur, aber vor allem) der Sex-Szenen und die Gespräche zwischen den beiden Protagonisten. Da ich es selbst lange nicht so schön zusammenfassen könnte, wie es die Worte der Autorin tun, hier ein kleines Worst-Of:


    Gleich beim ersten Aufeinandertreffen, geht dies durch Gretas Kopf:

    Zitat von S. 11

    Obwohl ich seine Persönlichkeit jetzt schon verachtete, erfüllte seine physische Erscheinung mich mit Ehrfurcht.

    ...und das, obwohl sie noch gar nicht alle Vorzüge seiner physischen Erscheinung kennenlernen durfte!


    Später geht es ganz machomäßig zur Sache (sowohl bevor als auch während als auch nachdem es physisch zur Sache geht):

    Zitat von S. 125

    "zuerst brauchen wir Drinks. Always liquor before you poker.«

    Ich brauchte eine Sekunde, um den Scherz zu kapieren: Always lick her before you poke her.

    Witze sind immer besonders gut, wenn man sie erklären muss! Die Übersetzerin hatte hier wohl auch schon keine Lust mehr, sich eine passende deutsche Entsprechung bzw. ein zweideutiges Wortspiel einfallen zu lassen...


    Zitat von S.78 & S.213

    "Das ist verdammt egoistisch, aber ich will dein erstes Mal."


    "Ich kann dir gar nicht sagen, wie oft ich davon geträumt habe, es dir in diesen schönen Mund zu besorgen."

    Der Elec, ein echter Romantiker!


    Zitat von S. 214

    Ich war bereit, jeden Moment zu kommen, so erregt hatte es mich, an ihm zu saugen und ihn ohne Kondom zu spüren.

    »Ich kann bei dir nie mehr ein Gummi benutzen«, keuchte er. »Das fühlt sich einfach zu gut an.«

    Ich war im Begriff zu kommen. »Komm jetzt in mir.«

    Ja, gute Idee in einem Buch, das vermutlich auch von neugierigen Jugendlichen gelesen wird, Werbung für Sex ohne Kondom zu machen. *Ironie aus*


    Von Logikfehlern in der Handlung will ich nur kurz anfangen, weil sie das Buch eigentlich auch kaum noch schlechter gemacht haben, als es sowieso schon war. So erzählt Elec später aus seiner Perspektive von ihrer ersten Begegnung:

    Zitat von S.165

    Ihr perfekter runder Hintern zeichnete sich unter der grauen Yogahose ab.

    Sie muss einen sehr beeindruckenden Hintern haben, in der Tat. Denn er sieht sie nur von vorne!


    Alles in allem ein wirklich schlechtes Buch. 1ratten



    Die Quellenangaben beziehen sich auf meine eBook-Version.

  • Der Witz ist halt zu verrucht für die braven wohlerzogenen Vorstadtkiddies, die das Buch lesen sollen :err:

    Ach, ohne Kondom ist schon in Ordnung - die hat ja unter Garantie mit keinem andern Kerl mehr geschlafen ;) ;) ;) ;) Und er kann sowieso bestimmt seither nicht mehr ordentlich ;)

    Hach das Stiefbruderproblem ist wohl echt das Verruchteste, was sich wohlerzogene Konservative Autor*innen ausdenken können. Da gibts noch so eine Reihe, wo das Thema über 3 Bücher ausgeschlachtet wird und ich mich die Ganze Zeit fragte: Was zur Hölle ist bitte das Problem????


    Aber eigentlich regt mich am meisten auf, das es nach wie vor so normal ist, das ungesunde Beziehungen (halloo ohne Kondom ist einfach verantwortungslos wenn man noch nicht weiß was daraus sonst weiter wird) romantisiert werden.

  • Ja, ich sehe das ganz genauso wie du HoldenCaulfield .

    Sie hat natürlich noch mit meinem anderen Kerl geschlafen! Also bitte, das ist doch selbstverständlich! Er vögelt zwar fleißig in der Gegend rum, aber auch nicht mehr, seit er sie kennt. Da klappt es physisch mit den Cheerleaderinnen auf einmal nicht mehr... Wer braucht da schon ein Kondom? :rolleyes: Wie du auch schreibst, mich hat das wirklich geärgert, dass der Sex ohne so idealisiert wurde. Wir reden hier eben nicht von einer stabilen Partnerschaft, bei der man a) weiß, dass keiner irgendwelche Krankheiten hat und b) auch evtl ein Kind unterbekommen würde (bin mir gerade nicht mal mehr sicher, ob sie die Pille genommen hat...)


    Welche Reihe ist das, von der du da sprichst?

    Ich finde es wirklich traurig, dass da so ein Tamtam draus gemacht wird. Dann ist er eben ihr Stiefbruder, ja und? Wenn sie jetzt dauerhaft in einer Familie leben würden und zusammen wie richtige Geschwister aufgewachsen wären, wäre es schon komplizierter (aber auch völlig okay!). Aber so? Ich spoiler mal kurz: Sie trennen sich deshalb selbstverständlich wieder nach dem ersten Mal Sex (das erste Mal wollte er sich dann doch nicht nehmen lassen) und kommen erst Jahre später wieder zusammen...

  • Bei Lovelybooks (wo ich die Reihe grad gesucht habe) gibts tatsächlich eine Rubrik in der nur Bücher mit Stiefgeschwister Liebesgeschichten gelistet werden :ohnmacht: (dein Büchlein taucht auch auf *gg*).


    Die Reihe die ich meine, heißt "Dark Love", der erste Band "Dich darf ich nicht lieben" von Estelle Maskame, die noch sehr sehr jung war, ich glaub 16 als sie angefangen hat, die Reihe überhaupt zu schreiben.

    Ich bin schon fast entsetzt das ich darüber nie einen Verriss geschrieben habe :lachen: (Dafür habe ich in meinem Buchjournal einen Kommentar stehen (Schrott' mit drei Ausrufezeichen) was so gut wie nie vorkommt *gg*). Am schlimmsten finde ich, das die Autorin ihre ganze Geschichte so romantisch findet, in einem Alter in der ihr eigentlich mal jemand ein paar Sachen hätte mit ihr Diskutieren können.


    Zum Stiefbruder: Ich mein, sie wissen ja sogar das sie keine leiblichen Geschwister sind. Schon allein deshalb sollte es für niemanden auch nur ein klitzekleines Problem sein. Wenn sie es nicht wüssten, gäbe es zumindest einen glaubwürdigen Konflikt.

  • Hach das Stiefbruderproblem ist wohl echt das Verruchteste, was sich wohlerzogene Konservative Autor*innen ausdenken können. Da gibts noch so eine Reihe, wo das Thema über 3 Bücher ausgeschlachtet wird und ich mich die Ganze Zeit fragte: Was zur Hölle ist bitte das Problem????

    Das dürfte aber wirklich ein bisschen ein Tabu sein. ZB in "Grey's Anatomy" gab es auch mal ein Paar, die theoretisch Stiefgeschwister waren, weil seine Mutter und ihr Vater, den sie aber erst als Erwachsene gefunden hat (tja, Seifenoper halt!) als ältere Menschen geheiratet haben, als die Kinder längst erwachsen waren und das hat einige Fans irritiert. Ich denke mal, kritisch wird es nur dann, wenn die Stiefgeschwister als Geschwister zusammen aufgewachsen sind, von Kindesbeinen an. Das ist so wie dieses andere ältere Topos, wo es mir die Haare aufstellt, wenn ein Mann ein Mädchen als Ziehtochter großzieht und sie dann später heiratet. <X


    Schöne Rezension auf jeden Fall Zank ! Klingt auch nach einem heißen (!) Kandidaten für den Bad Sex Award.

  • Ich versteh das Problem echt nicht, Stiefgeschwister sind nicht blutsverwandt und damit Punkt. So ein Quark.

    Problematisch finde ich dagegen dein andres Beispiel, weil hier der Erziehungsaspekt und ein Machtgefälle eine große Rolle spielen.

  • Ich denke mal, kritisch wird es nur dann, wenn die Stiefgeschwister als Geschwister zusammen aufgewachsen sind, von Kindesbeinen an. Das ist so wie dieses andere ältere Topos, wo es mir die Haare aufstellt, wenn ein Mann ein Mädchen als Ziehtochter großzieht und sie dann später heiratet. <X


    Ich finde, das kann man nicht vergleichen. Bei dem Mann, der ein Mädchen als Ziehtochter großzieht und sie dann später heiratet spielt eventuell noch ein nach wie vor existierendes Autoritätsgefälle mit rein, welches das Mädchen beeinflussen kann und womit es emotional manipuliert werden kann.

    Bei Kindern die zufällig gemeinsam aufwachsen und dann Gefühle entwickeln, von beiden Seiten aus, ist das nicht so.

  • In gewisser Weise sehe ich schon die Problematik, wenn Stiefgeschwister zusammen aufwachsen und sich dann ineinander verlieben. Allerdings nur deshalb, weil: Was ist, wenn sie sich irgendwann im Bösen trennen? Da hängt halt einfach die ganze Familie irgendwie mit drin und man kann nicht einfach den Kontakt abbrechen ;)


    Ansonsten würde ich sagen: Leben und leben lassen. Geht außer den beiden niemanden etwas an. Wenn beste Freunde seit dem Kindergarten sich ineinander verlieben, sagen alle "oh, wie schön. Sandkastenliebe geheiratet. Sie waren schon immer füreinander bestimmt". Das sollte für Stiefgeschwister genauso gelten.

  • In gewisser Weise sehe ich schon die Problematik, wenn Stiefgeschwister zusammen aufwachsen und sich dann ineinander verlieben. Allerdings nur deshalb, weil: Was ist, wenn sie sich irgendwann im Bösen trennen? Da hängt halt einfach die ganze Familie irgendwie mit drin und man kann nicht einfach den Kontakt abbrechen ;)


    Ja das verstehe ich auch.

    Und ich verstehe schon auch dass das ein Gedanke ist, an den man sich gewöhnen muss. Aber Fakt ist, dass auch bei Stiefgeschwistern manchmal keine familiäre Bindung zustande kommt.

    Und ab einem bestimmten Altersubterschied wo eben auch ein Autoritätsgefälle entsteht da mit erzogen wird muss man es evtl auch unter die Lupe nehmen. Aber an für sich sollte das kein Tabu sein.

  • Lol , die Zitate hören sich an wie aus einem schlechten Porno. ^^

    Ansonsten stimme ich euch zu, dass um diese Stiefgeschwisterpromblematik viel Wind um nichts Unanständiges gemacht wird.

  • Ich habe gestern Abend festgestellt, dass ich tatsächlich schonmal eine Rezi zu dem Buch angefangen habe :D. Das war direkt nach dem Lesen, da war ich also noch "näher dran" und habe auch noch ein bisschen mehr zum Inhalt und dem Aufbau des Buches geschrieben. Ich werde diese Notizen noch durchschauen und meine Rezi hier erweitern.

  • Das klingt ja wirklich faszinierend schlecht. Danke, dass Du Dich doch noch zur Rezi aufgerafft hast :breitgrins:

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Da wird mir schon beim Lesen übel

    Liebe Grüße<br />JaneEyre<br /><br />Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht zurück<br />Theodor Fontane