Evelyn Waugh - Tod in Hollywood

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!
  • Evelyn Waugh



    Tod in Hollywood



    The Loved One



    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links



    Hollywood nach dem 2. Weltkrieg


    Die Filmindustrie wirkt wie ein Magnet auf Künstler aus aller Welt, aber die in LA angesiedelten Engländer fühlen sich immer noch sehr englisch, empfinden sich als überlegene Gruppe - Kolonialmacht lässt grüßen. Dennis Barlow erdreistet sich, gegen den britischen Ehrenkodex zu verstoßen, indem er eine Art minderwertige Arbeit annimmt. Er verlässt die Filmbranche und arbeitet bei einem Bestattungsinstitut für Tiere.


    Nach dem Suizid eines Engländers wird dessen Beisetzung im „Flüsternden Hein“ beschlossen und organisiert. Hierbei handelt es sich um ein Bestattungsinstitut erster Klasse mit unterschiedlichem Friedhofsflächen für die Erfüllung auch ausgefallener Bestattungswünsche. Dort lernt Dennis Aimée kennen, die als Kosmetikerin die Toten vor der Aufbahrung aufhübscht. Die beiden verlieben sich ein wenig, wobei Aimée noch einige nicht klare Gefühle für ihren Vorgesetzten, den Balsamierer, hegt.


    Vermutlich handelt es sich bei diesem 120 Seiten kurzen Roman um eine sozialkritische Satire, aber bei mir kam der Humor nicht so richtig an. Womöglich kenne ich zu wenige Engländer, um mich über sie zu amüsieren. Und was die amerikanischen Sitten beim Bestatten betrifft, hat die heutige Wirklichkeit den Roman weit überholt. Aimée wurde für meinen Geschmack allzu einfach, naiv oder vielleicht sogar beschränkt dargestellt.


    Zitat

    Zum Glück kam der Krieg.


    Bechdel-Test:



    3ratten




    Zusatzaufgabe SLW 2020:



    Dennis Barlow, der Superschurke:


    Er verrät sein Volk, das ruhmreichste der Welt, das Empire, und lässt sich von den Eingeborenen anheuern. In einer minderwertigen Klitsche verrichtet er unrühmliche Dienste, achtet nicht mal die ehrwürdige anglikanische Kirche hinreichend, kehrt frech der übermenschlichen Hollywoodmaschinerie den Rücken zu, gaukelt einem einfachen amerikanischen Mädchen, dem es ohnehin an Verstand mangelt, einige Un- bzw. Halbwahrheiten vor und wird zum Schluss noch zum Handlanger einer Straftat. Schändlich!


    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr