5. Kapitel 9–10: „Familie auf Gedeih und Verderb“ bis „James kauft ein Stück Fleisch“

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Es gibt 25 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von RitaM.

  • Vielleicht, dass es James kauft (der bis jetzt ja kein Geld mehr hat) und dass Fleisch jetzt sehr selten sein dürfte?

  • Nun wissen wir, warum es so wichtig war, ein Stück Fleischzu kaufen.

    In dieser Hölle zu leben muss schwer sein. Ist eigentlich toll, dass sie au eine Frau treffen, die ein genausogroßes Talent zum Anführen hat wie Firn. sie ist hart, aber damit in der Lage, sich durchzusetzen.

    James hat diesmal endlich eine wichtige Aufgabe, er malt Geister und verdient damit ihre Reise. Er wirkt so grau, Pix wirkt schwarz und Firn bleibt für mich bunt. Ich wünschte, er würde etwas finden, an dem er sich festhalten kann und nicht diese Flucht in den Sex immer wieder antreten. Wenn ich mir die Wesen da vorstelle, haben die doch nicht mehr viel menschliches an sich und es war mir schon beim Lesen eklig, bei der Vorstellung mit ihnen in intime Berührungen zu kommen. Manchmal denke ich aber, dass alles nur Provokation ist. Firn will immer wieder James provozieren. Manchmal dachte ich schon, warum zählt James nicht mehr aus seiner Welt, damit ihn Firn versteht, gerade was das Verhältnis mit Pix angeht. Aber würde das helfen? Firn will ja verletzen, er schlägt um sich we ein verwundetes Tier, obwohl er eigentlich nicht dumm ist und vielleicht auch mal beginnen sollte an sich zu arbeiten. Den Stern hatte er ja als Familie angesehen nur die Regen der Familie haben ihm auch nicht gepasst. Es sit so schwer, aber ich mag ihn einfach. Pix wird minder Zeit ruhiger und überlegter. Ihr Rettungsversuch ist wohl schon nicht mehr nur, weil sie James braucht. Auch sie ist noc nicht aus ihrer Schale heraus.


    Nun bin ich gespannt, wie es weiter geht. Ich will nicht so weit vorpreschen. Ich glaube ja nicht, dass unsere Helden sterben und Pix allein weiter muss. Ich kenne zwar einen Ator, bei dem ich die Befürchtung hätte, aber Loons wird uns das nicht antun.

  • Nun bin ich gespannt, wie es weiter geht. Ich will nicht so weit vorpreschen.

    Also, mich machst du damit happy :D Ich lese selbst lieber weiter, wenn ich weiß, andere lesen mit.


    Nun wissen wir, warum es so wichtig war, ein Stück Fleischzu kaufen.

    Ja, und sorry für die Herkunft.


    Ist eigentlich toll, dass sie au eine Frau treffen, die ein genausogroßes Talent zum Anführen hat wie Firn. sie ist hart, aber damit in der Lage, sich durchzusetzen.

    Rannur hat man die Flügel ja auch schon gründlich gebrochen. Sie arrangiert sich zähneknirschend mit der Einsicht, dass sie nur mit männlicher Begleitung hier eine Chance hat, auch wenn sie diese Männer verachtet. Vielleicht weiß sie gar nicht mehr, wie stark sie wirklich ist.

    James hat diesmal endlich eine wichtige Aufgabe, er malt Geister und verdient damit ihre Reise.

    :D Eigentlich hat er doch Pix als Dauer-Aufgabe. Und die, Firn auf der richtigen Spur zu halten. Auch wenn er sie nicht immer gut erfüllen kann. Aber klar, hier kann er sich endlich mal direkt nützlich machen.


    Er wirkt so grau, Pix wirkt schwarz und Firn bleibt für mich bunt.

    Das gefällt mir. Ich überlege, aber ich empfinde die Figuren nicht in Farben, wahrscheinlich, weil ich zu nah dran bin. James und Pix kann ich sowieso kaum "von außen" sehen.

    Firn will immer wieder James provozieren.

    Das seh ich auch so. Aber vielleicht ist Sex weniger eine Flucht für ihn als einfach ein Vergnügen. Wie für Kate: Eine Möglichkeit, das Leben. die Welt zu schmecken. Sich lebendig zu fühlen. Sicher, in der Driff ist es nicht gerade keimfrei, aber das war es in seinem Leben bei den Montagus auch nicht.

    Pix wird minder Zeit ruhiger und überlegter. Ihr Rettungsversuch ist wohl schon nicht mehr nur, weil sie James braucht.

    Ganz bestimmt nicht.

  • Jau, was für ein üppiger Abschnitt!

    Ich gebe zu, als ich diese Kapitel vor zwei Jahren las, war ich ein wenig befremdet. Plötzlich sind die Helden nicht mehr in Kansas, und ich will doch unbedingt wissen, wie es dort weitergeht! Interessanterweise sind es auch diese Kapitel, die mir vom ganzen Buch am deutlichsten in Erinnerung geblieben sind.


    Die Begegnung mit Agafiu könnte als unglaubwürdiger Zufall gedeutet werden, aber ich denke, es ist einfach Racht. Agafius Familie ist wirklich vom Pech verfolgt. Hoffentlich lebt wenigstens Sandrou noch irgendwo gesund und glücklich.

    Hier kommen auch eine Menge neuer Begriffe: Driffins, Narwak, buzluk, Nikker... An die gewöhnt man sich aber schnell, weil ihre Bedeutung sich meist bald aus dem Kontext ergibt.


    Die Figuren:


    James, der nur noch weitermacht, "weil er noch nicht tot ist" (das beschreibt ihn ziemlich gut!).


    Firn, der eifersüchtig ist, ausgerechnet. Das hat mich an Firn am meisten überrascht. Er kennt James und dessen Gruppe ja nun schon eine Weile. James hat NIE die Andeutung gemacht, er könnte was für Pix empfinden, schon gar keine Liebe. Firn muss doch klar sein, dass James Pix nur als seine Frau ausgegeben hat, weil er sie aus dem Kerker holen wollte. Und jetzt scheint Firn in James' Sorge um Pix zuviel hineinzudeuten. Wie so ein Teenie. Also ist ihm nichts Menschliches fremd, auch wenn das sonst gut verstecken kann.


    Pix, die sich nur langsam von ihrem Erlebnis im Schiff erholt. Ich glaube, wenn nicht der kleine Hoffnungsschimmer, endlich einen Hinweis auf den Heimweg gefunden zu haben, sie hätte sich in Agafius Höhle zusammengerollt und wäre nicht mehr aufgestanden.


    Auch die Nebenfiguren wirken völlig real. Besonders die beiden Flüchtlinge Rose und Simon wollte ich immer wieder wachrütteln. Das sind zwei, die im Sand untergehen werden, weil sie die neue Realität nicht wahrhaben wollen. Schade um sie.


    Worrak, oh Mann, was für eine Type! Da geht das Kopfkino gar nicht wieder aus!

    In dem Abschnitt mit dem Gleißer erwähnt Worrak, dass man ohne Raku nicht steuern kann. Mir kam hier "Der Wüstenplanet" in den Sinn. Dort können die Navigatoren nicht ohne das Spice navigieren. (Ich muss das Buch dringend nochmal lesen!) Loons Gerringer - hast du dich vom Herbert inspirieren lassen? Sand gibt's hier ja auch satt :bang:


    Die Driffbewohner - meine Güte! Erinnern mich an die Bicura aus Dan Simmons' "Hyperion". Gerade so in der Lage, aufrecht zu gehen.


    Und - ein Leckerli! - die Erwähnung von Luce.

    Zitat


    "Luce kann man nicht töten", sagte Omar. "Wusstet ihr das nicht? Er ist selbst ein kleiner Gott. Einer der schläft."

    Der Schlafende Gott, zu dem die Montagus beten??? G-E-N-I-A-L!


    ***

    Aeria

  • Er wirkt so grau, Pix wirkt schwarz und Firn bleibt für mich bunt.

    Schön gesagt!

    Für mich ist Firn die faszinierendste Nebenfigur im Buch. Der hat so viele Facetten! Und zuviele Kanten, an denen man sich schneiden könnte.


    Zu den Fratzen: Ich las buchstäblich einen Tag, bevor ich an diese Textstelle kam, eine kleine Anekdote. In Japan stellte die Reinigungsfrau einer öffentlichen Toilette fest, dass täglich ein halbes Dutzend Klopapierrollen geklaut wurden. Sie malte daraufhin ein paar Dämonenfratzen und schrieb drunter, dass die Dämonen jeden Dieb bestrafen würden. Seitdem gab es keine Diebstähle von Klopapier mehr.

    :breitgrins:

  • Die Begegnung mit Agafiu könnte als unglaubwürdiger Zufall gedeutet werden, aber ich denke, es ist einfach Racht. Agafius Familie ist wirklich vom Pech verfolgt. Hoffentlich lebt wenigstens Sandrou noch irgendwo gesund und glücklich.

    So sehe ich das auch. Aber dass der Retter in der Driff ausgerechnet Agafiu ist, ist nicht relevant für die weitere Entwicklung, deshalb fand ich den Zufall verschmerzbar. 8) Und für Sandrou hoffe ich auch.


    Worrak, oh Mann, was für eine Type! Da geht das Kopfkino gar nicht wieder aus!

    :breitgrins: Ich mag Typen wie Worrak. Habe das Gefühl, schon einer Reihe von ihnen in der U-Bahn begegnet zu sein.


    In dem Abschnitt mit dem Gleißer erwähnt Worrak, dass man ohne Raku nicht steuern kann. Mir kam hier "Der Wüstenplanet" in den Sinn. Dort können die Navigatoren nicht ohne das Spice navigieren. (Ich muss das Buch dringend nochmal lesen!) Loons Gerringer - hast du dich vom Herbert inspirieren lassen? Sand gibt's hier ja auch satt :bang:

    Ja, die Navigatoren des Wüstenplaneten waren bestimmt eine Inspirationsquelle. Bei Raku/Rakuutsp musste ich sowieso immer mal wieder an Spice denken. Ich habe mir vorgestellt, dass Worrak, bzw. die Nikker generell, durch das Raku einen mentalen Zustand erreichen, der sie unempfindlich gegenüber der desorientierenden Umgebung der Gleißer und anderen Wege macht, sodass sie überhaupt hindurchsteuern können. Herberts Navigatoren hatten sich durch die jahrhundertelange Nutzung von Spice so weit verändert, dass sie den Raum „durch die Kraft ihrer Gedanken“ durchqueren konnten, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.


    Und - ein Leckerli! - die Erwähnung von Luce.

    Zitat


    "Luce kann man nicht töten", sagte Omar. "Wusstet ihr das nicht? Er ist selbst ein kleiner Gott. Einer der schläft."

    Der Schlafende Gott, zu dem die Montagus beten??? G-E-N-I-A-L!

    Oh schade, weil dir das gefallen hat – aber die Montagus beten zum Schweigenden Gott. Den habe ich mir als einen Gott vorgestellt, der an den von ihm erschaffenen Menschen verzweifelt ist und sich auf unbestimmte Zeit ins Schweigen zurückgezogen hat.


    Und zuviele Kanten, an denen man sich schneiden könnte.

    Das beschreibt mein Gefühl bei Firn genau.

    Zu den Fratzen: Ich las buchstäblich einen Tag, bevor ich an diese Textstelle kam, eine kleine Anekdote. In Japan stellte die Reinigungsfrau einer öffentlichen Toilette fest, dass täglich ein halbes Dutzend Klopapierrollen geklaut wurden. Sie malte daraufhin ein paar Dämonenfratzen und schrieb drunter, dass die Dämonen jeden Dieb bestrafen würden. Seitdem gab es keine Diebstähle von Klopapier mehr.

    :breitgrins:

    Das finde ich genial – passt ja ganz genau! Schade, dass solche Fratzen wohl kaum gegen die aktuellen Klopapier-Hamsterer funktionieren.

  • Firn, der eifersüchtig ist, ausgerechnet. Das hat mich an Firn am meisten überrascht. Er kennt James und dessen Gruppe ja nun schon eine Weile. James hat NIE die Andeutung gemacht, er könnte was für Pix empfinden, schon gar keine Liebe. Firn muss doch klar sein, dass James Pix nur als seine Frau ausgegeben hat, weil er sie aus dem Kerker holen wollte. Und jetzt scheint Firn in James' Sorge um Pix zuviel hineinzudeuten. Wie so ein Teenie. Also ist ihm nichts Menschliches fremd, auch wenn das sonst gut verstecken kann.

    James' Verhalten irritiert ihn einfach, er kann es nicht einordnen. Dass sich ein Mann aus rein (menschen)freundlichen Gründen um eine Frau kümmern könnte, ist ihm unverständlich. Ansätze von Eifersucht zeigte er ja auch schon wegen Orla und Haminta: Sticheleien, Bemerkungen, die zeigten, dass er ihn beobachtete. "Wie so ein Teenie", genau. Trotz aller Bemühungen, immer den starken Mann zu machen.

  • Oder gerade wegen der Bemühungen. Er ist im Inneren ein sehr verwundeter Mann, so sehe ich das, und er ist deshalb sehr unsicher, was aber nicht gezeigt werden darf. Ich kenne das selbst, dass man als sehr selbstbewusst eingeordnet wird, aber eigentlich sehr unsicher ist. Das scheint sich auszuschließen, tut es aber nicht.

  • Was für ein Abschnitt! Die Driff ist wirklich toll beschrieben, was für eine schreckliche Vorstellung dort leben zu müssen! Und ich empfinde sie als eine schöne Ergänzung zu den anderen Gegenden, die du, Loons Gerringer , bisher so toll beschrieben hast. Der Gedanke an den Wüstenplaneten ist mir dabei auch kurz gekommen. Und du brauchst dich nicht für das Menschenfleisch zu entschuldigen. Anderes Fleisch hätte da nicht reingepasst.
    Ich finde es gut, dass du Agadiu und damit Sandrous Vater in die Geschichte eingebaut hast. Das und die immer wieder eingestreuten Bemerkungen über Orolo und Ligissila verstärken das Gefühl, dass die Driff trotz der Fremdartigkeit ein Teil Salkurnings ist.

    Ich frage mich aber immer noch, was dieser grünlich schimmernde Riss war, in den Agadiu geworfen wurde. Könnte er auch ein Wendokarn gewesen sein? Aber einfach reinspringen um das herauszufinden ist wohl nicht möglich.
    Das Ende mit dem Wasser erinnert mich an die Szene mit Dorian im See. Ich hoffe, dass alle gesund herausfinden. Ich bin mir nämlich nicht so sicher wie Rhea , dass du nicht doch noch jemanden sterben lässt. Carmino haben wir schon verloren, wenigstens lebt er noch. Kates Zustand kann noch keiner einordnen. Firn und James sind noch wichtig, aber Pixs einzige Rolle besteht „nur“ darin, James immer wieder einen gedanklichen Tritt zu geben, damit er sich nicht vollkommen aufgibt. Damit will ich nicht ihre Rolle abwerten. Ich bewundere sie, wie sie sich von einem nörgelnden Teenager zu einer verantwortungsbewussten Person gemausert hat, und ich hoffe, dass sie uns noch lange erhalten bleibt.

  • Tut mir leid, dass ich so lange für diesen Abschnitt gebraucht habe. Ich habe zZ beruflich einfach zu viel um die Ohren. 😔

  • Wie schön, RitaM, du bist noch dabei! :) Ganz klar, dass wir im Moment alle eine Menge andere Dinge zu bedenken haben als eine Leserunde oder ein Buch. Hoffentlich musst du wenigstens nicht an exponierter Stelle arbeiten oder mit Bus oder Bahn fahren!

    Ich freue mich, dass wir noch weiterlesen. Hier zu lesen/schreiben, empfinde ich im Moment als sehr angenehmes Abtauchen. (Allerdings ist unser nächster Abschnitt fast schon zu nah dran am Tagesgeschehen.)


    Was für ein Abschnitt! Die Driff ist wirklich toll beschrieben, was für eine schreckliche Vorstellung dort leben zu müssen! Und ich empfinde sie als eine schöne Ergänzung zu den anderen Gegenden,

    Einerseits faszinierte mich die Driff, die Vorstellung eines „toten Winkels“ der Welt, andererseits ging es mir immer wie Aeria, dass ich auch gern die Ereignisse in Salkurning verfolgt hätte. Außerdem fand ich es sehr schwierig, die Driff „fühlbar“ zu machen, auch für mich selbst.


    Und du brauchst dich nicht für das Menschenfleisch zu entschuldigen. Anderes Fleisch hätte da nicht reingepasst.

    Anderes haben sie ja leider nicht. Aber eigentlich ist Kannibalismus eins der Themen, mit denen ich mich nicht beschäftige.


    Mehr kann ich wieder nicht zu deinem Kommentar sagen, ohne zu spoilern. :)





  • Leider arbeite ich im Gesundheitswesen, aber glücklicher Weise nicht direkt an vorderster Front. Trotzdem ist es sehr nervenaufreibend, sich die Sorgen der Patienten anzuhören und zu versuchen, ihnen Tipps zu geben und wenigstens etwas von ihren Sorgen zu nehmen. Und gleichzeitig noch anderen ins Gewissen zu reden, damit sie nicht unvorsichtig sind! Da empfinde ich genauso wie du die Leserunde als gelungene Möglichkeit zum Abschalten.

    Die Driff hat mich sehr fasziniert, einerseits das Irreale an so einer Gegend, andererseits aber stellt sie sich im Kopfkino so klar dar, dass man Gefühl hat mittendrin zu sein.

  • Leider arbeite ich im Gesundheitswesen, aber glücklicher Weise nicht direkt an vorderster Front. Trotzdem ist es sehr nervenaufreibend, sich die Sorgen der Patienten anzuhören und zu versuchen, ihnen Tipps zu geben und wenigstens etwas von ihren Sorgen zu nehmen. Und gleichzeitig noch anderen ins Gewissen zu reden, damit sie nicht unvorsichtig sind!

    Ganz viel Kraft und Nerven für die Arbeit wünsche ich dir und allen, die sich jetzt nicht zurückziehen können, sondern mittendrin weiterarbeiten müssen. Ohne euch geht es nicht!

  • Ich schließe mich an. Meine Tochter ist gestern operiert worden (Darmverschluss) gut dass die Mannschaft im Krankenhaus bereit steht!

  • Wegen des Menschenfleisches hatten wir schon mal eine Diskussion. Was ist moralisch? Wir gehen immer von unserer Moral aus und meinen, die sei vorgegeben, gerne auch von Gott. Aber eigentlich ist Moral etwas in einer Gemeinschaft abgesprochenes. Sie entwickelt sich ja auch. Was wir in unserer Zeit deutlich sehen. Erst hat man das Fräulein Helen baden sehn und war verzückt, die Waden sehen zu können, heute kann man so ziemlich alles sehen. Die Stellung der Frau hat sich verändert und damit auch moralische Anschauungen usw. Wir sehen uns im Diskurs mit älteren Kulturen und deren moralischen Anschauungen. Aber wir sind uns einige, dass Kannibalismus etwas unmoralisches ist. Dabei schauen wir gruslige Filme und Serien und spornen (meiner Meinung nach) Leute zum Nachmachen an. Natürlicher Kannibalismus hat damit aber nichts zu tun. Es wird Fleisch, welches sonst verrotten würde als Nahrung genutzt. Der Mensch ist tot, genauso wie die Tiere, die wir essen. (und da könnte man dann fragen, ob Vegetarier moralischer sind, wenn der Urwald den Sojafeldern weichen muss) Kannibalen betrachten es ja teilweise sogar als Ehre, gefallene Feinde zu essen, weil damit etwas von deren Kraft auf die Gemeinschaft über geht. Diese Menschen leben in einer anderen ethischen Gemeinschaft und sorgen dafür, dass Ressourcen nicht ungenutzt bleiben. Wenn Du, Loons, dich damit beschäftigst, weißt du sicher mehr, vermutlich haben sie auch Götter, die ihnen Regeln aufgeben, nur eben andere als wird.
    Ein Sänger den ich sehr mochte ist Gundermann. Er hat mal im interview gesagt, dass er zwar Vegatarier ist, aber wenn in seiner Familie Wurst weggeschmissen werden sollte, dann hat er sie lieber gegessen, denn das Tier wäre sonst umsonst gestorben. Ich verachte auch die Menschen in der Drifft nicht, die statt die Leichen den Tieren zu überlassen, ihren Hunger stillen. Da finde ich nichts falsches dran. Was würden wir tun, wenn wir vor die Wahl gestellt würden, zu verhungern oder Menschenfleisch zu essen? Mit unserer Moralvorstellung immerhin....

  • Vielen Dank euch beiden für die lieben Wünsche! 😊

    Rhea : ich hoffe, deine Tochter hat alles gut überstanden und ihr geht es gut! ✊

    Mit der Moral, Rhea , hast du recht. Man kann das nicht nur aus unserer Sicht betrachten. Wir haben alles und wir bekommen alles. Und wir machen uns keine Gedanken, woher es kommt. Bei anderen Völkern ist das nicht so selbstverständlich. Sie sind durch ihre Lebensweise und die Umstände ganz anders geprägt. Und ich kann jeden verstehen, der lieber Menschenfleisch isst als zu verhungern.

  • Rhea, wie schlimm, ausgerechnet jetzt! Hoffentlich ist deine Tochter bald wieder raus aus dem Krankenhaus.


    Kannibalismus: Um dieses Thema habe ich immer einen Bogen gemacht. Hat für mich auch kein Grusel-Potenzial, ich will einfach nichts damit zu tun haben. Inzwischen geht es, ich habe auch diesen Film mit dem abgestürzten Flugzeug in den Bergen gesehen. Aber es gehört zu den Themen, die ich möglichst gar nicht und schon gar nicht rein für den Horroreffekt in meinen Texten haben will.

    (Hm, überlege jetzt gerade, wie ehrlich das ist. :/ Ich habe so was ja nun mal in der Story. Und Horror wollte ich damit auch erzeugen. Aber ich würde nie explizit, ausführlich, grafisch darüber schreiben.)


    Moralisch sehe ich das auch wie ihr, würde das in einer Situation, in der es ums Überleben geht, keinem vorwerfen. Wenn die Betreffenden tot sind, ist das moralisch auch nicht viel anders als eine Organentnahme für eine Transplantation.

    Rituellen Kannibalismus … okay, muss ich nicht gut finden, oder? Ich kenne mich da nicht aus, aber das, was ich weiß, klingt nicht nach einer Nutzung von Ressourcen, sondern nach sehr archaischen, magischen Vorstellungen, bei denen es letztlich um Machtaneignung geht.


    Das Problem, das ich auch für den „Kannibalismus zum Überleben“ sehe: Wenn das Tabu einmal überschritten ist, scheut man sich irgendwann auch nicht mehr, einen Menschen dafür zu töten. In einer Gegend wie der Driff, wo alle hungern, ist dieser Schritt wahrscheinlich schnell getan.

  • Leider ist der Mensch nur allzu schnell bereit, auch aus geringeren Gründen als das eigene Überleben zu töten. Wenn dann noch eine Gegend wie der Driff hinzu kommt, wo es wirklich ums Überleben geht, weiß ich nicht, welche Moralvorstellungen oder Regeln den Kannibalismus wirkungsvoll verhindern könnten.