Handlungsstränge, die ich nicht mehr sehen kann.

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Es gibt 40 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Annette B..

  • TW mobbing.


    Neulich brütete ich über einem Buch, und da kam - mal wieder - mein verhasstester Handlungsstrang (nein, kein Maskenball. Obwohl... ) : die Protagonistin wurde gemobbt. Aber dann stellte sich heraus, dass es der Mobberin zuhause furchtbar geht und Prota hat deshalb Mitleid mit ihr und versteht vollkommen, warum sie sie mobbt.


    Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber wenn ich diesen Handlungsstrang jemals wieder im Leben lese, ist es immer noch zu früh.


    Und nun interessiert mich, worüber ihr nichts mehr lesen wollt. Liebesdreiecke? Schreie, von denen man fest stellt, dass es die eigenen sind? Dass es der Butler ist?

  • Wenn die Protagonistin mit ihrem Freund glücklich ist, aber auf einmal gibt es da noch einen anderen, interessanten Typen, in den sie sich auch irgendwie verliebt. Damit sie sich aber am Ende doch nicht zwischen den beiden entscheiden muss, entpuppt sich Typ 2 entweder als Idiot oder stirbt. Es ist immer wieder dasselbe! :vogelzeigen:

  • Wenn die Protagonistin mit ihrem Freund glücklich ist, aber auf einmal gibt es da noch einen anderen, interessanten Typen, in den sie sich auch irgendwie verliebt. Damit sie sich aber am Ende doch nicht zwischen den beiden entscheiden muss, entpuppt sich Typ 2 entweder als Idiot oder stirbt. Es ist immer wieder dasselbe! :vogelzeigen:

    Oh ja. Oder Typ 1, der bisher vollkommen normal war, und mit dem Prota echt glücklich ist, entpuppt sich ohne Vorwarnung als Mistkerl und sie kann beruhigt zu Typ 2 übersiedeln.

  • In dem Fall, dass die Protagonistin zu Typ 2 wechselt, ist allerdings meist schon auf den ersten Seiten absehbar, dass der erste nix taugt :breitgrins:

    Das ist für mich als Leserin nicht so schmerzhaft, wie dieses ewige Hin und Her, das sich auch gerne mal über eine ganze Trilogie erstrecken kann.

  • Jetzt, wo ich drüber nachdenke, habe ich mein Szenario schon öfter in Filmen gesehen als in Büchern gelesen ^^ Da müssen sie wohl wegen dem Zeitlimit am Charakter sparen.

  • Tatsächlich bleibt die Figur in quasi 99 Prozent der Fälle, bei der Figur hängen, die langweiliger ist. Ich hätte endlich gerne mal eine Figur (meist ist sie weiblich) die dann einfach mal bei der viel spannenderen und meist auch vielschichtigeren Figur bleibt. Egal wie das zu Stande kam.

    Aber eigentlich hätte ich ja gerne, das in YA Fantasy einfach mal keine Liebesgeschichte mehr vorkommt. Aber wie Nina Blazon uns in der Leserunde zu "Rabenherz und Eismund" erzählt hat, ist das in Deutschland quasi ein Ding der Unmöglichkeit an einen Verlag zu bringen. Das lässt sich anscheinend nicht verkaufen. Aber immerhin war der Fokus dort trotzdem total stark auf den Frauenfiguren und der Freundschaft, die zwischen ihnen entsteht = und da wären wir bei dem, was ich definitiv nicht mehr lesen will:


    - Frauen/Mädchen-Figuren die allein die einzigen tollen, besonderen und Supernetten sind, derren Alleinstellungsmerkmal aber nur deshalb so ist, weil alle anderen Frauenfiguren als eingebildet, zickig, Biest usw. beschrieben werden. Frauenfiguren abzuwerten um die (meist auch noch einzige) weibliche Hauptfigur aufzuwerten, das geht mir dermaßen auf den Zeiger.

    Das betrifft eigentlich alle Genres.

    Echte Mädchen/Frauenfreundschaften wären einfach mal toll!


    - Können die Autoren*innen und Verlage auch bitte endlich keine Bücher mehr schreiben und verkaufen, in der die weibliche Hauptfigur so gar nicht weiß, welche Wirkung sie auf alle andren hat? Sie ist natürlich super hübsch aber sich nieeeemals dessen bewusst. Wird aber gleichzeitig total Objektiviert, weil alle männlichen Figuren (naja oder fast alle *gg*) auf sie fliegen...


    - Wenn ich noch einmal lese, das sich ein Mädchen auf die Lippen beißt, dann aber :vader:


    - Können wir endlich aufhören mit den düsteren, selbstmordgefährdeten, drogensüchtigen Komissaren*innen?? Das war ja eigentlich mal ziemlich cool im Kontrast zu den Krimis, in denen die Lebensgeschichte der Ermittler quasi unwichtig war. Aber inzwischen muss man ja die Ermittler*innen mit einem einigermaßen intakten Familien oder Liebesleben mit der Lupe suchen. Warum kann es da nicht einfach Vielfalt geben?

  • Ich kriege immer die Krise, wenn ein "eigentlich", "von Rechts wegen" Toter plötzlich doch noch lebt. Wenn sich also z. B. eine Person (sie könnte vielleicht gar gefesselt und geknebelt sein) in einem Haus befindet, das plötzlich in hellen Flammen steht, und niemand es schafft, das Haus zu verlassen. Natürlich kann diese Person nicht überlebt haben, aber ebenso natürlich taucht sie gegen Ende des Buches wieder auf. Mittlerweile glaube ich an keinen Toten mehr, wenn die Leiche nicht von mehreren Personen unabhängig voneinander gesehen wurde. Von Nahem!

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Ich habe jetzt echt stark nachgedacht welche Plots mich arg stören, aber ich bin 1. relativ schmerzfrei und finde meist immer irgendwas Gutes und 2. wohl immer ein Glückspilz und greife zu Büchern bei denen mir solche Handlungsstränge nicht unterkommen.

    Oder ich erinnere mich gerade einfach nicht so dran.


    Vielmehr sind es bei mir so Elemente die mich dann stören wenn sie auftauchen, um die sich die Handlung nicht dreht. Sexismus, Fat Shaming, Rassismus,...


    So Dinge wie Dreiecksbeziehungen finde ich nicht originell und sehr ausgelutscht, aber ich würde nicht kategorisch ausschließen dass mir die Geschichte dann trotzdem irgendwie gefallen würde. Auch ein paar andere Klischées finde ich zwar nicht besonders erfinderisch aber teilweise muss ich auch zugeben dass ich die manchmal einfach unterhaltsam finde, egal wie abgedroschen..("harte Schale, welcher Kern" oder Vaterkomplexe beispielsweise...).




    Ich muss das mal im Auge behalten und wenn mir eine Art Handlungsstrang auffällt den ich nicht ausstehen kann dann weiß ich ja wohin mit der Erkenntnis :D

  • Mir geht es ähnlich wie Kritty, ich kann auch abgedroschene Plots hinnehmen, wenn das Buch sonst gut geschrieben ist.


    Dreiecksbeziehungen und die wunderschönen blutjungen blitzgescheiten und urplötzlich supererfolgreichen Frauen, die sich selbstverständlich ihrer Schönheit üüüüberhaupt nicht bewusst sind, haben mich allerdings schon genervt, als ich meine Teenager-Liebesroman-Phase hatte.


    Und ich überlege gerade, ob wir nicht schon mal neulich so einen ähnlichen Thread hatten :gruebel: Ich geh mal auf die Suche.

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Mittlerweile glaube ich an keinen Toten mehr, wenn die Leiche nicht von mehreren Personen unabhängig voneinander gesehen wurde. Von Nahem!

    Das kann man ohne Obduktion nie genau sagen! ^^

    Und ich überlege gerade, ob wir nicht schon mal neulich so einen ähnlichen Thread hatten :gruebel: Ich geh mal auf die Suche.

    Das Gefühl hatte ich auch, aber ich habe ihn auf die Schnelle nicht finden können.

  • Das Gefühl hatte ich auch, aber ich habe ihn auf die Schnelle nicht finden können.

    Ich auch nicht :gruebel: Vielleicht war's aber auch mal eine Wochenfrage.

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Vegewaltigungen, sexuellle Nötigung etc. als "Schocker", einfach nur um des Effektes willen. Total unnötig und ich denke, jede*r Autor*in sollte in der heutigen Zeit genug Sensibilität für das Thema aufbringen. Sonst hat er/sie in meinen Augen als "Verantwortliche*r des Romans" versagt.

  • Vegewaltigungen, sexuellle Nötigung etc. als "Schocker", einfach nur um des Effektes willen. Total unnötig und ich denke, jede*r Autor*in sollte in der heutigen Zeit genug Sensibilität für das Thema aufbringen. Sonst hat er/sie in meinen Augen als "Verantwortliche*r des Romans" versagt.


    Das kann ich auch nur schwer lesen. Aber sowas kommt mir als eigener Handlungsstrang irgendwie nie unter, ich zähle das zu den weiter oben von mir erwähnten Elementen. Habe noch nie ein Buch in der Hand gehabt bei dem Vergewaltigungen Handlungsstränge sind.

  • Lykantrophin : das unterschreibe ich und erweitere noch um detaillierte Gewaltbeschreibungen um des Effektes willen. Braucht auch kein Mensch.

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Ich merke grade dass ihr da wohl keine Unterscheidungen macht, zwischen Stilen / Elementen / Wie auch immer und eben Handlungssträngen :) Für mich sind Handlungsstränge eher so Narrativen, Plots, Tropes.


    Ich mag unnötige Sexszenen nicht, aber ich lese selten Bücher in denen sowas vorkommt.

  • Ich habe den Eindruck das es eine Zeitlang gerade zu klassisch war, eine Vergewaltigung einzubauen, um anzuzeigen wie finster das Mittelalter war. (Die Säulen der Erde sind das klassische Beispiel ...) Dabei fällt mir vor allem auch auf, das es einfach hingenommen wurde und die Bücher mega gehyped wurden... Bei Diana Gabaldon gibts das ja auch (zumindest in Band 2, in der zuuufällig dann die Vergewaltigung der heiligen Clare nicht stattfindet, aber dafür vor ihren Augen eine andere Frau vergewaltigt wird). Es scheint mir, das es eine Zeitlang einfach tolleriert wurde als zwingendes Element in diesem Genres. (Und das sagt wiederum einiges über unsere Gesellschaft aus...).

    Wie das heute ist weiß ich nicht, da ich kaum bis keine historischen Romane mehr lese (also zumindest keine die in die Kategorie Mittelalter fallen)

  • Ich mag unnötige Sexszenen nicht

    Gibt es nötige Sexszenen? Und vor allem: Gibt es Sexszenen, die nicht einfach nur lächerlich 'rüberkommen?

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Dass Vergewaltigungen eingebaut werden, um zu zeigen, dass eine Figur nun WIRKLICH böse ist, oder um zu schockieren, ist mir auch schon öfters aufgefallen.


    Zu dem Thema fällt mir gerade 54 Minuten von Nijkamp ein. Irgendwann kommt heraus, dass der Schütze, der bis dahin in einem Amoklauf mehrere Kinder erschossen hat, zuvor ein Mädchen vergewaltigt hat.


    Das war für mich erst mal wirklich sonderlich - der Amoklauf ist also nicht mehr schlimm genug, um dem Leser zu zeigen, dass der Typ böse ist, nein, er muss auch noch jemanden vergewaltigt haben, um den Punkt wirklich deutlich zu setzen.


    Es ist inzwischen eine billige Art, die Leser*innen etwas fühlen zu lassen. Und selbst das funktioniert inzwischen nur noch mittelmäßig, weil viele so desensibilisiert sind, dass sie das sexuelle Gewalt nicht mehr für schlimm erachten.


    P.S.: soll ich Trigger Warnungen oben in den Anfangspost editieren?

  • Also es ist immer unangenehm wenn eine Vergewaltigung dargestellt wird, aber für mich kommt es auch darauf an, wie sie dargestellt wird. Wenn beispielsweise in einem Flashback so etwas angedeutet wird und dieses Trauma Teil der Charakterisierung und des Plots ist, dann finde ich das akzeptabel.



    Ich mag unnötige Sexszenen nicht

    Gibt es nötige Sexszenen? Und vor allem: Gibt es Sexszenen, die nicht einfach nur lächerlich 'rüberkommen?

    Nötig wahrscheinlich nicht ;) Aber manchmal sind sie wohl bestimmt berechtigter Teil der Story. Wenn es eine "Coming of Age"-Geschichte ist und die Hauptfigur ihr erstes Mal erlebt, und das respektvoll und nicht übertrieben und realistisch dargestellt ist...man kann damit ja auch wichtige Botschaften vermitteln (Verhütung, bestimmte Mythen, Consent,...).

    Und ich denke für Nackenbeißer-Bücher sind Sexszenen wohl nötig :P

    Ob das jetzt für den einzelnen Menschen wirklich notwendig ist...nun, das dürfen alle für sich selbst entscheiden :D

  • Mittlerweile glaube ich an keinen Toten mehr, wenn die Leiche nicht von mehreren Personen unabhängig voneinander gesehen wurde. Von Nahem!

    Das kann man ohne Obduktion nie genau sagen! ^^


    Okay - nach der Obduktion ist die Person dann wirklich tot. :evil:

    Wir sind irre, also lesen wir!