01: Anfang Kapitel 1 (Trümmer) bis "... streuen wir sie in den Wind." (S. 5 - 49)

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Es gibt 18 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von DoroSusi.

  • Hallo zusammen


    Ich bin mit dem Abschnitt noch nicht durch, habe gerade die ersten 20 Seiten gelesen

    Ich bin auf jeden Fall schnell wieder in der Geschichte drin, ich hatte schon befürchtet, alles vergessen zu haben. Aber ich glaube, es geht noch und mit eurer Hilfe wird mir wohl alles wieder einfallen.


    Ich muss nur mal eben loswerden, ich musste doch sehr über die Rebellengeste lachen, Zeigefinger und kleiner Finger aus der Faust gestreckt ... das ist so ... Metal :bang:

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Ich muss nur mal eben loswerden, ich musste doch sehr über die Rebellengeste lachen, Zeigefinger und kleiner Finger aus der Faust gestreckt ... das ist so ... Metal

    Genau - die berühmte "Pommesgabel"! ^^

    Da wurde das erste Osterei also schon gefunden - sehr schön. :)

  • Da wurde das erste Osterei also schon gefunden - sehr schön.

    Wie viele müssen dürfen können wir denn finden?

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Und es geht endlich wieder auf den Berg! Oder sollte man besser sagen unter den Berg? Egal, es geht weiter!

    Ich muss Inge78 zustimmen, auch ich war nach den ersten Seiten sehr schnell wieder in der Geschichte gefangen.

    Es herrschen nun also Normalität und Naturgesetze auf dem Berg. Für die adligen Bewohner muss dieses wirklich erschreckend sein. Dort wo bisher aberwitzigste filigrane Gebäude standen ist nun ein Mehr aus Schutt und Asche. Dort wo ihre Herrschaft unangefochten war reagiert nun das Chaos. Tatsächlich frage ich mich aber, ob es für den Pöbel überhaupt einen Unterschied macht?

    Spannend finde ich auch, wie sich die ganzen Zauber in den Menschen auswirken. Temalla Kalthorn scheint ja noch Glück zu haben, und die kleinen Steinchen eitern einfach heraus.

    Das Treffen von Quilûn mit der Stimme lässt mich eher darauf schließen, dass die Rebellen (Ich gebe zu, dass Osterei ist an mir vorbeigegangen.) aber auch nicht wirklich wissen, wie sie reagieren sollen. Worte wie Pulverfass oder Ruhe vor dem Sturm charakterisieren die Lage glaube ich gut. Ebenso sind die Imagolems, die nun ihre Erinnerung wieder haben auch eine spannende Unbekannte. Scheinbar gibt es ja noch welche, die zu „ihren“ tiefen Häusern halten. Bei Brotan war das zu erwarten, aber die anderen die Kyrin geschaffen hatte?

    Semire scheint sich keine Pause zu gönnen und zeigt, dass sie doch die Taktikerin und Strategin ist, die sie im letzten Buch zu sein schien. Ich würde Ihr wünschen, dass ihre Hoffnung aus Granit wieder Fleisch werden zu lassen sich erfüllt. Glaube aber bei dem Autor irgendwie nicht daran…. Die Befreiung der Eichforst-Krieger halte ich daher auch für logisch und nicht emotional. Wobei sie ernsthaft um Buhm gesorgt zu haben scheint.

    Offen ist für mich, warum Ossip auf den Baum einschlägt und nicht erkennt, dass diese Saufbolde auch Adelige sind.

    Wirklich wehmütig habe ich die Szene mit Alita und Quilûn gelesen. Ob Alita sich überhaupt bewusst ist, wie die Gefühle des Armen Grafen sind? Das rustikale Mahl der beiden lässt mich aber doch etwas hoffen, auch wenn Quilûn ihr helfen möchte, ihre Liebe zu finden. Ich gebe auch zu, ich bin etwas traurig, dass Anthurel scheinbar überlebt hat.

    Hoffen tue ich besonders auf die Genesung von Kyrin, auch wenn ich nach dem Beben fürchte, dass sie nicht viel Zeit haben wird, sich von dem Kampf unter dem Berg zu erholen.

    So oder so, ich freue mich auf die nächsten Kapitel des Buches mit euch! Mögt Ihr immer etwas Öl in eurer Lampe haben!

    Viele Grüße

    Olli

  • Tatsächlich frage ich mich aber, ob es für den Pöbel überhaupt einen Unterschied macht?

    Wer nichts hatte, der hat auch nichts verloren ... Für die "ganz unten", die in einfachsten Bruchbuden gewohnt und gehungert haben, wird sich nichts geändert haben. Sie mögen sogar einen Vorteil haben, weil sie wissen, wie man unter solchen Umständen überlebt.

    Aber wer direkt oder indirekt von den Tiefen Häusern abhing, für den sieht es anders aus. Natürlich betrifft das die Hausdiener, die schlicht keinen Festsaal mehr haben, in dem sie Speisen auftafeln können. Wer sorgt jetzt für ihr Auskommen? Aber es geht bis hinunter zum einfachen Bürger: In einem verwüsteten Stadtviertel gibt es vielleicht keinen Bäcker mehr - und somit auch kein Brot mehr zu kaufen. Also muss man selbst backen - aber woher nimmt man das Getreide, wenn man niemanden mehr hat, der einen bezahlt, oder der Händler glaubt, dass Silbermünzen bald nicht mehr viel wert sein werden?

    Tatsächlich war man im Mittelalter und vor allem in der Renaissance in lang andauernden Kriegen als Soldat - so überraschend das ist - noch vergleichsweise gut dran, wenn man das im Vergleich zur Bevölkerung einer geplünderten Stadt sieht oder zu einem Landstrich, durch den ein Heerwurm gezogen ist. Selbst wer der rauflustigen Soldateska entkam, wurde oft Opfer der folgenden Hungersnot.

    Die Befreiung der Eichforst-Krieger halte ich daher auch für logisch und nicht emotional. Wobei sie ernsthaft um Buhm gesorgt zu haben scheint.

    Selime, o Selime - du spaltest meine Leserschaft!

    Wie steht Ihr zu ihr?

    Offen ist für mich, warum Ossip auf den Baum einschlägt und nicht erkennt, dass diese Saufbolde auch Adelige sind.

    Das übliche Zeichen des Adelsstandes in dieser Welt sind blau gefärbte Zähne. Die fehlen Ossips "Verbündeten".

    ich freue mich auf die nächsten Kapitel des Buches mit euch!

    Ich mich auch! :)

  • Da sieht man mal wieder...es ist nicht gut, sich zu sehr auf das Funktionieren von Magie, oder wenn es daran eh mangelt wie unserem Leben;) wahlweise vonTechnik zu verlassen:)

    Es ist schonmal, wer bisher ohne die Magie der Steine leben musste, für den ist die Umstellung leichter. Und immehin hat man im günstigsten Fall statt einer Schlossruine immerhin eine halbwegs "intakte" Bruchbude zur Verfügung.;)

    Die Lebensmittelversorgung wird eim Problem, nicht umsonst legt Semire Wert darauf, die Kornspeicher zu sichern.


    Ihre Sorge um Buhm halte ich für echt, war er doch schon immer ein wichtiger Teil ihres Lebens.


    Dass Alita Versuch, ihre Liebe Luhk zu finden, ist rührend, aber ich habe nicht viel Hoffnung für sie. Sie wurde nach ihrer " Verfehlung" nur eingesperrt, was denkt sie ist Luhk widerfahren, der dem mittel- und rechtlosen Tagelöhner, der die Ehre der Familie "beschmutzt" hat?

  • Schön wieder auf/am/im Berg zu sein. Ich war auch wieder sehr schnell in der Geschichte drin.

    Das Leben am Ianapat liegt so ziemlich in Schutt und Asche. Die Beschreibungen der vielen Schutthaufen, der Freischärfler, die nur am Silber intessiert sind und überhaupt des ganzen Chaos welches nun vorherrscht sind sehr gelungen. Ich fühlte mich sehr an eine zerbombte Stadt im Krieg erinnert.

    Semire ist sehr vorrausschauend und möchte die Kornspeicher erobern, da sie genau erkentt, dass es eine Hungersnot geben wird. Da nützt einem Silber reichlich wenig, das kann man nicht essen. Ich hoffe nur, dass Semire, sollte sie die Kornspeicher erobern, dieses Korn einsetzt um allen Hungernden zu helfen und nicht nur um ein Tiefes Haus für Treue zu belohnen und den Adel wieder zu stärken. Ansonsten spielt Semire auch weiterhin ihre Spiele, diese angebliche Schwangerschaft von Aliére, um sich so einen Verbündeten zu schaffen ist schon irgendwie unfair. Sie spielt ganz schön mit den Gefühlen ihrer Mitmenschen um ihre Ziele zu erreichen.

    Die Szene von Quilûn und Alita fand ich rührend. Eine sehr schöne, ruhige Szene in den ganzen Chaos. Und da siehr man es mal wieder: es muss nicht immer nur das Beste vom Besten sein. Manchmal munden hartes Brot und Wurst viel besser, in der richtigen Gesellschaft. Es ist schön von Quilûn, dass es Alita helfen möchte Luhk zu finden. Aber ob es erfolgreich sein wird? Und wenn ja, es sind 6 Jahre vergangen, vielleicht hat er längst eine Frau und Kinder?

    Ich muss nur mal eben loswerden, ich musste doch sehr über die Rebellengeste lachen, Zeigefinger und kleiner Finger aus der Faust gestreckt ... das ist so ... Metal

    Ja das fand ich auch lustig. Da musste ich schon schmunzeln. :bang:

    Spannend finde ich auch, wie sich die ganzen Zauber in den Menschen auswirken. Temalla Kalthorn scheint ja noch Glück zu haben, und die kleinen Steinchen eitern einfach heraus.

    Das finde ich total spannend. Da sich ja soviele von den Adligen Steinzauber im Körper haben anbringen lassen ist das jetzt vielleicht sogar für so manchen tödlich.

    Ich würde Ihr wünschen, dass ihre Hoffnung aus Granit wieder Fleisch werden zu lassen sich erfüllt. Glaube aber bei dem Autor irgendwie nicht daran….

    Das würde ich mir auch wünschen. Aber wir kennen ja den Autor....

    Ich habe da so eine Theorie, aber da möchte ich jetzt noch nichts zu sagen.

    Wie steht Ihr zu ihr?

    Mit teilweise gemischten Gefühlen. Ich mag Semire wirklich, aber in manchen Punkten gehe ich mit ihr nicht konfirm. Aber das macht diesen Charakter ja gerade so spannend und interessant.


    Ich freue mich jetzt aufs weiterlesen :leserin::lesen: und bin gespannt wie es weitergeht.

    Liebe Grüße Andrea "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen, und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat."(Helen Hayes)

  • Zitat

    Selime, o Selime - du spaltest meine Leserschaft!


    Wie steht Ihr zu ihr?

    Ich kann mich wirklich nicht entscheiden, ob ich Selime mag.

    Ihre Liebe zu Brotan ist zwar derzeit hoffnungslos, ich kann mir auch nicht vorstellen dass und wenn ja er wieder einen Körper aus Fleisch und Blut bekommt, zumindest nicht den eigenen, aber sie tief und echt.

    Auch ihre Sorge um Buhm ist echt und ich hoffe nicht nur darin begründet, einen treuen Beschützer und Lehrmeister zu verlieren.

    Ansonsten ist sie schon sehr berechnend, sie will vorallem das Beste für ihr Haus und alle die Menschen für die sie sich verantwortlich fühlt. Das man mit Nettigkeit allein nicht voran kommt hat sie ja schon früh erkannt und ihre Ziele und denmWeg dorthin definiert.

    Es ist mit ihr wie im richtigen Leben, man kann und muss nicht jeden mögen, deshalb ist derjenige ja auch nicht gleich komplett verabscheuungswürdig:)

  • es ist nicht gut, sich zu sehr auf das Funktionieren von Magie, oder wenn es daran eh mangelt wie unserem Leben ;) wahlweise vonTechnik zu verlassen

    Diese Abhängigkeit ist etwas sehr Grundlegendes für zivilisierte Menschen, glaube ich. Im Grunde gibt uns Mutter Natur alles mit, was man zum Überleben in der Savanne bräuchte. Aber wenn man mich dort nackt und ohne Hilfsmittel aussetzen würde, dann würde ich wohl verhungern. Und das nicht, weil mir im eigentlichen Sinne irgend etwas fehlen würde, sondern weil ich in einer Umgebung aufgewachsen bin, in der ich das Überleben einfach nicht erlernt habe.


    Ich fühlte mich sehr an eine zerbombte Stadt im Krieg erinnert.

    Diese Assoziation ist sicher richtig. Ich finde die Fotoaufnahmen von Köln nach dem Zweiten Weltkrieg (Zerstörungsquote 95%) sehr eindrücklich, oder auch von Dresden, wo sich ja der große Bombenangriff gerade wieder gejährt hat. Auf dem Berg kommt noch hinzu, dass sich inmitten dieser Ruinen feindliche Heere gegenüberstehen - und sich jeden Tag ändern kann, wer Freund und wer Feind ist.


    Ich mag Semire wirklich, aber in manchen Punkten gehe ich mit ihr nicht konfirm.

    Sie spielt ganz schön mit den Gefühlen ihrer Mitmenschen um ihre Ziele zu erreichen.

    Ansonsten ist sie schon sehr berechnend, sie will vorallem das Beste für ihr Haus und alle die Menschen für die sie sich verantwortlich fühlt. Das man mit Nettigkeit allein nicht voran kommt hat sie ja schon früh erkannt und ihre Ziele und denmWeg dorthin definiert.

    Das ist alles richtig - und was man zusätzlich bedenken kann: Diese Heimlichkeit und Intriganz ist der Weg gewesen, über den sie (als Frau) zu Macht gekommen ist. Vielleicht war es nicht der einzige mögliche Weg, aber es war einer von sehr wenigen, den Frauen erfolgreich gegangen sind.

    Männer hatten (in der alten Gesellschaft) ganz andere Möglichkeiten, von denen viele aber ebenfalls nicht unblutig waren.

    Es ist mit ihr wie im richtigen Leben, man kann und muss nicht jeden mögen, deshalb ist derjenige ja auch nicht gleich komplett verabscheuungswürdig

    Solche Leseeindrücke sind für mich ein großes Lob. Sie zeigen, dass die Welt der Geschichte als lebensecht empfunden wird.

  • Ich war auch schnell wieder in der Geschichte, manchmal musste ich zwar überlegen, aber ein paar Zeilen weiter war alles wieder klar.

    Die Situation ist heftig und ich hoffe nur, dass Semire wirklich die Oberhand behält. Die Szene mit den betrunkenen Rüpeln zeigt ja schon deutlich, wie gefährlich das Leben ohne den Schutz des Hohen Hauses ist. Selbst in ihrer Eigenschaft als Bordelbesitzerin hatte sie immer den Fluchtweg zum Schutz des Adels. Den hat sie nicht mehr und die Verhältnisse sind so unsicher, dass sie sich auch der Getreuen nicht sicher sein kann. Die Geschäfte waren auch ein Schutz, aber sin sie das noch? Auch diese Seite ihres Lebens ist nicht mehr geordnet. Ihre Intrigen sind umfangreich und sehr gut geplant, aber kann man mit Dummköpfen wirklich planen? Leute, die nur ans Heute denken und sich um den Verstand saufen?

    Ich mag Semire. Man kann nichts erreichen, wenn man nur geliebt sein will von allen. Es müssen Entscheidungen getroffen werden und die können nicht allen gefallen. Ist wie mit der Kindererziehung, man kann nicht in jeder Situation so handeln, dass die Kinder begeistert sind, zu deren eigenem Wohl nicht. Nur die Gesamtsituation kann dazu führen, dass sich die Mehrheit wohlfühlen kann. Bis dahin ist es ein weiter Weg. Ich drücke ihr die Daumen, dass sie es schafft. Allerdings glaube ich nicht, dass es ihr gelingt, als Frau an der Spitze der Macht akzeptiert zu werden. So schnell dürfte es selbst hier nicht gehen. Sie will ja wohl auch nicht, dass alle gleich sind. Das wollte wohl noch nicht mal ihr Vater. Dann gibt es ja auch noch einige Faktoren, die sie nicht wirklich kennt - zuerst die offensichtlichen, die Feinde auf dem Berg und dann die unbekannten im Berg.


    Quilun mag ich noch mehr als Semire, aber ich weiß nicht, ob er eine Überlebenschance hat. Sein Drogenkonsum macht ihn eigentlich zu einer guten Beute für den Autor.

    Auch ich gehöre zu der Fraktion, die sich wünscht, Botan wieder in einem lebenden Körper zu sehen, aber auch ich halte meine Hoffnung auf Sparflamme.

  • Guten Morgen zusammen


    Temalla Kalthorn scheint ja noch Glück zu haben, und die kleinen Steinchen eitern einfach heraus.

    Na ob sie das als "Glück" bezeichnen würde ;-)


    Ich kann mich wirklich nicht entscheiden, ob ich Selime mag.

    Ihre Liebe zu Brotan ist zwar derzeit hoffnungslos, ich kann mir auch nicht vorstellen dass und wenn ja er wieder einen Körper aus Fleisch und Blut bekommt, zumindest nicht den eigenen, aber sie tief und echt.

    Auch ihre Sorge um Buhm ist echt und ich hoffe nicht nur darin begründet, einen treuen Beschützer und Lehrmeister zu verlieren.

    Ansonsten ist sie schon sehr berechnend, sie will vorallem das Beste für ihr Haus und alle die Menschen für die sie sich verantwortlich fühlt. Das man mit Nettigkeit allein nicht voran kommt hat sie ja schon früh erkannt und ihre Ziele und denmWeg dorthin definiert.

    Es ist mit ihr wie im richtigen Leben, man kann und muss nicht jeden mögen, deshalb ist derjenige ja auch nicht gleich komplett verabscheuungswürdig :)

    DAS kann ich genauso unterschreiben

    Ich finde sie nicht symphatisch aber sie ist interessant und ich kann ihr Handeln nachvollziehen

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Ich habe mich auch sofort wieder eingefunden in die Geschichte, die ich ja leider letztes Jahr ohne Euch gelesen habe. Die Stimmung empfinde ich als sehr bedrückend, es liegt alles in Trümmer wie nach einem Bombenanschlag. Und die Rebellen müssen sich erst finden und lernen, zu vertrauen, um überhaupt gemeinsam kämpfen zu können.


    Für die adligen Bewohner muss dieses wirklich erschreckend sein. Dort wo bisher aberwitzigste filigrane Gebäude standen ist nun ein Mehr aus Schutt und Asche. Dort wo ihre Herrschaft unangefochten war reagiert nun das Chaos. Tatsächlich frage ich mich aber, ob es für den Pöbel überhaupt einen Unterschied macht?

    Sie trifft es hier tatsächlich am Schlimmsten. Der Unterschied ist doch sehr krass. Ich bin gespannt, wer vom Adel sich schnell an die neue Situation anpasst und entsprechend agiert, um seine "Schäfchen" zu sichern.


    Als viel schwieriger finde ich die Kämpfe untereinander. Wer interessiert sich schon für irgendeinen Adel, wenn es ums eigene Überleben geht? Das Volk wird mit sich selbst genug zu tun haben, vom drohenden Hunger mal ganz zu schweigen.


    Man stelle sich vor, von heute auf morgen müssten wir alle auf Strom und Wasser verzichten. In meinem Ort hatten wir gerade eine Situation, da durften wir das Trinkwasser nicht trinken. Nun können wir in den nächsten Supermarkt und uns Flaschen Wasser kaufen. Doch in so einer Ausnahmesituation? Dann trinkt man vermutlich auch verseuchtes Wasser.


    Da sieht man mal wieder...es ist nicht gut, sich zu sehr auf das Funktionieren von Magie, oder wenn es daran eh mangelt wie unserem Leben ;) wahlweise vonTechnik zu verlassen :)

    Genau das passiert ja gerade in unserer Zivilisation. Wenn die Technik ausfällt, sind die meisten von uns doch nicht mehr überlebensfähig. Einige würden noch nicht mal mehr den Weg nach Hause finden ;-) Von daher liest sich für mich diese Szene um so erschreckender, weil das auch wieder jederzeit passieren kann. Muss ja nur Strom ausfallen, dann stehen wir wie die Deppen da.


    Diese Abhängigkeit ist etwas sehr Grundlegendes für zivilisierte Menschen, glaube ich. Im Grunde gibt uns Mutter Natur alles mit, was man zum Überleben in der Savanne bräuchte. Aber wenn man mich dort nackt und ohne Hilfsmittel aussetzen würde, dann würde ich wohl verhungern. Und das nicht, weil mir im eigentlichen Sinne irgend etwas fehlen würde, sondern weil ich in einer Umgebung aufgewachsen bin, in der ich das Überleben einfach nicht erlernt habe.

    Genau so ist es. Nur mit dem Unterschied, dass der Mensch mittlerweile dafür gesorgt hat, die Erde so zu verseuchen, dass wir nicht mehr einfach das Wasser aus der Erde trinken könnten. Dennoch sorgt diese Abhängigkeit auch für Sicherheit und Bequemlichkeit. Wenn das System funktioniert, lebt es sich hervorragend. Nur wenn es zusammen bricht, wie jetzt auch hier für die Adligen, dann wird es brenzlig. Dann ist die Zeit des Stärksten und/oder Klügsten gekommen - wie die Natur das ursprünglich vorgesehen hat. Von daher macht es einem sehr bewusst, wie zart dieses Bündnis ist, dass die Zivilisation so zusammen hält. Sie kann jederzeit zerreißen.


    Semire agiert durchaus verantwortungsbewusst und weiß genau, was das bedeutet. Ich befürchte nur, dass gegen Dummheit kein Kraut gewachsen ist. Und sie ist immer noch "nur" eine Frau (was mich immer wieder sehr ärgert, wenn ich das lese), die alleine nichts richten kann. Sie kann nur mit ihren Mitteln kämpfen, und das macht sie gut. Sie ist nicht meine Lieblingsfigur, aber sie ist mutig und setzt sich für ein Ziel ein, um durchaus auch anderen zu helfen. Natürlich versucht sie, ihre Ziele zu verfolgen, aber mal ehrlich: Wer würde das nicht tun in so einer Zeit?

    Sie spielt ganz schön mit den Gefühlen ihrer Mitmenschen um ihre Ziele zu erreichen.

    Das stimmt wohl. Im Einzelnen betrachtet ist es sicherlich verwerflich. Wenn man allerdings das Ganze sieht, muss sie Bauernopfer bringen, um mehr zu erreichen und auch mehr zu retten.

    Ihre Intrigen sind umfangreich und sehr gut geplant, aber kann man mit Dummköpfen wirklich planen? Leute, die nur ans Heute denken und sich um den Verstand saufen?

    Genau das habe ich auch gedacht. Wie bringt man Dummköpfe und Trunkenbolde dazu, das Richtige zu tun? Da ist sicherlich Semires Talent der Manipulation gefragt.

    Auch ich gehöre zu der Fraktion, die sich wünscht, Botan wieder in einem lebenden Körper zu sehen, aber auch ich halte meine Hoffnung auf Sparflamme.

    Bei jedem anderen Autor hätte ich angefangen zu hoffen, bei Robert Corvus nicht. Da erwarte ich das Schlimmste - und meistens kommt es noch schlimmer.


    Wirklich wehmütig habe ich die Szene mit Alita und Quilûn gelesen. Ob Alita sich überhaupt bewusst ist, wie die Gefühle des Armen Grafen sind?

    Ach ja.... seufz.... Ich befürchte, der arme Quliûn geht bei dieser Geschichte leer aus. Und wer weiß, vielleicht erleben wir eine Überraschung. Robert ist ja auch immer wieder für unerwartete romantische Geschichten zu haben, so nach dem Motto: Sie treffen sich mitten im Kriegsgeschehen wieder, versichern sich ihre Liebe zueinander - und werden gemeinsam niedergemetzelt. So in der Art ;-)

    Mein Lebensmotto: Leben und leben lassen!

  • Semire agiert durchaus verantwortungsbewusst und weiß genau, was das bedeutet. Ich befürchte nur, dass gegen Dummheit kein Kraut gewachsen ist. Und sie ist immer noch "nur" eine Frau (was mich immer wieder sehr ärgert, wenn ich das lese), die alleine nichts richten kann. Sie kann nur mit ihren Mitteln kämpfen, und das macht sie gut. Sie ist nicht meine Lieblingsfigur, aber sie ist mutig und setzt sich für ein Ziel ein, um durchaus auch anderen zu helfen. Natürlich versucht sie, ihre Ziele zu verfolgen, aber mal ehrlich: Wer würde das nicht tun in so einer Zeit?

    Ich frage mich, ob Semira einen Plan hat, was sie nach der Revolution tun will. Wenn es keine Adelshäuser mehr gibt. Wird die "Rose" ihr Leben sein

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Bei der "Pommesgabel" als Revoluzzer-Geste musste ich auch zuerst an den Autor und seine musikalischen Vorlieben denken! 8):D:thumbup:


    Robert, was hast du beim Schreiben gehört?


    Gibt es bestimmte Stücke für jede Figur, ein Stück für das ganze Buch, oder variiert das?


    Klar war ich auch wieder sofort in der Geschichte drin, als wäre ich nie weg gewesen...


    Semire mag ich.

    Klar, als Puffmutter und Waffenhändlerin geht sie nicht eben edlen Berufen nach; aber sie tut das, was man in ihrer Welt tun muss, um Erfolg zu haben.

    Sie ist umsichtig, wie die Sache mit dem Kornspeicher zeigt und sie tut ihr Bestes, mit der derzeitigen Situation zurecht zu kommen.


    Dass sie sich so richtig und mit "Schmagges" in Brotan verknallt hat, macht sie menschlich und sympathisch.


    Brotan...

    Ich kann mir schon vorstellen, wer ihm seinen Menschenkörper geben wird, aber ich verrate meinen Verdacht jetzt noch nicht! :D:evil::saint:

  • Ihre Intrigen sind umfangreich und sehr gut geplant, aber kann man mit Dummköpfen wirklich planen? Leute, die nur ans Heute denken und sich um den Verstand saufen?

    Wer interessiert sich schon für irgendeinen Adel, wenn es ums eigene Überleben geht?

    Das ist ein wichtiger Punkt, denke ich. Bisher konnte der Adel mit vielen Dingen überzeugen, die nun nicht mehr da sind oder ihre Relevanz verloren haben: Einladungen zu Festen in schönen Palästen, Prestige, Titel ... Manchmal muss man den Leuten so etwas gar nicht wirklich geben - sie müssen nur glauben, dass sie es kriegen könnten, wenn sie tun, was man ihnen sagt. Dazu gehört ein gewisses Vorstellungsvermögen; der Manipulierte muss sich erträumen können, dass er einen Vorteil erhält. Wen die Fantasie fehlt (Dummköpfe) oder tatsächlich nichts Reizvolles mehr angeboten werden kann, fehlt sozusagen die Karotte, die man dem Esel vors Maul halten kann ...

    Man kann nichts erreichen, wenn man nur geliebt sein will von allen. Es müssen Entscheidungen getroffen werden und die können nicht allen gefallen.

    Wenn ich mit Japanern spreche, treffe ich noch häufig auf die Vorstellung, dass es besser ist, "schön zu scheitern", als "hässlich zu gewinnen". Anders ausgedrückt: sich selbst/seinen Idealen treu zu bleiben, auch wenn man dann mit fliegenden Fahnen untergeht.

    Semire sieht das offensichtlich anders: Sie ist bereit, viele Mittel zu nutzen, um letztlich ihre Ziele zu erreichen.

    Nur die Gesamtsituation kann dazu führen, dass sich die Mehrheit wohlfühlen kann.

    Auch hier ist die Frage, ob das anzustreben ist. In unserer kulturellen Prägung sind wir schnell dabei, zu sagen, dass "das maximale Wohl für die maximale Anzahl an Menschen" das erreichbare Optimum sei.

    Aber stimmt das? Vielleicht gibt es ja einige, die es schlicht mehr verdient haben, dass es ihnen gutgeht? In der Welt der Geschichte vielleicht die Elenden auf dem Berg (und im Umland), die bisher unverdient unter der Herrschaft leiden mussten ... Oder diejenigen, die sich besonders in einem Kampf hervorgetan haben. Oder die, die künftig besonders viel beitragen können.

    Die Geister im Berg haben da sicher ihre ganz eigenen Vorstellungen ...

    Und selbst wenn das Wohl der Mehrheit das Ziel ist: Welche Mittel sind dann gerechtfertigt? Wie viel Leid darf dafür einer Minderheit zugefügt werden? Das sind Fragen, die zum Teil auch in unserer Rechtsprechung ungelöst sind (darf man gezielt einen Unschuldigen erschießen, um zwei andere Unschuldige zu retten?).

    Quilun mag ich noch mehr als Semire, aber ich weiß nicht, ob er eine Überlebenschance hat. Sein Drogenkonsum macht ihn eigentlich zu einer guten Beute für den Autor.

    Da schmunzele ich, setze mich aber auf meine Hände und hüte mich, den weiteren Leseabschnitten vorzugreifen. :)


    Einige würden noch nicht mal mehr den Weg nach Hause finden

    Ich war einmal in den Niederlanden gestrandet und habe meine Freundin angerufen mit der Bitte, mich abzuholen (weder Hotel noch Mietwagen waren zu kriegen, Züge fuhren nicht mehr, und sie wohnte nicht allzu weit von der Grenze entfernt). Sie war nur deswegen dazu bereit, weil ihr Navi glücklicherweise auch die Niederlande abdeckte - nach Schildern zu fahren, traute sie sich nicht zu. So gesehen hat mich das Navi vor einer Nacht auf einer Bank im Bahnhof bewahrt - knapp ...

    Semire agiert durchaus verantwortungsbewusst

    Was ja voraussetzt, dass sie eine Verantwortung spürt. Wem gegenüber ist sie loyal, denkt Ihr?

    Bei jedem anderen Autor hätte ich angefangen zu hoffen, bei Robert Corvus nicht. Da erwarte ich das Schlimmste - und meistens kommt es noch schlimmer.

    :D


    Ich frage mich, ob Semira einen Plan hat, was sie nach der Revolution tun will.

    Das ist eine gute Frage - auch an Euch! Wenn Ihr den Krieg auf dem Berg gewinnen würdet - was würdet Ihr tun?


    Robert, was hast du beim Schreiben gehört?


    Gibt es bestimmte Stücke für jede Figur, ein Stück für das ganze Buch, oder variiert das?

    Ich habe meistens eine Playlist, die dann rauf und runter läuft. Bei Gezeiten der Macht findet sich darauf viel vom Soundtrack der Serie "Sons of Anarchy", was auch mit der Waffenschieber-Thematik zu tun hat:

    Beds are Burning (Midnight Oil)

    Hey Hey, My My (Battleme)

    Timber (Pitbull feat. Kea$ha)

    Put Down That Weapon (Midnight Oil)

    John the Revelator (Curits Stigers & The Forest Rangers)

    Californication (Red Hot Chili Peppers)

    Come Healing (Leonard Cohen)

    Love is Strong (The Rolling Stones)

    Dreamworld (Midnight Oil)

    Under the Bridge (Red Hot Chili Peppers)

    Girl from the North Country (The Lions)

    The Passenger (Alison Mosshart & The Forest Rangers)

    Sie ist umsichtig, wie die Sache mit dem Kornspeicher zeigt

    Ja, sie hat wohl schneller begriffen, was noch von Wert ist ... Durch ihre Aktivitäten in den Schatten hat sie gelernt, dass nicht alles so ist (oder so bleiben muss), wie man es jungen Adelsdamen beibringt.

  • Auf die Frage, ob man mit Dummköpfen und Saufbolden planen kann: Hervorragend sogar, man kennt schließlich Ihre Schwächen.


    Ich würde ja gerne sagen, ich würde eine soziale Marktwirtschaft errichten falls ich Herrscher über den Berg werden würde, aber würde ich das? Ich denke, ich würde als erstes für Sicherheit sorgen und langsam den Berg Richtung Demokratie, Rechtsstaat und Freiheit schubsen. Aber das wird mit Sicherheit ein Prozess, der mehr als eine Generation benötigt.

    Viele Grüße

    Olli

  • Ich denke, ich würde als erstes für Sicherheit sorgen und langsam den Berg Richtung Demokratie, Rechtsstaat und Freiheit schubsen. Aber das wird mit Sicherheit ein Prozess, der mehr als eine Generation benötigt.

    Ja das ist ein guter und sinnvoller Plan. Aber die Umsetzung wird sicher ziemlich schwierig werden.

    Liebe Grüße Andrea "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen, und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat."(Helen Hayes)

  • Heute habe ich diese Liste mal durchgehört.


    Besonders gut gefallen haben mir "Hey Hey, My My" (obwohl ich da gleich Brotans Tod in Band 2 vor Augen hatte), und "Come Healing", das sehr schön gefühlvoll ist.