04: Ende Kapitel 2 (Verbündete) ab "Draußen herrschte helllichter Tag ..." (S. 143 - 199)

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Es gibt 16 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Robert Corvus.

  • Ich empfinde die Kämpfe und gegenseitig ständig wechselnden Loyaliäten als sehr nervend.


    Alitas Rolle verstehe ich gerade auch nicht, sie ist sehr präsent. Welche Ziele verfolgt sie? Will sie wirklich nur ihren Geliebten finden?


    Und dann diese Szene mit dem Baron, der bei lebendigem Leib gekocht wird. Das war schon echt hart. Es herrscht Anarchie. Ich empfand Quilun in dieser Situation , mal wieder, als sehr feige. OK, was hätte er tun sollen, er will sich nicht verraten. Aber diesen Mann da kochen lassen, das ist schon hart. Und jetzt hat eine Affaire mit Kyrin. Das kam überraschend und passt gerade so gar nicht, finde ich.


    Diese kleine Szene, wie Erlyk ein Blumenbeet anlegt, die mochte ich sehr. Das war etwas sehr Schönes in all dem Krieg. Auch wenn es wahrscheinlich keine Zukunft hat. Ich weiß eh nicht, ob Erlyk Zukunft hat, er ist so zart.


    Semire will weiterhi Brotan befreien. Verrennt sie sich? Ich kann sie allerdings sehr gut verstehen, dass sie den Vater ihres Kindes wieder als Mann sehen will. Aber kann sie klar genug denken, ihre anderen Aufgaben zu erledigen? Ich bezweifel das gerade.


    Ihr merkt, ich zweifel gerade irgendwie an der Geschichte und weiß noch nicht, wohin sich alles entwickelt

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Mir geht es ein bisschen wie Inge und auch Quilun, ich weiß gar nicht mehr so genau wer gegen wen und warum, aber das geht den verschiedenen Häusern wahrscheinlich ähnlich.


    Das mit dem totkochen ist mir schon irgendwann bei ich glaube, James Clavell Taipan oder Shogun, weiß ich nicht mehr so genau, begegnet. Da fand ich das auch schon sehr unschön<X

    Quilun wusste wie meistens nicht was tun, aber wäre der großen Sache eh nicht dienlich gewesen.

    wobei die ziele da ja auch auseinander gehen. Kyrin und Quilun wollen Graf Golars Ziel der Gleichheit für alle erreichen. hat noch nie geklappt.

    die heren Ziele zerschellen meist an der Wirklichkeit.

    Semire hingegen verfolgt eigene Ziele. Zuerst natürlich Brotan einen Körper geben und die Macht gern bei sich. nicht verteilt auf jedermann.


    Dass Brotan nicht so begeistern ist, Elaimons Körper zu bekommen, verstehe ich. Wer will schon jeden Morgen das Gesicht des Mannes, der einen getötet hat als das eigene neue im Spiegel sehen.

    Andererseits könnte es auch eine gewisse Genugtuung sein. "Ätsch. du hast mich zwar getötet, aber wer ist jetzt der Dumme"8o

    Aber so ist Brotan nicht gestrickt.

    Wie bitter wäre es, wenn Semire Lukhs Körper auswählt, nicht absichtlich, aber sie kennt ihn ja nicht. Und das Leben, und Robert, ist manchmal gemein ujd hat einen seltsamen Humor:)


    Alita wird mir immer suspekter. was ist ihr Ziel, außer Lukh zu finden, selbst wenn sie ihn halbwegs unversehrt findet, ein happyend erscheint mir fraglich.

    Zitat

    Diese kleine Szene, wie Erlyk ein Blumenbeet anlegt, die mochte ich sehr. Das war etwas sehr Schönes in all dem Krieg. Auch wenn es wahrscheinlich keine Zukunft hat. Ich weiß eh nicht, ob Erlyk Zukunft hat, er ist so zart.

    Das fand ich auch wunderschön. Auch, dass Quilûn das Bild nicht mit seiner Quadra-Sifutweise verderben konnte.


    Kyrin? Was hat sie vor, will sie Quilun nur das neue Fördern der Sucht versüßen, hat sie Mitleid?

    Einmal editiert, zuletzt von mowala ()

  • Ich gebe zu, die Kampfszenen überlesen zu haben. Ich sehe sowieso nicht mehr durch, wer gegen wen kämpft und es ist auch ziemlich unwichtig geworden für mich.

    Semire verliert wirklich den Überblick. sie ha zu viele Brände gezündet und beherrscht das Feuer nicht mehr. Dabei müßte ihr klar sein, dass auch Hilfe für Brotan nur gelingt, wenn sie einen kühlen Kopf behält. Bisher hat sie das getan, aber jetzt? Glaubt sie denn wirklich an eine glückliche Zukunft mit Brotan auf dem Boden eines Mordes? Egal ob bekannt oder unbekannt, es widerspricht brotan Ehrgefühl und selbst wenn alles klappt, wird es die beiden einholen, wenn er auf diese Weise wieder zum Leben erwacht. Einen unbekannten zu töten ist ja noch schlimmer als einen Feind, der ihn wirklich betrogen und hinterhältig erstochen hat.

    Semire verliert immer mehr Getreue.


    Alita, eigentlich ist sie mir sehr sympathisch, und ich finde es toll, wie sie für Quilun kämpft, aber es bleibt trotzdem ein Verrat an Semire, wenn sie ihm erzählt, was sie mit Semire erlebt hat. Ich hoffe es hilft. Vielleicht hilft auch die Wut auf den Diebstahl, aber plötzlich ist Kyrin der selben Meinung wie Semire? Und auch ich frage mich, ob sie Quilun liebt, oder ihn auch nur ausnutzen will. Was soll denn das Gerede, man müsse alles für die Macht geben? Ich bedaure vor allem Quiluns Sohn.

  • Wie bitter wäre es, wenn Semire Lukhs Körper auswählt, nicht absichtlich, aber sie kennt ihn ja nicht. Und das Leben, und Robert, ist manchmal gemein ujd hat einen seltsamen Humor

    Oh, diese Möglichkeit habe ich ja noch gar nicht bedacht 8|



    aber plötzlich ist Kyrin der selben Meinung wie Semire? Und auch ich frage mich, ob sie Quilun liebt, oder ihn auch nur ausnutzen will.

    Ich traue ihr gerade auch irgendwie nicht :/

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Ich empfand Quilun in dieser Situation , mal wieder, als sehr feige. OK, was hätte er tun sollen,

    Ich glaube, der zweite Teil ist die entscheidende Frage: Was hätte er tun sollen?

    So, wie diese Revolution derzeit strukturiert ist, hat sie praktisch keine Kommandostruktur. Alle Zellen machen im Wesentlichen, was sie wollen - und dieses "nehmt euer Schicksal in die eigene Hand" gehört ja auch zum Programm. Wenn man das aber ernst nimmt, dann muss man sie auch machen lassen - auch, wenn einem nicht gefällt, was sie tun.

    Die zweite Dimension dieser Frage ist, was Quilûn in der konkreten Situation hätte tun können. Schließlich war er allein, und ein Kämpfer ist er ohnehin nicht. Daher kann er eigentlich nur hilflos zuschauen. So gesehen schreckt er nicht feige davor zurück, eine möglicherweise gefährliche Option umzusetzen - er hat schlicht keine Option ...

    Das mit dem totkochen ist mir schon irgendwann bei ich glaube, James Clavell Taipan oder Shogun, weiß ich nicht mehr so genau, begegnet.

    Ha, genau das war die Inspiration für diese Szene!

    Diese kleine Szene, wie Erlyk ein Blumenbeet anlegt, die mochte ich sehr.

    Das fand ich auch wunderschön.

    Wieder so eine kleine Szene, die offenbar gut geeignet ist, Atmosphäre zu erzeugen ... Das freut mich. :freu:

    Kyrin und Quilun wollen Graf Golars Ziel der Gleichheit für alle erreichen. hat noch nie geklappt.

    die heren Ziele zerschellen meist an der Wirklichkeit.

    Was wäre denn ein realistisches/erreichbares Ziel?

    Alita wird mir immer suspekter. was ist ihr Ziel, außer Lukh zu finden, selbst wenn sie ihn halbwegs unversehrt findet, ein happyend erscheint mir fraglich.

    Was stünde denn dem Happy End entgegen, falls sie Luhk wiederfinden sollte?

    sie ha zu viele Brände gezündet und beherrscht das Feuer nicht mehr.

    Intriganten brauchen grundsätzlich berechenbare Verhältnisse. So wie Puppenspieler wissen müssen, welches Glied der Puppe sich bewegt, wenn sie einen bestimmten Faden ziehen. Chaotische Verhältnisse sind für Intriganten ebenso verhängnisvoll wie verworrene Fäden für einen Puppenspieler.

    aber plötzlich ist Kyrin der selben Meinung wie Semire? ... Was soll denn das Gerede, man müsse alles für die Macht geben?

    Ich glaube, das ist nicht exakt, was Kyrin sagt. Ihr geht es wohl eher darum, dass alles andere (alle guten Vorsätze ...) vergeblich sind, wenn man die Macht nicht hat. Dann kann man zwar philosophieren und jammern, aber nichts wird sich in die gewünschte Richtung bewegen. Die bittere Erkenntnis ist nur: Vielleicht stehen gerade die Dinge, die man zum Machtgewinn und Machterhalt tun muss, den Zielen entgegen, die man eigentlich erreichen möchte. Kann ein Pakt mit dem Teufel das Tor zum Paradies aufschließen?

  • Der tot gekochte Baron... Bei Clavell in "Shogun" wird ein Europäer gekocht, damit sich der böse Fürst (Yabu) "einen runterholen" kann.
    Hier rächen sich die Diener an dem versoffenen Baron.


    Der zarte, kleine Erlyk mit seinem Blumenbeet... :)
    Vielleicht ist das ja die Vorbereitung für seine Herrschaft, in der er sich um Land und Leute wo fürsorglich kümmert wie jetzt um seine Pflanzen...


    Alita...

    Vielleicht überrascht uns der Autor, und gönnt ihr ein Happy End mit Luhk? :D


    Brotan...

    Der erste Anlauf misslingt, es wäre ja zu schön gewesen...;)

    Bin gespannt, ob und wie es was wird.


    Ist ja lustig, wie Graf Doryam, der ja in den Berg gegangen war, jetzt als hochglanzpolierte Steinfigur in den Gängen des Berges herum latscht...^^


    ...und dann fangen Kyrin und Quilun was miteinander an... Ob sie so zu einer neuen Ordnung finden werden?

  • Was wäre denn ein realistisches/erreichbares Ziel?

    Alita wird mir immer suspekter. was ist ihr Ziel, außer Lukh zu finden, selbst wenn sie ihn halbwegs unversehrt findet, ein happyend erscheint mir fraglich.

    Was stünde denn dem Happy End entgegen, falls sie Luhk wiederfinden sollte?

    Abgesehen von der manchmal etwas schwach ausgeprägten Romantik des Autors?:)8o

    Vielleicht gab es Sanktionen gegen Lukh und/oder seine Familie, die er Alita stellvertretend übelnimmt, die es ihm unmöglich machen zu vergessen oder zu verzeihen??

  • Ich empfinde die Kämpfe und gegenseitig ständig wechselnden Loyaliäten als sehr nervend.

    Mir geht es ein bisschen wie Inge und auch Quilun, ich weiß gar nicht mehr so genau wer gegen wen und warum, aber das geht den verschiedenen Häusern wahrscheinlich ähnlich.

    Ich sehe sowieso nicht mehr durch, wer gegen wen kämpft und es ist auch ziemlich unwichtig geworden für mich.

    Mir geht es da wie euch. Ich finde mich auch nicht mehr wirklich zurecht. Es ist alles verwirrend, chaotisch, deprimierend ... Aber das macht die Geschichte auch sehr realistisch. Genauso wird es wohl sein kurz nach einer Revolution. Ich sehe da auch nirgends Licht am Ende des Tunnels. Ich hab keinen Plan, wie das Ganze am Ende ausgehen könnte und auch keine Ideen oder Vorschläge, was möglich wäre. Ich denke es müsste sich, um hier Ordnung und Struktur reinzubekommen eine gewählte Führung der verschiedenen Schichten finden, die sich zusammensetzt und erstmal ermittelt, was es für Möglichkeiten gibt die Ordnung zu ändern. Dazu müssten aber auch alle bereit sein für eine Veränderung im gleichberechtigtem Sinne für alle. Das ist aber genau der Haken, denn der Adel wird nicht auf seine Macht verzichten wollen.


    Die Szene mit dem kochen des Barons war ziemlich grausam. Sowas verdient keiner. Und das ist sicher nicht der richtige Weg zur Gleichberechtigung. Das Quilûn leider keinerlei Möglichkeit hat zu helfen fand ich schlimm. Irgendwie ist Quliûn ziemlich hilflos in allem. Es kommt mir so vor, als wäre das einzig "Nützliche" was er tun kann ist Bilder malen. Und da scheinen auch nur die von Bedeutung zu sein, die er unter dem Einfluss der Quadra malt. Und als Süchtiger ist er immer weniger in der Lage irgendwelche Entscheidungen zu treffen. Es ist ein Teufelskreis. Er tut mir leid. Er wird von allen Seiten manipuliert und kann so nicht mehr klar denken.


    Erlyk und das Blumenbeet. Ein kleiner Ort der Ruhe und Schönheit im Chaos. Im größten Durcheinander in all dem Schmutz und den Trümmern kann man wenn man will auch Schönes erschaffen. Alles fängt klein an.


    Brotan und Semire wollten erst den Körper von Elaimon als neue Heimstatt für Brotans Seele nehmen. Wäre iregndwie, auf eine schräge Art, auc gerecht gewesen. Aber ich kann verstehen, dass Brotan dann doch einen Rückzieher gemacht hat. Ein Fremder ist da wohl die bessere Wahl. Aber ist es richtig ein anderes Leben zu beenden um einen neuen Körper für Brotan zu finden? Ich kann Semire durchaus auch verstehen. Es ist ihre erste Liebe, sie trägt ein Kind von Brotan im Bauch und möchte natürlich eine glückliche kleine Familie haben. Aber ist der Preis dafür vielleicht doch zu hoch? Ich bin wirklich gespannt, wie sich dieser Handlungsstrang am Ende auflöst.


    Und plötzlich ist Kyrin ganz Semires Meinung und will das Quliûn wieder den Dampf der Quadra einatmet? Woher kommt das jetzt.

    Und jetzt hat eine Affaire mit Kyrin.

    ...und dann fangen Kyrin und Quilun was miteinander an... Ob sie so zu einer neuen Ordnung finden werden?

    Irgendwie ist mir hier anscheinend was entgangen. Kyrin und Quilûn haben jetzt was miteinander? :/:redface:


    Wie bitter wäre es, wenn Semire Lukhs Körper auswählt, nicht absichtlich, aber sie kennt ihn ja nicht. Und das Leben, und Robert, ist manchmal gemein ujd hat einen seltsamen Humor :)

    Das würde ich Robert durchaus zutrauen.:evil:

    Liebe Grüße Andrea "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen, und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat."(Helen Hayes)

  • Genau das werde ich jetzt tun. Aber ich lese das Ebook. Da sind die Seitenzahlen anders. Vielleicht hab ich zu früh aufgehört mit lesen.

    Liebe Grüße Andrea "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen, und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat."(Helen Hayes)

  • So, nun komme ich trotz aller weltlichen Panik auch endlich dazu, den Leseabschnitt in Ruhe zu Ende zu lesen. Ich muss sage, der Autor hat mich wieder überrascht mit dem Ende. Die Schlacht selber, die Wendungen im Spiel der Macht, sie sind leider zu erwarten und wie ich finde auch logisch. In diesem Chaos ist sich jedes Haus zu allererst selbst am nächsten. Die Häuser, die die nähe der Zauberer suchen rechnen sich den meisten Erfolg aus, wenn die Magie zurück kehrt. Ich wünsche ihnen, dass sie sich vorher untereinander zerrieben haben. Auch, dass Haus Schneegrund mit den Graviliern koaliert ist kein Geheimnis mehr.


    Die Grausamkeit mit dem kochenden Baron ist leider für Revolutionen nicht unüblich. In einer Melange aus Chaos, Unsicherheit und Furcht bahnt sich die Grausamkeit ihren Weg. Ich fand tatsächlich die Antwort des einen: "Nichts" auf die Frage, was er ihm getan hat sehr prägend. Tatsächlich mehr als die Blume von Elryk, die bei mir eher eine Art roten Faden symbolisiert, der das Menschliche am leben erhält.


    Semire verliert tatsächlich immer mehr die Fäden aus ihren Händen. Brotan tut ihr Menschlich, aber nicht strategisch gut. Zur Auswahl des Wirts war mein erster Gedanke: Ok, entweder er wird gleich zerquetscht oder was haben dei beiden mit ihm vor? Dass Brotan zurück geschreckt hat, kann ich gut nachvollziehen. Jeder Blick in den Spiegel hätte das wieder aufgewühlt. Komplett erstaunt hat mich dann die Wahl eines völlig unbeteiligten - hier hat glaube ich Semire auch Kyrin verloren.


    Die Frauen werden gerade eh undurchsichtig für mich. Semire behaupte ich ist Gefühlsgetrieben, Alita entwickelt sich zu einer moralischen Instanz und Kyrin...ja, da hab ich nun wirklich keine Idee. Treibt Sie die Sorge um ihren Mentor an? Sucht sie noch das Ziel des alten Grafen zu erreichen? Es bleibt einfach spannend.

    Viele Grüße

    Olli

  • Vielleicht ist das ja die Vorbereitung für seine Herrschaft, in der er sich um Land und Leute wo fürsorglich kümmert wie jetzt um seine Pflanzen...

    Im größten Durcheinander in all dem Schmutz und den Trümmern kann man wenn man will auch Schönes erschaffen. Alles fängt klein an.

    Tja, Erlyk, nun der Sohn eines Grafen ...

    Glaubt Ihr, er könnte der Same einer neuen Form von Herrschaft sein? Vielleicht gerade durch seine Sanftheit?

    Ist ja lustig, wie Graf Doryam, der ja in den Berg gegangen war, jetzt als hochglanzpolierte Steinfigur in den Gängen des Berges herum latscht...

    Mit dem Konzept meiner Geister versuche ich, das Thema neu zu interpretieren. Für gewöhnlich sind Geister ja ätherische Geschöpfe, die am ehesten aus Licht und Luft (oder aus Plasma) bestehen. Ich finde es reizvoll, sie einmal ganz anders zu denken - als Wesen aus Stein, wenn auch wandelbar, die immer neue Steinkörper formen und beseelen.

    Abgesehen von der manchmal etwas schwach ausgeprägten Romantik des Autors?

    Nur manchmal - normalerweise bin ich auf der Romantikskala ganz oben. :)

    Ich denke es müsste sich, um hier Ordnung und Struktur reinzubekommen eine gewählte Führung der verschiedenen Schichten finden, die sich zusammensetzt und erstmal ermittelt, was es für Möglichkeiten gibt die Ordnung zu ändern.

    Ich finde, je länger man darüber nachdenkt, wie das in konkrete Schritte übersetzt werden kann, desto riesiger erscheint einem die Aufgabe, eine "gewählte Führung" zu etablieren. Wir reden hier ja von einer Gesellschaft, deren Erfahrung in Sachen Demokratie sich entlang einer Nulllinie bewegt. Wenn man als historischen Vergleich die französische Revolution anschaut, dann gingen dieser Jahrzehnte des philosophischen Diskurses voraus ...

    Auch heute sehen wir ja, wie schwer man sich allerorten damit tut, eine Form von Demokratie zu finden, die alle Betroffenen als gerecht ansehen. Das endet ja nicht damit, dass man sich auf ein Wahlverfahren einigt, was schon schwierig genug ist (wer darf wählen? Was für Ämter gibt es? Was haben diese Ämter für Befugnisse?). Das geht ja hinein bis in solche Bereiche wie den Schutz von Minderheiten oder die Frage, was überhaupt der staatlichen Gewalt unterworfen ist und was unveräußerliche Rechte jedes Einzelnen sind.

    Wer könnte so etwas wie eine "Verfassung" auf dem Berg etablieren? - Und da sind wir wieder bei Kyrins "Gesinnungswandel": Sie hat begriffen, dass man auch dafür schlicht und ergreifend eines braucht: Macht. Vielleicht solche, die man dann (wann?) wieder abgibt (an wen?).

    Aber ist es richtig ein anderes Leben zu beenden um einen neuen Körper für Brotan zu finden?

    Diese Frage ist abstrakt leicht zu beantworten ("nein ..."), führt uns aber über die Grenzen, wenn es um einen Menschen geht, den wir lieben ("... aber ...").

    Ich fand tatsächlich die Antwort des einen: "Nichts" auf die Frage, was er ihm getan hat sehr prägend.

    Schön, dass das bemerkt wird!

    Ich finde es zu einfach, wenn man allen Menschen, mit denen man Mitleid hat, unterstellt, dass sie moralisch besonders gut seien. Meines Erachtens findet sich in allen Bevölkerungsgruppen etwa dieselbe Mischung aus Gut und Böse. Es gibt Milliardäre, die sind Ausbeuter, und andere, die sind Wohltäter. Ebenso gibt es Bettler, die herzensgut sind, wenn sie die Chance dazu bekommen, und andere, die nur darauf warten, selbst einmal austeilen zu können. Auch so jemanden wollte ich zeigen.

    Kyrin...ja, da hab ich nun wirklich keine Idee.

    Glaubt Ihr, sie hat ihre Ziele geändert - oder ist sie nur zu einer anderen Einschätzung dazu gelangt, auf welchem Wege sie ihre Ziele erreichen kann?


    Es bleibt einfach spannend.

    Na, damit ist doch schon viel erreicht. :freu:

  • Ohne Führung herrscht Chaos. Und genau so liest sich das für mich auch. Ich weiß auch nicht mehr, wer gegen wen und warum. Und eigentlich hauen alle irgendwie um sich für Macht, für das pure Überleben oder aus Langeweile. So genau weiß ich hier nicht mehr, wie das noch ausgehen soll.

    Mir geht es ein bisschen wie Inge und auch Quilun, ich weiß gar nicht mehr so genau wer gegen wen und warum, aber das geht den verschiedenen Häusern wahrscheinlich ähnlich.

    Ich denke auch, dass die Häuser selber auch nicht mehr wissen, wen sie eigentlich noch trauen können und wer auf welcher Seite steht.... wenn sie es denn selber wissen.

    Die Schlacht selber, die Wendungen im Spiel der Macht, sie sind leider zu erwarten und wie ich finde auch logisch. In diesem Chaos ist sich jedes Haus zu allererst selbst am nächsten.

    Stimmt, jeder kämpft erstmal für sich. Das macht man vermutlich ganz automatisch. Langfristig kann man so aber nicht in Frieden leben und ich bin gespannt, wie man dieses Knäuel von Chaos auflöst.

    Eigentlich geht das nur, wenn einer die Fäden in die Hand hält und versucht, das ganze zu entwirren. Nur WER soll das sein? Ich habe ja noch ein wenig Hoffnung, dass die Berginsassen (wer immer das genau ist), noch eingreifen können.

    Ich fand tatsächlich die Antwort des einen: "Nichts" auf die Frage, was er ihm getan hat sehr prägend.

    Diese Antwort fand ich sehr verstörend .... und realistisch. Da hatte ich tatsächlich Gänsehaut, weil es mir eben so real erschien und moralisch so erschreckend ist.

    Wer könnte so etwas wie eine "Verfassung" auf dem Berg etablieren? - Und da sind wir wieder bei Kyrins "Gesinnungswandel": Sie hat begriffen, dass man auch dafür schlicht und ergreifend eines braucht: Macht. Vielleicht solche, die man dann (wann?) wieder abgibt (an wen?).

    Ich glaube auch, dass Kyrin tatsächlich begriffen hat, dass eine bestehende Ordnung zu stürzen doch sehr blauäugig war und man schon jemanden die Führung übergeben muss. Im Moment habe ich da keine Idee. Aus der Geschichte waren es oft die Stärkeren, die dann das Zepter übernahmen.


    Diese kleine Szene, wie Erlyk ein Blumenbeet anlegt, die mochte ich sehr. Das war etwas sehr Schönes in all dem Krieg. Auch wenn es wahrscheinlich keine Zukunft hat.

    Oh ja.... die fand ich auch sehr bezaubernd und vor allem erholsam. Bei soviel Zwietracht, Gemetzel und Hinterhältigkeit sehnt man sich förmlich nach etwas Liebevollem, Normalem.

    Dass Brotan nicht so begeistern ist, Elaimons Körper zu bekommen, verstehe ich. Wer will schon jeden Morgen das Gesicht des Mannes, der einen getötet hat als das eigene neue im Spiegel sehen.

    Ich hatte mir schon von Anfang die Frage gestellt, ob das so eine gute Idee ist. Ich möchte auch nicht meinem Mörder ständig ins Gesicht sehen wollen.

    Wie bitter wäre es, wenn Semire Lukhs Körper auswählt, nicht absichtlich, aber sie kennt ihn ja nicht. Und das Leben, und Robert, ist manchmal gemein ujd hat einen seltsamen Humor :)

    Tatsächlich habe ich auch direkt daran gedacht und würde es unserem Autor ohne mit der Wimper zu zucken zutrauen. Das wäre schon sehr gemein und böse :evil:

    Tja, Erlyk, nun der Sohn eines Grafen ...

    Glaubt Ihr, er könnte der Same einer neuen Form von Herrschaft sein? Vielleicht gerade durch seine Sanftheit?

    Erlyk wäre zu sanft, um irgendetwas zu führen. Die Führung muss da wesentlich stärker sein, anders würde das vermutlich von den anderen nicht akzeptiert.


    Wenn ich länger darüber nachdenke, kann die Ordnung eigentlich nur durch die tiefen Meister im Berg wieder hergestellt werden (oder wer oder was da auch immer das Sagen hat).


    Gespannt bin ich auch, ob Emala überhaupt ihr Ziel erreicht. Semire spielt mit ihr ja noch, was ich sehr gefährlich finde. Aber vermutlich ist die Dame durch ihr Ziel auch ein wenig verpeilt und sieht nichts anderes mehr.

    Mein Lebensmotto: Leben und leben lassen!

  • Ich denke, die Macht zu erringen ist schwer und muss mit Opfern erreicht werden, aber die Macht zu erhalten sollte nicht unbedingt Grausamkeit erfordern. Ich habe immernoch ein einigermaßen hoffnungsvolles Menschenbild. Allerdings, wenn ich so in die heutige Politik schaue,,,,

  • Eigentlich geht das nur, wenn einer die Fäden in die Hand hält und versucht, das ganze zu entwirren. Nur WER soll das sein? Ich habe ja noch ein wenig Hoffnung, dass die Berginsassen (wer immer das genau ist), noch eingreifen können.

    Da es in Graf Golars (und mittlerweile Kyrins und Quilûns) Revolution ja gerade darum geht, die traditionelle Ordnung des Berges zu stürzen, wäre für diesen Verlauf der Handlung notwendig, dass diese Revolution scheitert. Also würden entweder die Protagonisten besiegt, oder sie würden ihre Ziele grundlegend ändern. Wenn sie zur selben Einschätzung gelangen würden wie Du, wäre das natürlich möglich ...

    Diese Antwort fand ich sehr verstörend .... und realistisch. Da hatte ich tatsächlich Gänsehaut, weil es mir eben so real erschien und moralisch so erschreckend ist.

    :freu:Das freut mich immer, wenn ich in einer fantastischen Geschichte so etwas wie menschlichen Realismus hinbekomme.


    Aus der Geschichte waren es oft die Stärkeren, die dann das Zepter übernahmen

    Vermutlich bedingt das Eine das Andere: Wenn man nicht der Stärkere ist, ist man notwendigerweise der Schwächere. Wieso sollte einem der Stärkere, den es ja dann gäbe, das Zepter überlassen?

    Es sind wohl ähnliche Gedanken, die Kyrin gerade durch den Kopf gehen. Sie weiß: Entweder, ihre Seite ist am Ende die Stärkere - oder die Revolution hätte außer Leid und Opfern nichts gebracht.