Das Hamsterrad läuft - Special-Corona-Lesehamstern

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 1.411 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von HoldenCaulfield.

  • Guten Morgen allerseits,


    ich bin gerade dabei, die letzten 120 Seiten von den "Werwölfen" von Christoph Hardebusch auszulesen. Hoffentlich werde ich heute noch mit dem Buch fertig, ich habe es schon viel zu lange bei mir rumliegen. Bis jetzt würde ich den Roman als gutes Mittelmaß einordnen. Mal sehen, ob es noch eine weitere Überraschung gibt, die mich wirklich vom Hocker reißt.

  • Sie ist so "grauenhaft" emotional - wie ich es auch vor ca. 3 Jahrzehnten noch gewesen bin..

    Emotional ist in Ordnung, find ich - sogar (in gewissen Grenzen, kombiniert mir ein wenig Hirn) gut und wünschenswert - aber theatralisch geht für mich gaaar nicht. Manche Leute scheinen das zu verwechseln - man kann/muss nicht jede Emotion gleich "ausstellen", find ich.

    Meinst Du das, Sagota ?? :/

    Das ist etwas schwierig zu erklären... Mit theatralischem Verhalten hat es bei ihr eher wenig zu tun: Sie hat die Gabe, sich über irgendwen (meist Verwandte) aufzuregen und meist sind es Dinge, die man a) nicht ändern kann und b) keinerlei Einfluss hat darauf. Sie hat da Probleme, sich emotional abzugrenzen - wenn sie befürchtet, dass jemand (in diesem Fall und sehr oft) unser Bruderherz, darunter leidet oder irgendwelchen Schaden nimmt.

    Die Art realistischen Denkens geht ihr irgendwie total ab - so ungefähr meinte ich das.

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Eine Brieffreundin schrieb mir, dass sie irgendwie "dünnhäutiger" wurde - mir geht es momentan ebenso und ich erlebe alles irgendwie feelingmäßig tiefer: Geht das noch jemand so? (Positiv wie negativ)


    Sie ist so "grauenhaft" emotional - wie ich es auch vor ca. 3 Jahrzehnten noch gewesen bin; irgendwie ist das Leben manchmal wie das eines Bildhauers:

    Die eine hat einen Meißel, schleift die Facetten - und die andere hat .... gerade kein Werkzeug zur Hand - oder will keines - oder weiß gar nicht, dass es Werkzeuge gibt, um ein schönes Bild zu gestalten? :ichweissauchnicht:

    Das mit der Dünnhäutigkeit kann ich bestätigen. Ich empfinde es allerdings eher als negativ und habe das Gefühl, an Stabilität eingebüßt zu haben. Die Dauerbelastung seit Anfang letztem Jahr scheint sich auszuwirken.


    Was Du mit "grauenhaft emotional" meinst weiß ich und kann das bei anderen auch nur schwer ertragen. Ich fürchte jedoch, dass es einigen Menschen wirklich an der Fahigkeit fehlt, sich selbst ein Stück weit "in die Spur" zu bringen...da ist vielleicht einfach Hilfe von außen nötig.


    Ich habe gestern dann auch noch ein ganzes Stück gelesen, so viel habe ich schon lange nicht mehr an einem Wochenende geschafft. Mir gefällt das Buch nach wie vor sehr gut, auch wenn es jetzt nicht im klassischen Sinn "spannend" ist. Heute in der Mittagspause geht es weiter.

    Früherer Nutzername "Alexa" :)

  • Ich finde es schwierig das so zu bezeichnen, nicht die Emotionen sind ja das Problem, sondern der Umgang damit, eine eventuelle Überforderung oder Ähnliches. Ich finde diese Stigmatisierung von Emotionen nicht zielführend, weil das erst recht dafür sorgen kann, das man sich schlecht fühlt, weil man es gewagt hat, seinen Emotionen überhaupt Ausdruck zu verleihen.

    Das heißt ja nicht das man dann keine Hilfe braucht, aber oft sieht man nicht das es so ist oder vertraut dann den Personen nicht, die einem Raten sich Hilfe zu holen. Und zwar, weil man sich eventuell nicht ernst genommen fühlt.

  • (Ok - aber immerhin scheint es sich ja um echte Emotionen zu handeln, nicht um Theatralik; selbige bringt mich nämlich einfach total auf die :urlaub:...) :breitgrins:

  • Eine Brieffreundin schrieb mir, dass sie irgendwie "dünnhäutiger" wurde

    Momentan geht's bei mir wieder, weil ich ein paar Wege gefunden habe, mit der Belastung umzugehen (unter anderem nur eingeschränkter Nachrichtenkonsum - ich kann, außer mich an die Regeln zu halten, eh nichts ändern und es zieht mich nur runter, mich dauernd damit zu beschäftigen), aber zeitweise ging es mir genauso. Der ganze Mist zehrt nun schon so lange an uns, da ist es m. E. nur natürlich, wenn man die Auswirkungen in irgendeiner Weise spürt.

    Zum anderen Elizabeth George - "Wer Strafe verdient",

    Das hat mir gut gefallen, viel Spaß damit! Ich freue mich schon auf das neueste Buch, das ja wohl in diesem Jahr rauskommen soll.

    The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card.

    E. L. Doctorow





  • Bei Theatralik vermute ich eben wenig "echten Leidensdruck" und fühle mich daher manipuliert - natürlich kostet aber auch das andere Energie, wenn man ihm regelmäßig ausgesetzt ist...

  • Ich finde es schwierig das so zu bezeichnen, nicht die Emotionen sind ja das Problem, sondern der Umgang damit, eine eventuelle Überforderung oder Ähnliches. Ich finde diese Stigmatisierung von Emotionen nicht zielführend, weil das erst recht dafür sorgen kann, das man sich schlecht fühlt, weil man es gewagt hat, seinen Emotionen überhaupt Ausdruck zu verleihen.

    Das heißt ja nicht das man dann keine Hilfe braucht, aber oft sieht man nicht das es so ist oder vertraut dann den Personen nicht, die einem Raten sich Hilfe zu holen. Und zwar, weil man sich eventuell nicht ernst genommen fühlt.

    Das Problem ist, dass sie m.E. eben nicht mit ihren Emotionen zurechtkommt; aber auch Hilfe strikt ablehnt, sie ja auch nicht kennt.

    Was mir persönlich auf den Zeiger geht - und mich überfordert ist die Tatsache, dass meine Schwester dann a) ziemlich laut werden kann (am Telefon) und b) ihre Gedanken/Gefühle eigentlich immer am Kreisen sind, sie alles mehrfach wiederholt. Man merkt, dass sie aus ihrem Gefühlswirrwarr nicht herauskommt, eine Lösung wünscht einerseits und Verständnis - andererseits aber vollkommene Zustimmung statt Kritik.

    Professionelle Hilfe wäre mehr als angebracht, aber die lehnt sie eben ab (was ich nur mehr als bedauern kann).

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Wahnsinn, das habe ich ewig nicht gemacht. Unter der Woche so lange zu lesen. Glücklicherweise arbeite ich erst ab mittags und derzeit von zu Hause.

    "Der Regenmacher" von John Grisham, ich musste es zu Ende lesen. Was für eine spannende Geschichte - ich bin hin und weg. Und jetzt so aufgedreht, dass ich bestimmt schlecht einschlafen kann.

    Das Buch kommt ins Regal zurück. Ich werde schauen, ob ich eine schönere gebundene Ausgabe bekomme. Irgendwann lese ich es noch einmal.


    Nun schleich ich mich ins Bett. Schlaft gut :)

    DDR-Buch-Blog

    Denn ich, ohne Bücher, bin nicht ich. - Christa Wolf

  • Anne: schön, dass es Dich so packt! Wie schon mal irgendwann irgendwo erwähnt, habe ich das Buch auch in bester Erinnerung.


    Ich bin gestern leider sehr wenig zum Lesen gekommen, aber "The Woman in White" hat eigentlich mehr Lesezeit verdient. Nachdem ich mich in die schöne altmodische Sprache eingelesen habe, hat mich die Geschichte schon nach wenigen Seiten gepackt und ich bin sehr gespannt, was es mit der Frau in Weiß genau auf sich hat

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    E. L. Doctorow





  • Valentine Wilkie Collins steht auch schon viel zu lange auf meiner "Will ich mal lesen"-Liste. Die Frau in Weiß klingt auf jeden Fall schon sehr interessant. Ich werde dich und deine Meinung im Auge behalten. :heybaby:


    Ich bin gestern so gar nicht zum Lesen gekommen. Ich habe drölf Bücher angefangen hier liegen und "Der Wüstenplanet" ist auch echt gut, aber irgendwie kann ich mich gerade so gar nicht aufraffen. Hoffentlich wird es langsam wieder besser, ich liebäugle nämlich schon wieder mit einem Buch, auf das ich total Lust hätte, aber ich müsste es erst kaufen. So komme ich nicht weiter mit dem SuB-Abbau.

    ~ The world is quiet here ~

  • Ich habe am Sonntag Die Nanny von Gilly Macmillan beendet und mit drei Sternen für gut befunden. Gestern hab ich dann zur Hausarbeit mit Romy Fölck - Sterbekammer begonnen und direkt mal fünf Stunden durchgehört.


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    Die Geschichte gefällt mir sehr gut bisher und so langsam hab ich auch eine Idee, worauf es hinauslaufen wird. Allerdings ist genau das der Grund, warum ich im Moment nicht so wirklich viel mit Thrillern und Krimis anfangen kann, ich habe anscheinend schon zuviele davon gelesen und irgendwie kommt da einfach nichts neues bei raus. Egal, zur Unterhaltung taugt das Buch auf jeden Fall und ich werde es heute sicher noch beenden. Hier schneit es übrigens schön und es liegt schon eine weisse Schicht. Mein innerer Schweinehund sagt Sessel, Buch und Duftkerze, während mein Badezimmer laut nach mir ruft...:evil:

    Liebe Grüsse Hanni 8)

  • Ich hab das Bad geputzt und das Hörbuch beendet.;) Am Ende der Geschichte gab es nochmal einen Dreh, so dass ich mit meiner Vermutung nur halb richtig lag. Das hat mir gut gefallen. Auch finde ich das Setting in dem Buch toll.


    Hier ist ganz schön was los, die Kinder der Nachbarn sind gefühlt seit heute Nachmittag in ihrer Wiese im Schnee zugange und haben bestimmt schon wieder was tolles gebaut. Ich werde mich später mal rausschleichen und gucken, ob es ein Iglu, ein Schneemann oder beides geworden ist.:herz:

    Liebe Grüsse Hanni 8)

  • Heut war so ein Tag an dem ich mich total eingeigelt habe... Bin froh das ich morgen arbeiten gehen muss, ich glaube sonst würde das etwas kippen...


    Aber dafür hab ich heute endlich in Das sternenlose Meer von Erin Morgenstern weitergelesen. Teil meines "Projekts" die übrig gebliebenen, angefangenen Bücher von 2020 noch zu beenden.


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    Es gefällt mir unheimlich gut und ich denke es werden mindestens 4 Ratten, wenn nicht sogar noch mehr. Mich fasziniert das Buch sehr, Morgenstern hat einfach eine total schöne Erzählweise und es geht eben um Bücher, das Lesen, das Geschichtenerzählen. Der ganze Roman setzt sich zum Teil aus verschiedenen kurzen Geschichten zusammen. Es gibt schon auch eine übergreifende Handlung, aber dazwischen eben diese vielen kleineren Geschichten, die auch nicht zwingend eine Fortsetzung finden. Ich habe den Eindruck das manche genau damit ihr Problem hatten. Mir persönlich gefällt gerade dies besonders gut.


    Es ist kein kreischend lauter rasanter Roman, auch das muss man mögen. Wer nicht so gerne ruhigere Geschichten mag und lieber High Fantasy mit Schlachtengetümmel liest, ist hier definitiv falsch. Es ist eher eine phantastische Geschichte und ich bin mir ebenfalls sicher, wer schon Morgensterns Nachtzirkus nicht so mochte, tut gut daran das Buch links liegen zu lassen. Zu Mal der Roman ja durchaus Seitenstark ist. Da kann man über manches dann vielleicht auch nicht so hinweglesen.

  • HoldenCaulfield : Je mehr Du von dem Buch schwärmst, umso mehr Lust bekomme ich darauf. Es steht ja auf meiner SLW-Liste für dieses Jahr und ich freue mich schon.

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    E. L. Doctorow





  • Ich werde zu gegebener Zeit berichten!

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    E. L. Doctorow





  • Ich lese gerade Sigrid Nunez "Der Freund"

    Es wurde irgendwo empfohlen und ich hab es mir geschnappt.

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    Es geht um eine Frau, die ihren Freund (nicht Lebensgefährten oder Partner, einfach "nur" Freund) verloren hat. Er hat sich umgebracht und ihr seinen 80kg Hund "vererbt".

    Sie beschreibt ihre Trauer und das ist für mich persönlich berührend, weil ich ähnlich trauere: sie internalisiert den verstorbenen Freund und führt ununterbrochen Dialoge über allgemeine Themen, Erinnerungen, Wichtiges, Unwichtiges. Der Hund trauert auch - natürlich. Und sie unternimmt alles, um diesen Hund zu behalten.


    Ich verstehe ihre Trauer (oder besser gesagt: ich fühle ähnliches) und ich verstehe, dass man für einen Hund (oder jedes andere Tier) sehr viel machen möchte.


    Manche Bücher treffen einen wirklich genau zur richtigen Zeit!:|