Lucy Foley - Neuschnee

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von finsbury.

  • Idee nicht neu!


    Lucy Foley - Neuschnee


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    Eine Gruppe Freunde hat über den Jahreswechsel ein Landgut in den Highlands gemietet. Laut Vermieterin Heather sollen sie die Einzigen sein, die dort logieren. Die Enttäuschung ist gross, als bekannt wird, dass noch ein weiteres Pärchen Silvester dort verbringen wird. Doch das ist nicht das Einzige, das schief geht. Es schneit ununterbrochen und die Angst ist gross, völlig von der Zivilisation abgeschnitten zu werden. Das mausert sich zu einem echten Problem, als ein Mord geschieht.



    Der Plot dieser Geschichte ist im Grunde genommen nicht neu. Eine Gruppe von Menschen verbringt den Jahreswechsel an einem düsteren Ort, an dem prompt ein Mord geschieht. Oft schon so gelesen und so war ich gespannt auf die Umsetzung!

    Leider ist es hier in " Neuschnee" sehr schwierig eine Beziehung oder Verständnis für eine der Figuren aufzubauen. Nicht etwa, weil die Charakterisierung oberflächlich ist. Sondern weil ( zu ) viele Perspektivwechsel das Ganze konfus machen. Kaum hat man sich an eine Figur gewöhnt, begriffen was sie antreibt oder beschäftigt, muss man weiterziehen und erfährt die Ich Perspektive der nächsten Figur. Glücklicherweise wird durch die, ebenfalls regelmässigen, Zeitenwechsel schon im Prolog klar, dass eine Leiche die Urlaubszeit der Clique aufmischt. Da die Identität der Leiche lange Zeit im Dunkeln bleibt, gibt das ordentlich Stoff um zu rätseln. Wer wurde ermordet? Und aus welchem Grund? Wer ist der Mörder / die Mörderin?

    Sehr viel geht um Beziehungen. Die zwischen den Ehepaaren, aber auch die zwischen den Freunden. Da läuft der Mord oft eher nebenbei, was ich im Anbetracht der Genreeinteilung " Thriller " als nicht so glücklich empfand.

    Zwar hat die Autorin versucht mit Nebensträngen Spannung in die Geschichte zu kriegen. Wie zum Beispiel die Tatsache, dass eine der Frauen von einem Stalker verfolgt wird. Oder eine Figur sehr gerne auf die Jagd geht, und somit eine Ahnung vom Töten hat. Aber leider hat mir das nicht gereicht um durchwegs Spannung zu empfinden oder gefesselt zu sein.

    Den Schreibstil habe ich als hektisch empfunden. Was sicher auch die vielen Perspektivwechsel begünstig haben. Oft wirkt eine Geschichte mit einer Einschränkung der Wechsel gesetzter und fesselnder. Was dieser Geschichte gut getan hätte.

    so bin ich von der Umsetzung des Themas leicht enttäuscht. Honoriere jedoch, dass die Autorin einen anderen Ansatz versucht hat. Und das sich dann in der Auflösung des Mordes widerspiegelt.


    3ratten

  • Inhalt

    Neuschnee hat mich angenehm überrascht. Anfangs haben mich die vielen schönen, jungen Menschen, die sich in einem Setting von Agatha Christie wiederfinden, nicht sehr beeindruckt. Ihre Geschichten schienen vorhersehbar, genauso wie die der Angestellten der Lodge.


    Aber je weiter die Geschichte ging, desto mehr musste ich meine Meinung revidieren. Die Charaktere waren vielschichtiger, als ich anfangs gedacht hatte. Sicher waren noch jede Menge Klischees dabei, aber das hat mich nur wenig gestört.


    Auch der Fall hat sich spannender als erwartet entwickelt. Die Auflösung war ein bisschen dramatisch, aber insgesamt hat mir Neuschnee sehr gut gefallen.

    4ratten

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.

  • Meine erste Lektüre 2021^^ ich die ersten Seiten hab ich sogar noch im alten Jahr gelesen.


    Meine Meinung fällt dann leider etwas gemischter aus:


    Ich muss sagen ich habe da einfach auch mehr erwartet. Die Ausgangsituation gefiel mir nämlich ziemlich gut, gerade die Gruppendynamik zwischen alten Freunden ist für einen Mordfall ziemlich interessant. Auch die Tatsache, das man sehr lange nicht weiß, wer die getötete Person ist, gefiel mir gut. Nur die Auflösung hat mich ehrlich gesagt nicht überzeugt und tatsächlich etwas gelangweilt.

    Zu Mal die falschen Fährten die die Autorin ausstreut doch eher lahm waren und ziemlich durchsichtig. Schade, wenn sie hi und da etwas weniger dick aufgetragen hätte...


    Außerdem fand ich, das die ganze Umgebung und die Tatsache das es Winter ist, eigentlich eine sehr unbedeutende Rolle zugeschrieben bekommt. Klar, die Polizei lässt dann auf sich warten, aber eigentlich ist das für die weitere Handlung total irrelevant. In der Gegenwart der Handlung (nach dem Mord) spielen irgendwelche Ermittlungen kaum eine Rolle, weil die Figur Heather, aus derren Sicht diese Kapitel erzählt werden, viel zu sehr mit privatem Kram beschäftigt ist... Ich hätte zugebenermaßen Rückblickend darauf fast verzichten können, da die Frage, wer ermordet wird, sowieso nach und nach relativ klar wird, weil die Autorin ihre Figuren zum Teil ziemlich stereotyp konstruiert hat. Ehrlich gesagt gab es dann auf Grund dessen nur eine Person, die es treffen würde... Auch weil die Autorin selbst nicht nur in den Figuren gewissen Stereotypen folgt, sondern auch in ihrer Handlung (nach dem Motto, bestimmt Figuren sind so und so, daher darf ihnen auf keinen Fall etwas passieren.)


    Es hat mich schon gut unterhalten, keine Frage, aber wenn ich so drüber nachdenke, fallen mir eben die ganzen Schwächen schon stark auf. Kein Flop, aber Durchschnitt den ich über kurz oder lang sicher wieder vergessen habe.


    3ratten

  • HoldenCaulfield schade, dass dir Neuschnee nicht so gut gefallen hat. Ich kann verstehen, was dich gestört, aber ich war da ein bisschen großzügiger ;-)

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.

  • Die Bücherei hat weitere Titel der Autorin gelistet. Vielleicht schaue ich da mal rein, denn vom Stil her hat sie mir gut gefallen.

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.

  • Wie oben schon Igela schrieb, hat der Roman ein typisches Agatha Christie- Setting: eine überschaubare Anzahl Leute, die an einem Ort zusammen sind, von dem sie nicht so leicht wegkommen, und fast alle tragen ein Geheimnis mit sich herum.


    Das mag ich und auch Ort und Jahreszeit haben mir zugesagt. Allerdings ging es mir zunächst ähnlich wie Kirsten, die Yuppis, die sich da zunächst in der Bahn und dann in der Lodge versammelten, interessierten mich nicht.

    Aber die Autorin hat durchaus was daraus gemacht. Mir gefällt im Gegensatz zu Igela der ständige Perspektivwechsel, weil er die Charaktere der Personen besser entschlüsselt und die Spannung immer wieder aufrechterhält. Allerdings ist mir nicht verständlich, warum der einzige Mann - Doug -, aus dessen Sicht erzählt wird, im Er- Erzähler-Modus läuft, während die ganzen Frauen in der Ich-Perspektive dargestellt werden. Ich sehe dafür weder eine dramaturgische noch eine inhaltliche Notwendigkeit.
    Ich fühlte mich gut unterhalten, auch die Umgebung und der Winter tragen genügend zur Handlung bei und wirken nicht beliebig. Allerdings bleiben am Ende doch einige Handlungsstränge offen, was egal wäre, wenn nicht wieder anderes unnotwendigerweise zu Ende erzählt wird.
    Ordentliche Krimikost für trübe Januartage, ohne dass man jetzt vor Begeisterung aus dem Sessel springen würde.

  • der ständige Perspektivwechsel, weil er die Charaktere der Personen besser entschlüsselt

    Ich muss hier sagen, dass ich das allgemein nicht mag, wenn die Geschichten hin und her springen und immer Perspektive wechseln. Etwas geht noch so, aber zu viele mag ich nicht.