Erich Maria Remarque - Der Himmel kennt keine Günstlinge

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    Neuer Monat, erste Abschluss einer Lektüre. Ich habe dem Roman "Der Himmel kennt keine Günstlinge" von Erich Maria Remarque gelesen.


    Zur Handlung zitiere ich kurz eine Zusammenfassung von Wikipedia



    Mein Eindruck

    Ein einfühlsames Werk voller Melancholie, das insgesamt sehr gelungen ist. Die Protagonistin nutzt die Flucht aus dem Sanatorium um alles nachzuholen, was Sie verpasst hat im Leben. Sie blüht nochmal richtig auf, als Sie ein Tapetenwechsel durchgeführt hat. das Sanatorium war immer eine Art Gefängnis für Lillian. Gleichzeitig erfährt der Leser, dass es ihr gesundheitlich eigentlich nicht besonders gut geht und das vermeintliche Glück von kurzer Dauer sein wird und da noch etwas passieren wird. So bittet Sie Clerfayt, Sie morgens allein zu lassen. Er hält es für ein Ritual und befolgt diesen Rat. In Wirklichkeit bekommt Lillian morgens immer Hustenanfälle und möchte diese verbergen. Als Sie allein ein Ausflug nach Venedig macht, erleidet Sie dort Blutungen in einer Oper und muss unfreiwillig ihr Aufenthalt verlängern um zu genesen. In Paris verwaltet übrigens ihr Onkel ihr Vermögen und Sie gibt es für Kleider aus, als wenn es kein Morgen mehr gibt - was für Sie ja auch zustimmt. Die Streitgespräche mit Ihren Onkel über Auszahlungen und Abschläge von Ihren Vermögen sind mitunter auch eine heitere Abwechslung.

    Clerfayt möchte Sie irgendwann zum Arzt schicken, da er ahnt, dass etwas nicht stimmt, dass genaue Ausmaß kann er aber nicht abschätzen. Er geht von einem kleineren Rückschlag und einer positiven Entwicklung der Gesundheit Lillians langfristig aus. Er schmiedet Zukunftspläne, will nochmal etwas Geld durch die letzten Rennen anhäufen um dann mit ein lauen Job im Verkauf bis zum Ruhestand durchzukommen. Die Beziehung zu Lillian lenkt ihn aber durchaus ab und zu auch im Renngeschehen ab und er wird nachlässig und fahrlässig in den Rennen. In einen der Rennen hat er ein kleiner Unfall, der aber glimpflich ausgeht. In ein 1000 Meilen-Rennen schlägt er sich sehr gut und kann finanziell wieder Licht am Horizont sehen.


    In einen der Dialoge in einem anderen Kontext lässt die Protagonisten diesen Satz fallen, der sich später noch im Roman erfüllen wird:


    Zitat


    In einem vermeintlich leichten Stadtrennen, eigentlich den letzten das Clerfayt fahren möchte um sich und seiner Geliebten eine Zukunft finanziell bieten zu können und ein kleines Häuschen umzubauen (er scheint den genauen Gesundheitszustand nicht zu kennen), erleidet er einen Unfall im Rennen, bei dem ausgerechnet er, der eigentlich "gesunde Partner" in der Beziehung mit dem Leben bezahlt und noch vor Lillian gehen muss. 6 Wochen später erliegt dann auch die Protagonistin Ihrer Krankheit.


    Der Roman hat mir besser gefallen als im Westen nichts neues, an den schwarzen Obelisken kommt er nicht ganz ran, deshalb nur 4 von 5 Ratten4ratten

    Die Melancholie, das Setting, das Rennfahrermilieu, die nächtlichen Szenen in Paris usw. sind schon alle sehr eindrucksvoll beschrieben und eine Lektüre wert.