Dirk Bernemann - Ich hab die Unschuld kotzen sehen

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von kathchen.

  • Würd mich interessieren ob dieses Buch außer mir hier jemand kennt oder sogar gelesen hat:


    Titel: Ich habe die Unschuld kotzen sehen
    Autor: Dirk Bernemann


    Allgemein:
    Broschiert - 120 Seiten - Ubooks Januar 2000, 9,95 €
    ISBN: 3937536590


    Inhalt:
    "Guten Tag, die Welt liegt in Trümmern. Ich sammle sie auf. Errichte daraus neue Gebäude. Konstruiere neue Städte. Kann man wohnen drin. Oder weiträumig umfahren." So begrüßt einen dieses Stück Literatur, bevor es einen hinabreißt in die Abgründe einer Welt, die in uns etwas zum Klingen bringt, denn sie ist uns sehr vertraut. Es ist unsere Welt! Wenn man Bernemanns Buch liest, kommt es einem vor, als hätte man uns endlich die rosa Brille abgenommen, ja vom Kopf geprügelt. In einer poetischen Klarheit zelebriert er ein Massaker des Leben, dass fasziniert, um gleichzeitig abzustoßen.


    Meine Meinung:
    Vielleicht nicht Jedermans (oder Frau :zwinker: ) Sache. Die Kurzen Geschichten die alle lose etwas miteinander zu tun haben sind keine leichte Kost. Nach dem Lesen war ich sehr aufgewühlt und hab ständig darüber nachgedacht. Der Autor zeigt uns keine heile Welt sondern eine Welt die Brutal ist und nicht immer gerecht. Es ist die Wirklichkeit. Vielleicht hat es mir gerade deshalb so gut gefallen.


    5ratten


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  • Nein, ich kenne das Buch nicht - aber es klingt definitiv nach Lesestoff für mich! Danke für den Hinweis! :winken:

    [color=darkblue]"Date a girl who reads. Date a girl who spends her money on books instead of clothes. She has problems with closet space because she has too many books. Date a girl who has a list of b

  • @ Holden
    Deine Rezi klingt viel versprechend. Mich reizt das Buch schon lange und als ich gesehen habe, dass der Autor bei leserunden.de auch mit an Bord ist, musste ich gleich einen Vorschlag machen. :breitgrins:


    @ Bluebell
    Falls du das Buch mittlerweile nicht schon gelesen haben solltest... Schau doch auch mal hier auf leserunden.de vorbei. Anfang nächsten Jahres lesen wir das Buch dort gemeinsam mit Dirk Bernemann. Vielleicht hast du ja auch Lust. Ist zwar noch eine Weile hin, aber ich freue mich jetzt schon. :)

  • Hallo,


    nachdem ich an der Leserunde teilgenommen habe, hier meine Rezension.


    Schon das Vorwort macht klar, was uns erwarten wird. Dirk Bernemann möchte mit seiner kleinen Geschichts- und Gedichtsammlung schockieren und provozieren, dem Leser die rosarote Brille von der Nase stoßen und zeigen, wie (schlecht) die Welt ist, in der wir leben...


    Auf 87 der insgesamt gerade einmal 115 Seiten reiht der Autor 13 Kurzgeschichten aneinander, die recht geschickt miteinander verbunden sind. Das macht die Sache schon allein deshalb interessant, weil man als Leser genauer liest, um zu erraten, welche der Personen aus der jeweiligen Geschichte man in die nächste begleiten wird.
    Letztlich sind die Figuren jedoch eher Statisten. Gefühle bringt man für sie bloß selten auf. Das ist aber auch gar nicht gewollt, vielmehr kommt es auf die vertrackten Situationen an, in denen sie sich befinden. Obdachlos, lebensmüde oder impotent, Bernemann’s Figuren balancieren allesamt am Rande des gesellschaftlichen Abgrunds.
    Beschrieben wird dies in einfacher, oft vulgärer Sprache, in der man zeitweilig auch das ein oder andere Wortspiel findet.
    Insgesamt nimmt die Qualität der Geschichten nach und nach zu. Während die ersten beiden Geschichten in Kombination noch völlig überspitzt an der Realität vorbeigehen, nähern sich die weiteren Texte immer mehr den Begebenheiten an, die wir vielleicht schon eher aus dem eigenen Umfeld oder zumindest aus den Medien kennen.
    Dennoch fehlt den Geschichten jegliche Tiefe. Dies liegt allerdings nicht allein an der Kürze der einzelnen Texte, sondern an der Tatsache, dass der Autor gar nicht die Intention hat, den Leser zwischen den Zeilen lesen zu lassen. Jegliche Analyse- oder Interpretationsversuche gehen ins Leere.


    Die anschließend folgenden 17 Gedichte sind teilweise inhaltlich schwer verständlich und aufgrund des oft fehlenden Reimschemas bzw. unkenntlichen Rhythmus nicht immer leicht lesbar. Überdeutlich wird jedoch die Kritik an Medien und Kapitalismus. Ein Lösungsansatz wird allerdings nicht geboten, wenn man von 'Aufrufen zur Revolution' einmal absieht.
    Im Gegensatz zu den Geschichten fällt die auch hier verwendete Fäkalsprache eher negativ auf. Während sie sich im Prosateil noch dadurch rechtfertigt, dass sie den Protagonisten in den Kopf/Mund gelegt wird, hätte ich mir im Lyrikteil gewünscht, der Autor hätte auf bestimmte Ausdrücke und persönliche Beleidigungen verzichtet, da er hier, dem Anschein nach, seine persönlichen Gedanken und Meinungen direkt äußert.


    FAZIT: Insgesamt lässt mich dieses Buch ein wenig zwiespältig zurück. Zur bloßen Unterhaltung dient es nicht, als Augenöffner hätte ich es allerdings auch nicht benötigt. Welcher Mensch mit rosa Brille kauft schon ein Buch mit diesem Titel? Und dennoch, es hat was. Zumindest so viel, dass es neugierig macht auf den zweiten Teil.


    Bewertung: 3ratten

  • Ich hab das Buch schon vor ein paar Tagen gelesen und jetzt meine Rezession:


    Ich habe mir "Ich habe die Unschuld kotzen sehen" eher wegen dem Cover gekauft, was ich auch zugebe, als weil mich das Thema wirklich angesprochen hätte. Doch als ich es einmal angefangen hatte zu lesen, konnte ich nicht mehr aufhören. Das Buch hatte etwas in sich, dass es mir sehr schwer machte es wieder aus der Hand zu legen. Der Autor benutzt Ausdrücke, die sonst in kein Autor benutzt oder sich zu benutzen wagt. Nichts wird beschönigt und kein noch so sensibles Thema ausgelassen. Die Gedichte fand ich, wie *Sternenstauner* teilweise schwer verständlich. Was wie ich finde, bei mir daran lag, dass ich oftmals nicht genau wusste, welches Thema der Autor gerade behandelt und auch nicht wusste, was er damit ausdrücken wollte.



    FAZIT: Dieses Buch ist auf jeden Fall ein krasser Unterschied zu den Büchern, die ich sonst gelesen habe und hat mich mit einem riesigen Fragezeichen über dem Kopf zurückgelassen.


    Bewertung: 5ratten


    LG,


    Nicole

    One day you think it all comes right<br />One day believe fate will be kind<br />But if you wait one day too long<br />you&#39;ll lose what matters most<br />it will be gone!<br />(Rebecca Lavelle - Locked Away)

  • Das kam glaub ich letztes Jahr um Pfingsten raus... ich erinnere mich daran, dass es aufm 13. Wave Gothic Treffen verkauft wurde... ich fand den Titel da schon sehr ansprechend... aber ich dachte immer es sei ein Bildband :redface: :lachen:


    Danke für die Rezi, nun weiß ich doch mehr und werde mal genauer reinschauen...

  • Ich habe mir das Buch schon vor längerem zugelegt - ausgefallener Titel, neugierig machende Lesermeinungen, interessantes Konzept ... gestern wollte ich es dann endlich lesen. Leider konnte ich sowas von überhaupt nichts damit anfangen!
    Begonnen hat es gleich von Anfang an damit, dass mir die Sprache viel zu gewollt umständlich erschien. Vielleicht bin ich mit meiner Kritik etwas hart, aber für mich waren das künstlich aufgeblasene Satzornamente, deren Aussage sich im Endeffekt auf nichtssagende Banalitäten beschränkte. Pseudopoetisch trifft's wohl.
    Ich habe die 100 Seiten dann im Prinzip nur quergelesen - immer in der Hoffnung, auf eine Stelle zu stoßen, die mich dazu bringen würde, das ganze doch noch einmal gründlich von vorne zu beginnen. Das ist allerdings nicht passiert, und auch die Lyrik zum Schluss konnte mich nicht im Geringsten überzeugen.
    Eine andere Sache, die mir die Lektüre gezeigt hat: es besteht eben sehr wohl ein Unterschied zwischen simplen Tabubrüchen und (gelungener) Provokation.


    Vielleicht werde ich auch nur langsam zu alt für sowas. :rollen::breitgrins:

    [color=darkblue]&quot;Date a girl who reads. Date a girl who spends her money on books instead of clothes. She has problems with closet space because she has too many books. Date a girl who has a list of b

  • Ich finde es wirklich total interessant, wie die Meinungen hier auseinandergehen. Entweder ist die Begeisterung groß oder man kann mit dem Buch gar nichts anfangen. Ich selbst falle da mit meiner mittelmäßigen Beurteilung irgendwie ziemlich aus dem Rahmen. ;)



    Pseudopoetisch trifft's wohl.


    Was die Sprache angeht, ja, das trifft's, denke ich, ganz gut.

  • Ich habe mir gerade bei Amazon die erste paar Seiten durchgelesen. Wenn das ganze Buch in der Art geschrieben ist, stimme ich mit der Beschreibung Pseudopoesie überein. Allerdings sagt mir das Thema des Buches sehr zu, deshalb ist es mal auf die Wunschliste gewandert.

    "Man hat in der Welt nicht viel mehr, als die Wahl zwischen Einsamkeit und Gemeinheit." A. Schopenhauer

    :blume::engel::katze:

  • Jetzt, da ich auch mal bei Amazon reingelesen habe, wundert es mich nicht mehr, dass sie das damals beim Wave Gothic Treff so groß verkauft haben... :zwinker: Gerade der erste Absatz...


    Ich persönlich finde dieses erste Kapitel nun doch sehr wiederlich (ich hab's nicht mit so detaillierten Beschreibungen von Bluttaten...) und werde mir das Buch ganz sicher nicht anschaffen.


    Danke für den Tipp, dass man bei Amazon reinschauen kann, sonst hätt ichs womöglich gekauft und mich danach geärgert.

  • Ich fand den Inhalt schon recht interessant, aber etwa die meiste Zeit vulgäre Ausdrücke zu lesen, ist mir dann doch etwas zuviel...

    Books are the ultimate Dumpees: put them down and they’ll wait for you forever; pay attention to them and they always love you back.<br />John Green - An Abundance of Katherines<br /><br />:lesewetter: Caprice