Andreas Séché - Leuchtturmmusik

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    In einem kleinen Küstenort taucht eines Tages eine unbekannte Frau auf, die ein paar ungewöhnliche Dinge tut und die Bewohner unwillkürlich fasziniert. Als Tristan ihr kurz darauf im Wald begegnet, gibt sie ihm spontan einen Kuss und zieht ihn damit vollkommen in ihren Bann. Die Anziehung ist gegenseitig, und sie verleben zauberhafte Wochen, in denen sie alles tun, was Frischverliebte in einem schönen Sommer an einem malerischen Ort so tun. Und nicht nur auf Tristans Leben hat Emilys Auftauchen dauerhafte Auswirkungen. Ihre Anwesenheit und ihre unkomplizierte offene Art bringen im ganzen Dorf einiges in Bewegung.


    Emily ist aber nicht ohne Grund hierher gekommen; die Realität holt die beiden schneller und nachdrücklicher ein, als es sich Tristan hätte träumen lassen.


    Thematisch geht das Buch durchaus ein bisschen in die "Lebensweisheiten"-Richtung, ebenso wie manche Sätze, die Séché seinen Figuren in den Mund legt, aber er macht das sehr charmant und mit viel Liebe zum Detail, so dass es mich kaum gestört hat. Er schildert ganz bezaubernd den kleinen Ort am Meer und seine Bewohner (wo genau das Ganze spielt, erfahren wir nicht, was ich ein bisschen schade finde) und hat ein Händchen für Naturbeschreibungen, die treffend und wunderschön sind, ohne ausschweifend zu werden. Auch der Musik kommt viel Raum zu, was mir ebenfalls gut gefallen hat.


    Emilys Geisteshaltung ist vielleicht auch ein klein bisschen zu perfekt, aber andererseits gibt es wohl tatsächlich Menschen, die das ganze Leben mit einer gewissen heiteren Gelassenheit zu nehmen wissen, die an Zen-Buddhismus oder ähnliches erinnert.


    Insgesamt war "Leuchtturmmusik", obwohl es auch einige schwere Themen anschneidet, für mich ein sehr schönes kleines Wohlfühlbuch mit vielen Ingredienzen, die ich einfach gerne mag und einigen überraschenden und gelungenen Wendungen. Und ich habe ab und zu ein paar Rührungstränchen verdrückt, das ist mir schon lange nicht mehr passiert.


    4ratten

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)