Sprachliche Frage(n) - zunächst Österreicher, bitte..

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 84 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Zank.

  • "Ich bin heraußen" heißt normalerweise übersetzt, dass man nicht in Wien ist.

    Also da muss ich jetzt aber einwerfen: man kann sich auch nicht in Wien befinden und trotzdem nicht "am Land" sein ^^ Ich sitze gerade in Linz, im Vergleich zu Wien eine Kleinstadt mit 200.000 Einwohner, aber "am Land" bin ich nicht ;)

    Das stimmt schon. Ich kenne trotzdem einige, die wenn sie zum Beispiel in Linz sind obwohl sie unter der Woche in Wien arbeiten, sagen, dass sie heraußen sind. Wie gesagt, ich verwende das aktiv nicht. Genauso können es Oberösterreicher sagen, wenn sie nicht in Linz, sondern irgendwo im Umkreis sind (wobei ich nicht weiß ob man das in Oberösterreich verwendet oder nur im Osten)

  • a) und c) würd ich sagen :D "aus dem Wasser heraußen sein" würd ich auch sagen XD

    Klar! Oder auch etwas aus der Tasche heraußen haben. Mir war gar nicht bewusst, wie oft man das Wort verwendet 😅

    Genau! Ich hab ständig was oder bin ständig heraußen. Man kann auch heraußn ausn Wetter sein und man ist froh, dass es herinnen so schön warm ist. :D Froh sind wir auch immer, wenn man aus dem Bus heraußen ist :err: wenn ich das morgen meinen Kollegen wieder erzähl, dann verstehen die nix :breitgrins:

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Alice ich hab jetzt übrigens mal im österreichischen Wörterbuch nachgesehen, das generell bei Schularbeiten bzw. Masterarbeiten ggf. als Referenz des Hochdeutschen/der Schriftsprache hergenommen wird. Und da steht sowohl heraußen als auch herinnen als standardsprachliches Wort drin. Es könnte also nicht als Fehler bei offiziellen Texten gerechnet werden.

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Das erinnert mich dran, wie ich in Hamburg in ein Taxi gestiegen bin und Hallo gesagt habe - eh extra nicht Grüß Gott. Und der Taxifahrer sagt: Ah, eine Österreicherin.

    Das passiert mir ständig. Ich sag eh nur mehr "Guten Tag", "Guten Morgen" oder "Guten Abend", aber alle schauen mich komisch an (ich wohn' und arbeite im Großraum Hamburg)... :D "Moin" krieg ich noch immer nicht über die Lippen, außer es ist wirklich morgens...

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Marada

    Wir hören in Österreich ja auch sofort heraus, wenn ein Deutscher spricht (außer vielleicht bei Süddeutschen). Es ist daher ja nur normal, dass es umgekehrt genauso ist. Trotzdem überrascht es mich immer wieder, weil ich eh so schön nach der Schrift spreche (aber halt trotzdem österreichisch)

  • Bei mir hört man's nicht mehr nach 8 Jahren, außer ich fühl mich wirklich wohl und pass überhaupt nicht mehr auf, was ich sag. Aber auch dann sind es eher Wörter statt die Sprachmelodie, die mich verraten.

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Ich mag Dialekte und "besondere Wörter". Ich hatte mal eine Kollegin, Mitte 20, die aus dem tiefsten Altmühltal kam. Es war so schön, ihr bei Reden zuzuhören :love:

    Wir selbst haben Zuhause Hochdeutsch gesprochen (ich kann auch nichts anderes) - oder zumindest, was wir dafür halten. Seit ich weggezogen bin, sind mir aber einige Begriffe aufgefallen, die wohl nur dort regional verwendet werden. Die versuche ich nun aktiv zu erhalten und meinem Mann und meinen Kindern beizubringen ;)


    Das Bayerische "Grüß Gott" fiel mir anfangs total schwer - inzwischen verwende ich es automatisch und werde "im Norden" dafür schräg angeschaut ^^

  • Das erinnert mich dran, wie ich in Hamburg in ein Taxi gestiegen bin und Hallo gesagt habe - eh extra nicht Grüß Gott. Und der Taxifahrer sagt: Ah, eine Österreicherin.

    Als ich noch in Salzburg gewohnt habe, war ich manchmal in Deutschland einkaufen. An der Kasse war es oft so, dass alle vor mir gefragt wurden, ob Sie eine Tüte brauchen. Ich wurde gefragt, ob ich ein Sackerl will ^^ Da hab ich auch nicht mehr als „hallo“ gesagt.

    “Grown-ups don't look like grown-ups on the inside either. Outside, they're big and thoughtless and they always know what they're doing. Inside, they look just like they always have. Like they did when they were your age. Truth is, there aren't any grown-ups. Not one, in the whole wide world.” N.G.

  • Dürfte ich in einem Buch jetzt eigentlich Sackerl schreiben? Ich sage ja, ist immerhin meine Sprache. Auch auf die Gefahr hin, dass mich dann einige Leser nicht sofort verstehen, aber sonst müsste ich mich komplett verstellen.

    Zum Glück schreibe ich kein Buch 😅

  • Wie geht es Euch mit dem immer häufiger verwendeten "Das macht Sinn" ??

    Ich empfinde das immer noch als blöd eingedeutschten Anglizismus und versuche es zu vermeiden, aber weil es sich inzwischen so eingebürgert hat, rutscht es mir manchmal trotzdem raus.


    Noch viel schlimmer finde ich aber "in 2020" :grmpf:

    Seit ich weggezogen bin, sind mir aber einige Begriffe aufgefallen, die wohl nur dort regional verwendet werden. Die versuche ich nun aktiv zu erhalten und meinem Mann und meinen Kindern beizubringen ;)

    Schön! Manche Dialektausdrücke bringen das Gemeinte einfach viel schöner auf den Punkt.

    Ich wurde gefragt, ob ich ein Sackerl will

    :herz: Ich mag das Wort!


    marimirl: ich bin mir ziemlich sicher, dass es bei Christine Nöstlinger auch Sackerln gab ;)

    The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card.

    E. L. Doctorow





  • marimirl: Sackerl könntest du getrost schreiben. Das Wort findet sich in der 36sten Auflage des Österreichischen Wörterbuch aus dem Jahr 1985 und zwar ohne den Zusatz "mda" für mundartlich.

  • Ich werde, glaube ich, nie verstehen, warum man sich richtig - wirklich ernsthaft - über Sprachteile, Veränderungen und so weiter aufregen kann.


    Sprache zerfällt nicht, Sprache verändert sich. Manches wird aussterben, Sprachen werden sich gegenseitig beeinflussen ("verdrängen") und trotzdem wird viel getan, dass Sprachen für die Nachwelt in ihrem flüssigen Wesen festgehalten werden. Natürlich gilt es gleichzeitig auch, sich wirklich darum zu kümmern, dass bestimmte Sprachen zumindest dokumentiert werden (aussterbende Sprachen eben). Und ich verstehe die Sorge um das Aussterben.

    Ich persönlich liebe Dialekte, Jugendsprache, Anglizismen, et cetera (ich bemühe mich gleichzeitig trotzdem darum, verschiedene Entwicklungsstufen unserer Sprache festzuhalten :)). Da bin ich einfach zu sehr geprägt von meinem Studium :D




    Noch viel schlimmer finde ich aber "in 2020" :grmpf:



    Das zum Beispiel - regst du dich tatsächlich so darüber auf? Also wirklich, authentisch? :D

  • Aufregen ist vielleicht zu viel gesagt, aber ich finde es unschön, weil es für mein Sprachempfinden falsch klingt und dieses "in" an der Stelle einfach überflüssig ist.


    Mit dem Wandel der Sprache an sich habe ich gar kein Problem, aber ich muss ja nicht alles mögen ;) Manche Begriffe gehen mir auch deshalb auf die Nerven, weil sie zeitweise so in Mode sind, dass sie überall inflationär verwendet werden.

    The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card.

    E. L. Doctorow





  • Heute ist zufällig im Standard ein Interview zum Thema erschienen:


    https://www.derstandard.at/sto…deutsch-sollte-man-feiern

    “Grown-ups don't look like grown-ups on the inside either. Outside, they're big and thoughtless and they always know what they're doing. Inside, they look just like they always have. Like they did when they were your age. Truth is, there aren't any grown-ups. Not one, in the whole wide world.” N.G.

  • Aufregen ist vielleicht zu viel gesagt, aber ich finde es unschön, weil es für mein Sprachempfinden falsch klingt und dieses "in" an der Stelle einfach überflüssig ist.


    Mit dem Wandel der Sprache an sich habe ich gar kein Problem, aber ich muss ja nicht alles mögen ;) Manche Begriffe gehen mir auch deshalb auf die Nerven, weil sie zeitweise so in Mode sind, dass sie überall inflationär verwendet werden.


    Achso, na dann ;)

    Ich kann das ein Stück weit nachvollziehen, wenn manche Begriffe auf die Nerven gehen. Das kann ja insbesondere bei Jugendsprache ein wenig an die Substanz gehen, wenn damit eine entsprechende Performance einher geht :D

    Und nicht falsch verstehen, ich mag auch nicht alles, was so "Neues" daherkommt, und auch ich mag die deutsche Sprache, sodass ich an Begriffen versuche festzuhalten.


    Aber ich hätte gar nicht die Energie, mich über sowas aufzuregen oder es meinen Alltag beeinflussen zu lassen.


    Wenn eine Person einen Begriff inflationär benutzt (was definitiv schon vorgekommen ist), dann stört mich fast immer nicht so sehr der BEgriff an sich sondern die überdurchschnittlich häufige Nutzung des Begriffs durch die Person.


    Sehr spannend alles.