S J Bennett - Das Windsor-Komplott

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Es gibt 7 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Igela.

  • S J Bennett - Das Windsor-Komplott


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    Gebundene Ausgabe: 308 Seiten

    Verlag: Knaur HC (12. Januar 2021)

    ISBN-13: 978-3426227404

    Originaltitel: The Windsor Knot

    Übersetzung: Werner Löcher-Lawrence

    Preis: 18,00 €


    Eine sehr eigenwillige Queen


    Inhalt:

    Nach einer Abendgesellschaft mit Übernachtung auf Windsor Castle wird der junge russische Pianist tot in seinem Zimmer aufgefunden. Was zunächst wie ein Sexunfall aussieht, entpuppt sich dann doch ganz schnell als Mord und verhagelt der Queen die Laune. MI5 und Polizei wittern sofort eine Attacke der Russen. Doch die Intuition der Queen weist in eine andere Richtung. So schickt sie ihre nigerianische stellvertretende Privatsekretärin Rozie sowie weitere Freunde aus, um die richtigen Fragen zu stellen, damit sie aus den Antworten die richtigen Schlüsse ziehen kann.


    Meine Meinung:

    Mir gefiel die Idee einer kriminalisierenden Queen Elizabeth sehr gut, zumal das etwas ist, was ich mit der echten Queen nie in Verbindung bringen würde. Witzigerweise habe ich mein Bild der echten Queen während des Lesens immer mehr der Romanfigur angepasst - ganz so abwegig ist das schließlich gar nicht, denn einige Eigenschaften wirken schon sehr realistisch. Lilibeth wird hier als sehr sympathische und äußerst freundliche alte Dame (es ist kurz vor ihrem 90. Geburtstag) dargestellt, die sich kein X für U vormachen lässt und messerscharfe Schlüsse zieht. Wie sie mit ihren Bediensteten und vor allem mit ihrem Gatten Philip umgeht, ist schon recht amüsant. Zuweilen blitzt der berühmte trockene britische Humor vor - ich hätte mir aber noch viel mehr davon gewünscht. Denn über weite Strecken ist die Geschichte auch eine recht trocken erzählte Angelegenheit.


    Der Kriminalfall an sich konnte mich nicht wirklich begeistern. Er wirkt zu konstruiert, und als Leser*in hat man auch kaum eine Chance, dem Täter auf die Spur zu kommen, weil die Queen viele Ermittlungsergebnisse geheim hält. So läuft der Kriminalfall eher im Hintergrund, während im Vordergrund die Queen und auch Rozie ihre großen Auftritte haben.


    Fazit:

    Dieser Roman lebt von seinen außergewöhnlichen Figuren, die man sich lebhaft vorstellen kann und die auch immer mal wieder Anlass zum Schmunzeln geben. Aber der Kriminalfall konnte mich nicht überzeugen. Da geht definitiv noch mehr.


    „Das Windsor-Komplott“ ist der Auftaktband einer Reihe. Der 2. Band erscheint voraussichtlich im Januar 2022 auf Deutsch.


    ★★★☆☆

  • Ich konnte mich nicht dazu entscheiden, "Das Windsor Komplott" lesen zu wollen - vermutlich war es die richtige Entscheidung. Danke für Deine Rezi, liebe Lilli33! ;)

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Ich fand die Leseprobe noch ganz vielversprechend, aber dann kam einfach nur noch wenig.


    Gerade bei humorvollen Büchern ist das ja so eine Sache ...

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    Amüsant und spannend



    Queen Elisabeth hat eine heimliche Passion: Sie löst gerne Kriminalfälle. Natürlich unerkannt, den Ruhm ernten andere. Auf Schloss Windsor kommt während einer Feier ein russischer Künstler unter peinlichen Umständen ums Leben. Natürlich wittert der MI5 sofort ein Komplott Putins. Elisabeth II. ist ‘not amused‘ über so viel Übereifer. Sie greift diskret ein. Ihre neue nigerianische Privatsekretärin Rozie wird ins Vertrauen gezogen und überschreitet bald beherzt und diskret ihre Kompetenzen. Anders geht es nicht. Wird es diesem Gespann gelingen den wahren Mörder zu finden bevor der MI5 diplomatische Verwicklungen auslöst?

    Das Windsor Komplott ist der erste Fall für die heimliche Detektivin. Es ist der erste Band einer Cosy-Crime-Reihe aus England, und ein königliches Krimivergnügen.



    Meine Meinung

    Schon die Vorstellung, dass die Queen in einem Kriminalfall ermittel, erheitert mich. Was ja in Wahrheit ein Ding der Unmöglichkeit sein dürfte. Doch die Autorin dieses Buches hat es möglich gemacht. Da der Mord recht früh geschah, war es auch gleich spannend. Ich kam sehr gut und schnell in die Geschichte hinein und konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Zum einen in die Queen, der es doch sehr unangenehm sein musste, dass Personen verdächtigt wurden, die - nach ihrer Ansicht – mit diesem Mord nichts, aber auch gar nichts zu tun hatten. Und sie konnte nichts dagegen tun! In Rozie, die diese Passion der Queen noch nicht kannte und natürlich zunächst dementsprechend überrascht war. Das Buch ließ sich auch durch den angenehm unkomplizierten Schreibstil leicht und flüssig lesen, es gab keine Unklarheiten im Text. Oft brachte es mich auch zum Lachen, hat mich köstlich amüsiert. Ich habe mich sehr gefreut, dieses Buch lesen zu dürfen. Es hat mich gefesselt, denn wie die beiden Ermittlerinnen war ich gespannt, wer denn wohl der Mörder war und was das Motiv. Es hat mir sehr gut gefallen und mich genauso gut unterhalten. Von mir eine Leseempfehlung und die volle Bewertungszahl,


    5ratten

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________

    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Lerchie: ich habe Dein Posting an den schon vorhandenen Thread angehängt :)

    The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card.

    E. L. Doctorow





  • Valentine Ich frage mich nur, wieso man das nicht findet. Ich habe extra die erweiterte Suche benutzt. Aber macnhmal kommts einfach nicht.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Fiktiv? Fiktiv!


    Queen Elisabeth ist not amused! Nach einem Fest auf Windsor Castle wird am nächsten Morgen der russische Pianist tot aufgefunden. Der junge Mann wird in einer kompromittierenden Situation gefunden und das königliche Polizeicorps, das M15, beginnt zu ermitteln. Sehr schnell sind sie sicher, dass Putin verantwortlich für den Tod des jungen Mannes ist. Die Queen ist damit nicht einverstanden und nimmt die Ermittlungen in die Hand.


    Ich bin ja normalerweise kein Coverkäufer oder jemand, der dem Cover nur eine Zeile in der Rezension widmet. Ich breche für „Das Windsor Komplott“ mit meiner Regel. Denn das pinke Cover widerspiegelt für mich die Queen, die knallige Farben mag, was man vor allem in ihrer Kleidungswahl sieht. Dieses Cover ist wirklich sehr gelungen und springt einen regelrecht an.


    Klar ist, dass dieser Krimi keine realen Bezüge hat. Weder zu den Personen, die auf Windsor Castle leben und arbeiten, noch zu Geschehnissen. Rein fiktiv sind der Plot, die Figuren und die Handlung. Es ist jedoch genauso, wie ich mir ein Leben auf einem königlichen Schloss vorstelle. Mit vielen Bediensteten, regnerischem Wetter, Ausritten mit Pony und Hunden, die nebenher trotten und eine Queen mit ganz viel Witz und Schalk. Ich konnte mir nicht helfen, aber ich hatte die Queen das ganze Buch über als Miss Marple in der Rolle von Margaret Rutherford vor Augen. Schrullig, zäh und pfiffig. Die Queen ist in dieser Geschichte, wie im realen Leben 90 Jahre alt, ihr Gemahl Philip 94-jährig. Ich hoffe, dass sie genauso agil sind wie in diesem Buch. Denn sie reitet auf ihrem Pony, gibt Feste und findet noch Zeit zu ermitteln. Auch wenn sie für viele Ermittlungen aus Diskretionsgründen ihre Privatsekretärin Rozie losschickt. Der königliche Gemahl Philip geht auf Reisen, fährt noch selbst Auto und damit abends zu einem Essen in die Stadt und ist sehr sarkastisch. Kleine eingebaute Spitzen wie "Man hatte genug Aerger mit der eigenen Familie“ (Seite 10) sorgen für Schmunzeln.


    Das Entsetzen ist also gross, als nach der grossen Party zum Easter Court der Pianist tot ist. Die Gespräche über die Art des Todes fand ich sehr erfrischend. Denn …ich sage es mal so… der junge Mann starb keinen konventionellen Tod.


    Leider waren am Fest ungefähr 50 Personen anwesend und so gestalten sich die Ermittlungen nicht nur für die Queen verwirrend. Auch für den Leser sind die vielen Namen, Figuren, Beziehungen und Ränge eine etwas irritierende Angelegenheit. Hier hätte ruhig gestrafft werden dürfen. Ueberhaupt empfand ich den Schreibstil, als ermüdend zu lesen. Die Autorin verliert sich immer wieder in Nebenerzählungen, die die Handlung zerstückeln. Die Sätze sind zum grossen Teil sehr lange gehalten und verschachtelt, was es schwer macht, den Fokus auf das Wesentliche nicht zu verlieren. Leider fand ich nur in den Szenen, in denen die Queen und / oder Philip im Geschehen integriert waren den erhofften englischen und trockenen Humor. Hier hätte ich liebend gerne mehr davon genommen.


    Es geht um Mord. Ein Mord, der bei der Einführung nur nebenbei erwähnt wird, um die Ermittlungen, aber auch um Pferderennen, die geliebten Corgies und Politik. Putin wird als grosser Anstifter zum Mord gehandelt, die Obamas sind sehnsüchtig erwartete und sympathische Gäste. Die Loyalität der Bediensteten ist sehr gross und „Nestbeschmutzer“ werden zur Raison gebracht. Wie gesagt, eine rein fiktive Geschichte?


    3ratten

    2 Mal editiert, zuletzt von Igela ()

  • Zuweilen blitzt der berühmte trockene britische Humor vor - ich hätte mir aber noch viel mehr davon gewünscht. Denn über weite Strecken ist die Geschichte auch eine recht trocken erzählte Angelegenheit.

    Unterschreibe ich genau so! Ich habe auch mehr von dem trockenen, englischen Humor erwartet. Den gab es eigentlich nur, wenn die Queen und ihr Mann involviert waren.