Graham Moore - Verweigerung

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    Titel: Verweigerung

    Autor: Graham Moore

    Sprecher: David Nathan


    Allgemein:

    11 h 28 Min, Lübbe Audio, 2020

    ungekürzt


    Inhalt:

    Der Mordfall an der Teenagerin Jessica Silver, Tochter aus reichem Hause, erregt Landesweit großes Aufsehen. Ihr Lehrer Bobby Nocks ist angeklagt seine Schülerin umgebracht zu haben, um eine Affäre zu vertuschen. Damals hatten die Geschworenen ihn freigesprochen, weil Maya Seal, mit ihren Argumenten die andren überzeugt hatte, auf ihrer Seite zustehen. Doch der Prozess zog ein Medienspektakel nach sich, in dessen Mittelpunkt Rick Leonard stand, der damals öffentlich verkündete das er bereue, sich Maya gebeugt zu haben. Er stellte dabei auch andre Geschworene bloß und die Öffentlichkeit, bekam das was sie hören wollte. Bobby sei eben doch schuldig.

    Als Rick nach zehn Jahren alle noch einmal zusammentrommelt um in einer TV Dokumentation alle noch einmal zu Wort kommen zu lassen ist Maya wenig interessiert und beteiligt sich nur sehr widerwillig. Doch das große Widersehen wird tragisch unterbrochen. Jemand hat Rick umgebracht. Schnell gerät ausgerechnet Maya in Verdacht, in derren Hotelzimmer die Leiche aufgefunden wurde. Maya setzt alles daran heraus zu finden, wer wirklich dahinter steckt. Denn eines scheint klar, das Motiv... Denn Rick hatte groß angekündigt, das er neue Beweise hätte, die den damaligen Mordfall neu aufrollen würden...


    Meine Meinung:

    Wow, was für ein Justizthriller. Mich hat der Roman ziemlich beeindruckt. Nicht nur weil er meiner Meinung nach sehr spannend geschrieben ist, sondern auch weil er ziemlich interessante Fragen aufwirft, die einen sehr kritischen Blick auf das Justizsystem auf die USA zeigen.

    Es ist sehr ernüchternd, wenn einem klar wird das es bei einer Verhandlung im Grunde nicht die Wahrheit zählt, nicht wirklich... Sondern die Geschichte, die den Geschworenen präsentiert wird. Welche Seite erzählt die bessere Geschichte, das ist entscheidend.

    Durch Rückblicke in die Zeit des Prozesses bekommt man den ein oder anderen Einblick, das betrifft aber weniger den damaligen Prozess, sondern viel mehr die Gedanken und Ereignisse die einzelne Geschworene betreffen. War Bobby ein Mörder oder nicht? Das ist eigentlich gar nicht so entscheidend für die weitere Handlung. Viel wichtiger ist, was die mediale Berichtserstattung dann daraus gemacht hatte, und was dazu führte, das Rick am Ende umgebracht wird und von wem.

    Maya als Mittelpunkt der Handlung ist dabei meiner Meinung nach sehr passend gewählt, weil man verstehen kann, weshalb sie verdächtigt werden könnte, den Mord an Rick begangen zu haben. Ich fand sie ehrlich gesagt weder besonders sympathisch oder unsympathisch. Sie ist einfach eine gute Figur um die Handlung voran zu treiben, auch weil sie als Anwältin in der Gegenwart das nötige Hintergrundwissen hat, um eigene Ermittlungen an zu stellen. Mit einer der anderen Figuren hätte der Roman so jedenfalls nicht funktioniert.


    Für mich war "Verweigerung" einfach spannend erzählt, ziemlich klug konstruiert und ich flog quasi durch das Hörbuch. Ich fand sogar das Ende gut, obwohl ich einen Aspekt tatsächlich vorhergesehen hatte, von dem ich mir gewünscht hatte, das es nicht stimmen würde. Aber so im gesamten passte es für mich dann doch zum Rest. Daher kann ich darüber tatsächlich großzügig hinwegsehen.


    Die Lesung von David Nathan ist wie man es von ihm kennt, sehr gut und passend zum Inhalt. Er hält sich sehr zurück und lässt der Handlung ihren Raum.


    Mich haben hier sowohl die Lesung als auch der Inhalt komplett überzeugt daher bekommt das Hörbuch verdient:

    5ratten