Ellin Carsta - Der leuchtende Himmel

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Spannendes Finale

    Bei der Geburtstagsfeier ihrer Tochter Viktoria stellt Luise wieder einmal fest, dass sie wohl viel zu wenig Zeit mit ihrer Tochter verbringt. Wann wird es wohl einmal so weit sein, dass die Geschäfte nicht an erster Stelle stehen, sie mehr Zeit für ihr Kind hat? Doch dann kommt schon eine neue Herausforderung: Der Streik der Hafenarbeiter. Luise kann sie verstehen, doch sie wird als Frau in dieser Beziehung nicht ernst genommen. Dann begegnet sie auch noch ihrer Rivalin Ida Kleinschmidt und so wird ihre Kampfeslust geweckt. Was Luise nicht ahnen kann: In ihrem Leben wird bald nichts mehr sein, wie es war…


    Meine Meinung

    Auch dieser siebte und vermutlich letzte Band der Hansen-Saga ließ sich, dank des unkomplizierten Schreibstils der Autorin, wieder leicht und flüssig lesen. Keine Unklarheiten tauchten im Text auf. Wie immer war ich in der Geschichte wieder schnell drinnen, konnte mich in die Protagonisten gut hineinversetzen. In Luise, die im Zwiespalt steckt: Geschäft oder lieber doch mehr Zeit für die Tochter? Die auch die Hafenarbeiter verstehen kann, denn ihr ist klar, dass diese für einen Hungerlohn arbeiten. Ich kann mich auch in die Hafenarbeiter hineinversetzen, die ihre Familien mehr schlecht als recht ernähren können. Aber der eine.. nein hier schreibe ich nicht weiter, das muss der geneigte Leser schon selbst lesen. Das Buch war wieder wunderschöne zu lesen, nur am Ende wurde ich traurig: Einerseits, weil die Sage jetzt zu Ende zu sein scheint, andererseits – aber auch das soll der Leser selbst lesen. In diesem Buch taten mir einige Personen leid, vor allem Luise… Aber auch Georg, Robert und Friederike… Zwar war ich mit dem Ende nicht so ganz glücklich, aber das Buch hat mir trotzdem super gefallen. Es hat mich wieder gefesselt und ich konnte richtig darin eintauchen. Ich habe es praktisch in einem Rutsch gelesen, es hat mir sehr gut gefallen und ich fühlte mich gut unterhalten. Eine Leseempfehlung von mir und die volle Bewertungszahl.


    Hier die Hansen-Saga in der Reihenfolge: 1. Die ferne Hoffnung, 2. Eine neue Zeit, 3. Das bedrohte Glück, 4. Der zerbrechliche Traum, 5. Der mutige Weg, 6. Der nahende Sturm und letztendlich der siebte Band, das vorliegende Buch: 7. Der leuchtende Himmel. Ob es noch weitergeht? Darüber ist mir nichts bekannt, aber es gäbe vielleicht sogar noch Material….


    5ratten

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Ein wunderbares Buch


    Luise Petersen ist 23 Jahre alt, sehr ehrgeizig und leitet erfolgreich das Kaffee- und Tee-Kontor der Hansen-Dynastie in Hamburg. Bis sie am 2. Geburtstag ihrer kleinen Tochter Viktoria erkennt, wie viel sie von deren Entwicklung schon verpasst hat. Sie beschließt, einen Teil ihrer Aufgaben an ihren Onkel Georg abzugeben, um sich mehr ihrer Familie widmen zu können. Zur gleichen Zeit beginnen die Hafenarbeiter, allen voran Joseph Beier, sich gegen die Herrengesellschaft, die durch sie immer reicher wird, aufzulehnen. Luise, die ihre Stimme den Hafenarbeitern gibt, ihre Sorgen und Nöte gut verstehen kann, stößt damit in der Hamburger von Männern beherrschten Gesellschaftswelt, auf argen Widerstand. Aber auch sie, die bisher allen Wirrungen getrotzt hat, sieht sich bald am Ende.


    Mit „Der leuchtende Himmel“ hat Ellin Carsta schon den 7. Band der Hamburger Familien-Dynastie Hansen aufgelegt. Für mich ist die Geschichte, in der diesmal Luise die Hauptrolle spielt, die erste, die ich aus der Serie gelesen habe. Da alle Figuren so gut eingeführt werden, hatte ich nicht den Eindruck etwas verpasst zu haben. Man kann diesen Band sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen. Da mir die Geschichte aber so gut gefallen hat, überlege ich, ob ich die anderen Mitglieder der Familie nicht auch noch näher kennenlernen will.


    Aber hier geht es wie gesagt um Luise, die mit ihren Ideen und Gedanken im Jahr 1896 eine sehr fortschrittliche junge Frau ist, die von ihrem Mann Hans unterstützt wird. Mit ihr ziehe ich ins Haus der Familie Hansen ein, lerne die Familie, auch Robert, Therese und die Kinder in Kamerun und Florentinus in Wien, kennen.

    Durch die leichte, flotte, bildhafte und einfühlsame Erzählweise fühle ich mich sofort aufgenommen in diese herrschaftliche Familie. Vor allem Luise lerne ich mit all ihren Facetten kennen. Ich mag diese junge Frau mit ihrer offenen, warmherzigen und ehrlichen Art, ihrem Geschäftssinn, ihren Stärken und Schwächen, wie sie auch Enttäuschungen und Herabwürdigungen annimmt und darauf reagiert. Da sie nicht nur liebevolle Mutter und Heimchen am Herd ist, wie es in der damaligen Zeit noch von den Herren der Schöpfung gewünscht war, sondern sich für ihre Rolle im Kontor aufopfert, geht es ihr wie vielen jungen Frauen von heute – sie macht sich Gedanken um ihre Rolle als Mutter. Sie ist nicht nur sehr intelligent, sondern hinterfragt ihr Tun, was sie für mich noch sympathischer macht. Ich habe bei den Schicksalsschlägen, die sie mitmachen muss, so mit ihr gelitten.


    Ellin Carsta erzählt aber nicht nur eine einfache Familiengeschichte. Sie lässt auch gesellschaftliche Themen mit einfließen, wie die Homosexualität eines Familienmitgliedes, Scheidung und natürlich der Arbeiterkampf für mehr Lohn, Gerechtigkeit und bessere Arbeitsbedingungen, der auf eine sehr unschöne Weise ausartet.


    Eine Geschichte voller Emotionen, voller Gefühl und Schicksalsschläge. Ich habe den Besuch bei Familie Hansen in Hamburg so genossen und hatte wunderbare Lesestunden.


    5ratten

  • Als der Geburtstag ihrer Tochter ansteht, kommen der 23-jährigen Luise Zweifel. Beständig ist sie im Geschäft eingespannt und hat kaum zeit für ihre Tochter. Soll es immer so weiter gehen? Doch wieder kommt eine Herausforderung auf sie zu, denn die Hafenarbeiter streiken. Dabei hat Luise durchaus Verständnis für deren Belange, denn der Lohn reicht hinten und vorne nicht, um deren Familien zu ernähren. Aber die Männer in der Geschäftswelt finden, dass Frauen sowieso dort nichts verloren haben. Luises Kampfgeist ist geweckt. Doch sie ahnt nicht, dass sich ihr Leben vollkommen verändern wird.


    Dies ist bereits der siebte Band der Hansen-Saga von Ellin Carsta. Ich kannte noch keinen der Vorgängerbände. Der Schreibstil der Autorin lässt sich sehr angenehm lesen und die Geschichte hat mich von Anfang an gepackt. Die Standesunterschiede jener Zeit sind gut dargestellt. Während es den einen sehr gut geht, kämpfen die anderen ums Überleben. Die Arbeit im Hafen ist nicht ungefährlich und der Lohn reicht nicht, um die Familie zu ernähren. Da ist es kein Wunder, dass Unmut unter den Arbeitern aufkommt und sie für ihre Rechte kämpfen.


    Luise ist so eine sympathische und intelligente Frau, doch immer wirft das Schicksal ihr Knüppel zwischen die Füße. Dabei geht sie aber auch mit offenem Blick durch die Welt. Sie sieht die Probleme und hat Verständnis. Aber die Männer wollen keine Frauen in der Geschäftswelt. Frauen sollen für Familie und Heim sorgen. Doch Luise ist nicht bereits, sich dem zu fügen. Sie kämpft. Aber auch die anderen Personen sind gut und lebendig dargestellt.


    Mir hat diese plausible und emotionale Geschichte gut gefallen.


    5ratten

  • Unterhaltsam, wie alle Bücher dieser Reihe


    Der Oktober des Jahres 1896 beginnt für Luise und ihre Familie mit dem schönen Geburtstag ihrer kleinen Tochter. Die Welt der Familie Hansen ist so weit wieder in Ordnung, der Sommer gut überstanden. Dann wird Luise und ihr Mann auf einen Empfang der Verlegerfamilie Jensen eingeladen. Hier gibt es nur ein Gesprächsthema: die Arbeiter am Hafen drohen mit Streik. Luise schildert ihre Sicht der Dinge, leider muss sie feststellen, dass sie einmal mehr als Frau nicht ernst genommen wird. Ihre Ansicht wird mehr oder weniger belächelt. Zu allem Überfluss trifft sie auch noch auf Ida Kleinschmidt, eine ehemalige Bekannte ihres Mannes. Luise ist nicht bereit, dieser Frau das Feld zu überlassen.


    In diesem 7. Band der Hansen-Saga befinden wir uns im letzten Quartal des Jahres 1896. Luise steht vor schweren Entscheidungen.


    Ellin Carsta erzählt die Geschichte einer Frau, die versucht, ihre Familie und Arbeit in Einklang zu bringen. Ihre Familie ist ihr dabei eine wichtige Hilfe und Stütze. Die Unwägbarkeiten des Lebens hat die Autorin wunderbar in Szene gesetzt. Gleichzeitig lässt sie die historischen Ereignisse dieser Zeit mit einfließen. Der Streik der Hafenarbeiter in diesen Jahren findet genauso Raum wie die Verhältnisse in Kamerun. Vor dieser historischen Kulisse ist es Ellin Carsta wieder gelungen, eine weitere Episode aus dem Familienleben der Familie Hansen zu erzählen.


    Ich habe auch diesen Teil sehr gern gelesen und konnte mit Luise mitfühlen. Einmal mehr muss sie Entscheidungen treffen und für ihre Stärke einstehen. Es wird ihr nicht immer leicht gemacht, auch weil im ausgehenden 19. Jahrhundert die Frauen allgemein nicht so viel zu sagen hatten. Somit ist es gerade für die selbstbewusste Luise nicht einfach, diese Zeit zu überstehen.


    Der Erzählstil ist nach wie vor locker und leicht zu lesen. Mal mit rasantem Tempo, was die Handlung betrifft, mal ruhiger, weil das tägliche Leben erzählt wird. Gut gefällt mir, wie die politische Lage des Landes mit eingebunden wird, ohne dabei zu sehr in den Vordergrund zu rutschen. Immer bleibt Luise und ihr Schicksal im Fokus. Einmal mehr muss sie hier beweisen, was in ihr steckt.


    Ich rate allerdings dazu, die Bücher der Reihe nach zu lesen, da sonst zu viele Handlungsstränge so wirken, als würden sie nicht richtig erzählt werden. Auch warum und wieso die Protagonisten handeln, erschließt sich größtenteils aus den vorangegangenen Erfahrungen. Sicherlich gibt es immer wieder kleine Rückblenden, die auch Neulesern den Einstieg in die Reihe erleichtern und vielleicht Lust auf die anderen Bücher machen.


    Fazit:


    „Der leuchtende Himmel“ schließt nicht nur direkt an den Vorgänger an, sondern bereitet auch auf das große Finale vor. Wieder konnte mich Ellin Carsta mit ihrer Hansen-Saga einige Stunden fesseln. Jetzt warte ich gespannt auf Band 8 und darauf, was wohl die Zukunft für Luise und ihre Lieben bereithalten mag.


    4ratten

  • Es gibt Band acht und ich habe ihn gelesen.

    Ehrlicherweise: Ich bin nicht ganz überzeugt.


    Aber es lässt sich gut lesen und man kann ja im Kopf seine eigene Fortsetzung schreiben.

    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

  • Es gibt Band acht und ich habe ihn gelesen.

    Ehrlicherweise: Ich bin nicht ganz überzeugt.


    Aber es lässt sich gut lesen und man kann ja im Kopf seine eigene Fortsetzung schreiben.

    Ich habe es inzwischen auch gelesen, muss nur noch die Rezi schreiben. Aber ich stimme Dir zu, was Deinen Spoiler betrifft. Es bleiben einfach Fragen offen. Trotzdem bin ich begeistert von dem Buch.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    nur wer aufgibt, hat schon verloren