01 - Prolog bis Seite 91 (bis einschl. Kapitel 13)

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 28 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von odenwaldcollies.

  • Hallo liebe MitleserINNEN, hallo liebe Susanne,


    hier startet jetzt endlich die langersehnte Leserunde zu "Das Geheimnis der Themse". Ich begrüße alle Teilnehmerinnen herzlich und ganz besonders Susanne Goga. Schön, dass es mit unserer Runde geklappt hat - trotz ein paar Schneeverwehungen, die unsere Bücher verschlingen wollten - und Du Dir die Zeit nimmst, uns bei der Lektüre Deines neuen Romans zu begleiten. :)


    Ich habe die Kapitelangaben auch angegeben, so dürfte es also auch eventuelle E-book-Leserinnen keine Probleme geben.

    Hier könnte bis einschließlich Kapitel 13 schreiben.


    Da Ihr alle alte Leserunden-Profis seid, spare ich mir alle Einleitungen und wünsche uns allen einfach viel Spaß beim Lesen und Austauschen.


    Fröhliche Lesegrüße :winken:

    Claudia

    :lesen:





  • Ich habe zwar erst ein paar Seiten gelesen, wollte aber schon mal ganz kurz erste Eindrücke dalassen.


    Der Prolog klingt ziemlich rätselhaft und macht neugierig, um wen es da geht und in was für einer Situation die Person gerade steckt. Ich vermute angesichts der erwähnten Göttin, dass entweder eine Sekte im Spiel ist oder aber wir irgendwo in der Vergangenheit sind.


    Dass Charlotte und Tom nun verheiratet sind, freut mich nach Band 1 sehr für die beiden. Aber es scheint auch ein Schatten über der Ehe zu liegen, ist das wirklich nur die Kinderlosigkeit oder steckt mehr dahinter?


    Die Atmosphäre gefällt mir sehr gut und ich bin höchst gespannt, wie es weitergeht.


    Über Toms Äußerungen zu der Shakespeare-Aufführung habe ich mich übrigens köstlich amüsiert. Wie viel Spaß es machen kann, einen schönen Verriss von sich zu geben, wissen wir hier wohl alle :breitgrins:

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • Nachdem gestern mien Buch angekommen ist :freu:hab ich gleich losgelegt und bin ratzfatz durch den ersten Abschnitt durch.

    Es ist eine wahre Freude, wieder Mäuschen bei Tom und Charlotte spielen zu dürfen. Die beiden sind so ein nettes Paar. Sie gehen so liebevoll und aufmerksam miteinander um. :flirt: Umso tragischer, dass sich da erste Misstöne einschleichen. Ich hoffe mal, sie überwinden ihre Phase der Sprachlosigkeit bald. Ehrlichkeit und Liebe werden die beiden da durchbringen. Ich bin zuversichtlich, wie selten bei einem Päarchen. Im Hinterkopf habe ich auch schon Lösungsmöglichkeiten - also falls sich nicht doch noch was Kleines einstellt, denn auch so etwas gibt es im Leben durchaus. (Meine Schwägerin hat vier Jahre gewartet, dann war plötzlich der Kleine unterwegs. Danach hat es leider nie wieder geklappt auf natürlichem Wege.) Aber da gibt es doch noch jede Menge Kinder, die ein Zuhause brauchen. Die etwas übergriffige Nachbarin arbeitet ja in einer Institution, das könnte auch was für Charlotte sein. Und dann gibt es noch den kleinen Strandsammler, der könnte auch etwas Unterstützung und Liebe gebrauchen. (Ja, meine Phantasie schlägt schon wieder Purzelbäume. ^^)


    Dieser Isis-Kult ist ja unheimlich. Wurde die junge Frau ins Wasser gezwungen oder war es ein Unfall? An Selbstmord kann ich nicht recht glauben. Sieht eher nach einem verunglückten Ritual aus mit den Kerzen. Hoffentlich gerät Archie da nicht bald in Gefahr. Und die Frau von Tom's neuem Auftraggeber scheint ja Isis selbst zu sein, so wie sie hier beschrieben wird. Also auf jeden Fall eine Anhängerin, oder seht ihr das anders? Katzenaugen, ihre Kleidung etc. Da hat es richtig geknistert. Bin gespannt, wie Charlotte die findet.


    Spannende Info am Rande. In Neuseeland dürfen die Frauen schon wählen. Die sind ja fortschrittlich. :thumbup:

    :lesen:





  • Ich habe ja erst kürzlich "Der verbotene Fluss" gelesen und war schon gespannt, wie es mit Charlotte und Tom weitergeht. Schon im Vorgängerband war das Übersinnliche und Okkulte ja ein Thema, nun aber in London schein es allgegenwärtig zu sein.


    Schön, dass Tom ein neues Haus gekauft hat, damit Charlotte nicht ständig alles von Toms erster Frau um sich hat. Wie aber eine kleine Bemerkung bei der Feier die Stimmung trüben kann. Dass die Ehe nach zwei Jahren immer noch kinderlos ist, scheint Tom mehr zu belasten als Charlotte. Allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob das alles ist, was Tom belastet. Aber auch die Nachbarin hackt auf dem Thema Kinderlosigkeit herum. Wie nervend und verletzend das ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Wir mussten zwölf Jahre warten, bis sich unser Doppelpack einstellte. Aber Frauen, die sich bewusst gegen Kinder entscheiden, müssen durch diese Bemerkungen auch genervt sein.


    Als sein Mentor ihm das Angebot macht, ein Buch zu schreiben, ist Tom zwar skeptisch, aber auch euphorisch, als Charlotte keine Einwände hat. Hoffentlich treibt die faszinierende Tochter seines Mentors keinen Keil zwischen Charlotte und Tom, denn das würde ich gar nicht wollen. Aber erst einmal sollten die beiden offen miteinander umgehen und auch über ihre Befindlichkeiten reden.


    Alfie ist ein cleveres Kerlchen. Vielleicht sollte ihn Charlotte unter ihre Fittiche nehmen. Alfie ist eigentlich abgebrüht und hat mehr gesehen, als ein Junge in seinem Alter gesehen haben sollte, aber er traut sich nicht, der Toten ins Gesicht zu sehen. Dadurch hat er die Ohrringe übersehen, die doch zur Kette gehören.

  • Über Toms Äußerungen zu der Shakespeare-Aufführung habe ich mich übrigens köstlich amüsiert. Wie viel Spaß es machen kann, einen schönen Verriss von sich zu geben, wissen wir hier wohl alle

    Nicht umsonst liebt man ihn für seine Verrisse.

    Aber da gibt es doch noch jede Menge Kinder, die ein Zuhause brauchen. Die etwas übergriffige Nachbarin arbeitet ja in einer Institution, das könnte auch was für Charlotte sein. Und dann gibt es noch den kleinen Strandsammler, der könnte auch etwas Unterstützung und Liebe gebrauchen. (Ja, meine Phantasie schlägt schon wieder Purzelbäume.

    Darauf wird es wohl hinauslaufen, denke ich. Alfie gefällt mir gut, ein selbstbewusstes, cleveres Kerlchen.

    Katzenaugen, ihre Kleidung etc. Da hat es richtig geknistert. Bin gespannt, wie Charlotte die findet.

    Das gibt wohl Störfeuer!

    Spannende Info am Rande. In Neuseeland dürfen die Frauen schon wählen. Die sind ja fortschrittlich.

    Fand ich auch interessant.

  • Hoffentlich treibt die faszinierende Tochter seines Mentors keinen Keil zwischen Charlotte und Tom, denn das würde ich gar nicht wollen.

    Meinst du, weil Tom sich zu ihr hingezogen fühlt? Nee, das denke ich nicht. Ich denke eher, sie gehört zu diesem Isiszirkel, ist womöglich eine der Anführerinnen und wenn Charlotte und Tom der Sache auf die Spur kommen, könnte sie Probleme machen, weil sie will, dass dieser okkulte Kreis geheim bleibt. Ich denke nicht, dass zwischen Tom und seine Frau etwas kommen kann. :)

    :lesen:





  • Freut mich, dass ihr gestartet seid und schon so angeregt diskutiert. Toms Rezensionen und Verrisse zu schreiben, macht mir immer besonderen Spaß. :evil: Obwohl ich weiß, dass es nicht schön ist, wenn man selbst die Zielscheibe ist. ;)


    Und ja, Neuseeland war sehr fortschrittlich. Es war der erste unabhängige Staat, der das Frauenwahlrecht eingeführt hat. Und heute haben sie eine tolle Regierungschefin. :)

  • Hallo ihr Lieben und ein ganz besonderes Hallo an Susanne, schön, dass wir wieder miteinander lesen <3


    Ich bin auch gut in das Buch gestartet und habe mich sehr darüber gefreut, dass Tom und Charlotte inzwischen verheiratet sind, auch wenn es ein paar Misstöne gibt. Was das betrifft, wird es Zeit, dass die beiden sich bald mal aussprechen, ich denke, da spielen ein paar Ängste mit, die nur zu Missverständnissen führen.


    Tom ist einfach ein Lieber und ein denkendes Exemplar seiner Gattung ^^ Er gibt nicht nur einfach seiner Frau die Schuld an ihrer Kinderlosigkeit, wie es damals üblich ist, sondern ist sich durchaus im klaren darüber, dass vieles dafür spricht, dass das "Problem" bei ihm liegt. Und der Verdacht mit dem Mumps scheint ja in die richtige Richtung zu gehen.

    Extrem nervig ist es allerdings, dass alle und jeder sich berufen fühlt, die beiden immer wieder auf Kinder anzusprechen.


    Aber jetzt zur Handlung: der Prolog ist wie bei "Der verbotene Fluss" unheimlich und rätselhaft. Wer ist die Frau, die droht, vom Weg abzukommen? Von welchem Weg? Was ist das für eine Schwesternschaft mit ihrer Göttin? Könnte es sich bei der Frau aus dem Prolog um Julia handeln? Erleben wir hier vielleicht ihre letzten Stunden und Tage mit? Ganz freiwillig scheint sie nicht an dem Ort zu sein, an dem sie aufwacht, sie kann sich an nichts erinnern und scheint betäubt worden zu sein.


    Julias Eltern, die Danbys, scheinen einen Verdacht zu haben, evtl. wussten sie davon, dass Julia irgendeiner ominösen (?) Gruppierung angehörte und waren wohl nicht sehr glücklich darüber.

    Ich hoffe, dass Alfie noch einige Male auftauchen wird, er ist ganz schön pfiffig.

    Ich bin wirklich gespannt, was es mit den Frauen und der Göttin auf sich hat.


    Bei dem Gespräch zwischen Charlotte und Miss Clovis musste ich grinsen, als Charlotte erwähnt, dass sie sich von den morbiden Szenen und den Leichenfledderern auf der Themse unwiderstehlich angezogen fühlt :D In jedem Fall wird die ganze Gegend einschl. Fluss schon mal ziemlich düster auf mich, also die perfekte Bühne für einen Mord.


    Toms Zweifel in Bezug auf Jellicoes Angebot, einen magischen Atlas der Stadt zu schreiben, kann ich nachvollziehen, er hält von diesen Dingen ja nicht so viel bzw. muss er auf seinen Ruf achten, dass er nicht plötzlich als esoterischer Spinner abgestempelt wird. Aber trotzdem bin ich froh, dass er zugesagt hat und vor allem auch Charlotte miteinbezieht, so werden wir noch eine ganze Menge grusliger und spannender Orte in London kennenlernen :)


    Sehr passend war auch nach Toms Besuch bei Jellicoe, als ihn die Augen der Katze an die Augen von Iris erinnern.


    Dann haben wir noch das Zusammentreffen von Ned und Charlotte ... ganz schön mutig, einen so heruntergekommenen Kerl anzusprechen ^^ Das mit der Münze wirkt auch direkt etwas unheimlich und nicht ganz von dieser Welt, dass sie die Münze unbedingt haben will bzw. Ned erwähnt, dass sie in seiner Hand warm geworden sei und er gewusst habe, dass sie für Charlotte wäre. O.k. das kann auch nur irgendwelches Geschwätz sein, um Charlotte schön zu tun, aber die Erwähnung, dass Ned "ihr" versprochen hat, alles was er findet, ihr zu bringen, hat mich stutzig werden lassen. Ich gehe davon aus, dass diese unbekannte Frau etwas mit der Göttin zu tun haben könnte.


    Und nichts scheint irgendwie zufällig zu sein: dass Julias Leiche ausgerechnet dort aufgefunden wurde, woe früher ein alter Magier gelebt hat, war garantiert auch kein Zufall. Da sie nicht weit entfertn von den Kerzen lag, kann man davon ausgehen, dass sie tatsächlich an dieser Stelle ins Wasser gegangen oder gebracht worden ist.

    Unabhängig davon, ob es Mord oder Selbstmord war: hat der Verantwortliche diesen Ort absichtlich gewählt, weil er an die Gerüchte, dass es sich um einen verzauberten Ort handeln soll, glaubt oder weil er um die Wirkung des Ortes auf seine Umgebung weiß.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Ich vermute angesichts der erwähnten Göttin, dass entweder eine Sekte im Spiel ist oder aber wir irgendwo in der Vergangenheit sind.

    Sekte könnte es ganz gut treffen. Und sie scheint nur aus Frauen zu bestehen. Ich bin sehr gespannt, was ihre konkrete Zielsetzung ist.


    Über Toms Äußerungen zu der Shakespeare-Aufführung habe ich mich übrigens köstlich amüsiert.

    Ich auch - ebenso über die ganzen Überlegungen dazu.


    Und dann gibt es noch den kleinen Strandsammler, der könnte auch etwas Unterstützung und Liebe gebrauchen. (Ja, meine Phantasie schlägt schon wieder Purzelbäume. ^^ )

    Hey, das ist ein guter Gedanke.


    Und die Frau von Tom's neuem Auftraggeber scheint ja Isis selbst zu sein, so wie sie hier beschrieben wird. Also auf jeden Fall eine Anhängerin, oder seht ihr das anders? Katzenaugen, ihre Kleidung etc.

    Meinst du die Tochter Iris? Daran hatte ich noch gar nicht gedacht, dass sie evtl. auch etwas mit der Sekte zu tun haben könnte, dabei ist das durchaus möglich.


    Alfie ist eigentlich abgebrüht und hat mehr gesehen, als ein Junge in seinem Alter gesehen haben sollte,

    Ich war auch überrascht, dass er "erst" 12 Jahre ist, ich hatte ihn nach den Schilderungen auf ungefähr 15 oder 16 geschätzt, aber wenn man auf sich alleine gestellt ist, muss man schnell erwachsen werden.


    Und heute haben sie eine tolle Regierungschefin.

    Genau das dachte ich auch bei der Erwähnung des Wahlrechts im Buch.


    Was mir gerade noch einfällt: Julias Vater war recht interessiert an der Kette seiner Tochter. Das ist ihm aufgefallen, dass diese fehlte, aber Alfie scheint er nicht im Verdacht zu haben, dass er sie entwendet haben könnte. Vielleicht hat es gar nichts zu bedeuten, aber hat die Kette vielleicht eine Bedeutung?

    Liebe Grüße

    Karin

  • Zu Alfies Alter: Ich glaube, man Kinder, zumal arme Kinder, von damals nicht mit Kindern von heute vergleichen. Die erlebten viel mehr belastende Dinge wie Krankheit, Armut, Verlust von Angehörigen und mussten häufig arbeiten. Für eine richtige Kindheit mit Spiel und Lernen blieb kaum Zeit.

  • Ich denke eher, sie gehört zu diesem Isiszirkel, ist womöglich eine der Anführerinnen und wenn Charlotte und Tom der Sache auf die Spur kommen, könnte sie Probleme machen, weil sie will, dass dieser okkulte Kreis geheim bleibt.

    Das mit diesem Isiszirkel glaube ich allerdings auch.

  • Nun bin ich auch mit dem ersten Abschnitt durch.


    Es tut mir leid, wie es zwischen Tom und Charlotte zwar nicht direkt kriselt, aber doch das Thema der Kinderlosigkeit über den beiden schwebt, und keiner sich so recht traut, mal wirklich darüber zu sprechen. Die Erkenntnis, dass es womöglich an Tom liegen könnte, muss bitter für ihn sein - und ich würde mir sehr wünschen, dass die zwei ins Gespräch kommen und nicht jeder stumm vor sich hin leidet.


    Diese aufdringliche Nachbarin hätte ich gerne mal geschüttelt, solche Leute kann ich auch im richtigen Leben nicht leiden, die indiskrete Fragen stellen und ganz klare Vorstellungen davon haben, wie man zu leben hat. Und bei dem Gespräch ging mir auch durch den Kopf, wie schrecklich mir das aus heutiger Sicht erscheint, dass das Leben einer verheirateten Frau ganz schön öde gewesen sein muss, wenn sie keine Kinder hatte. Außer vielleicht ein bisschen Wohltätigkeitskram blieb einem da ja kaum was an sinnvoller Beschäftigung offen, wenn man mehr vom Leben wollte als nur Kaffeeklatsch und Wohnungsdeko.


    Aufgehorcht habe ich gleich bei der ersten Erwähnung von St. Anne's Limehouse (übrigens die Film-Pfarrkirche bei "Call the Midwife", falls das jemand kennt ;) ). Ich finde die Hawksmoor-Kirchen und ihre Geschichte superinteressant und bin sehr gespannt, was da noch alles kommt. Mein Wunsch, mehr über das Thema zu lesen, dürfte sich ja erfüllen, wenn gegen Ende des 12. Kapitels auch noch St. Mary Woolnoth und die Christ Church in Spitalfields erwähnt werden. Ich freue mich schon, darüber ien bisschen zu recherchieren!


    Alfie tut für seinen mageren Lebensunterhalt das, was heute "mudlarking" genannt wird und eher das Hobby von Geschichts- und Archäologiefreaks ist, er versucht in und an der Themse kleine Schätze zu finden, die sich zu Geld machen lassen. Armer Kerl, in dem Alter sollte man zur Schule gehen und seine Geschwister ärgern, nicht ums Überleben kämpfen. Und ich hoffe, es fällt ihm nicht noch auf die Füße, dass er die Halskette der Toten geklaut hat. Ich muss gestehen, dass ich ihm deswegen nicht mal wirklich böse sein kann.


    Der Kult, der zu Beginn schon kurz erwähnt wurde, gehört also nicht in die tiefe Vergangenheit, sondern ist offenbar ein Frauen-Geheim-Ding im London der Erzähl-Gegenwart. Dass die verschwundene Julia die Tote aus der Themse sein würde, habe ich schon vermutet. Ich bin sehr gespannt, ob zwischen dem Geheimbund und ihrem Tod ein Zusammenhang besteht und bin mir auch nicht so sicher, dass sie von sich aus ins Wasser gegangen ist.


    Die Idee von Sir Tristan, ein Buch über okkulte Orte in London zu schreiben, finde ich ganz phantastisch. So was würde ich auch gerne lesen ( SusiGo: hattest Du da womöglich ein real existierendes Buch im Sinn? :) ) Und ich hoffe doch sehr, dass Tom zugreift. Einen besseren Autoren als jemanden, der eben nicht an allen möglichen Kram glaubt, kann man für das Thema doch eigentlich gar nicht finden.


    Aufgefallen ist mir auch der Name von Tristans Tochter. Isis, Iris - ist die Ähnlichkeit Zufall?

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • In Neuseeland dürfen die Frauen schon wählen. Die sind ja fortschrittlich.

    Das hatte ich neulich schon mal irgendwo gelesen und war sehr positiv überrascht. Ich meine, auch in Australien habe es wesentlich früher das Frauenwahlrecht gegeben als in Europa und in den USA.

    Schon im Vorgängerband war das Übersinnliche und Okkulte ja ein Thema, nun aber in London schein es allgegenwärtig zu sein.

    Den Part habe ich irgendwie größtenteils verdrängt, scheint mir. Die Lektüre liegt allerdings auch schon ein paar Jahre zurück.

    Wie nervend und verletzend das ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Wir mussten zwölf Jahre warten, bis sich unser Doppelpack einstellte. Aber Frauen, die sich bewusst gegen Kinder entscheiden, müssen durch diese Bemerkungen auch genervt sein.

    Das ist in beiden Situationen echt ätzend, aber wenn man sich bewusst gegen Kinder entschieden hat, tut es wahrscheinlich weniger weh als wenn man sich sehnlichst Nachwuchs wünscht und es einfach nicht klappen will (oder klappen kann). Die Ansicht, dass man als Frau unbedingt Kinder zu wollen hat, ist heute ja auch noch ziemlich verbreitet, das nervt.

    Und heute haben sie eine tolle Regierungschefin. :)

    Ja! :herz:

    Bei dem Gespräch zwischen Charlotte und Miss Clovis musste ich grinsen, als Charlotte erwähnt, dass sie sich von den morbiden Szenen und den Leichenfledderern auf der Themse unwiderstehlich angezogen fühlt :D

    Miss Clovis war ja reichlich pikiert, als Charlotte ihr Lieblingsbuch von Dickens genannt hat :breitgrins:

    Ich glaube, man Kinder, zumal arme Kinder, von damals nicht mit Kindern von heute vergleichen. Die erlebten viel mehr belastende Dinge wie Krankheit, Armut, Verlust von Angehörigen und mussten häufig arbeiten.

    Dickens' traurige Kinderschicksale kommen ja nicht von ungefähr :(

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • Diese aufdringliche Nachbarin hätte ich gerne mal geschüttelt, solche Leute kann ich auch im richtigen Leben nicht leiden, die indiskrete Fragen stellen und ganz klare Vorstellungen davon haben, wie man zu leben hat.

    Ich frage mich auch, warum man andere nicht leben lassen kann, wie sie möchten. Es gibt immer welche, die ihre Vorstellungen anderen aufdrücken wollen.

    Und ich hoffe, es fällt ihm nicht noch auf die Füße, dass er die Halskette der Toten geklaut hat. Ich muss gestehen, dass ich ihm deswegen nicht mal wirklich böse sein kann.

    Das hoffe ich auch. Er tut mir leid, auch wenn er mein Mitleid wahrscheinlich überhaupt nicht gewollt hätte.

    Der Kult, der zu Beginn schon kurz erwähnt wurde, gehört also nicht in die tiefe Vergangenheit, sondern ist offenbar ein Frauen-Geheim-Ding im London der Erzähl-Gegenwart.

    Ich glaube nicht, dass es ein Frauen-Dings war. Ich denke, dass es ähnliche Zirkel auch für Männer gab.

    Die Idee von Sir Tristan, ein Buch über okkulte Orte in London zu schreiben, finde ich ganz phantastisch.

    Bei ihm habe ich das gefühl, als wenn da noch mehr hintersteckt. Vielleicht ist er ja Mitlgied eines solchen Zirkels.

    Aufgefallen ist mir auch der Name von Tristans Tochter. Isis, Iris - ist die Ähnlichkeit Zufall?

    Das ist bestimmt kein Zufall.

  • Tom ist einfach ein Lieber und ein denkendes Exemplar seiner Gattung ^^ Er gibt nicht nur einfach seiner Frau die Schuld an ihrer Kinderlosigkeit, wie es damals üblich ist, sondern ist sich durchaus im klaren darüber, dass vieles dafür spricht, dass das "Problem" bei ihm liegt. Und der Verdacht mit dem Mumps scheint ja in die richtige Richtung zu gehen.

    Männer wollen gerne die Ursache bei der Frau sehen, weil sonst könnte ja jemand ihre Potenz in Zweifel ziehen. Nur hat das eine nicht unbedingt etwas mit dem anderen zu tun.

    Julias Eltern, die Danbys, scheinen einen Verdacht zu haben, evtl. wussten sie davon, dass Julia irgendeiner ominösen (?) Gruppierung angehörte und waren wohl nicht sehr glücklich darüber.

    Ich glaube, dass die Eltern einfach bemerkt haben, wie ihre Tochter sich verändert hat, denn dieser Glaube und die Zugehörigkeit zu diesem kreis verändern eine junge Frau bestimmt.

  • Hallo ihr Lieben,


    Nachdem mir die letzten zwei Tage leider die Konzentration zum Lesen gefehlt hat, habe ich heute direkt angefangen und bin Feuer und Flamme für das Buch. Mir gefällt, dass die Rückblenden aufzeigen was früher passiert ist, denn der erste Teil ist ja schon eine Weile her. Und ich kann mir auch gut vorstellen, dass man diesen Roman auch versteht ohne den anderen zu kennen.


    Ich weiß nicht wie es euch geht, aber dieser Alfie passt doch so was von zu Charlotte und Tom. Irgendwie ist meine Fantasie komplett mit mir durchgegangen, denn ich sehe ihn schon in der Obhut der beiden. Dann hat er wen, der sich um ihn kümmert und Charlotte kann sich um jemanden kümmern. Und pfiffig ist er wie die beiden, ich habe ihn sofort ins Herz geschlossen.


    Die Kinderlosigkeit ist natürlich ein schwieriges Thema, aber sie sollten wirklich drüber sprechen. Ich weiß, das war zu der Zeit nicht üblich, aber sonst wird das ewig wie ein schwerer Kloß im Hals stecken. Ich hab das selber durch, denn wenn man nicht vernünftig drüber spricht, dann wird die Beziehung daran scheitern. Und dann dauert es auch mächtig lange, eh man den Herzenswunsch von sich schieben kann und das Ganze positiv sieht.


    Ich weiß nicht wie eure Erfahrungen sind, aber es ist auch heute noch so, dass nach einer Heirat angenommen wird, dass sich direkt Kinder einstellen und dass die ewige Fragerei einfach nur nervt und auch wirklich verletzend ist. Wenn man dann sagt, dass man keine bekommen kann, dann gibt es entsetzte Gesichter oder aber Sprüche nach dem Motto: „Ach was das wird schon, wenn man sich nicht so einen Druck macht.“ Das hilft wirklich keinem. Deswegen habe ich Charlotte bei der Teestunde so sehr gefühlt, daher danke für die Szene liebe Susanne.


    Als Teenager fand ich Okkultismus auch richtig faszinierend, mittlerweile bin ich aber doch eher Realist.


    Ich bin übrigens absoluter Fan von gruseligen Märchen. Kennt jemand „Der Bärenhäuter“ aus Grimms Märchen? Der Schluss ist einfach nur klasse. Meine Familie hat sich immer köstlich amüsiert, dass ich nur so etwas vorgelesen bekommen wollte und nichts über Prinzessinnen.


    Die Erwähnung von Charles Dickens in der Geschichte fand ich klasse.


    Also einen magischen Atlas über London würde ich lesen.


    Sollte übrigens angedeutet werden, dass sich Iris Jellicoe in eine Katze verwandeln kann? Die Frau hatte etwas wirklich Magisches an sich.


    Ich bin jedenfalls jetzt schon sehr gespannt was für Erscheinungen wie geboten bekommen.

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Sie gehen so liebevoll und aufmerksam miteinander um. :flirt: Umso tragischer, dass sich da erste Misstöne einschleichen. Ich hoffe mal, sie überwinden ihre Phase der Sprachlosigkeit bald. Ehrlichkeit und Liebe werden die beiden da durchbringen. Ich bin zuversichtlich, wie selten bei einem Päarchen. Im Hinterkopf habe ich auch schon Lösungsmöglichkeiten - also falls sich nicht doch noch was Kleines einstellt, denn auch so etwas gibt es im Leben durchaus. (Meine Schwägerin hat vier Jahre gewartet, dann war plötzlich der Kleine unterwegs. Danach hat es leider nie wieder geklappt auf natürlichem Wege.) Aber da gibt es doch noch jede Menge Kinder, die ein Zuhause brauchen. Die etwas übergriffige Nachbarin arbeitet ja in einer Institution, das könnte auch was für Charlotte sein. Und dann gibt es noch den kleinen Strandsammler, der könnte auch etwas Unterstützung und Liebe gebrauchen. (Ja, meine Phantasie schlägt schon wieder Purzelbäume. ^^)

    Mein erster Gedanke war auch, dass Charlotte und Tom die perfekten Eltern für Alfie wären, der keinen mehr hat. Er scheint ja nun auch sehr pfiffig zu sein und ein kleines Ermittler- Gen zu haben.


    Ansonsten bin ich ganz bei dir. Ich denke auch, dass sie bald miteinander sprechen können und das Problem dann keines mehr ist. Ich mag bei den beiden besonders, dass sie spüren, wenn der andere Kummer hat oder bedrückt ist.

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  • Ich weiß nicht wie eure Erfahrungen sind, aber es ist auch heute noch so, dass nach einer Heirat angenommen wird, dass sich direkt Kinder einstellen und dass die ewige Fragerei einfach nur nervt und auch wirklich verletzend ist. Wenn man dann sagt, dass man keine bekommen kann, dann gibt es entsetzte Gesichter oder aber Sprüche nach dem Motto: „Ach was das wird schon, wenn man sich nicht so einen Druck macht.“ Das hilft wirklich keinem.

    Genauso schlimm sind aber die, die hinter deinem Rücken reden und du weißt genau, dass du immer wieder das Gesprächsthema bist, denn das Verhalten ist so merkwürdig. Bei mir ist das ja nun auch schon eine Weile her. Inzwischen finde ich, dass nicht mehr alle davon ausgehen, dass gleich Kinder kommen, weil die jungen Frauen doch auch zumindesten eine Weile in ihrem Beruf uneingeschränkt arbeiten wollen. Nur Großeltern in spe meinen immer noch, dass sie da nachhaken müssen.

  • Hoffentlich treibt die faszinierende Tochter seines Mentors keinen Keil zwischen Charlotte und Tom, denn das würde ich gar nicht wollen.

    Meinst du, weil Tom sich zu ihr hingezogen fühlt? Nee, das denke ich nicht. Ich denke eher, sie gehört zu diesem Isiszirkel, ist womöglich eine der Anführerinnen und wenn Charlotte und Tom der Sache auf die Spur kommen, könnte sie Probleme machen, weil sie will, dass dieser okkulte Kreis geheim bleibt. Ich denke nicht, dass zwischen Tom und seine Frau etwas kommen kann. :)

    Also selten war ich mir so sicher, aber zwischen Tom und Charlotte passt kein Keil, egal wie attraktiv der- oder diejenige wäre. Die beiden halten zusammen wie Pech und Schwefel, da würde ich meine Hand ins Feuer für legen.


    Ich tippe auch eher in die Richtung wie gagamaus, dass Iris ihre Finger im Okkulten drin hat und alles dafür tut, damit ihre Machenschaften im Geheimen bleiben. An Geld scheint es ja in der Familie nicht zu mangeln, dass man Leute zum Schweigen bringen kann, entweder in dem man ihr Schweigen erkauft oder sie zum Schweigen bringt.

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