S. J. Morden - One Way (Frank Kittridge 1)

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
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    "One Way" von S. J. Morden

    Reihe "Frank Kittridge", Band 1


    Leider gibt es (noch) keine deutsche Übersetzung. Frage an den Heyne-Verlag: Warum nicht? Das Buch wäre genau euer Ding.


    Handlung:


    Frank Kittridge sitzt nach dem Mord am Drogendealer seines Sohnes eine 120jährige Haftstrafe ab. Einen Antrag auf Bewährung kann er erst in 80 Jahren stellen. Dabei ist er bereits 51 Jahre alt. Er weiß also, dass er sein restliches Leben im Gefängnis verbringen wird, und hat sich damit abgefunden. Da macht ihm der Konzern Panopticon, dem das Gefängnis gehört, ein Angebot. Frank soll mit einigen anderen Knastbrüdern und -schwestern eine Basis auf dem Mars aufbauen. Der Tochterkonzern Xenosystems hat nämlich einen Vertrag mit der NASA geschlossen: Die NASA schickt Astronauten zum Mars, die dafür benötigten Wohnmodule stellt Xenosystems. Frank überlegt nicht lange, denn auf der Erde hält ihn nichts mehr.

    Das Team aus rekrutierten Zwangsarbeitern wird ein halbes Jahr lang auf die Mission vorbereitet und anschließene auf den Mars verfrachtet. Nur - schon während der ersten Mission stirbt eine Person. Kurz darauf eine weitere. Und es hört nicht auf.


    Der Autor:


    Simon J. Morden ist ein waschechter Wissenschaftler mit Schwerpunkt Raketentechnologie. Außerdem beschäftigt er sich mit Geologie und Xenogeophysik.


    Meine Meinung:


    Das ist eine gelungene Mischung aus Science-Fiction, Krimi, Thriller und Robinsonade.

    Ich hatte ein paar Startschwierigkeiten, denn ich wollte ja auf den Mars und bekam stattdessen ein Trainingslager in der Wüste. Gut ein Drittel des Buches handelt von der Vorbereitung auf die Mission.

    Die Hauptfigur Frank ist ein sehr verschlossener Mensch, der eine falsche Entscheidung getroffen hat und dafür nun mehr oder weniger bereitwillig Buße tut. Er hat keine Angst vor harter Arbeit, als ehemaliger Bauunternehmer kennt er es nicht anders. Der allergrößte Denker ist er allerdings nicht. Sonst wäre er auf die Auflösung des Rätsels schon früher gestoßen. Und hier liegt auch mein anderes "Problem" mit dem Buch: Ein/e erfahrene/r Leser/in kommt dem Geheimnis von Xenosystems schon recht bald auf die Spur. Die Handlung ist also über weite Strecken vorhersehbarer als einem lieb sein kann.


    Trotzdem ist es eine solide Geschichte über Pioniere auf dem Roten Planeten. Ganz so "marsianisch" wie bei Andy Weir wird es nicht, aber man bekommt dennoch eine Ahnung von der lebensfeindlichen Umgebung und den ständigen Gefahren, in denen die Menschen schweben.

    Bücher über die Weltraum- und Planetenerschließung durch Strafgefangene gibt es natürlich schon einige, mir fallen spontan drei ein: "Proxima" von Stephen Baxter, "Transport" von Phillip P. Peterson und "Marsdämmerung" von Kevin J. Anderson. Morden hat einen mindestens genauso guten Roman geschrieben, der die anderen in einer Hinsicht um einiges übertrumpft, nämlich in Sachen Hinterhältigkeit. Mir haben sich beim Lesen so manchens Mal die Nackenhaare aufgestellt.


    Der zweite Band heißt "No Way". Ich lese ihn gerade und kann noch nicht sagen, ob die Kittridge-Geschichte hier endet und es bei einer Dilogie bleibt. Es liest sich wieder sehr leicht und ist spannend. Nicht so, dass man das Buch nicht weglegen möchte, aber doch so, dass man ständig daran denken muss, wenn man es doch getan hat.


    Fazit: Ein Marsbuch. Ich mag Marsbücher. Dieses auch.


    4ratten


    ***

    Aeria