Christopher Tauber/Hanna Wenzel - Rocky Beach. Eine Interpretation

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    Titel: Rocky Beach. Eine Interpretation

    Autor: Christopher Tauber Illustratorin: Hanna Wenzel


    Allgemein:

    200 S., Frankh-Kosmos, 2020


    Inhalt:

    Ich habe überlegt, ob ich hier eine Inhaltsangabe machen soll oder nicht. Denke aber, das es in diesem Fall vielleicht zu sehr spoilert. Ich denke sogar, es macht viel mehr Spaß, wenn man einfach inhaltlich so wenig wie möglich weiß. Nur soviel: Alles fängt damit an, das Peter Shaw für einen Auftrag seines Arbeitgebers nach Rocky Beach zurückkehrt. 20 Jahre nach dem letzten Fall der Drei Fragezeichen haben sich er und seine alten Detektivkollegen aus den Augen verloren. Nun holt nicht nur die Vergangenheit alle drei wieder ein. Die Polizei scheint korrupt, Drogenhändler haben eine gewisse Macht in der Stadt erlangt und es gibt einen Vermisstenfall, der bei genauerer Betrachtung ein Mord sein könnte...


    Meine Meinung:

    Es ist selten, das ich zu Graphic Novels greife. Sehr selten. Rocky Beach habe ich im Grunde auch nur deshalb in mein Regal gestellt, weil ich nicht widerstehen konnte. Die Drei Fragezeichen sind die Helden meiner Kindheit und ich höre auch heute noch mit Begeisterung ihre alten und auch neuen Fälle. Mich hat einfach gereizt, was Christopher Tauber sich ausgedacht hat. Und muss sagen, es war rein von der Geschichte her total mein Ding. Die Zeichnungen fand ich eher schwierig, weil das einfach nicht der Stil ist, der mich anspricht. Zu kantig und auch etwas skizzenhaft. Dafür war aber eben die Geschichte selbst für mich persönlich ziemlich überzeugend.


    In meiner Vorstellung sind die drei ??? natürlich für immer Teenager, aber gleichzeitig frage ich mich oft auch ein bisschen, was wohl aus ihrer Freundschaft und dem Detektivunternehmen werden würde, wenn sie Erwachsen sind. Teuber spielt mit diesem Gedankenspiel und stellt eine eher düstere Variante dieser Idee vor. Die drei Detektive sind hier Geschichte und jeder der drei Jungs ist schon lange seinen eigenen Weg gegangen. Knapp 20 Jahre sind seit dem letzten gemeinsamen Fall vergangen. Es ist eher eine Art Film-Noir Erzählung geworden, und das hat für mich total gut gepasst. Es gibt ein paar schöne Anspielungen und Insider, aber Teuber übertreibt es damit auch nicht. Die Leben von Justus, Peter und Bob innerhalb seiner Interpretation weiter zu spinnen hat für mich sehr gut funktioniert.

    Persönlich kam mir allerdings Justus viel zu kurz. Ich fand die Handlung war zu sehr auf eine der drei Figuren ausgelegt, was sicher auch damit zu tun hat, das die Form der Graphic Novel manches vielleicht nicht zulässt, weil die Seitenanzahl eine gewisse Begrenzung hat. Außerdem funktioniert ein Roman ja auch noch einmal anders. Und naja, Justus ist halt mein persönlicher Lieblingsdetektiv. Ich habe ihn sogar mal in einer Hausaufgabe in der sechsten Klasse als Person vorgestellt :lachen: Daher hätte ich mir hi und da etwas mehr Ausgewogenheit gewünscht.

    Der Fall der alle drei wieder zusammenbringt hat auch sehr gut aufgedeckt, was aus Rocky Beach in all den Jahren geworden ist. Es ist nicht mehr das saubere Küstenstädtchen aus den Büchern/Hörspielen. Korruption und eine Polizei der niemand mehr traut bestimmen das Geschehen. Der Band richtet sich an ein Erwachsenes Publikum, dementsprechend ist er ab 16 empfohlen. Im ersten Moment finde ich das zugebener Maßen etwas übertrieben, aber kann das in diesem Fall nicht so gut beurteilen, nach welchen Kriterien diese Einschätzung genommen wurde. Justus, Peter und Bob sind Schätzungsweise irgendwo in ihren Enddreißigern, obwohl sie sich lange nicht gesehen haben entsteht doch auch wieder eine Vertrautheit zwischen ihnen, die dazu passt, das sie als Teenager beste Freunde waren.


    Die Zeichnungen sind in Schwarz-weiß gehalten, was zum Noir-Konzept der Novel passt. Auch wenn der Stil mich persönlich wie gesagt nicht angesprochen haben, konnte ich trotzdem in die Geschichte eintauchen.

    Das Ende wartet dann noch einmal mit einem schönen Plotwist auf, den ich wirklich gelungen und passend fand.

    Alles in allem hat mich Rocky Beach - Eine Interpretation nicht enttäuscht und ich bin froh, das ich dafür aus meiner Komfortzone ausgebrochen bin. Für mich ein besonderer Zugang zu der Welt der drei ???.

    Ich würde sogar sagen, das ich gerne noch mehr von diesem düsteren Rocky Beach lesen möchte. Denn auch wenn man den Band auch so stehen lassen könnte, bleibt doch vieles offen und ich finde, das Ganze hat Potential für mindestens einen zweiten Teil. Außerdem interessiert mich jetzt erst Recht, was die ??? noch erleben könnten.


    Ich gebe 4ratten :marypipeshalbeprivatmaus: (wenn Justus öfter vorgekommen wäre gäbe es die volle Punktzahl *gg*)

  • Valentine

    Hat den Titel des Themas von „Chistopher Tauber/Hanna Wenzel - Rocky Beach. Eine Interpretation“ zu „Christopher Tauber/Hanna Wenzel - Rocky Beach. Eine Interpretation“ geändert.