Leonardo Padura - Ketzer

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Originaltitel : Herejes


    Das Buch spielt in den 1930-50ern, dem 17. Jahrhundert und auch in der Gegenwart, 2008. Obwohl es mit Conde einen im Krimigenre gestarteten Protagonisten hat und es gerade im letzten Drittel „echte Ermittlungen“ gibt, hat sich das Buch weit vom klassischen Kriminalroman entfernt und so sortiere ich es mehr aus Tradition noch in dieser Rubrik ein.


    Mario Conde, der Ex-Polizist und Bücherhändler, bekommt hier einen lukrativen Auftrag, er soll für den Sohn eines Exilkubaners in der Familienvergangenheit forschen und ihn durch die Stadt führen. Der Vater des Besuchers landete in den 1930er Jahren auf der Flucht vor den Nationalsozialisten in Havanna bei einem dort bereits ansässigen Onkel, aber die anderen Mitglieder der jüdischen Familie starben, obwohl auch für sie die Rettung nah war. Mit dazu beitragen sollte ein Gemälde, welches möglicherweise von Rembrandt stammte und schon lange im Familienbesitz war. Das Gemälde ist im aktuellen Strang der Erzählung als Sensation des Kunstmarkts wieder aufgetaucht und Conde soll unter anderem herausfinden, wo es in der Zwischenzeit steckte.


    Ich habe relativ lange für das (allerdings mit 650 Seiten auch nicht gerade dünne) Buch gebraucht, weil ich einfach keine Lust auf den historischen Mittelteil (Amsterdam zur Zeit Rembrandts) hatte. Einmal angefangen war er aber gar nicht schlecht, es fehlte ihm ein wenig ein Abschluss, aber im Gesamtzusammenhang war das durchaus stimmig.


    Die drei Männer, die in dem Buch die Hauptrolle spielen, stellen sich, jeder in seiner Zeit und unter den jeweils eigenen Vorzeichen, doch alle ähnlichen Fragen: Wie soll ich mein Leben führen und an was glaube ich. Jeder von ihnen ist, wenn man das Wort nicht streng religiös auslegt, ein Ketzer, der frühere, allgemeingültig erscheinende Lebensprämissen über Bord geworfen hat. Davon, wie sie sich zurechtfinden bei ihrer Suche nach ihrem Platz in der Welt handelt dieser stimmungsvolle Roman. Etwas kürzer hätte Padura sich aber an einigen Stellen fassen können.


    4ratten

  • Ich mag den Unionsverlag sehr! Hab mir gerade den Verlagsbrief - newsletter ;-) bestellt <3

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)