Eva-Maria Silber/Kirsten Wilczek - Schwesterntod

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 1 Antwort in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von JanaBabsi.

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    Ein wahres Verbrechen, dessen Aufklärung die Öffentlichkeit über Jahrzehnte fesselte

    Eine Nacht, die das Leben einer Familie in einen Trümmerhaufen verwandelt: Zwei Schwestern werden an einem Sommertag als vermisst gemeldet und drei Tage später ermordet aufgefunden. Die Mutter wird wegen Doppelmordes verurteilt. Ein Justizirrtum?


    Dann der Paukenschlag: 23 Jahre nach dem Mord gesteht der Vater gegenüber Zeugen die Tat. Zwei pensionierte Richterinnen rollen als Judges find Justice nach amerikanischem Vorbild den zwanzig Jahre alten Mordfall wieder auf. Er oder sie, welches Elternteil hat die unfassbare Tat begangen? Oder war alles doch ganz anders?


    Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek, beide mit dem Justizwesen bestens vertraut, verarbeiten einen Fall, der die Öffentlichkeit über Jahrzehnte fesselte, zu einem schockierend authentischen Thriller.

    Viele Grüße Babsi

  • Mord verjährt nie


    1987

    Die beiden Schwestern Claudia (6) und Susanne Bosmann (8) werden als vermisst gemeldet. Zum letzten Mal wurden die Beiden auf dem Spielplatz vor ihrem Zuhause gesehen, dann verliert sich jede Spur. 3 Tage später findet ein Busfahrer die Leiche von Susanne in einem Gebüsch auf einem Waldparkplatz, die Leiche ihrer Schwester Claudia befindet sich auf einem anderen Ablageplatz, nur wenige Kilometer entfernt. Beide starben keines natürlichen Todes.


    Ziemlich schnell geraten die Eltern Heidrun und Roland Bosmann in den Fokus der Ermittlungen und die Mutter verwickelt sich während der Vernehmungen mehr und mehr in Widersprüche. Zudem unterhält sie ein außereheliches Verhältnis mit einem US-Soldaten, der auch noch ein Farbiger ist (was gesellschaftlich zum damaligen Zeitpunkt absolut nicht akzeptabel war), und man unterstellt ihr, dass sie deswegen ihre Kinder los werden möchte. In einem Indizienprozess wird sie des Mordes an ihren beiden Töchtern verurteilt.


    Obwohl Heidrun Bosmann immer wieder ihren Mann Roland beschuldigt und beteuert, dass sie ihre beiden Mädchen nicht umgebracht hat, wird auch in einem Wiederaufnahmeverfahren ihre Schuld weiterhin bestätigt.


    2010

    Auf der Beerdigung ihres Mannes erfährt Marie-Louise Rebell, ehemalige Richterin am OLG Düsseldorf, von Michael Strättges, Staranwalt der Düsseldorfer Szene und langjährigem Freund ihres verstorbenen Mannes, dass es im Fall Bosman eine neue Spur gibt. Angeblich habe Bosmann gegenüber einer Prostituierten gesagt, dass er es war, der vor 23 Jahren seine beiden Töchter „totgemacht“ hat.


    Der Fall Bosmann war das erste große Ermittlungsverfahren für Marie-Louise, die gerade frisch von der Uni in die Abteilung „Kapital- und Leichensachen“ bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf kam. Sie war die einzige an den Ermittlungen beteiligte Person, die eine Dritttäterschaft niemals ausgeschlossen hatte und von der Unschuld der Mutter überzeugt war. Aufgrund ihrer Vehemenz wurde sie vom Fall abgesetzt.


    Ebenfalls auf der Beerdigung befindet sich die Vorsitzende Richterin des 23. Senats des Oberlandesgerichts Düsseldorf, Frau Dr. jur. Marte Campferbrinck – die Schwester von Marie-Louise Rebell. Da Marte weiß, wie sehr ihre Schwester an die Unschuld von Heidrun Bosmann geglaubt hat, sieht sie hier die Chance, der Frau nach 23 Jahren Gefängnis, doch noch Gerechtigkeit zukommen zu lassen und möchte ein Wiederaufnahmeverfahren einleiten.


    Da es nicht so ganz einfach ist Einsicht in die unter Verschluss gehaltenen Akten zu bekommen, gründen die beiden Schwestern eine Hilfsorganisation, die deutsche Sektion von „Judges find Justice“ (Richter für Gerechtigkeit).


    Somit steht der erneuten Untersuchung des Falles nichts mehr im Wege und sie gehen alle Aussagen Stück für Stück erneut durch, besichtigen die Leichenfundorte und sprechen noch einmal mit den Familienangehörigen von Roland und Heidrun Bosmann. Unterstützung erhalten sie dabei von Michael Strättges.


    Finden die beiden Schwestern 23 Jahre nach der Tat endlich die Wahrheit heraus?


    Bei „Schwesterntod“ handelt es sich um einen True-Crime Thriller, der auf den wahren Begebenheiten des Falles der Monika Weimar beruht. Monika Weimar (Mädchenname: Böttcher) wurde in einem Indizienprozess im Jahr 1988 für den Doppelmord an ihren beiden Töchtern verurteilt. 9 Jahre später, 1997, wurde sie in einem Wiederaufnahmeverfahren von der Schuld freigesprochen, im Jahr 1999 jedoch erneut verurteilt.


    Die Autorinnen Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek, beide selbst mit dem Justizwesen vertraut, nehmen den Fall Weimar als Grundlage für ihren True Crime-Thriller, das Ende des Buches ist jedoch der Phantasie der Autorinnen geschuldet; Im Fall Weimar ist bis heute das Schicksal der beiden Mädchen nicht geklärt, wogegen in „Schwesterntod“ der wahre Täter durch die Ermittlungen der beiden Schwestern letztendlich gefunden werden kann.


    Der Schreibstil der beiden Autorinnen ist gewöhnungsbedürftig. Mal hochgestochen, mal bissig, mal humorvoll, mal juristisch – grob gesagt anstrengend - was mir das Lesen sehr schwer gemacht hat.


    Die beiden Schwestern ergänzen sich sehr gut, da sie beide das notwendige Hintergrundwissen haben, um sich in die Aufklärung des Falles zu verbeißen. In ihren permanenten Diskussionen zerren sie die Wahrheit Stück für Stück ans Tageslicht. Der Umgang mit- und untereinander ist jedoch von bissigen Kommentaren geprägt und die beiden Damen schenken sich nix. Auf den ersten 100 Seiten habe ich mehrfach überlegt, ob ich das Buch überhaupt weiterlesen möchte, da mich dieses unsagbare Gezänk einfach nur genervt hat. Einzig der Wunsch die Auflösung des Falles zu erfahren, hat mich bei der Stange gehalten.


    Erzählt wird der Fall auf 2 Handlungsebenen. Die Geschehnisse im Jahr 1987 erfährt der Leser aus den Ermittlungsakten des Falles, die von den beiden Schwestern im Jahr 2010 erneut durchforstet und genauestens beleuchtet werden. Ebenso werden die Zeugen von damals heute erneut zur Sache befragt.


    Wie schon erwähnt ist der Schluss fiktiv, passt aber zur Geschichte und zeigt einmal wieder, dass auch verwandtschaftliche Verhältnisse nicht immer das sind, was sie nach außen zu sein scheinen und Täter oftmals keine Unbekannten sind.


    Cover und Klappentext haben mir leider mehr versprochen, als ich letztendlich dann im Buch gefunden habe. Das Gezänk der Schwestern hat an vielen Stellen den Fall selbst in den Hintergrund gedrängt, was ich persönlich sehr schade fand.


    3ratten

    Viele Grüße Babsi

  • Valentine

    Hat den Titel des Themas von „Eva-Maria Silber / Kirsten Wilczek - Schwesterntod“ zu „Eva-Maria Silber/Kirsten Wilczek - Schwesterntod“ geändert.