V. E. Schwab - Das unsichtbare Leben der Addie LaRue

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Stell‘ dir vor, du lebst über dreihundert Jahre lang, doch niemand erinnert sich an dich. So geht es Addie LaRue, zumindest, bis Henry Strauss in ihr Leben tritt.


    Zugegeben: Das Thema, dass eine verzweifelte junge Dame vom Teufel verflucht wird und mit den Konsequenzen leben muss, erscheint etwas altbacken, wenn man an so manche Literaturklassiker denkt. Doch V. E. Schwab schafft es, diesen Roman dennoch in weiten Teilen zwar ruhig und unaufgeregt, aber dennoch spannend zu erzählen.

    Das liegt vor allem an der Darstellung der drei Hauptcharaktere. Neben der freiheitsliebenden Addie und dem typisch teuflischen Luc hat mich vor allem Henrys Geschichte berührt, die wirklich einige heftige Überraschungen mit sich bringt.

    Leider hat das Buch doch auch ein paar Längen. Schwabs Schreibstil, der sehr oft so wirkt, als würde sie weite Teile der Handlung bereits vorwegnehmen, erscheint auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich. Er entpuppt sich aber, wie ich im fünften der sieben Buchteile schmerzlich gemerkt habe, als goldrichtig. Hier passiert nämlich folgendes: Addie erlebt die halbe Weltgeschichte und Henry sitzt da und hört ihr zu. Das ist oftmals eher zäh und langatmig zu lesen.


    Gott sei Dank machen diese Passagen aber nur Bruchteile der ansonsten spannenden und packenden Handlung aus. Sonst handelt es sich bei „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ um einen spannenden Roman mit einer fesselnden und berührenden Geschichte.


    4ratten

  • Mit dem Fantasy- Werk „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ hat die Autorin V.E. Schwab ihr neustes Werk auf den Markt gebracht. Dies ist ein eigenständiges Buch und kann daher ohne Vorkenntnisse gelesen werden.



    Klappentext:


    Addie LaRue ist die Frau, an die sich niemand erinnert. Die unbekannte Muse auf den Bildern Alter Meister. Die namenlose Schönheit in den Sonetten der Dichter. Dreihundert Jahre lang reist sie durch die europäische Kulturgeschichte – und bleibt dabei doch stets allein.
    Seit sie im Jahre 1714 einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat, ist sie dazu verdammt, ein ruheloses Leben ohne Freunde oder Familie zu führen und als anonyme Frau die Großstädte zu durchstreifen. Bis sie dreihundert Jahre später in einem alten, versteckten Antiquariat in New York einen jungen Mann trifft, der sie wiedererkennt. Und sich in sie verliebt.



    Von Victoria Schwab habe ich schon mehrere Fantasy-Bücher gelesen, wobei jedes auf seine eigene Weise einen Eindruck hinterlassen hat. Auch dieses Fantasy-Werk konnte mich vom Klappentext ansprechen. Und mittlerweile ist der Name V.E. Schwab auch für mich schon so etwas wie ein Qualitätssiegel. Daher habe ich mich voller Vorfreude an ihr neustes Werk gewagt und habe doch etwas ganz Anderes bekommen, als ich zunächst erwartet hätte.


    Der Schreibstil ist auch dieses Mal wieder sehr wortgewaltig. Man hat beim Lesen den Eindruck, dass wirklich jedes Wort sitzt und genau das richtige ist. Man merkt hier jedem Satz an, dass Schwab mit Worten umgehen kann. Auf mich wirkte dieser Stil hier besonders malerisch, fast schon poetisch. Ich persönlich fand, dass dies auch sehr gut zur Handlung des Buches passte – ist in dieser doch eine Hommage an die Kunst gesetzt wurden. Das Buch beinhaltet einige Zeitsprünge. Die eigentliche Handlung spielt in der Gegenwart. Dennoch werden häufig Rückblenden eingebunden. In diesen erfährt man mehr über das bisherige Leben von Addie LaRue, was sie bereits alles erlebt hat. Welche wichtigen Ereignisse sie begleitet hat und wo sie schon überall war.


    Wie der Titel des Buches schon verrät, handelt dieses Buch von der Protagonistin Addie LaRue. Als junges Mädchen lebt sie im frühen 18. Jahrhundert in Frankreich in einem kleinen Dorf. Sie führt ein beschauliches Leben. Den meisten Mädchen ist ein Weg vorgegeben – früh heiraten und dann Mutter werden und sich um die Kinder und den Mann sorgen. Doch solch ein Leben will Addie nicht führen – sie möchte etwas erleben. Daher geht sie einen Pakt ein – mit einer Art Schattendämon oder einer bösen Gottheit – es gibt hier verschiedene Erklärungen. Addie nennt ihn Luc – und dieser soll sie noch öfters begleiten. Addie bekommt ein langes Leben, wenn nicht sogar Unsterblichkeit. Doch dabei ist sie unsichtbar – Addie kann keine direkten Spuren hinterlassen. Menschen, denen sie begegnet, vergessen sie sofort wieder, sobald sie Addie nicht mehr sehen. Das hat natürlich zur Folge, dass sie sich sehr alleine fühlt. Doch Addie findet einen Weg, damit umzugehen. Sie inspiriert Künstler auf ihre Art, wird zur Muse und hat damit Einfluss auf viele Kunstwerke der verschiedensten Art. An jedem Kapitelanfang wird ein solches Werk vorgestellt – auch die Geschichte dazu erfährt der Leser dann anschließend. Hier erfährt man, wem sie als Inspiration gegolten hat und auf welch unterschiedliche Weise. Ich fand diese Darstellung sehr gelungen und fand es jedes Mal aufs Neue faszinierend, welchem Künstler sie dieses Mal als Muse zur Verfügung stand.


    In unserer Gegenwart begegnet Addie einem jungen Mann namens Henry. Dieser arbeitet im Antiquariat – aber das Besondere ist, dass er sich an Addie erinnern kann. Die beiden verbringen Zeit miteinander und schon bald entwickelt sich eine ganz besondere Story. Auch Henry hat ein Geheimnis, von dem man Stück für Stück mehr erahnen kann. Die Beweggründe, wie es dazu kam und auch welche Folgen diese Entscheidung hatte, kommen langsam ans Licht. Leider konnte ich diese nicht immer vollständig verstehen. Mir ist es schwergefallen, Henry in dieser Situation zu verstehen.


    Mein persönlicher Liebling war jedoch Luc – der Teufel, welcher den Pakt mit Addie geschlossen hat. Im Verlauf des Buches lernt man ihn immer besser kennen, erkennt seine Vielschichtigkeit. Auch fand ich das Zusammenspiel und die Dialoge zwischen Luc und Addie einfach genial – sie waren mein persönliches Highlight in diesem Buch.


    Dieses Buch ist kein actiongeladener oder temporeiches Fantasy- Werk, in dem sich ein Ereignis an das nächste reiht. Spannung wird hier nicht im klassischen Sinn erzeugt. Es ist eher gemächlich – man erfährt immer mehr über das Leben von Addie, wie sie der Pakt zur gleichen Zeit bereichert hat und zeitgleich auch was er ihr genommen hat. Wie sie damit umgeht, oder wie sie einfach nur versucht zu überleben, welche Gedanken sie plagen.



    Insgesamt hat V.E. Schwab auch mit ihrem Fantasy- Buch „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ wieder ein gelungenes Werk geschaffen. Es besticht durch seinen Erzählstil und die Charaktere, die dieses Buch enorm bereichern. Dennoch hat mir das berühmte i- Tüpfelchen gefehlt. Es ist wirklich eine bewegende und besondere Geschichte – daher möchte ich 4 wohlverdiente Sterne vergeben.


    4ratten:tipp:

  • Ruhige, aber gefühlvolle Geschichte mit tiefgründigen Gedankengängen



    Klappentext


    „Addie LaRue ist die Frau, an die sich niemand erinnert. Die unbekannte Muse auf den Bildern Alter Meister. Die namenlose Schönheit in den Sonetten der Dichter. Dreihundert Jahre lang reist sie durch die europäische Kulturgeschichte – und bleibt dabei doch stets allein.


    Seit sie im Jahre 1714 einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat, ist sie dazu verdammt, ein ruheloses Leben ohne Freunde oder Familie zu führen und als anonyme Frau die Großstädte zu durchstreifen. Bis sie dreihundert Jahre später in einem alten, versteckten Antiquariat in New York einen jungen Mann trifft, der sie wiedererkennt. Und sich in sie verliebt.“



    Gestaltung


    Mit dem dunklen Wald im Hintergrund, welcher von zwei schwarzen Bäumen am Bildrand umrahmt wird, wirkt das Cover sehr mystisch und magisch. Unterstützt wird dieser Effekt davon, dass die Farben zum Bildmittelpunkt hin heller werden und ins Türkise hineingehen. Da dort eine Glaskugel zu sehen ist, scheint diese magisch zu leuchten, was ich sehr spannend finde.



    Meine Meinung


    V.E. Schwab ist bekannt für tolle Fantasygeschichten, sodass ich der Autorin blind vertraue und ein Buch kaufe sobald ich ihren Namen auf dem Cover entdecken kann. In „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ geht es um die gleichnamige Addie LaRue, die als Muse über dreihundert Jahre lang Künstler und Dichter inspiriert hat. Seit einem Pakt mit dem Teufel ist sie allein und verdammt auf ewig einsam zu sein. Doch dann trifft sie einen Mann, der sie wiedererkennt…



    Besonders gut gefallen hat mir, wie V.E. Schwab das Leben und vor allem das Schicksal von Addie darstellt, denn die Autorin zeigt die Schattenseiten der Unsterblichkeit auf, welche für viele Menschen doch als ein erstrebenswertes Ziel wirkt. Gleichzeitig schwingen in dieser Geschichte neben Einsamkeit und Verlust auch hoffnungsvolle Themen wie Liebe und die Freude am Leben mit. Diese bittersüße Mischung zieht den Leser in den Bann!



    Emotional fand ich vor allem Addies einsames Leben und wie ihre Gefühle für den Leser greifbar dargestellt wurden. Immer wieder gab es Momente, in denen mir das Herz unglaublich schwer wurde und in denen ich mit Addie litt. Obwohl sich niemand an sie erinnern kann, sie die Jahrhunderte überlebt und somit auch Menschen, die sie gern hat, ist Addie ein Mensch, der nicht aufgibt.



    „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ überzeugt allerdings eher durch die leisen Töne, die Emotionen und die tiefgründigen Gedanken. Action findet man hier eher weniger. Ich fand es gut, dass sich die Geschichte langsam entwickelt hat, da es zum Buch und der Geschichte passt. Gleichzeitig habe ich mir manchmal doch etwas schnelllebigere Passagen gewünscht, um etwas aus dem ruhigen Trott auszubrechen.



    Fazit


    Insgesamt hat mir „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ gut gefallen, wobei man sich darauf einstellen sollte, dass es eine ruhige, langsame Geschichte ist. Wer sowas also nicht so gerne liest, sollte sich auf jeden Fall vorher die Leseprobe ansehen. Ich persönlich fand es gut, hätte mir aber ein, zwei Mal gewünscht, dass die Geschichte ein wenig aus den ruhigeren Tönen ausbricht und etwas schneller wird, um mehr Abwechslung zu erhalten. Dennoch konnten mich vor allem die Gedankengänge und die Botschaften der Geschichte erreichen, da ich mit der Protagonistin mitgefühlt habe.


    4 von 5 Sterne!



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