Svea Jensen - Nordwestzorn

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Eine tolle Fortsetzung


    St.-Peter-Ording, am 5. Januar 2020:

    Dienststellenleiter Hendrik Norberg der Polizeidienststelle St.-Peter-Ording und Kommissarin Anna Wagner, die nun hier ihren festen Arbeitsplatz und die neu eingerichtete Vermisstenstelle übernommen hat, nehmen sich einen alten Fall vor. Unterstützt werden sie dabei von Nils Scheffler, einem jungen Polizisten, der sie schon bei ihrem letzten gemeinsamen Fall begleitet hat. Vor 16 Jahren verschwand der 9-jährige Florian Berger aus Hamburg während einer Klassenfahrt aus dem Feriencamp in St.-Peter-Ording. Die Leiche des kleinen Jungen wurde nie gefunden. Im Fokus der Ermittlungen standen damals drei Männer aus dem Ort. Damals angeklagt und im Indizienprozess freigesprochen wurde jedoch nur Carsten Witt, der Leiter des Camps. Als dieser während der neuerlichen Ermittlungen verschwindet, sind sich Norberg und Anna sicher, dass jetzt schnell gehandelt werden muss…



    Nachdem ich den ersten Fall für Norberg und Wagner „Nordwesttod“ sehr gerne gelesen habe, musste ich natürlich auch Fall 2 sofort lesen. Und ich bin wieder genau so begeistert, wie vom Vorgänger.

    Anna Wagner, Hendrik Norberg und Nils Scheffler kenne ich ja bereits und ich habe mich sehr auf unser Wiederlesen an der Nordsee gefreut. Der Unsympath Michael Paulsen hat die Dienststelle verlassen und verdingt sich nun als Objektschützer. Also war ich froh, dass ich mit ihm nichts mehr zu tun habe. Aber… Nein, das wird nicht verraten.


    Der Fall geht ans Herz und an die Nieren. Wenn ich mir vorstelle, dass ein Kind verschwindet und nie gefunden wird, die Eltern keinen Ort zum Trauern haben, vielleicht jahrelang auf ein Wiederauftauchen hoffen – das hat mich beim Lesen schon mitgenommen und betroffen gemacht.

    Genau so schlimm finde ich, wenn ein Mann beschuldigt wird, freigesprochen wird und dann doch diesen Stempel nie wieder los wird.


    Der Schreib- und Erzählstil ist gewohnt leicht und locker.

    Privates und dienstliches versteht die Autorin gekonnt zu vermischen. Ich mag es sehr, wenn ich die Ermittler mit der Zeit immer besser kennenlerne.

    Alle Personen, die ich hier neu kennenlerne kommen menschlich, lebensecht und lebendig rüber und werden mit ihren Eigenheiten sehr gut charakterisiert. So kann ich recht bald meine Sympathien in einigen Fällen auch meine Antipathien entwickeln. Es hat mich schockiert zu lesen, in wie weit auch unsere Gesetzeshüter ihre unrühmlichen Geheimnisse mit sich herum tragen.

    Die Spannung steigt bis ca. zur Mitte des Buches immer weiter an um sich dann sehr hoch zu halten. Es ist mir schwer gefallen, kurze Pausen einzulegen.


    Ein Krimi, wie er sein muss: spannend ab den ersten Seiten; mit sympathischen Ermittlern und unsympathischen Gegenspielern und mit einem Fall, der mich betroffen gemacht hat und der ans Herz geht.

    Von mir bekommt auch der 2. Fall für Anna Wagner und Hendrik Norberg 5 strahlende Sterne.


    5ratten

  • Zweiter Teil!


    Kommissarin Anna Wagner ist zurück in St. Peter – Ording und übernimmt auch gleich den Job als Leiterin der neu gegründeten Vermisstenstelle der Kripo. Ihr zur Seite steht Henrik Norberg, ein fähiger Ermittler, der auch noch nicht lange als Dienststellenleiter dort arbeitet. Die beiden übernehmen den ersten Cold Case, tatkräftig werden sie dabei von Nils Scheffler unterstützt. Der 9-jährige Florian Berger wird seit 2004 vermisst. Er ist damals aus einem Klassenlager in der Nähe verschwunden und ist nie mehr aufgetaucht.




    Dies ist also der zweite Fall nach „Nordwesttod“ von dem Ermittlerteam in St. Peter – Ording. Henrik Norberg und Anna Wagner arbeiten nun im Team und ihre Arbeitsweise ist eingespielt. Die Ecken und Kanten, die sie im ersten Band aufeinander abstimmen mussten, sind hier weniger ausgeprägt. Anna, die mir im ersten Band als starke Figur aufgefallen ist, empfand ich nun weitaus angepasster. Schade, denn mir hat genau dieses Freche, Direkte und Provokative von ihr gefallen. Das Privatleben von Henrik Norberg, der sich im ersten Band nach dem Tod seiner Frau um die beiden Söhne kümmern musste, hat sich auch weitaus beruhigt und so war dieser zweite Band auch in der Beziehung ruhiger und emotionsarmer. Allerdings hat nun seine Schwiegermutter Corina Probleme, die jedoch ziemlich elegant gelöst wurden. Wie auch im ersten Band nimmt das Private der Ermittler einen beträchtlichen Platz ein und zeitweise geht das Berufliche etwas unter.


    Der Fall ist ein Cold Case, der 2004 für Furore sorgte und das Verschwinden eines 9-jährigen Jungen wird neu aufgearbeitet. Die Arbeit der Ermittler empfand ich als spannend und ich habe so richtig mit rätseln können. Tragisch, wie Existenzen zerstört werden mit Verdächtigungen, nur weil schnell gefasste Meinungen bei Menschen gang und gäbe sind. 2004 hat eine Hexenjagd ziemlich schnell für Verdächtigungen gesorgt, etwas, was leider auch immer wieder ausserhalb zweier Buchdeckel geschieht. Die Gründe für diese Hexenjagd, die ich hier leider nicht verraten kann, sowie der Verbleib des gesuchten Kindes haben mich überrascht. Meine Vermutung in der Täterfrage allerdings, die ich ziemlich schnell hatte, hat sich bestätigt.


    Besonders muss ich die Gestaltung des Covers loben. Der Verlag ist sich treu geblieben und hat ein ähnliches Cover wie bei Teil eins gewählt, was einen enormen Wiedererkennungswert hat!


    Der Schreibstil der Autorin hat mich auch hier, im zweiten Teil, überzeugt. Sehr mutig fand ich von ihr, den Einstieg in diesen Krimi mit einem Machtgerangel in dem Ermittlerteam zu beginnen. Kursiv geschriebene Einblicke in die Vergangenheit heben die Handlung auf zwei Ebenen, was ich als Bereicherung empfand. Gerade bei ungelösten Fällen ist es fesselnd, die Ermittlungen in der Gegenwart zu verfolgen und zu lesen, was wirklich geschehen ist.


    Ich freue mich auf Teil drei der Krimiserie und bin gerne wieder dabei, wenn das sympathische Team in St. Peter – Ording ermittelt.


    4ratten

    Einmal editiert, zuletzt von Igela ()

  • Kommissarin Anna Wagner muss sich dieses Mal mit einem alten Fall beschäftigen, um einen aktuellen Fall zu lösen. Carsten Witt war nach Jahren im Ausland wieder nach St. Peter-Ording zurückgekehrt, und kurz darauf ist er verschwunden. Vor mehr als 15 Jahren war er Leiter eines Sommercamps, wo der neunjährige Florian Berger aus Hamburg verschwand und nie mehr auftauchte. Es gab damals drei Verdächtige, von denen Witte angeklagt, aber freigesprochen wurde. Doch es bleibt immer etwas hängen.


    Ich habe auch den Vorgängerband „Nordwesttod“ gelesen und wollte auch dieses Mal die Soko St. Peter-Ording bei den Ermittlungen begleiten. Dieser Krimi lässt sich gut und flüssig lesen und ist spannend.


    Anna Wagner ist eine sympathische Person und eine gute Kommissarin. Aber auch ihr Kollege Hendrik Norberg gefällt mir gut, auch wenn er deutlich verschlossener ist als Anna. Er macht seine Probleme mit sich alleine aus.


    Häufige Perspektivwechsel mit Rückblicken in die Vergangenheit sorgen dafür, dass es interessant und spannend ist. So ein Cold Case ist immer eine besondere Herausforderung und die Wetterverhältnisse erschweren die Ermittlungen zusätzlich. Es gibt immer wieder Wendungen, die die Spannung hochhalten.


    Mir hat dieser Küstenkrimi wieder gut gefallen.


    5ratten