10: Kapitel 79 - Ende und Nachwort

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 19 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Melanie Metzenthin.

  • Der letzte Abschnitt... es tut mir leid, dass wir jetzt von der Familie Abschied nehmen müssen.


    Nach dem Krieg kamen immer mehr Grausamkeiten aus dem NaziRegime ans Tageslicht. Es ist müßig, darüber zu spekulieren, wer eigentlich doch wieviel wußte. Schlimm finde ich allerdings, dass viele all dies trotz der Tatsachen noch leugneten.


    Aber die Familie hält trotz der schweren Umstände zusammen und gemeinsam schaffen sie auch diese schweren Zeiten. Familie ist halt unersetzbar!


    Ich hab mich gefreut, dass Rudi seine Familie wiederfinden konnte und dass er Fredi wirklich helfen konnte.

    Er lebt zwar mit Goldie und seiner Tochter in einer ganz, ganz anderen Welt, aber er hat seine Familie nicht vergessen!


    Und glücklicherweise ist auch Milli wieder in Europa. Ein tolles Wiedersehen! Ich freu mich, dass sich jetzt, am Ende der Geschichte (?) alle, die diesen Krieg überleben konnten, auch wiedersehen!


    Lilli trifft Ernst Paulsen wieder und sie verlieben sich ineinander. Wie schön!


    Wirklich gut finde ich auch Deine Idee, dass Martha und Paul noch einmal nach Amerika kommen - diesmal eben mit dem ersten Transatlantikflug der Lufthansa von Hamburg nach New York. Einerseits als Hinweis auf diesen Flug und auch als guten Abschied!


    Und irgendwie gibt es für alle ein Happy End - ein versöhnliches Ende einer spannenden, traurigen, informativen, grausamen und wunderschönen Geschichte!


    Melanie Metzenthin Danke für diese tolle Familiengeschichte und Deine aufmerksame BEgleitung hier, auch wenn wir eine Schrumpfrunde waren.

    Die Bücher mit Dir zu lesen ist wirklich etwas Besonderes! Danke!:)

    Vernunft, Vernunft...

  • Ich hab mich gefreut, dass Rudi seine Familie wiederfinden konnte und dass er Fredi wirklich helfen konnte.

    Hast du damit gerechnet, dass Rudi einer von den amerikanischen Soldaten ist, die nach Fredi suchten?

    Und glücklicherweise ist auch Milli wieder in Europa. Ein tolles Wiedersehen! Ich freu mich, dass sich jetzt, am Ende der Geschichte (?) alle, die diesen Krieg überleben konnten, auch wiedersehen!

    Ja, ich wollte Milli und Moritz unbedingt noch einen Moment geben - denn in Band 1 war Moritz ja verdammt wichtig für Milli, auch wenn sie sich das nie eingestehen wollte.

    Und irgendwie gibt es für alle ein Happy End - ein versöhnliches Ende einer spannenden, traurigen, informativen, grausamen und wunderschönen Geschichte!

    Wobei man sich überlegen muss, ob es für Arthurs Sohn in Japan ein Happy End ist, ausgerechnet Heinrich zu heißen ;-)

    Aber das mit dem Lufthansaflug passte so gut - das musste ich unbedingt einbauen. Vor allem, weil wir Martha und Paul jetzt auch beruhigt loslassen können - sie werden noch ein paar Jahre leben und jetzt wissen wir, dass sie ihre Rente genießen können.

    Melanie Metzenthin Danke für diese tolle Familiengeschichte und Deine aufmerksame BEgleitung hier, auch wenn wir eine Schrumpfrunde waren.

    Ich habe mich auch sehr gefreut, wieder eine Leserunde mit euch zu machen. Und es ist eben Schicksal, wenn man wegen kranker oder verstorbener Angehöriger absagt oder aussteigen muss. Manche Dinge sind im Leben eben wichtiger als eine Leserunde.

  • Hier kommt jetzt noch ein Bonbon, das ich euch versprochen habe.

    Wir haben hier ja schon Leserunden zu "Die Stimmlosen", "Mehr als die Erinnerung", "Die verstummte Liebe" und Hafenschwester 1-3 abgehalten.


    In Mohlenberg 4 (aus "Mehr als die Erinnerung" wird jetzt eine Reihe) gibt es ein Happening mit Figuren aus allen Reihen.

    Dort spielen mit: Friederike von Aalen, die Hauptheldin aus Mohlenberg und ihre inzwischen 36jährige Tochter Charlotte. Außerdem Richard und Paula Hellmer mit ihren Kindern, Fritz und Julia und außerdem Fritz' Halbbruder Thomas Mitchell (der in Friederikes Augen zu viel Alkohol trinkt, was ihr aber egal wäre, wenn Charlotte den Kerl nicht so wahnsinnig interessant und attraktiv fände ...) . Und als Gaststar Fredi.


    Hier die Szene, in der Fredi seinen ersten Auftritt hat. Gefällt sie euch?

  • Hast du damit gerechnet, dass Rudi einer von den amerikanischen Soldaten ist, die nach Fredi suchten?

    Ja! Als plötzlich Soldaten nach Fredi gefragt haben, hatte ich schon den Verdacht, dass dies Rudi sein könnte.

    Allerdings kann ich nicht genau sagen, warum ich diesen Verdacht hatte.


    Aber das mit dem Lufthansaflug passte so gut - das musste ich unbedingt einbauen. Vor allem, weil wir Martha und Paul jetzt auch beruhigt loslassen können - sie werden noch ein paar Jahre leben und jetzt wissen wir, dass sie ihre Rente genießen können.

    Dieser Flug passt wirklich perfekt. Es ist ein großartiger Abschluss und so wie Du sagst: jetzt können wir sie loslassen, es geht ihnen gut. Die schwersten Zeiten sind vorbei, die Familie hält zusammen.

    Eine Reise und noch dazu so ein spezieller Flug sind ein passendes Symbol dafür!


    Ich habe mich auch sehr gefreut, wieder eine Leserunde mit euch zu machen.

    Danke! Mit Dir eines Deiner Bücher zu lesen ist ein großartiges Erlebnis! Danke!

    Ich werde demnächst (wenn ein wenig Ruhe einkehrt) alles noch mal nachlesen und auch jeden Deiner Links hier noch mal genau durchsehen! Darauf freue ich mich jetzt schon!

    Bis bald!:)

    Vernunft, Vernunft...

  • Danke! Mit Dir eines Deiner Bücher zu lesen ist ein großartiges Erlebnis! Danke!

    Ich werde demnächst (wenn ein wenig Ruhe einkehrt) alles noch mal nachlesen und auch jeden Deiner Links hier noch mal genau durchsehen! Darauf freue ich mich jetzt schon!

    Bis bald! :)

    Das freut mich sehr.


    Hast du den kleinen Appetithappen zu Fredi 1957 in dem Spoiler gelesen?

  • Hast du den kleinen Appetithappen zu Fredi 1957 in dem Spoiler gelesen?

    Gerade eben gelesen und schon ist das Buch auf meiner Wunschliste gelandet.


    Wie spannend, wenn so viele bekannte Charaktere aufeinandertreffen - ein Wiedersehen der Sonderklasse!

    Und es scheint eine spannende und möglicherweise auch ein wenig ambivalente Geschichte zu sein. Ich bin schon sehr neugierig!

    Wann wird es erscheinen? Bis dahin sollte ich "Mehr als die Finsternis" nachlesen - das fehlt mir noch!

    Falls Du eine Leserunde machen möchtest... ich bin sicher dabei!

    :)

    Vernunft, Vernunft...

  • Mehr als die Finsternis erscheint ja erst am 21.12.21. Und dann gibt es noch einen Roman (den muss ich noch schreiben) der 1942 spielt. Der wurde jetzt zwischengeschoben, weil meine Lektorin es schade fand, dass zwischen 1923 und 1957 so ein großer Zeitsprung ist.


    Und ja - das ist ein Wiedersehen der Sonderklasse - meine Testleserinnen meinten, dass alle Reihen-Figuren genügend Raum bekommen - jede Figur ist wichtig. Friederike kriegt es hin, Fredi dazu zu bringen, dass sie ihn bei den Ermittlungen unterstützen darf und dadurch erfährt man auch viel von Fredis Leben und seiner Familie im Jahr 1957 (und trifft auch seinen Sohn Wolfgang wieder - denn Fredi macht gleich klar, dass es im Polizeipräsidium wichtig ist, zu sagen, ob man nun Hauptkommissar oder Kommissar Studt sprechen will, weil das zwei verschiedene Personen sind ;-) ) Außerdem geht es da auch viel über alte Naziseilschaften in den 1950ern und man erfährt auch, was aus Gerd Malthus, dem 19-jährigen Folter-Praktikanten, geworden ist.


    Thomas Mitchell wirft ein Auge auf Friederikes Tochter Charlotte, die eine versierte Anwältin geworden ist, und will außerdem seinem Neffen Harri die Ausbildung zum Lufthansapiloten bezahlen. Das Problem ist, dass Fritz dagegen ist ... und zunächst keiner ahnt, warum das so ist. Und außerdem hat der gute Thomas ja noch alte Differenzen mit seiner Mutter Helen offen - Helen, unsere Leni aus "Die verstummte Liebe" spielt auch mit. Charlotte wiederum wirft auch ein Auge auf Thomas. Außerdem tauchen noch Figuren aus den Vorgängerbänden von Gut Mohlenberg auf.


    Richard hingegen ist als Sachverständiger in einem Wiedergutmachungsausschuss vorgeladen, wo es um die Rechte Zwangssterilisierter geht. Paula unterstützt ihn. Emilia studiert Medizin, während Georg verheiratet ist (mit einer Gehörlosen) und mit seiner Frau einen hörenden Sohn hat (der aber erst 10 Monate alt ist).


    Es werden im Grunde eine Menge Fäden verknüpft, die Fragen beantworten, was aus den Helden geworden ist.


    Mit rund 450 Seiten ist das dann auch wieder ein ganz ordentlicher Wälzer ;-)

  • Das hab ich gestern glatt überlesen! Ich war fast schon entsetzt, dass ich ein Buch von Dir übersehen habe :D

    Wenn nicht zur Zeit alle so viel anderes um die Ohren hätten, hätte ich schon mal vorsichtig angefragt, ob jemand Lust hat, mit "Mehr als die Finsternis" im Januar eine Leserunde zu machen, aber nachdem wir hier so geschrumpft sind, weiß ich nicht, ob genügend Leute Zeit und Lust hätten :-) .

  • aber nachdem wir hier so geschrumpft sind, weiß ich nicht, ob genügend Leute Zeit und Lust hätten :-) .

    Stimmt leider!

    Aber vielleicht funktioniert es ja doch! Die Leserunden mit Dir sind ja wirklich superinteressant!

    Vernunft, Vernunft...

  • Ich muss gestehen, ich bin jetzt schon etwas traurig, dass das Buch und die Reihe nun zu Ende ist, obwohl das Ende mehr als tröstlich ist und die Zukunftsaussichten auch wieder optimistischer sind. Aber jetzt erst mal der Reihe nach.


    Ich war im ersten Moment auch etwas alarmiert, als zwei amerikanische Soldaten nach Fredi gefragt haben, obwohl es mich irritiert hat, dass es Amis waren und nicht die Briten. Welch eine Erleichterung, dass es sich bei den beiden um Rudi und seinen Freund handelte ^^ Wolfgang ist ein ganz schön cleveres Kerlchen, der kommt eindeutig nach seiner Mama und seinem Papa :thumbup:Sehr berührend fand ich auch, wie Wolfgang seinem Vater erzählt, dass er über die Geschehnisse damals Bescheid weiß, es aber nicht sagen wollte, um ihn zu belasten und dass er alles tun würde, um seinem Papa zu beschützen. Umso toller finde ich es, dass Wolfgang später den gleichen Berufsweg wie Fredi einschlägt und die beiden sogar in der gleichen Dienststelle arbeiten.


    Über die kleine Helga musste ich aber auch lachen, die sich gar nie nicht mit Schokolade bestechen lassen lässt :D


    Fredis ganzer Frust über seine Situation kommt so richtig hoch, als er sich vorstellt, wie Rudi sich in der Bewunderung aller sonnt, weil er immer auf die Beine kommt, egal, was er anstellt, während Fredi der Depp ist. Ich kann sehr gut verstehen, dass er nicht scharf darauf ist, seinen Bruder zu sehen. Aber glücklicherweise sucht Rudi ihn auf und stellt die Frage, bei der ich scharf einatmen musste: "Sei ehrlich, Fredi. Warst du an Naziverbrechen beteiligt?" Bei Hennys nachfolgender Reaktion war ich dann aber wirklich froh, dass er diese Frage gestellt hat, ansonsten wäre wieder alles nur unter dem Teppich geblieben und Rudi hätte die Wahrheit nicht erfahren.

    Im ersten Moment dachte ich, ob Rudi das wirklich selber glaubt, was er Fredi fragt, nachdem dieser ihn damals aus dem KZ rausgeboxt hat? Aber wenn man es aus Rudis Sicht betrachtet, dann hat sein Bruder sich zwar für ihn eingesetzt und dafür gesorgt, dass er und seine Schwiegereltern das Land verlassen können, aber andererseits hat er auch Fredi im Umgang mit Werner im KZ erlebt. Seitdem sind dann auch noch einige Jahre vergangen und dann die unehrenhafte Entlassung von Fredi aus dem Polizeidienst plus seine Parteimitgliedschaft ... ich denke, da kann man dann schon mal ins Zweifeln kommen.


    In jedem Fall zeigt Henny wieder, was in ihr steckt und bringt jetzt alles auf den Tisch - und Rudi ist zu recht entsetzt und beschämt. Und Rudi zeigt dann, dass er halt doch ein guter Kerl ist: das, was er und Goldie im Anschluss für Fredi tun, wiegt die Nummer mit dem Auto damals Ella gegenüber auf. Manchmal ist seine große Klappe doch wirklich für was gut ^^


    Dass Siegmund Bromberg samt seiner Familie sowie Paulsen die Jahre überlebt haben, hat mich riesig gefreut. Bei Bromberg war ich mir echt nicht sicher, ob er sich nicht wieder durch eine unbedachte und naive Dummheit in Schwierigkeiten bringen würde. Dass Paulsen und Lilli sich in der Folge näherkommen, fand ich ebenfalls sehr schön und passend.


    Goldie ist, wie sie ist, aber als es um Fredi geht, da gibt sie alles, um den Captain von der Wahrheit zu überzeugen. Und dass Lilli eine Rolle bei Ludwigs Selbstmord spielen könnte, interessiert überhaupt niemanden und Fredi kommt endlich wieder zu seinem Recht und kann in seinem früheren Job weiterarbeiten, völlig rehabilitiert.


    Dass Milli mit nach Deutschland gekommen ist, hat mich riesig gefreut, auch wenn ich traurig darüber war, dass ihre beiden Männer nicht mehr leben. Aber die Szene mit Moritz war umso schöner, ich gebe dazu, da hatte ich schwer Pipi in den Augen beim Lesen, als ich mir die beiden zusammen auf der Bank nach all den Jahrzehnten vorgestellt habe. Was für ein schöner Abschluss mit dem Gespräch.


    Milli ist aber auch klasse, wie sie Goldie wegen ihrer Überheblichkeit maßregelt und mit Margot ein Gespräch darüber führt, dass man sich Zuneigung nicht kaufen kann. Margot ist aber auch ein tolles Kind, das glücklicherweise mehr nach Rudi kommt, zumal sie es als deutsches Kind in den USA nicht leicht hat. So schön, dass sie so glückliche Tage in Hamburg bei ihrer Familie verbringen konnte, obwohl es auch irgendwo traurig ist, dass sie dann in den USA wahrscheinlich wieder alleine sein wird.


    Milli und Martha - als sie ihre Scherze darüber machen, dass man Martha und die anderen in Hamburg nicht alleine lassen könnte, weil dann anschließend alles in Schutt und Asche liegt und Martha Milli dann eindeutig die Schuld zuschiebt, musste ich auch laut lachen :D Das war wirklich so ein Gespräch zwischen den beiden, das wäre Jahrzehnte vorher genauso verlaufen. Das ist schon eine tolle Freundschaft zwischen den beiden Frauen <3


    Martha und Paul sind das, was man rüstige Rentner nennt: eine klasse Idee von Wolfgang, die beiden zu Margots Verlobung mit dem Jungfernflug der Lufthansa in die USA zu schicken. "Wer noch seinen Rasen mähen kann, kann auch im Flugzeug sitzen." Herrlich :D:D:D


    Und Martha hat weitere große Reisepläne, sie will Arthur und Yuki in Japan besuchen. Ich wünsche den beiden sehr, dass sie das noch verwirklichen können.


    Ein toller Abschluss einer ganz tollen Reihe - danke für die Bücher, liebe Melanie <3

    Liebe Grüße

    Karin

  • Die Bücher mit Dir zu lesen ist wirklich etwas Besonderes! Danke! :)

    Dem kann ich mich nur anschließen.


    Er lebt zwar mit Goldie und seiner Tochter in einer ganz, ganz anderen Welt, aber er hat seine Familie nicht vergessen!

    Glücklicherweise!


    Und glücklicherweise ist auch Milli wieder in Europa. Ein tolles Wiedersehen! Ich freu mich, dass sich jetzt, am Ende der Geschichte (?) alle, die diesen Krieg überleben konnten, auch wiedersehen!

    Das war so großartig, dass alle nochmal in Hamburg zusammengekommen sind.


    Hast du damit gerechnet, dass Rudi einer von den amerikanischen Soldaten ist, die nach Fredi suchten?

    Ich muss gestehen, dass ich in dem Moment überhaupt nicht an Rudi gedacht habe, für mich war das eine absolute Überraschung.


    Und ja - das ist ein Wiedersehen der Sonderklasse - meine Testleserinnen meinten, dass alle Reihen-Figuren genügend Raum bekommen - jede Figur ist wichtig. Friederike kriegt es hin, Fredi dazu zu bringen, dass sie ihn bei den Ermittlungen unterstützen darf und dadurch erfährt man auch viel von Fredis Leben und seiner Familie im Jahr 1957 (und trifft auch seinen Sohn Wolfgang wieder - denn Fredi macht gleich klar, dass es im Polizeipräsidium wichtig ist, zu sagen, ob man nun Hauptkommissar oder Kommissar Studt sprechen will, weil das zwei verschiedene Personen sind ;-) )

    Mir hast du in jedem Fall wieder Appetit gemacht und ich würde mich sehr freuen, wenn wir trotz allem eine Leserunde zusammenbringen würden.


    Außerdem geht es da auch viel über alte Naziseilschaften in den 1950ern und man erfährt auch, was aus Gerd Malthus, dem 19-jährigen Folter-Praktikanten, geworden ist.

    Ah, das möchte ich natürlich auch wissen.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Ich muss gestehen, ich bin jetzt schon etwas traurig, dass das Buch und die Reihe nun zu Ende ist, obwohl das Ende mehr als tröstlich ist und die Zukunftsaussichten auch wieder optimistischer sind.

    Mir ist das Loslassen diesmal auch sehr schwer gefallen - umso flotter habe ich dann in nur 3 Monaten Mohlenberg 4 (damals noch als 3 geplant) geschrieben - das war meine Belohnung, wo ich sie alle noch mal wiedertreffe.

    Ich war im ersten Moment auch etwas alarmiert, als zwei amerikanische Soldaten nach Fredi gefragt haben, obwohl es mich irritiert hat, dass es Amis waren und nicht die Briten.

    Den Briten war das historisch belegt viel gleichgültiger als den Amerikanern. Für die galt Fredi zwar als Mitläufer, aber er hat sich ja keiner Straftat schuldig gemacht. NSDAP-Mitgliedschaft allein war ja noch kein Kriegsverbrechen. Selbst Genscher war in der NSDAP und der Bundespräsident Walter Scheel, außerdem Bundeskanzler Kiesinger. Und Bundespräsident Karl Carstens war nicht nur in der NSDAP, sondern auch noch in der SA ... Das war vor seiner Wahl großes Thema - er wurde trotzdem Bundespräsident. Das wäre heute undenkbar.

    Wolfgang ist ein ganz schön cleveres Kerlchen, der kommt eindeutig nach seiner Mama und seinem Papa :thumbup: Sehr berührend fand ich auch, wie Wolfgang seinem Vater erzählt, dass er über die Geschehnisse damals Bescheid weiß, es aber nicht sagen wollte, um ihn zu belasten und dass er alles tun würde, um seinem Papa zu beschützen. Umso toller finde ich es, dass Wolfgang später den gleichen Berufsweg wie Fredi einschlägt und die beiden sogar in der gleichen Dienststelle arbeiten.

    Ich häng euch gleich noch einen kleinen Appetithappen aus Mohlenberg 4 an mit einem Auftritt von Wolfgang als jungen Mann von 27 Jahren.

    Fredis ganzer Frust über seine Situation kommt so richtig hoch, als er sich vorstellt, wie Rudi sich in der Bewunderung aller sonnt, weil er immer auf die Beine kommt, egal, was er anstellt, während Fredi der Depp ist. Ich kann sehr gut verstehen, dass er nicht scharf darauf ist, seinen Bruder zu sehen. Aber glücklicherweise sucht Rudi ihn auf und stellt die Frage, bei der ich scharf einatmen musste: "Sei ehrlich, Fredi. Warst du an Naziverbrechen beteiligt?" Bei Hennys nachfolgender Reaktion war ich dann aber wirklich froh, dass er diese Frage gestellt hat, ansonsten wäre wieder alles nur unter dem Teppich geblieben und Rudi hätte die Wahrheit nicht erfahren.

    Im ersten Moment dachte ich, ob Rudi das wirklich selber glaubt, was er Fredi fragt, nachdem dieser ihn damals aus dem KZ rausgeboxt hat? Aber wenn man es aus Rudis Sicht betrachtet, dann hat sein Bruder sich zwar für ihn eingesetzt und dafür gesorgt, dass er und seine Schwiegereltern das Land verlassen können, aber andererseits hat er auch Fredi im Umgang mit Werner im KZ erlebt. Seitdem sind dann auch noch einige Jahre vergangen und dann die unehrenhafte Entlassung von Fredi aus dem Polizeidienst plus seine Parteimitgliedschaft ... ich denke, da kann man dann schon mal ins Zweifeln kommen.

    Das war mir wichtig - dass die Ungerechtigkeit spürbar wird. Fredi hat sich in Lebensgefahr begeben, um Menschen zu retten. Rudi war gemütlich in Amerika und machte ein bisschen Fronttheater mit seiner Frau. Rudi und Goldie haben nie gehungert, mussten nie Angst um ihr Leben haben, aber jetzt gelten sie als die großen Helden, weil sie gemütlich im Ausland abgewartet haben, was ihnen nur Dank Fredi überhaupt möglich war. Sie waren nie in solcher Gefahr oder solchen Gewissensnöten. Und als Rudi das klar wird, schämt er sich, dass er diese Frage gestellt hat - und natürlich wäre es sonst auch nie ans Licht gekommen, was Fredi durchgemacht hat, weil er eben nicht darüber sprechen konnte. Aber Henny hatte die Schnauze voll davon, dass Rudi sich schon wieder so moralisch überlegen gibt - also hat sie ihm die Meinung gegeigt - und das war auch richtig so für Rudi.

    In jedem Fall zeigt Henny wieder, was in ihr steckt und bringt jetzt alles auf den Tisch - und Rudi ist zu recht entsetzt und beschämt. Und Rudi zeigt dann, dass er halt doch ein guter Kerl ist: das, was er und Goldie im Anschluss für Fredi tun, wiegt die Nummer mit dem Auto damals Ella gegenüber auf. Manchmal ist seine große Klappe doch wirklich für was gut ^^

    Vielleicht die Sache mit dem Auto - aber was Fredi wirklich für Rudi und Goldie und ihre Familie getan hat, kann er allein damit nicht gut machen. Deshalb hat Fredi später auch keine Gewissensbisse, als Rudi, der Geld genug hat, die Reisekosten für die Eltern übernimmt (und in Mohlenberg 4 erwähnt er, dass er im Herbst 1957 mit seiner Frau eine Reise nach Japan zu seinem Cousin plant und sein Bruder, der in Amerika als Anwalt Geld wie Heu scheffelt, die Reisekosten übernimmt ;-) )

    Dass Siegmund Bromberg samt seiner Familie sowie Paulsen die Jahre überlebt haben, hat mich riesig gefreut. Bei Bromberg war ich mir echt nicht sicher, ob er sich nicht wieder durch eine unbedachte und naive Dummheit in Schwierigkeiten bringen würde. Dass Paulsen und Lilli sich in der Folge näherkommen, fand ich ebenfalls sehr schön und passend.

    Ja, Siegmund Bromberg sollte am Ende noch mal symbolisch dafür stehen, dass es tatsächlich auch viele jüdische Opfer gab, die dann auch zu Gunsten derer ausgesagt haben, die ihnen geholfen haben - das war ja oft später nicht mehr so einfach festzustellen, weil sich die Leute tarnen mussten. Man denke nur an den Film Schindlers Liste - Oskar Schindler wirkte nach außen hin ja auch wie ein strammer Nazi, um Menschen das Leben zu retten.

    Goldie ist, wie sie ist, aber als es um Fredi geht, da gibt sie alles, um den Captain von der Wahrheit zu überzeugen.

    Ja, sie ist Fredi nach wie vor dankbar dafür, dass er Rudi damals aus dem KZ geholt und ihren Eltern die Flucht ermöglicht hat. Auch wenn sie eine kleine Zicke ist, ist es ihr dennoch ein Bedürfnis, Fredi einen Teil davon zurückgeben zu können.

    Dass Milli mit nach Deutschland gekommen ist, hat mich riesig gefreut, auch wenn ich traurig darüber war, dass ihre beiden Männer nicht mehr leben. Aber die Szene mit Moritz war umso schöner, ich gebe dazu, da hatte ich schwer Pipi in den Augen beim Lesen, als ich mir die beiden zusammen auf der Bank nach all den Jahrzehnten vorgestellt habe. Was für ein schöner Abschluss mit dem Gespräch.

    Das musste sein - beide sind jetzt allein und verwitwet, aber sie beide sind geblieben und haben den Stürmen des Lebens getrotzt. Sie bedauern nichts, stehen zu dem Leben, wie sie es geführt haben und würden es jedes Mal wieder so tun, aber dennoch gönnen sie sich beide den kurzen Gedanken, wie es hätte sein können, wenn Milli damals den Mut gehabt hätte, zu ihrer wahren Liebe zu stehen - denn das war Moritz immer. Aber sie sind auch beide zu sehr in ihren jeweiligen (neuen) Heimatländern verwurzelt, als dass sie auf die verrückte Idee kämen, jetzt noch mal zusammenzuziehen.

    Margot ist aber auch ein tolles Kind, das glücklicherweise mehr nach Rudi kommt, zumal sie es als deutsches Kind in den USA nicht leicht hat. So schön, dass sie so glückliche Tage in Hamburg bei ihrer Familie verbringen konnte, obwohl es auch irgendwo traurig ist, dass sie dann in den USA wahrscheinlich wieder alleine sein wird.

    Margots Schicksal sollte zeigen, dass auch Sicherheit und ein behütetes Leben nicht alles sind. Zwar musste sie nie hungern oder Angst vor Bomben haben, aber während Fredis Kinder immer mit ihren Eltern zusammen waren und die Gemeinschaft der Familie hatten, war Margot oft allein, vor allem, als ihre Eltern beide beim Fronttheater waren. Natürlich hatte sie ihre Großeltern und Milli - aber sie war ein Kind unter lauter alten Leuten. Ein Gemeinschaftsgefühl unter Gleichaltrigen konnte sie nie erleben. Und das hat sie zum ersten Mal bei Fredis Familie. Dadurch begreift sie, dass Geld und Sicherheit nicht alles sind - es gibt Werte jenseits der Sicherheit, die ein Mensch braucht, um glücklich zu sein.

    Milli und Martha - als sie ihre Scherze darüber machen, dass man Martha und die anderen in Hamburg nicht alleine lassen könnte, weil dann anschließend alles in Schutt und Asche liegt und Martha Milli dann eindeutig die Schuld zuschiebt, musste ich auch laut lachen :D Das war wirklich so ein Gespräch zwischen den beiden, das wäre Jahrzehnte vorher genauso verlaufen. Das ist schon eine tolle Freundschaft zwischen den beiden Frauen <3

    Im Herzen sind Milli und Martha immer dieselben geblieben. Sie wurden nur reicher an Lebenserfahrung. Aber die tiefe Verbundenheit, die sie schon als Kinder verspürten, die konnte rein gar nichts zerstören. Und damit hat Martha, die mit Heinrichs Tod glaubte, einen Teil ihrer Jugend auf ewig verloren zu haben, etwas von dem verloren Geglaubten zurückerhalten.

    Martha und Paul sind das, was man rüstige Rentner nennt: eine klasse Idee von Wolfgang, die beiden zu Margots Verlobung mit dem Jungfernflug der Lufthansa in die USA zu schicken. "Wer noch seinen Rasen mähen kann, kann auch im Flugzeug sitzen." Herrlich :D:D:D

    Die echte Martha Studt starb am 24. August 1971. Da ist also noch viel Zeit für die fiktive Martha, die die Lebensdaten der echten Martha teilt ;-)

    Und Martha hat weitere große Reisepläne, sie will Arthur und Yuki in Japan besuchen. Ich wünsche den beiden sehr, dass sie das noch verwirklichen können.

    Ich bin mir sicher, dass sie das getan hat (sie hat ja einen reichen Sohn in Amerika ;-) )

  • Hier kommt noch - versteckt als Spoiler - der kleine Ausblick in den noch unveröffentlichten Roman Mohlenberg 4 mit der Szene, wo Wolfgang auftaucht.


  • Vielleicht die Sache mit dem Auto - aber was Fredi wirklich für Rudi und Goldie und ihre Familie getan hat, kann er allein damit nicht gut machen. Deshalb hat Fredi später auch keine Gewissensbisse, als Rudi, der Geld genug hat, die Reisekosten für die Eltern übernimmt (und in Mohlenberg 4 erwähnt er, dass er im Herbst 1957 mit seiner Frau eine Reise nach Japan zu seinem Cousin plant und sein Bruder, der in Amerika als Anwalt Geld wie Heu scheffelt, die Reisekosten übernimmt ;-) )

    Ohja, das ist auch nur recht und billig, dass Rudi die Kosten übernimmt.


    Und als Rudi das klar wird, schämt er sich, dass er diese Frage gestellt hat - und natürlich wäre es sonst auch nie ans Licht gekommen, was Fredi durchgemacht hat, weil er eben nicht darüber sprechen konnte.

    So doof seine Frage war, aber in der Folge war es gut, dass er sie gestellt hat.


    Man denke nur an den Film Schindlers Liste - Oskar Schindler wirkte nach außen hin ja auch wie ein strammer Nazi, um Menschen das Leben zu retten.

    An den Film musste ich öfters während deines Romans bei den Szenen mit Fredi denken.


    Ein Gemeinschaftsgefühl unter Gleichaltrigen konnte sie nie erleben. Und das hat sie zum ersten Mal bei Fredis Familie. Dadurch begreift sie, dass Geld und Sicherheit nicht alles sind - es gibt Werte jenseits der Sicherheit, die ein Mensch braucht, um glücklich zu sein.

    Unbezahlbare Erfahrungen für Margot.


    Und damit hat Martha, die mit Heinrichs Tod glaubte, einen Teil ihrer Jugend auf ewig verloren zu haben, etwas von dem verloren Geglaubten zurückerhalten.

    Ein sehr schöner und tröstlicher Gedanke.


    Die echte Martha Studt starb am 24. August 1971. Da ist also noch viel Zeit für die fiktive Martha, die die Lebensdaten der echten Martha teilt ;-)

    Na dann hat sie noch einige Jahre vor sich :thumbup:


    Hier kommt noch - versteckt als Spoiler - der kleine Ausblick in den noch unveröffentlichten Roman Mohlenberg 4 mit der Szene, wo Wolfgang auftaucht.

    Was ein Glück, dass wir auf das Buch nicht mehr allzu lange warten müssen :)

    Liebe Grüße

    Karin

  • Was ein Glück, dass wir auf das Buch nicht mehr allzu lange warten müssen :)

    Auf das Buch müsst ihr noch mindestens ein Jahr warten - das ist ja erst Band 4 der Mohlenberg-Reihe. am 21.12. kommt ja erst Band 2 - Mehr als die Finsternis - raus. Mehr als die Finsternis spielt 1923 - habt ihr Lust, auf eine Leserunde im Januar?

  • Auf das Buch müsst ihr noch mindestens ein Jahr warten - das ist ja erst Band 4 der Mohlenberg-Reihe. am 21.12. kommt ja erst Band 2 - Mehr als die Finsternis - raus. Mehr als die Finsternis spielt 1923 - habt ihr Lust, auf eine Leserunde im Januar?

    Ups, da habe ich mal wieder nur das gelesen, was ich lesen wollte :D Stimmt ja, wir hatten ja bisher nur den ersten Teil gelesen.


    Ich würde mich freuen, wenn es mit einer Leserunde im Januar klappen würde.

    Liebe Grüße

    Karin