2: Kapitel 11 - 20

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 24 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kessi69.

  • In München treffen Martha und Carola wieder auf Lida und Anita - zwei wirklich interessante Persönlichkeiten.

    Dass Hitler einige prominente Damen in seinem Fanclub hatte, ist soweit zwar bekannt, aber für mich persönlich völlig unverständlich. Was war es, dass so viele Menschen diesen Schreihals als "Persönlichkeit" sahen?

    Gab es diee Helene Hanfstaengl wirklich? Tatsächlich... es gab sie wirklich. Mit ihrem Mann Ernst war sie "Fan der frühen Zeit". Gab es diese "Huch-ich-drohe-theatralisch-mit-Selbstmord"-Szene? Hätte sie ihn doch machen lassen... Der Prozess als Bühne für Hitlers Gedanken - schrecklich! Und das milde Urteil... den Beginn hatte Hitler damals also schon lange gemacht.


    Ich schätze es wirklich sehr, dass in Deinen Büchern Melanie Metzenthin immer so viel "greifbare" Geschichte vermittelt wird. Die Daten bzw Zahlen, die man dann dazu recherchiert machen alles zusammen noch schlimmer, aber es sind die Alltäglichkeiten, die Geschichte fassbar machen! Danke!


    Moritz ist ja sehr aktiv tätig für die Kriegsversehrten. Die prothetische Versorgung war sicher ein wichtiger Punkt, um ein einigermaßen "normales" Leben führen zu können. Prothesen für die Seele gibt es ja leider nicht.

    Und Joseph profitiert auch davon - mit guten Taten kann er sich seine Weste reinwaschen. Es gibt Schlimmeres!;) Wie war damals eigentlich die Situation für Menschen, die unter den psychischen Folgen des Krieges noch lange zu leiden hatten?


    Interessant ist natürlich die Geschichte um Erhard Schramm: er hat sich mit seinem Leben als Bettler arrangiert und hat den Mut für mehr eigentlich schon verloren. Marthas gemäßigte Reaktion finde ich spannend und klug: Hilfsbedürftige sind nicht immer glücklich und besser dran, wenn sie die Hilfe tatsächlich auch bekommen. Manchmal geht das daneben! Hilfe ist erst dann eine gute Hilfe, wenn der Betroffene es auch tatsächlich will. Mit "Beglücken" wird oft auch Schaden angerichtet - natürlich mit bestem Willen. Für Martha eine erstaunliche Erkenntnis!;)


    Rudis Entwicklung wird hier noch deutlicher dargestellt: ein sehr gutes Abi und dann mit Schaustellern durchs Land ziehen. Ich finde diese Idee eigentlich nicht übel: er muss arbeiten, sieht einiges und kann viele Erfahrungen sammeln. Ich finde, so ein Ausflug in eine andere Realität schadet niemandem. Paul und Marthas Begeisterung ist endenwollend, aber sie finden doch Verständnis für Rudis Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit.

    Aber er verliebt sich und es ist eine "große Liebe" (in dem Alter gibt es nur große Lieben!) Aber Akshara ist und bleibt eine schöne, aber zeitlich wirklich begrenzte Erfahrung. Interessanter finde ich da schon seine Gedanken zum Studium. Er beginnt doch tatsächlich mit einem Jurastudium, um seinen Eltern zu "gefallen" bzw weil er selber eigentlich keine besseren Alternativen hat. Glücklicherweise ist er ein intelligenter junger Mann, der auch ein ungeliebtes Studium meistern kann.Aber prinzipiell finde ich es schlimm, wenn jemand einen ungeliebten Beruf ergreifen muss.


    Gleich bei der Immatrikulation lernt Rudi dann seine nächste große Liebe kennen. Astrid Möller - ihr Schicksal finde ich wirklich traurig. Sie war fast gezwungen so berechnend zu handeln um eventuell eine ein wenig bessere Zukunft haben zu können. Und sie ging ja erstaunlich offen damit um.


    Woraus wurden damals eigentlich Kondome gemacht? Irgendwann einmal waren es ja Därme... gab es da in der Zwischenzeit eine Entwicklung?


    Rudis Stellung innerhalb der Familie ist schwierig: er fühlt sich als Außenseiter. Martha und Paul finden keinen Zugang zu ihm. Die Grenze zwischen Fürsorge und Bevormundung sind schwer auszubalancieren. "Fehler" passieren auf beiden Seiten, aber im Endeffekt sind sie füreinander da. Und das macht schließlich "Familie" aus.


    Der Mord an Astrid ist schlimm! Ich bin ja überzeugt, dass Professor Zellmer der Mörder ist, auch wenn das Gericht ihn nicht verurteilt hat. Ein Abschiedsbrief auf Maschine geschrieben und unterschrieben. Kaum glaubhaft! Die Beschreibung der Untersuchung war wirklich superspannend zu lesen - so richtig zum mitfiebern und mitraten. Aber für Rudi war diese Erfahrung sicher prägend. Nur durch Zufall ist er nicht der Hauptverdächtige und er hat erkannt, wie schnell Menschen Probleme bekommen können und er erkennt zum ersten Mal, dass seine Berufswahl doch ziemlich zufriedenstellend sein könnte: er könnte zumindest Menschen helfen, indem er sich für sie vor Gericht einsetzt.


    Superspannend, liebe Melanie!

    Ich lese gleich weiter.

    Vernunft, Vernunft...

  • Gab es diese "Huch-ich-drohe-theatralisch-mit-Selbstmord"-Szene? Hätte sie ihn doch machen lassen... Der Prozess als Bühne für Hitlers Gedanken - schrecklich! Und das milde Urteil... den Beginn hatte Hitler damals also schon lange gemacht.

    Ja, diese Szene mit Helene Hanfstaengel und der Selbstmorddrohung ist überliefert - so wie alles, was Anita und Lida Martha und Carola erzählen.

    Interessant ist natürlich die Geschichte um Erhard Schramm: er hat sich mit seinem Leben als Bettler arrangiert und hat den Mut für mehr eigentlich schon verloren. Marthas gemäßigte Reaktion finde ich spannend und klug: Hilfsbedürftige sind nicht immer glücklich und besser dran, wenn sie die Hilfe tatsächlich auch bekommen. Manchmal geht das daneben! Hilfe ist erst dann eine gute Hilfe, wenn der Betroffene es auch tatsächlich will. Mit "Beglücken" wird oft auch Schaden angerichtet - natürlich mit bestem Willen. Für Martha eine erstaunliche Erkenntnis! ;)

    Hier war es mir wichtig, darzustellen, wie komplex das Thema war. Prothesen allein waren nicht alles.

    Ein weiterer Aspekt waren die Traumatisierten, die Kriegszitterer. Das hätte hier aber zu weit geführt, deshalb erwähne ich die hier nicht. Aber in "Im Lautlosen" wird Richard Hellmer ja Psychiater, weil sein Bruder Kriegszitterer war und durch grausame Behandlungsmethoden in der Psychiatrie zu Tode kam.

    Woraus wurden damals eigentlich Kondome gemacht? Irgendwann einmal waren es ja Därme... gab es da in der Zwischenzeit eine Entwicklung?

    Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts waren Gummi-Kondome bekannt.

    Im 1. WK waren sie in Deutschland Usus:


    https://muvs.org/de/themen/ver…rieg-kondome-werden-usus/


    Aber es gab auch immer noch Freunde der Goldschlägerhaut. Rudi verwendet natürlich modernes Gummi. Hier aber mal ein Artikel aus 1927 https://muvs.org/de/themen/ver…g/kondome-zitat-von-1927/


    Rudis Stellung innerhalb der Familie ist schwierig: er fühlt sich als Außenseiter. Martha und Paul finden keinen Zugang zu ihm. Die Grenze zwischen Fürsorge und Bevormundung sind schwer auszubalancieren. "Fehler" passieren auf beiden Seiten, aber im Endeffekt sind sie füreinander da. Und das macht schließlich "Familie" aus.

    Ja, bei aller Rebellion weiß Rudi, dass seine Eltern ihn lieben und er sich - wenn es hart auf hart kommt - immer auf sich verlassen kann. Das verhindert auch ein größeres Unglück.

    Der Mord an Astrid ist schlimm! Ich bin ja überzeugt, dass Professor Zellmer der Mörder ist, auch wenn das Gericht ihn nicht verurteilt hat. Ein Abschiedsbrief auf Maschine geschrieben und unterschrieben. Kaum glaubhaft! Die Beschreibung der Untersuchung war wirklich superspannend zu lesen - so richtig zum mitfiebern und mitraten. Aber für Rudi war diese Erfahrung sicher prägend. Nur durch Zufall ist er nicht der Hauptverdächtige und er hat erkannt, wie schnell Menschen Probleme bekommen können und er erkennt zum ersten Mal, dass seine Berufswahl doch ziemlich zufriedenstellend sein könnte: er könnte zumindest Menschen helfen, indem er sich für sie vor Gericht einsetzt.

    Wäre Rudi an diesem Abend nicht zu seinen Eltern gefahren, wäre er wohl für den Mord an Astrid verurteilt worden. Und gerade diese Erkenntnis bestärkt ihn dann darin, dass das Jura-Studium doch das Richtige für ihn ist.

  • Nach Beendigung des zweiten Abschnitt stehe ich wieder vor der Herausforderung nicht zu viel zu schreiben. Irgendwie ist immer so viel für mich wichtig und relevant. Ich fange mal an.


    Gegoogelt habe ich zu allererst nach Helene Hanfstaengel, hab aber nicht viel gefunden, eher über ihren Mann.


    Wie die Zeit doch damals war, dass man der Meinung war, Reporterin ist kein Beruf für eine Frau und die Teilnahme an so einem Prozess auch nicht, unglaublich.

    Hitler mit seiner reinen Selbstdarstellung, zieht sich doch durch seine gesamte " Führerlaufbahn" . Leider bekam er ja nur 5 Jahre.


    Was ich toll fand, dass die Spendengala richtig gut gelaufen ist und Joseph sogar etwas für die Kinderorthopädie und , ich mag das Wort gar nicht schreiben, Krüppelfürsorge getan hat.

    Und Moritz mein kleiner Held, organisiert sogar Kinderturnen wo gesunde und kranke Kinder gemeinsam rumtollen können. Voll fortschrittlich eine Inklusion.

    Und wie man sehen kann, gehen Kinder damit völlig normal um, denn Sophia hat keine Berührungsängste mit der kleinen Rosi um.

    Leider war sein Einsatz für Erhard nicht vom Erfolg gekrönt. Das fand ich schade, dass Erhard bei allen die Schuld sucht und selber nicht die Zähne zusammen beißt und um ein besseres Leben kämpft. Aber so wie Martha sagt, man kann nicht jedem helfen und ihm einen Schups ins neue Leben ermöglichen.


    Warum, so wie Rudi von sich sagt, so eine Leere schon von Kinderbeinen an in sich spührt, kann ich gar nicht verstehen. Sicher jetzt fühlt er sich ausgegrenzt, aber ich persönlich finde, er grenzt sich auch ein wenig selber aus. Kaum nimmt er an Unterhaltungen teil oder erzählt von nichts von seinem inneren Seelenheil oder was ihn wirklich bewegt.

    OK, dass mit den Büchern als Geschenk fand ich nun auch nicht besonders gut, obwohl Paul und Martha dies vom Herzen geschenkt haben. Es ist aber für mich nichts persönliches.

    Doch als es mit Astrid Möller gefährlich wird, da sie ihm drohte, vertraut er sich endlich Paul an. Und ich fand Paul seine Reaktion und das anschließende Gespräch so toll.

    Noch einmal zu Astrid, die war ja doll. Hält sich einen Liebhaber und will einen anderen heiraten. Paul tat mir leid, weil er sie wirklich geliebt hat. Und leider hat er nicht rechtzeitig den Absprung geschafft.

    Ich rechne ihm hoch an, dass er dann auf der Polizeiwache gleich entschieden hat " keine Lügen mehr" und so alles erzählte.

    Ich befürchte, dass Prof. Zellmer der Täter war, sich aber irgendwie da rauswinden wird, da es nur die Fingerabdrücke auf dem Abschiedsbrief gibt. Das kam mir gleich komisch vor, dass jemand der Selbstmord begehen will, einen Abschiedsbrief mit der Schreibmaschine schreibt und diesen nicht persönlich unterschreibt.

    Herr Engelmann, Carolas Vater, den wir ja auch schon kennen, hat auch sein Auftreten in diesem Roman. Nur gut das Rudi noch einen klaren Gedanken fassen konnte und Herren Engelmann gleich aufgesucht hat.


    Einen kleinen Einblick gab es nun auch in Fredi seine Zukunftsplänen. Das er zur Polizei geht und dann gleich Geld verdienen kann, finde ich gut. Schön beim Gespräch mit Rudi habe ich so gedacht, wow, er kann richtig gut Zusammenhänge erfassen und wäre ein guter Kommissar. Das er sich mit Henny verloben will, ist das nicht ein wenig zu früh? Aber so war das damals wohl. Ich wünsche ihm jedenfalls das er mit Henny glücklich wird.


    Die Sekretärin Frau Behrens fand ich cool, als sie sich den Kalender von Astrid angeguckt hat und welche Schlüsse sie aus den Eintragungen gezogen hat.


    Melanie Metzenthin Es ist spannend und ich muss erfahren wie es weitergeht. Auch wenn wir noch am Anfang sind, bin ich schon jetzt richtig begeistert vom dritten Band.

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • Mir geht es da wie dir. Das habe ich noch nie verstanden, dass er nicht nur männliche Anhänger in Massen hatte, sondern das auch so viele Frauen ganz hin und weg von Hitler waren und ihm bis in den Tod gefolgt wären.


    Ich finde es auch nicht schlimm, dass Joseph dadurch sein Image aufpoliert. Ich hatte schon im ersten Abschnitt geschrieben..... gewusst wie.....und er hat die Möglichkeiten, warum also nicht nutzen^^

    Auch wenn wir wissen, dass Joseph Moritz liebt und er ihm mehr als geholfen hat. Aber ein wenig habe ich Angst, dass er Moritz ausnutz oder zu viel von ihm erwartet, sozusag als Gegenleistung.


    Ich hatte schon Bedenken, Rudi entscheidet sich bei den Schaustellern zu bleiben. Aber dort hat er einen Einblick bekommen, wie es anderen Menschen ergeht und wie es ist, dass erste Mal richtig verliebt zu sein.


    Was war ich froh das Rudi dann doch zu Paul gegangen ist und er sich ihm anvertraut hat. Denn dadurch hat Rudi den Zusammenhalt der Familie erkannt. Diese Erkenntnis war ihm wohl schon abhanden gegangen.


    Ich hoffe nur nicht, dass Rudi seine Vergangenheit mit dem besagten älteren Damen noch zum Verhängnis wird. Bei solchen Fällen wird ja immer im Dreck gewühlt.


    Und Dito ich finde es auch mega spannend:)

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • Nach Beendigung des zweiten Abschnitt stehe ich wieder vor der Herausforderung nicht zu viel zu schreiben. Irgendwie ist immer so viel für mich wichtig und relevant. Ich fange mal an.

    Ich freue mich über viel Text :-) - ist ja auch ein dickes Buch geworden, also keine Hemmungen.

    Hitler mit seiner reinen Selbstdarstellung, zieht sich doch durch seine gesamte " Führerlaufbahn" . Leider bekam er ja nur 5 Jahre.

    Und wurde dann schon nach einem Jahr vorzeitig entlassen und NICHT abgeschoben, obwohl das Vorschrift gewesen wäre, einen kriminellen Ausländer nach seiner Haftstrafe abzuschieben. Aber man meinte, der arme Kerl habe doch durch seine Gesinnung bewiesen, dass er Deutsch denke. Mit Abschiebung von Kriminellen hatten wir also schon immer ein Problem in Deutschland.

    Was ich toll fand, dass die Spendengala richtig gut gelaufen ist und Joseph sogar etwas für die Kinderorthopädie und , ich mag das Wort gar nicht schreiben, Krüppelfürsorge getan hat.

    Und Moritz mein kleiner Held, organisiert sogar Kinderturnen wo gesunde und kranke Kinder gemeinsam rumtollen können. Voll fortschrittlich eine Inklusion.

    Und wie man sehen kann, gehen Kinder damit völlig normal um, denn Sophia hat keine Berührungsängste mit der kleinen Rosi um.

    Leider war sein Einsatz für Erhard nicht vom Erfolg gekrönt. Das fand ich schade, dass Erhard bei allen die Schuld sucht und selber nicht die Zähne zusammen beißt und um ein besseres Leben kämpft. Aber so wie Martha sagt, man kann nicht jedem helfen und ihm einen Schups ins neue Leben ermöglichen.

    Ja, Moritz ist jemand, der aus allem das beste macht. Das Wort "Krüppelfürsorge" mag heute schlimm klingen, war damals aber völlig normal und wertneutral.

    Warum, so wie Rudi von sich sagt, so eine Leere schon von Kinderbeinen an in sich spührt, kann ich gar nicht verstehen. Sicher jetzt fühlt er sich ausgegrenzt, aber ich persönlich finde, er grenzt sich auch ein wenig selber aus. Kaum nimmt er an Unterhaltungen teil oder erzählt von nichts von seinem inneren Seelenheil oder was ihn wirklich bewegt.

    Rudi hat eine melancholische Seite, die charakterbedingt ist, die er immer durch Lebhaftigkeit überdeckt. So etwas gibt es häufiger mal.

    Noch einmal zu Astrid, die war ja doll. Hält sich einen Liebhaber und will einen anderen heiraten.

    Sie war eben eine Frau, die sich das gleiche nahm, was Männer sich sonst vom Leben nehmen :-)

    Herr Engelmann, Carolas Vater, den wir ja auch schon kennen, hat auch sein Auftreten in diesem Roman. Nur gut das Rudi noch einen klaren Gedanken fassen konnte und Herren Engelmann gleich aufgesucht hat.

    Ja, der Engelmann musste auch noch mal auftauchen - wenn der Vater von Marthas bester Freundin Anwalt ist und ihr Sohn Jura studiert ist ja klar, dass man sich unterstützt.

    Einen kleinen Einblick gab es nun auch in Fredi seine Zukunftsplänen. Das er zur Polizei geht und dann gleich Geld verdienen kann, finde ich gut. Schön beim Gespräch mit Rudi habe ich so gedacht, wow, er kann richtig gut Zusammenhänge erfassen und wäre ein guter Kommissar. Das er sich mit Henny verloben will, ist das nicht ein wenig zu früh? Aber so war das damals wohl. Ich wünsche ihm jedenfalls das er mit Henny glücklich wird.

    Damals gab es ja noch den Kuppeleiparagrafen und Hennys Eltern wollen nicht, dass der Ruf ihrer Tochter leidet. Fredi ist sich ganz sicher, dass sie die Frau ist, mit der er sein Leben verbringen will, also heiraten die beide sehr jung und sich sich ganz sicher dabei. Fredi ist in dem Punkt völlig anders als Rudi. Der sucht keine Affären, sondern eine stabile, geborgene Liebesbeziehung. Er hat mit Henny das, woran Rudi im Sommer mit Akshara mal schnuppern konnte.


    Und ja, Fredi ist für die Polizeiarbeit geboren :-)

    Auch wenn wir wissen, dass Joseph Moritz liebt und er ihm mehr als geholfen hat. Aber ein wenig habe ich Angst, dass er Moritz ausnutz oder zu viel von ihm erwartet, sozusag als Gegenleistung.

    In die Verlegenheit kommt Joseph nicht, weil Moritz von sich aus gibt, was er geben kann, denn er liebt seinen Bruder ebenfalls. Die beiden haben ein ganz enges Band, was daraus resultiert, dass ihre Mutter sie so früh verlassen hat - wie Moritz Paul ja im Zug nach Berlin erzählt hat.

    Ich hatte schon Bedenken, Rudi entscheidet sich bei den Schaustellern zu bleiben. Aber dort hat er einen Einblick bekommen, wie es anderen Menschen ergeht und wie es ist, dass erste Mal richtig verliebt zu sein.

    Im Sommer mag das lustig sein, aber im Winter ist das kein so schönes Leben. So idealistisch ist Rudi auch nicht ;-)

    Was war ich froh das Rudi dann doch zu Paul gegangen ist und er sich ihm anvertraut hat. Denn dadurch hat Rudi den Zusammenhalt der Familie erkannt. Diese Erkenntnis war ihm wohl schon abhanden gegangen.

    Ja, wenn es hart auf hart kommt, vertraut Rudi seinen Eltern, denn er weiß, dass sie ihn lieben und immer zu ihm stehen, auch wenn er seine rebellische Phase hat.

    Ich hoffe nur nicht, dass Rudi seine Vergangenheit mit dem besagten älteren Damen noch zum Verhängnis wird. Bei solchen Fällen wird ja immer im Dreck gewühlt.


    Und Dito ich finde es auch mega spannend :)

    Tja, Rudi wird noch einige Erfahrungen im "Rudi-Krimi"-Anteil des Romans machen.

  • Hier war es mir wichtig, darzustellen, wie komplex das Thema war. Prothesen allein waren nicht alles.


    Ich finde die Darstellung auch sehr gelungen! Überhaupt, wie viele Aspekte das Thema Helfen haben kann!Und ich erinnere mich noch gut an die Beschreibungen der Kriegszitterer.

    Nicht jeder, von dem man glaubt, dass ihm geholfen werden muss, braucht unbedingt genau die Hilfe, die andere für richtig halten.

    Ja, bei aller Rebellion weiß Rudi, dass seine Eltern ihn lieben und er sich - wenn es hart auf hart kommt - immer auf sich verlassen kann. Das verhindert auch ein größeres Unglück.

    Ich hab ja beschlossen, dass ich Rudi ziemlich gerne mag - ein wenig Rebellion gehört auf alle Fälle zum Erwachsen-werden dazu. Das wichtigste ist aber eine solide Basis und die ist ganz eindeutig vorhanden! Glücklicherweise!


    Und Moritz mein kleiner Held, organisiert sogar Kinderturnen wo gesunde und kranke Kinder gemeinsam rumtollen können. Voll fortschrittlich eine Inklusion.

    Ja! Moritz hat sich wirklich toll entwickelt! Er war ja schon immer ein netter Kerl, aber auch mit seinen vielen Verletzungen setzt er sich für andere ein. Und was die Kinder angeht, macht er es wirklich sehr, sehr klug! Und es macht wieder einmal klar, dass Inklusion eigentlich logisch ist und nicht etwas besonderes sein sollte.


    Leider war sein Einsatz für Erhard nicht vom Erfolg gekrönt. Das fand ich schade, dass Erhard bei allen die Schuld sucht und selber nicht die Zähne zusammen beißt und um ein besseres Leben kämpft. Aber so wie Martha sagt, man kann nicht jedem helfen und ihm einen Schups ins neue Leben ermöglichen.

    Ja - es ist schon schade, dass dieser Einsatz für Erhard nicht ganz so erfolgreich war. Aber er hat sich eigentlich in seinem alten Leben gut arrangiert und hatte einfach nicht den Mut zum Kämpfen. Denn so eine angebotene Hilfe auch zu nützen erfordert viel Kraft, Mut und Kampf. Er bekommt einen kleinen Schups von außen und muss sich dann beweisen. Keine leichte Aufgabe.

    Vernunft, Vernunft...

  • und ja, Fredi ist für die Polizeiarbeit geboren

    Ich hoffe ja, dass Fredi im Rahmen seiner Ausbildung auch noch den wahren Mörder von Astrid zur Strecke bringt - wenigstens literarisch sollte Gerechtigkeit herrschen, wenn es schon im wahren Leben oft genug nicht so ist!

    Vernunft, Vernunft...

  • und ja, Fredi ist für die Polizeiarbeit geboren

    Ich hoffe ja, dass Fredi im Rahmen seiner Ausbildung auch noch den wahren Mörder von Astrid zur Strecke bringt - wenigstens literarisch sollte Gerechtigkeit herrschen, wenn es schon im wahren Leben oft genug nicht so ist!

    Das war auch mein erster Gedanke. Lassen wir uns überraschen, aber ich denken da werden wir enttäuscht:( aber es wäre schön schön.

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • Ich hoffe ja, dass Fredi im Rahmen seiner Ausbildung auch noch den wahren Mörder von Astrid zur Strecke bringt - wenigstens literarisch sollte Gerechtigkeit herrschen, wenn es schon im wahren Leben oft genug nicht so ist!

    Zellmer wird noch mal eine Rolle spielen.

    Oh, da bin ich aber gespannt. Ist Zellmer eigentlich ein deutscher Name? Ich hoffe nicht, dass er im dritten Reich gemeinsame Sache mit den Nazis macht und er dadurch seinen Auftritt bekommt.

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • In diesem Abschnitt wird es ja ziemlich dramatisch für Rudi, nachdem er unter Mordverdacht gerät, obwohl für uns ziemlich eindeutig ist, dass Zellmer dahinterstecken wird: der angebliche Abschiedsbrief war wirklich viel zu offensichtlich. Nur gut, dass Rudi so ein wasserdichtes Alibi hat, dass die Schrebergarten-Nachbarn bestätigen können.


    Rudi ist ein Mann, der die Frauen liebt, eindeutig. Zuerst Akshara, die auch nicht nur eine flüchtige Liebschaft war und dann Astrid. Beide Frauen erscheinen ziemlich modern, wobei bei Astrid dann doch die gesellschaftlichen Konventionen durchschlagen und sie zusehen muss/will, unter die Haube zu kommen. Lieber hat sie dann ein Eisen mehr im Herd, um sicher zu gehen, was in ihrem Fall jedoch tragisch endet.


    Ich fand es zwar auch überhaupt nicht schön, wie sie versuchte Rudi zu erpressen, aber es zeigt auch ganz deutlich, welche Stellung damals eine ledige Frau mit Kind hatte, daher kann ich ihre Verzweiflung durchaus auch nachvollziehen. Gut war aber, dass Rudi sich in dem Fall an seine Eltern, speziell an seinen Vater gewandt hat, der ganz anders reagiert, als ich erwartet hatte. Nachdem er in den letzten Kapitel schon so aufgebracht über Rudis Lebensstil war, hatte ich mit einem Donnerwetter gerechnet, aber nein, Paul kann seinem Sohn sogar plausibel erklären, warum er ihm überhaupt diese Vorhaltungen gemacht hat - die auch für mich nachvollziehbar sind.


    Ich hoffe nur, dass die Polizei Zellmer noch überführt bekommt für das, was er Astrid angetan hat :cursing:


    In diesem Abschnitt erfahren wir auch, warum sich Rudi immer mehr von seiner Familie zurückgezogen hat ... armer Kerl und keiner merkt was. Martha spricht zwar das mit der Armbanduhr bei Paul nochmal an, aber das war es dann. Ich hoffe mal sehr, dass die jüngsten Ereignisse die Familie wieder etwas näher zusammenbringt.

    Ein Studienfach zu belegen, das man überhaupt nicht studieren möchte, ist auch extrem frustrierend. Es wäre vielleicht wirklich besser gewesen, er hätte das früh genug klipp und klar gesagt, ich denke schon, dass Paul und Martha das akzeptiert hätten. Aber mal sehen, im Moment findet er es gar nicht so schlecht, Jura zu studieren, um evtl. für mehr Gerechtigkeit sorgen zu können.


    Bei Fredi zeigen sich schon die ersten Ermittleransätze ^^


    Der Prozess in München ist meines Erachtens eine ziemliche Farce, der Richter überlässt dem kleinen Schreihals ja ziemlich bereitwillig den Gerichtssaal als Bühne :cursing:

    Liebe Grüße

    Karin

  • Der Prozess in München ist meines Erachtens eine ziemliche Farce, der Richter überlässt dem kleinen Schreihals ja ziemlich bereitwillig den Gerichtssaal als Bühne

    Ja! Anders kann man das auch in der Nachschau nicht sehen. Mir war nicht klar, wie viele Anhänger der Schreihals schon damals in München hatte. Anscheinend hat er sich bei den "richtigen" Leuten beliebt gemacht.

    Aber dass er damals schon so viel Bühne bekam, schockiert mich trotzdem!


    Rudi ist ein Mann, der die Frauen liebt, eindeutig.

    Ich finde es ein klein wenig amüsant, dass er sich ja sofort verliebt. Mal sehen, ob Melanie für ihn doch noch die "große Liebe" geplant hat.

    Vernunft, Vernunft...

  • Rudi ist ein Mann, der die Frauen liebt, eindeutig. Zuerst Akshara, die auch nicht nur eine flüchtige Liebschaft war und dann Astrid. Beide Frauen erscheinen ziemlich modern, wobei bei Astrid dann doch die gesellschaftlichen Konventionen durchschlagen und sie zusehen muss/will, unter die Haube zu kommen. Lieber hat sie dann ein Eisen mehr im Herd, um sicher zu gehen, was in ihrem Fall jedoch tragisch endet.

    Ja, Rudi ist eigentlich gar nicht der Draufgänger, als der er seinem Vater erschienen ist - eigentlich sucht er Nähe und Geborgenheit, die perfekte Zweisamkeit - und hat zugleich aber auch Angst davor, weshalb er sich Frauen aussucht, wo eine gewisse Unverbindlichkeit bleibt. Das ist sein Nähe-Distanz-Konflikt, wie der Psychoanalytiker sagen würde. Er hatte als Erstgeborener zunächst zwei Jahre die Mutter für sich allein, dann kam Fredi. Zwar hat Rudi keine bewussten Erinnerungen mehr an die Zeit als Einzelkind, aber auf einer tieferen Ebene spürte er, dass er nun nicht mehr der Alleinherrscher im Herzen der Eltern war. Fredi war allein dadurch, dass er klein und niedlich war, der Aufmerksamkeit bewusst, als Rudi schon zwei Jahre älter war. Also suchte er nach anderen Wegen, die Aufmerksamkeit zu bekommen. Wir kennen ihn ja noch aus Band zwei als den vorlauten, redseligen Jungen, den Martha gerade deshalb so sehr mag. Und dadurch bekam Rudi das Gefühl, er muss immer irgendetwas beweisen und zeigen, um wahrgenommen zu werden - obwohl das nicht stimmte. Er hat große Angst vor Zurückweisung, also ist er lieber selbst derjenige, er zuerst zurückweist.

    Ich fand es zwar auch überhaupt nicht schön, wie sie versuchte Rudi zu erpressen, aber es zeigt auch ganz deutlich, welche Stellung damals eine ledige Frau mit Kind hatte, daher kann ich ihre Verzweiflung durchaus auch nachvollziehen. Gut war aber, dass Rudi sich in dem Fall an seine Eltern, speziell an seinen Vater gewandt hat, der ganz anders reagiert, als ich erwartet hatte. Nachdem er in den letzten Kapitel schon so aufgebracht über Rudis Lebensstil war, hatte ich mit einem Donnerwetter gerechnet, aber nein, Paul kann seinem Sohn sogar plausibel erklären, warum er ihm überhaupt diese Vorhaltungen gemacht hat - die auch für mich nachvollziehbar sind.

    Selbst Rudi erkennt das ja - und er ist vor allem erschüttert, weil er in dieser Situation erkennen muss, dass er nie der Eroberer war, der die Kontrolle hat, sondern nur Astrids Geliebter. Zum Heiraten reichte es ihr nicht, erst, als sie zwingend jemanden brauchte, um nicht alles zu verlieren. Mit unehelichem Kind wäre sie auch entlassen worden, sie hätte keine gute Arbeit mehr bekommen. Rudi will ihr letztlich auch helfen, aber dann ist es zu spät.

    Paul wiederum ist schon länger so schlecht auf Rudi zu sprechen, weil er sich selbst als jungen Mann in seinem Sohn wieder erkennt (was er als ehrbarer Vater natürlich nicht sagt, aber während seiner Studienjahre war der gute Paul auch kein Kind von Traurigkeit, wie wir nun ja erfahren). Er will Rudi vor seinen eigenen Fehlern bewahren, ohne sich zu offenbaren, weil er sich dafür schämt. Aber als dann Rudi in seiner Not zu ihm kommt, weiß Paul, der selbst Ähnliches erlebte, was sein Sohn nun braucht - keine Vorwürfe, sondern Verständnis. Denn Vorwürfe machen nichts besser. Er liebt seinen Sohn ja auch gerade deshalb, weil der ihm ähnlich ist. Paul war ja in Band 1 beim Hafenarbeiterstreik auch mit seinem Mundwerk ganz vorne weg.

    Es wäre vielleicht wirklich besser gewesen, er hätte das früh genug klipp und klar gesagt, ich denke schon, dass Paul und Martha das akzeptiert hätten. Aber mal sehen, im Moment findet er es gar nicht so schlecht, Jura zu studieren, um evtl. für mehr Gerechtigkeit sorgen zu können.

    Martha und Paul hätten es akzeptiert, aber das Problem für Rudi ist, dass er eigentlich gar nicht weiß, was er wirklich will - sein Herz brennt (noch) für keinen Beruf. Anders als Ella und später auch Fredi ist er (noch) relativ ziellos.

    Bei Fredi zeigen sich schon die ersten Ermittleransätze ^^

    Ja, Fredi wusste auch lange nicht, was er beruflich machen will, aber dann fand er das, was zu ihm passt. Und außerdem will er gleich Geld verdienen, denn anders als Rudi hat er keine Bindungsängste. Er hat die Frau gefunden, die er liebt und will seine erste große Liebe gleich heiraten. Er ist sich in allem sehr sicher und vertraut seiner Urteilskraft. Sowohl in Hinblick auf die berufliche Zukunft als auch seine Freundin.

    Der Prozess in München ist meines Erachtens eine ziemliche Farce, der Richter überlässt dem kleinen Schreihals ja ziemlich bereitwillig den Gerichtssaal als Bühne :cursing:

    Ja, und am gruseligsten ist es, dass das alles so passiert ist.

  • Ich finde es ein klein wenig amüsant, dass er sich ja sofort verliebt. Mal sehen, ob Melanie für ihn doch noch die "große Liebe" geplant hat.

    Ich bin schon wirklich sehr gespannt, was ihr von der Dame haltet, mit der es später dann richtig ernst wird :-)

  • In München treffen Martha und Carola wieder auf Lida und Anita - zwei wirklich interessante Persönlichkeiten.

    Ich freue mich auch immer auf ein Wiedersehen mit diesen beiden tollen Frauen.


    Dass Hitler einige prominente Damen in seinem Fanclub hatte, ist soweit zwar bekannt, aber für mich persönlich völlig unverständlich.

    Das habe ich auch nie kapiert, zumal die Frauen durchaus zur höheren Gesellschaft gehörten. Ich habe mal gelesen, dass das auch ein Grund war, warum Hitler sich so geziert hat, Eva Braun zu heiraten bzw. sich wirklich offen zu ihr zu stellen, weil er weiterhin "interessant" bleiben wollte.


    Und Joseph profitiert auch davon - mit guten Taten kann er sich seine Weste reinwaschen. Es gibt Schlimmeres! ;)

    Joseph ist für mich einer der spannendsten Charaktere in diesem Buch, auch wenn er nicht zu den Hauptfiguren gehört.


    Interessant ist natürlich die Geschichte um Erhard Schramm: er hat sich mit seinem Leben als Bettler arrangiert und hat den Mut für mehr eigentlich schon verloren.

    Ja, das war eine interessante Entwicklung und zeigt, dass Gutgemeintes nicht auch immer zu etwas Gutem führt, wenn sich jemand eigentlich mit seinem Leben arrangiert hat.


    Ich finde diese Idee eigentlich nicht übel: er muss arbeiten, sieht einiges und kann viele Erfahrungen sammeln.

    Das sehe ich auch so, zumal er kein Problem damit hatte, körperlich zu arbeiten, obwohl es sehr anstrengend ist.


    Der Mord an Astrid ist schlimm! Ich bin ja überzeugt, dass Professor Zellmer der Mörder ist, auch wenn das Gericht ihn nicht verurteilt hat.

    Ich denke auch, dass Zellmer der Mörder ist, er wusste am ehesten von Rudi als zweiter Liebhaber.


    Wäre Rudi an diesem Abend nicht zu seinen Eltern gefahren, wäre er wohl für den Mord an Astrid verurteilt worden.

    Oha, das war eine von Rudis besten Entscheidungen.


    Und hier noch etwas Amüsantes über Kondome:

    Herrlich ^^


    Und Moritz mein kleiner Held, organisiert sogar Kinderturnen wo gesunde und kranke Kinder gemeinsam rumtollen können.

    Moritz ist einfach nur toll, das kann man nicht oft genug schreiben <3


    Nur gut das Rudi noch einen klaren Gedanken fassen konnte und Herren Engelmann gleich aufgesucht hat.

    Das war ebenfalls eine sehr gute Entscheidung.


    Die Sekretärin Frau Behrens fand ich cool, als sie sich den Kalender von Astrid angeguckt hat und welche Schlüsse sie aus den Eintragungen gezogen hat.

    Ohja, die Sekretärin hat wirklich was drauf - gut fand ich auch, dass Plättner ihr die Möglichkeit gegeben hat, ihre Ansicht offenzulegen, er hätte sie auch direkt abwürgen können.


    Und wurde dann schon nach einem Jahr vorzeitig entlassen und NICHT abgeschoben, obwohl das Vorschrift gewesen wäre, einen kriminellen Ausländer nach seiner Haftstrafe abzuschieben.

    :cursing::cursing::cursing:


    Tja, Rudi wird noch einige Erfahrungen im "Rudi-Krimi"-Anteil des Romans machen.

    Zellmer wird noch mal eine Rolle spielen.

    Ich hoffe nicht, dass er im dritten Reich gemeinsame Sache mit den Nazis macht und er dadurch seinen Auftritt bekommt.

    Genau das befürchte ich, dass Zellmer jetzt in Schwierigkeiten gerät und nachher unter Hitler ein überzeugter Nazi sein wird, der dann seine Chance sieht, sich an Rudi zu rächen :(

    Liebe Grüße

    Karin

  • Ja, Rudi ist eigentlich gar nicht der Draufgänger, als der er seinem Vater erschienen ist - eigentlich sucht er Nähe und Geborgenheit, die perfekte Zweisamkeit - und hat zugleich aber auch Angst davor, weshalb er sich Frauen aussucht, wo eine gewisse Unverbindlichkeit bleibt. Das ist sein Nähe-Distanz-Konflikt, wie der Psychoanalytiker sagen würde. Er hatte als Erstgeborener zunächst zwei Jahre die Mutter für sich allein, dann kam Fredi. Zwar hat Rudi keine bewussten Erinnerungen mehr an die Zeit als Einzelkind, aber auf einer tieferen Ebene spürte er, dass er nun nicht mehr der Alleinherrscher im Herzen der Eltern war. Fredi war allein dadurch, dass er klein und niedlich war, der Aufmerksamkeit bewusst, als Rudi schon zwei Jahre älter war. Also suchte er nach anderen Wegen, die Aufmerksamkeit zu bekommen. Wir kennen ihn ja noch aus Band zwei als den vorlauten, redseligen Jungen, den Martha gerade deshalb so sehr mag. Und dadurch bekam Rudi das Gefühl, er muss immer irgendetwas beweisen und zeigen, um wahrgenommen zu werden - obwohl das nicht stimmte. Er hat große Angst vor Zurückweisung, also ist er lieber selbst derjenige, er zuerst zurückweist.

    Vielen Dank für diese professionelle Darstellung, ich finde so was immer sehr spannend.


    Paul wiederum ist schon länger so schlecht auf Rudi zu sprechen, weil er sich selbst als jungen Mann in seinem Sohn wieder erkennt (was er als ehrbarer Vater natürlich nicht sagt, aber während seiner Studienjahre war der gute Paul auch kein Kind von Traurigkeit, wie wir nun ja erfahren). Er will Rudi vor seinen eigenen Fehlern bewahren, ohne sich zu offenbaren, weil er sich dafür schämt.

    Ohja, so eine Situation haben wir im Freundeskreis ebenfalls, da sind es Mutter und Sohn, die sich zu ähnlich sind.


    Martha und Paul hätten es akzeptiert, aber das Problem für Rudi ist, dass er eigentlich gar nicht weiß, was er wirklich will - sein Herz brennt (noch) für keinen Beruf. Anders als Ella und später auch Fredi ist er (noch) relativ ziellos.

    Stimmt, eine wirkliche Alternative hat Rudi nicht. Heutzutage ist es eher möglich, dass man in so einer Situation eher noch was "rumdümpelt" ^^


    Ja, und am gruseligsten ist es, dass das alles so passiert ist.

    Genau so ist!

    Liebe Grüße

    Karin