Das Übel der Übersetzungen

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Lasst euch warnen von der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes - bleibt gesund!

Aber wer jetzt hier weiter Panik verbreitet, bekommt eine Zwangs-Forenpause verordnet!

Es gibt 113 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Voyageur.


  • (...) aber da ein Großteil aller Bücher eh in englisch verfasst sind, (...)


    :confused:
    Wie bitte? Das bezweifle ich aber ganz stark...


    dora

  • Hallo!



    Ich habe schon lange das Lesen jedweder Übersetzungen aufgegeben und lese nur noch englische Originale. Das schenkt mich zwar in meiner Auswahl ein klein wenig ein, aber da ein Großteil aller Bücher eh in englisch verfasst sind, kann ich damit leben.


    Ich glaube nicht, dass der Großteil der Bücher in Englisch verfasst ist. Vielleicht der Großteil der Bücher, die du kennst oder liest. Es gibt so viele andere Sprachen, dass ich nicht glaube, dass die meisten Bücher ursprünglich auf Englisch verfasst wurden.



    :confused:
    Wie bitte? Das bezweifle ich aber ganz stark...


    Ich auch.


    Liebe Grüße


    Nirika

    „Jeg ser, jeg ser …<br />Jeg er vist kommet på en feil klode! <br />Her er så underligt …“<br /><br />Sigbjørn Obstfelder - Jeg ser

  • Bisher war jedes Buch, an dem ich Interesse hatte, Orginal auf englisch. Aber bitte, wenn ihr konkrete Zahlen habt die das Gegenteil behaupten, immer her damit.

    Hier steht ein cleveres und inspirierendes Zitat!


  • Bisher war jedes Buch, an dem ich Interesse hatte, Orginal auf englisch. Aber bitte, wenn ihr konkrete Zahlen habt die das Gegenteil behaupten, immer her damit.


    Es ist ja ein Unterschied zwischen den Büchern, die dich interessieren und denen die existieren. Du hast hier behauptet die meisten Bücher wären in englischer Sprache verfasst, wenn du etwas behauptest, dann nehme ich an, dass du das nicht erfunden hast, sondern irgendwo gelesen und/oder gehört hast und deswegen bin ich erstaunt, weil es nicht stimmen kann.
    Mich interessiert wie du zu dieser Behauptung kommst.


    liebe Grüße
    dora

  • Es ist eine Schätzung, beruhend auf meine Erfahrungswerten, mehr nicht. Meiner Meinung nach müssten ca. 30% aller Bücher Original auf Englisch geschrieben sein. Schließlich ist Englisch die Nummer 3 der Muttersprachen und Nummer 1 der gelehrten.
    Aber wie gesagt, wer konkrete Werte hat, bitte. Ich lass mich auch eines besseren belehren.

    Hier steht ein cleveres und inspirierendes Zitat!


  • Es ist eine Schätzung, beruhend auf meine Erfahrungswerten, mehr nicht. Meiner Meinung nach müssten ca. 30% aller Bücher Original auf Englisch geschrieben sein.


    Sorry, aber deine Meinung sagt nichts aus.



    Schließlich ist Englisch die Nummer 3 der Muttersprachen und Nummer 1 der gelehrten.


    Laut Wikipedia wird Englisch weltweit von etwa 340 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen.
    Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 510 Millionen Sprecher.


    Das heißt, über 6 Milliarden Menschen haben andere Muttersprachen...



    dora

  • Doch meine Meinung sagt aus, das ich das denke. Und wenn ich denke das es so ist, reicht mir das in Ermangelung konkreter Fakten auch. Wie gesagt, ich hab noch kein Gegenbeweis gesehen, wenn ich so unrecht habe, beweist mir das doch bitte, statt an meiner Meinung rumzunörgeln.

    Hier steht ein cleveres und inspirierendes Zitat!

  • Guten Abend/Morgen!


    Wenn ich mich mal kurz einmischen darf:


    Kätzchen:
    In diesem Forum darf natürlich jeder seine Meinung sagen und vertreten. Aber eine Meinung ist halt immer noch eine Meinung und kein Fakt. Ein Satz wie


    [quote author=Kätzchen]
    Meiner Meinung nach müssten ca. 30% aller Bücher Original auf Englisch geschrieben sein. [/quote]


    ist insofern nichts anderes als Unsinn. Es ist, wie wenn ich schreiben würde "Meiner Meinung müsste etwa jede zweite Katze grüne Augen und ein weisses Fell haben." Und das begründe ich dann damit, dass 50 Prozent der bei mir lebenden Katzen tatsächlich so aussehen. Daraus aber auf alle anderen Katzen schliessen zu wollen, ist aber keine Meinung, sondern lediglich eine kreuzfalsche Hochrechnung. Und so ähnlich verhält es sich mit deiner Aussage, die ich oben zitiert habe...


    Wenn du aber sagst, dass dich zufällig fast nur Bücher interessieren, die im Original auf Englisch geschrieben wurden und die du entsprechend auch auf Englisch liest, so ist das eine Aussage, für die dich hier ganz bestimmt niemand kritisiert - weil du es eben so machst und das insofern wirklich deine Meinung (respektive dein Wille) ist...


    :winken:


    Alfa Romea

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.

  • Das Thema "Übesetzungen" lässt sich endlos ausweiten. Ich hab da auch so meine Erfahrungen mit miesen Übersetzungen gemacht. Aber was mich wirklich auf das extremste frustriert, ist die Verhackstückelung guter Filme! Da lob ich mir Originale mit Untertiteln.
    Ich lese englische Bücher grundsätzlich im Original, bei französischer Literatur reicht aber mein "Schulfranzösisch" für einen wirklichen Genuss leider nicht aus.
    Ich schließe mich allerdings der Meinung an, dass ein Übersetzer auch ein sprachliches Talent und großes Einfühlungsvermögen besitzen muss.
    Es reicht schlichtweg nicht aus, Dinge einfach Wort für Wort zu übersetzen - dabei geht der gesamte Flair des Buches verloren und was bleibt ist eine unbeholfene Aneinanderreihung von Wörtern. Darauf verzichte ich nur zu gerne!

  • Übersetzungen sind eine Sache für sich und ich denke wir könnten darüber noch jahrelang diskutieren ohne uns zu einigen. Ich denke jeder hat seine Vorlieben und Hasser und wenn man das weiss kann man sich dementsprechend seine Literatur aussuchen.


    Ich Lese z.B. deutsche Literatur auf Deutsch und Englische auf Englisch. Allerdings bevorzuge ich Übersetzungen vom Französischen in literarischen Texten auf Deutsch, aber in Fachtexten auf Englisch - nur so ist Derrida überhaupt etwas verständlich :zwinker:


    Aber nicht nur Übersetzungen sind manchmal frustrierend auch mit deutschen Klassikern wird nicht immer gut umgegangen. Und da hier alle Beispiele wollen. Gustav Freytag "Soll und Haben" (Ja das ist ein Klassiker!!). Ich habe ihn in einer Ausgabe von ca. 1920 und er ist vollständig. Allerdings habe ich eine andere zweibändige Ausgabe gefunden aus den 70er Jahren und da fehlen Teile. Nun gut, das ist bei 1000 Seiten Buch nicht so schlimm und auch nicht entstellend, aber wenn es schon bei nicht Übersetzungen gemacht wird, was kann man da bei Übersetzungen erwarten.

    &quot;Ganze Literaturen wären nicht, riegelten die Maedchen ihre Türen auf&quot; Kurt Tucholsky

  • Da ich es immer noch nicht fertig bringe, ein Buch im Original zu lesen und dabei nach wie vor England an der Spitze meines Lieblingsliteraturlandes steht, frage ich mich bei jedem Neukauf immer wieder, ob die Übersetzung nun gut ist oder nicht.


    Woran erkennt ihr, ob ihr eine gute oder schlechte Übersetzung in der Hand habt? Gibt es Tipps und Tricks oder irgendwelche Möglichkeiten, nicht vor jedem Spontankauf eine Internetrecherche veranstalten zu müssen?

    Ein Leben lang lesen ist nicht genug!<br /><br />Top 3:<br />1. &quot;Die Brautprinzessin&quot; von William Goldman<br />2. &quot;Männer&quot; von Dietrich Schwanitz<br />3. &quot;1984&quot; von George Orwell

  • Da hilft nur eine intensive Internetrecherche, dann auch mal ein Blick ins Original. Bei Anna Karenina habe ich recht intensiv geprüft, da wurden ganze Satzteile bei einigen Übersetzungen hinzugedichtet (dienten der Erläuterung, sind aber unnötig und im Original nicht zu finden). Letztlich muss man sich aber auf die Meinung von professionellen Rezensenten verlassen, da es ja nicht nur auf die "Wörtlichkeit" einer Übersetzung ankommt.


    Ohne das Internet gilt: Ich würde eher die neueren Übersetzungen kaufen und zudem auf den Verlag achten, der veröffentlicht. Beispiel: Proust. Da gibt es neben in den 20er Jahren veröffentlichten Übersetzungen, zwei neuere im Suhrkamp Verlag (Rechel-Mertens sowie Rechel-Mertens revidiert durch Luzius Keller). Zudem gibt es einige Teilbände von Michael Kleeberg übersetzt, jedoch bei einem kleinen Verlag. Wähle also Suhrkamp in der Keller-Übersetzung.


    Zudem kann man es auch am Übersetzer erkennen. Es gibt einfach einige Übersetzer, die immer wieder gelobt werden, Peter Urban wird für Übersetzungen aus dem Russischen immer wieder gelobt (z.B. Tschechow), Eike Schönfeld und Andrea Ott sind bekannte Übersetzer aus dem Englischen, über die ich noch nie Schlechtes gelesen habe. Aus dem Französischen übersetzt Elisabeth Edl und wird immer wieder gelobt.


    Schöne Grüße,
    Thomas


  • Ohne das Internet gilt: Ich würde eher die neueren Übersetzungen kaufen und zudem auf den Verlag achten, der veröffentlicht.


    Hallo Thomas,


    vielleicht eine dumme Frage: Aber kann ich - wenn ich im Buchladen stehe und ein Buch in der Hand halte - erkennen, von wann die Übersetzung ist? Hab' jetzt gerade kein übersetztes Buch zur Hand, aber m.W. ist nicht vermerkt, welchen Datums die jeweilige Übersetzung ist, oder? Kann man das ggf. anderswo recherchieren? Auch mit Internet - gibt es z.B. verlässliche Internetquellen?


    Viele Grüße
    Stefan

    Andere Orte im Internet erkundet und für uninteressant befunden.

    Einmal editiert, zuletzt von MacOss ()

  • Hab' jetzt gerade kein übersetztes Buch zur Hand, aber m.W. ist nicht vermerkt, welchen Datums die jeweilige Übersetzung ist, oder? Kann man das ggf. anderswo recherchieren?


    Ich weiss nicht, wie das mit dem neuen und dem neuesten Kindler ist. In meinem alten sind die Übersetzungen mit Jahreszahl aufgeführt. Im übrigen sind auch Übersetzungen Modezyklen unterworfen. Im Moment sind gerade welche "in", die "den schroffen Sprachstil des Originals" imitieren. Früher waren es welche, die glätteten und erklärten, heute eher solche, die sich dem Verständnis in den Weg stellen. Man muss halt selber entscheiden, was einem lieber ist. Die Krux ist ja: Ich kann nur dort selber entscheiden, ob eine Übersetzung wirklich gut ist, wo ich die Originalsprache so gut beherrsche, dass ich das Buch ebenso gut im Original lesen kann. In allen andern Fällen bin ich auf die Urteile anderer angewiesen ...

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Hallo Thomas,


    vielleicht eine dumme Frage: Aber kann ich - wenn ich im Buchladen stehe und ein Buch in der Hand halte - erkennen, von wann die Übersetzung ist? Hab' jetzt gerade kein übersetztes Buch zur Hand, aber m.W. ist nicht vermerkt, welchen Datums die jeweilige Übersetzung ist, oder? Kann man das ggf. anderswo recherchieren? Auch mit Internet - gibt es z.B. verlässliche Internetquellen?


    Viele Grüße
    Stefan


    Doch das kann man in der Regel erkennen und sollte im Impressum im Copyright angegeben sein. Kenne das zumindest von vielen Büchern. Wenn wohl kein Copyright mehr auf der Übersetzung liegt, dann (das weiß ich aber nicht genau) muss man es möglicherweise nicht angeben. Also bei solchen Büchern wie der Odyssee oder dem Dekameron oder auch Don Quijote wäre ich immer sehr vorsichtig und würde dreimal prüfen.


    Zudem wirbt auch so mancher Verlag mit einer neuen Übersetzung, z.B. bei der gerade erschienenen Übersetzung von Joseph Conrads "Herz der Finsternis" oder auch Anna Karenina von Manesse.


    Gruß, Thomas

  • Der Tag wird kommen, da hab ich endlich alle meine Bücher in meiner Datenbank. Was ich aber jetzt schon beim Eingeben anmerken kann, ist, dass in manchen Büchern nicht mal ein Übersetzer ANGEGEBEN ist. Weiterhin zeigt mir natürlich aber auch die Autofill-Funktion, dass wahrscheinlich immer ein- und dieselben Übersetzer am Werk sind, zumindest bei den neueren und einschlägigen Verlagen. Und dann hörts auf mit meinen Kenntnissen.


    Meine Shakespeare-Ausgaben sind übersetzt von Frank Günther und für mich steht außer Frage, ob Günther der Beste ist oder nicht. Er ist es einfach :zwinker: Die Ausgaben sind zweisprachig und ich sag mal so: Ich glaube Frank Günther, dass er Old Willi richtig übersetzt hat. Ich habe zum Vergleich eine Schlegel-Fassung von Romeo und Julia gelesen und seit dem wundere ich mich nicht mehr, wieso ich das Stück in der Schule so gähnend langweilig fand. Ich habe weiterhin die Ausgaben der Übersetzung von Wieland (welcher meiner Meinung nach der erste Übersetzer war) gelesen ... d.h. ich habs versucht. Wieland hatte in den ziemlich gekürzten Dramen immer Fußnoten wie z. B.: "Es folgt ein Wortgeplänkel, welches der Autor einer Übersetzung nicht Wert befindet" oder so ähnlich. Krummes Alt-Deutsch halt.


    Diese meine Erfahrung würde deine These bestätigen, Thomas, dass man möglichst auf die neueste Übersetzung zurückgreifen sollte.


    Was aber ist u. a. mit Charles Dickens? Die besten Übersetzungen lieferte dazu wohl Gustav Meyrink. Aber die sind alt wie der Wald. Dennoch, und auch hier habe ich mich anderweitig versucht, liefert Meyrink mir im dickenschen Sinne das beste Lesevergnügen. Leider hat er aber nicht das komplette Werk übersetzt und da steh ich nun wie Aurora vor dem Panzerkreuzer und weiß nicht: Welchen Dickens les ich jetzt weiter?


    Eine Ausgabe von suhrkampf "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" quäl ich mir seit 3 Jahren rein. Ich bin immer noch nicht über Band 1 hinaus und wandle nach wie vor "im Schatten junger Mädchenblüte". Wie ich Combray überstanden hab, weiß ich nicht mehr. Mittlerweile hab ich mich schlau gemacht und musste lernen, dass man schwerstens empfiehlt, die Hände von der suhrkamp-Ausgabe zu lassen, weil sie so schlecht übersetzt ist. Und da haben wir einen renommierten und sehr guten Verlag, auf dessen Bücher doch eigentlich Verlass ist. Und wie kann ICH wissen, ob die Übersetzung schlecht ist oder Proust? Ich meine, ich kenn den Mann ja nicht *g*. Versteht ihr, was ich meine?


    Liest du die "Anna Karenina" im Original, Thomas?

    Ein Leben lang lesen ist nicht genug!<br /><br />Top 3:<br />1. &quot;Die Brautprinzessin&quot; von William Goldman<br />2. &quot;Männer&quot; von Dietrich Schwanitz<br />3. &quot;1984&quot; von George Orwell

  • Eine Ausgabe von suhrkampf "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" quäl ich mir seit 3 Jahren rein. Ich bin immer noch nicht über Band 1 hinaus und wandle nach wie vor "im Schatten junger Mädchenblüte". Wie ich Combray überstanden hab, weiß ich nicht mehr. Mittlerweile hab ich mich schlau gemacht und musste lernen, dass man schwerstens empfiehlt, die Hände von der suhrkamp-Ausgabe zu lassen, weil sie so schlecht übersetzt ist. Und da haben wir einen renommierten und sehr guten Verlag, auf dessen Bücher doch eigentlich Verlass ist. Und wie kann ICH wissen, ob die Übersetzung schlecht ist oder Proust? Ich meine, ich kenn den Mann ja nicht *g*. Versteht ihr, was ich meine?


    Liest du die "Anna Karenina" im Original, Thomas?


    Nein, ich lese Anna Karenina nicht im Original, habe aber eine Bekannte mit Russisch-Kenntnissen (Muttersprachlerin) und da habe ich ein bißchen nachgefragt bei den Stellen, die sehr unterschiedlich übersetzt waren (fängt schon gleich bei den ersten Sätzen an). Daraufhin habe ich mir ein Urteil gebildet und zur Insel-Übersetzung gegriffen (ob das nun wirklich die beste ist, weiß ich nicht, es gibt neben der Wörtlichkeit ja auch noch andere Aspekte, die man nicht so einfach beurteilen kann).


    Und dann zu Proust: :grmpf: Bitte nenne mir eine einzige Quelle, in der die von Luzius Keller herausgegebene Suhrkamp-Ausgabe als schlecht übersetzt eingestuft wird. Das GEGENTEIL ist der Fall. Der Autor ist nicht einfach zu lesen, aber die Übersetzung von Keller liest sich äußerst elegant, um einiges eleganter als die übrigens nicht schlechte Übersetzung von Rechel-Mertens. Halte das Französische Original daneben und dann merkt man dass zumindest die Satzlängen übereinstimmen und keine Vereinfachung stattfindet, wo der Autor dies auch im Französischen nicht vorgenommen hat. Und bei Proust hat man ohnehin keine weitere deutsche Alternative, zumindest wenn man alle 7 Bände lesen will.


    Schöne Grüße,
    Thomas


  • Und da haben wir einen renommierten und sehr guten Verlag, auf dessen Bücher doch eigentlich Verlass ist. Und wie kann ICH wissen, ob die Übersetzung schlecht ist oder Proust? Ich meine, ich kenn den Mann ja nicht *g*. Versteht ihr, was ich meine?


    Du kannst das nicht beurteilen, man muss sich auf die Fachleute verlassen. Siehe übrigens folgenden aufschlussreichen, großartigen Artikel zur Qualität der Proust-Übersetzungen aus der NZZ:


    http://www.nzz.ch/2003/02/08/li/article8MK8J.html


    Gruß, Thomas

    Einmal editiert, zuletzt von Klassikfreund ()


  • Meine Shakespeare-Ausgaben sind übersetzt von Frank Günther und für mich steht außer Frage, ob Günther der Beste ist oder nicht. Er ist es einfach :zwinker: Die Ausgaben sind zweisprachig und ich sag mal so: Ich glaube Frank Günther, dass er Old Willi richtig übersetzt hat. Ich habe zum Vergleich eine Schlegel-Fassung von Romeo und Julia gelesen und seit dem wundere ich mich nicht mehr, wieso ich das Stück in der Schule so gähnend langweilig fand. Ich habe weiterhin die Ausgaben der Übersetzung von Wieland (welcher meiner Meinung nach der erste Übersetzer war) gelesen ... d.h. ich habs versucht. Wieland hatte in den ziemlich gekürzten Dramen immer Fußnoten wie z. B.: "Es folgt ein Wortgeplänkel, welches der Autor einer Übersetzung nicht Wert befindet" oder so ähnlich. Krummes Alt-Deutsch halt.


    Ich habe an der Uni mal ein Seminar über Shakespeare-Übersetzungen belegt. Da sieht man erst mal, was es für eine Bandbreite an verschiedenen Übersetzungen gibt. Schlegel/Tieck sind da schon ziemlich frei mit dem Original umgegangen und haben die derben Stellen weggelassen bzw. geschönt, da Shakespeare damals ja der verehrte Klassiker war und derbe Sprache und anzügige Witzchen nicht ins Bild gepaßt hätten :zwinker:. Im genauen Gegensatz dazu will Frank Günther gerade diese derbe Sprache Shakespeares ´rüberbringen, was die Texte wieder sehr viel moderner wirken läßt. Wer den Schlegel/Tieck´schen Shakespeare gewohnt ist, wird da vielleicht etwas überrascht sein. Übrigens war Frank Günther damals auch zu Besuch in unserem Kurs und hat einen Vortrag gehalten und sich mit uns über die Probleme des Shakespeare-Übersetzens unterhalten. Das war eine sehr unterhaltsame Stunde. Wir durften uns dann auch mal selbst an einer Textstelle versuchen und diese übersetzen. Das war ziemlich schwer, obwohl nur 2 Reime drin waren; eine sehr interessante Erfahrung.


    Aber was das Problem der Suche nach einer guten Übersetzung betrifft: da bin ich auch immer ratlos, wenn es um Literatur aus Frankreich, Russland etc. geht, weil ich nicht weiß, für welche Übersetzung ich mich entscheiden soll. Vielleicht lese ich deshalb hauptsächlich deutsch- und englischsprachige Literatur :breitgrins:


    Viele Grüße
    thopas


  • Aber was das Problem der Suche nach einer guten Übersetzung betrifft: da bin ich auch immer ratlos, wenn es um Literatur aus Frankreich, Russland etc. geht, weil ich nicht weiß, für welche Übersetzung ich mich entscheiden soll. Vielleicht lese ich deshalb hauptsächlich deutsch- und englischsprachige Literatur :breitgrins:


    Für ganz viele Werke gibt es auch nicht so viel Auswahl. Nehmen wir Hugo, sein Roman "Die Elenden" ist nur halbwegs vollständig bei Artemis und Winkler (Lizenz auch bei Albatros) abgedruckt. Dostojewskij wurde ja gerade von Swetlana Geier neu übersetzt. Die Ausgaben aus dem Insel-Verlag kann man durchaus lesen, selbst wenn die Übersetzung etwas älter ist.


    Gruß, Thomas