Jo Graham - Die Seherin von Troja

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
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    "Die Seherin von Troja" von Jo Graham

    Originaltitel: "Black Ships"


    Handlung:


    Möwe ist die Tochter eine trojanischen Sklavin. Nach einem Unfall kann sie nicht mehr arbeiten, und ihre Mutter bringt sie zur Pythia, damit diese das Mädchen als ihre Dienerin annimmt. Pythia ist eine geachtete Priesterin des Todeskults, doch die Opfergaben haben sich im Laufe der Zeit immer weiter verringert. Früher brachte man ihr Prinzessinnen, heute ist es nur noch ein Sklavenmädchen. Aber sie nimmt Möwe auf und bildet sie zur Nachfolgerin aus. Als Pythia stirbt, wird Möwe zur neuen Pythia. In einem Traum sieht sie, wie schwarze Schiffe auf die Stadt zukommen und eilt zum Hafen. Es sind die Landsleute ihrer Mutter, Trojaner, angeführt von Äneas, dem einzigen überlebenden Sohn des Priamos.

    Möwe-Pythia schließt sich der Reise des Äneas an, der eine neue Heimat für die kläglichen Überreste seines Volkes sucht.


    Meine Meinung:


    Troja und Äneas waren die Stichworte, dieses Buch wollte ich lesen. Die Lektüre ist schon Monate her, aber ein paar Eindrücke sind noch immer vorhanden. Zum einen liest sich das Buch wie nichts. Man fliegt über die Seiten und taucht irgendwann, 100 Seiten später, wieder in der Realität auf. Dabei ist es bei weitem kein Meisterwerk, sondern eher ein Buch, das man nach dem Lesen wieder vergisst. Ein bisschen wie Fastfood.


    Die Legende über Äneas dürften die meisten kennen - das war der, der Rom gegründet hat. Man weiß also beim Lesen, wohin es geht. Der Weg zum Ziel ist steinig und abenteuerlich, aber nicht unbedingt voll atemloser Spannung. Die Ich-Erzählerin Möwe ist eine besonnene junge Frau, und genauso ist auch die Geschichte, ruhig, mit umschiffbaren Untiefen und Gefahren. Zwar gibt es lebensgefährliche Stürme, doch vom Ziel abbringen können diese die schwarzen Schiffe und Möwe nicht.

    Schön fand ich den Abstecher in ein fernes Land. Möwes Zweifel, ob sie die Reise fortsetzen oder bleiben soll, fand ich hier glaubwürdig dargestellt. Man weiß natürlich, dass alle Wege nach Rom führen, zumindest was diese Reisegefährten angeht, trotzdem schafft es die Autorin, den Leser kurz ins Grübeln zu bringen.

    Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte. Diese ist, wie der Rest der Handlung, eher unaufgeregt, und doch gerade deshalb um so berührender.


    Im Februar 2022 kommt ein weiterer historischer Roman der Autorin auf Deutsch heraus. Ich werde ihn auf jeden Fall kaufen.


    Fazit: Ein angenehm zu lesendes Buch über eine Odysee (nur ohne Odysseus).


    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:


    ***

    Aeria