Anne Danck - Spielmannsbraut

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von HoldenCaulfield.

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    Titel: Spielmannsbraut

    Autorin: Anne Danck


    Allgemein:

    294 S.; Drachenmond Verlag, 2021


    Zitat

    Inhalt:

    »Ich würde mich nicht unterordnen, nur weil mir irgendjemand einen Ring auf den Finger schob! Er wollte meinen Gehorsam? Er würde ihn sich erkämpfen müssen.« Prinzessin Mirelle soll verheiratet werden - und das schnell, bevor sich ihr nacktes Bad im Fluss als Skandal herumspricht. Doch sie ist nicht bereit, sich dem Willen ihres Vaters zu fügen. Sie schlägt alle Freier in die Flucht mit der einzigen Waffe, die sie besitzt: gut gezieltem Spott. Nur nutzt es ihr nichts. Zur Strafe muss sie einen Bettler heiraten, der sie zu Demut erziehen soll. Kaum hat Mirelle den Ring am Finger, sinnt sie auf Rache an ihrem Vater - und an ihrem neuen Ehemann. Da kann er sie noch so faszinieren...


    Meine Meinung:


    König Drosselbart ist eines meiner Lieblingsmärchen überhaupt und ich freue mich immer sehr darüber, wenn jemand nicht die gefühlt tausendste Version von Die schöne und das Biest schreibt, sondern sich anderen Märchen zuwendet..

    Leider hat mich die Spielmannsbraut alles in allem nicht besonders von sich überzeugt. Was nicht heißt, das ich nicht auch positive Aspekte sehe. Vor allem der feministische Ansatz gefiel mir. Die Prinzessin ist keine hochmütige Frau, sondern versucht sich aus ihrer Situation zu befreien. Ich finde allerdings, das sie im späteren Verlauf viel zu sehr darüber nachdenkt, das ihr Verhalten doch nicht in Ordnung war, statt einfach dazu zu stehen und auch weiterhin zu vertreten, das es durchaus seine Berechtigung hatte. - Zu mal die betreffenden Adligen sie auch nicht besonders nett behandelt haben sondern eher wie eine Ware....


    Nun gut, ein kleiner Twist in der Handlung gefiel mir ganz gut, auch wenn er andererseits damit eine weitere Figur in das Schwarz-weiß Korsett gepackt hat, das leider die Handlung durchzieht. Ich finde es schade, das Figuren wie Mirelles Vater und auch andere Randfiguren keine echte Tiefe hatten. Sie waren Schablonen und irgendwie nervte mich das nach einer Weile auch. Die Annäherung zwischen Mirelle und ihrem Spielmann konnte ich ehrlich gesagt auch nicht nach empfinden. Das ist schade, denn immerhin ist das schon der Dreh und Angelpunkt der Geschichte. Es werden zwar Episoden erzählt, die diese Annäherung zeigen sollen, aber irgendwie kam das nicht bei mir an. Durch den Plotwist hat die Autorin zudem eine gewisse Chemie zwischen zwei Figuren verhindert, die meiner Meinung nach total gut funktioniert hätte.

    Und auch andere Entwicklungen fand ich nicht so gelungen konstruiert. Vor allem wie Mirelle letztendlich hinter die Inszenierung kommt, war etwas sehr weit weg geholt. Da hätte es andere, überzeugendere Möglichkeiten gegeben.


    Mir fehlte auch ein klein wenig der Märchenhafte Charakter. Das dies gelingen kann, ohne nicht trotzdem auch modern zu sein, haben andere Autor*innen schon bewiesen. Z.B. Lilach Mer (wenn auch mit einem anderen Märchen) und auch Ingrid Ganß; deren Interpretation des Stoffes sehr gut gefällt.

    Ein weiterer Kritikpunkt ist tatsächlich auch, das es manchmal wohl besser gewesen wäre, lieber nur mit Motiven zu arbeiten und sonst gar nicht so nah an der Vorlage zu kleben. An anderer Stelle hatte ich auch den Eindruck, das die Autorin die neuere Verfilmung der ARD kennt, denn es gibt so ein paar Szenen die schon extrem auffällig ähnlich sind.


    Nun gut, alles in allem war es kein kompletter Flop, aber alles in allem eher durchschnittlich.


    3ratten

  • Guten Morgen Holden,

    Dankeschön für deine ausführliche Rezension zu "Spielmannsbraut". So sehr scheint dir das Buch nicht gefallen zu haben. Ich warte aber trotzdem mal ab, ob es vielleicht noch andere Stimmen dazu geben wird und wie weitere Meinungen dazu ausfallen werden.


    Liebe Grüße, Lykantrophin