Micaiah Johnson​​ - The Space between Worlds/ Erde 0

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Titel: The Space between Worlds/ Erde 0
    Autorin: Micaiah Johnson


    Allgemein:

    416 S.; Knaur, 2021



    Inhalt:

    Adam Bosch, ein reicher Wissenschaftler hat herausgefunden, wie man die Parallelwelten der Erde besuchen kann. Einen Haken hat das Ganze jedoch: Man kann die jeweilige Welt nur dann besuchen, wenn die Version des eigenen Ich dort bereits verstorben ist. Aufgrund dessen stellt Cara, eine der Springerinnen, eine absolute Ausnahme dar. Denn sie ist auf über 300 der bisher bekannten Welten nicht mehr am Leben. Bosch erwartet von ihr, das sie so viele Daten wie möglich sammelt. Doch eigentlich hat sie keine so richtige Ahnung, weshalb die Daten eigentlich so wichtig sind. Doch bisher hat sie Boschs Motive noch nie hinterfragt. Cara hat aber auch selbst so ihre Geheimnisse, und bei einem ihrer Außeneinsätze, kommen ihr die eigenen Erfahrungen zur Hilfe, sorgen aber auch dafür, das sie Adam Bosch mit anderen Augen wahrnimmt... Kann sie ihm trauen?


    Meine Meinung:

    Kurz gesagt: Ich liebe das Buch :herz:


    Gut ich lese wenig Science Fiction, von daher mag es gut sein, dass das Thema Parallelwelten total ausgeschöpft ist Aber ich persönlich fand es höchst erfrischend und einfach mal weiter gedacht. Wer jetzt physikalische Erklärungen möchte, wieso weshalb warum das Ganze funktioniert, ist dann vielleicht nicht ganz so zufrieden. Ich persönlich gebe aber zu, das es mich oft gar nicht so stört, weshalb eine Welt so funktioniert wie sie es tut, ich brauche keine ellenlangen Erklärungen, ich möchte lieber einen guten Plot und interessante Figuren (das heißt nicht, das mir Logik völlig egal ist, aber ich kann manches einfach mal hinnehmen und mich auf das für mich wesentliche Konzentrieren.)

    Und genau diese interessanten Figuren bekam ich. Cara gefiel mir von der ersten Seite an, sie ist einfach ziemlich cool. *g* Sie ist ziemlich mutig, empathisch, aber hat auch gleichzeitig die nötige Portion Ambivalenz, die dafür sorgt das sie auf mich als Leserin nicht eindimensional wirkt. So trifft sie auch mal ziemlich egoistische Entscheidungen, die auch oft davon geprägt sind, welche Erfahrungen sie mit der Person in einem der zahlreichen anderen Erden gemacht hat. Gleichzeitig bemüht sie sich aber, genau das nicht zu tun und sich auch klar zu machen, das es eben nicht exakt der gleiche Mensch ist. Ich mag dabei gerade den Aspekt das Cara nicht perfekt ist.

    So ist es dann auch glaubwürdig, das sie manche Dinge zunächst nicht durchschauen konnte. AUch die anderen Figuren fand ich interessant und durch die Tatsache, das man manche davon auch in einer der Paralellwelten kennenlernt, war es auch spannend, die Abweichungen aber auch Gemeinsamkeiten zu sehen. Die eigenen Entscheidungen sind auch immer von verschiedenen Faktoren geprägt, ein Mensch hat andere Ausgangsvoraussetzungen und entwickelt sich daher anders, als auf der andren Welt, auf der z.B. der große Bruder starb oder die eigene Mutter eine bestimmte Person nicht geheiratet hat usw.


    Wer einen Actiongeladenen Roman erwartet, wird vielleicht eher enttäuscht. Erde 0 ist ruhig erzählt und hat weniger mit einer Abenteuergeschichte zu tun. Der Fokus liegt dann schon eher auf Cara als Person. Ich mochte es sehr, wie sie z.B. über die verschiedenen Versionen der Menschen die ihr wichtig sind nachdenkt und miteinander vergleicht. Aber auch wie sie auch ihre eigene Position hinterfragt, da sie genau weiß, wie sie zu dieser gekommen ist.


    Ein weiterer Punkt der mich sehr begeistert hat, ist die Diversität und wie die Autorin damit umgeht. - Sie macht es einfach, es ist nicht das "Problemthema",Punkt. Diese Selbstverständlichkeit im Umgang würde ich mir generell in allen Medien und sowieso in der Gesellschaft wünschen. So lange das noch nicht der Fall ist, werde ich auch weiterhin solche Beispiele herausheben, weil genau sie zur Normalisierung beitragen.

    Wie Frauenfiguren hier erzählt werden gefiel mir aber auch. Cara ist einfach eine realistische Frauenfigur meiner Meinung nach. Mit all den Gefühlsebenen die man als Menschen eben so hat, aber auch mit einem glaubwürdigen Anteil an Mut und Schwäche. Johnsons Figuren machen Fehler und ja,das hat Konsequenzen die nicht für alle positiv ausfallen. Aber auch das machte für mich die Geschichte auch glaubwürdiger. Irgendwie ist es ihr gelungen dabei aber dennoch nicht außer acht zu lassen, das sie trotzdem einen Roman erzählt und natürlich auch Dinge passieren sollten, die dafür sorgen das man bei Stange bleibt^^ Ich persönlich hatte immer wieder aufs neue Lust mich in die Handlung fallen zu lassen.


    Ja, tatsächlich ist das Ganze sicher nicht perfekt und es hätte vielleicht auch nicht zwingend eine kleine Liebesgeschichte gebraucht (die aber immerhin nicht heteronormativ ist), aber meinen Nerv hat Micaiah Johnson Johnson trotzdem getroffen.


    Und das ist auch der Grund, weshalb mir gar nichts anderes übrig bleibt als diese Bewertung:


    5ratten

  • Beitrag von Kirsten ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Ein weiterer Punkt der mich sehr begeistert hat, ist die Diversität und wie die Autorin damit umgeht.

    Das macht Becky Chambers in ihren Büchern auch immer so schön - das hier klingt auch nach einem SF-Wohlfühlbuch und wandert gleich mal auf die Wunschliste.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen