Bill Bryson - Streiflichter aus Amerika

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Es gibt 19 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von sandi.

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    Klappentext:


    Nach zwanzig Jahren in England kehrt Bill Bryson seiner Wahlheimat den Rücken, um sich mit seiner Familie wieder in Amerika niederzulassen. Mit frischem Blick, geschärft durch die Jahre der Abwesenheit, macht sich Bryson daran, den amerikanischen Alltag unter die Lupe zu nehmen.
    Mit Witz und Ironie stellt er Betrachtungen an über typisch amerikanische Phänomene: Käse in Sprühdosen, Frühstückspizza, eine 24-Stunden Hotline für Zahnseide und Jahre im voraus programmierbare Videorecorder...


    Rezension:


    Bill Bryson, 1951 in Des Moines, Iowa, geboren, hat inzwischen unzählige Reiseberichte verfasst. Von Europa über Asien, Australien, Amerika bis nach Afrika. Auf jedem Kontinent hat sich Mr. Bryson schon getummelt und berichtet munter und fröhlich und nicht zuletzt mit beißendem Humor über seine Erlebnisse mit Land und Leuten.
    Mit dem Buch "Streiflichter aus Amerika" hat er sich seinen Heimatkontinenten vorgeknüpft.
    Von einem Freund als Kolumnist bei "Mail on Sunday" angeheuert, philosophiert Bill Bryson in 77 Kolumnen mit einem Augenzwinkern über seine Mitbürger und die schier unglaublichen Gewohnheiten der Amerikaner.


    Meine Meinung:


    Da ich ein sehr großer Bill Bryson-Fan bin, war dieses Buch natürlich ein Muss. Es ist wirklich sehr kurzweilig und wird niemals langweilig zu lesen. Der großartige, bissige Humor Brysons hat mir so manches Mal ein lautes Lachen über die Lippen gefegt. Die einzelnen Kolumnen sind jeweils ca. 4 Seiten lang. Für mich war es ein Köstlichkeit, sie zu lesen. Sehr schön fand ich auch, dass es alles persönliche Erlebnisse sind, die er erzählt und er somit dem Leser ein vertrautes Gefühl vermittelt.
    Dieser Kauf hat sich deshalb für mich gelohnt und bald werde ich ein eigenes Regalbrett für Bill ausräumen müssen.



    5ratten




    PS: Bill Bryson ist übrigens seit 2005 „Chancellor“ der renommierten britischen University of Durham. Er ist der Nachfolger von Sir Peter Ustinov.


    Threadtitel-Icon entfernt. LG, Valentine

    Einmal editiert, zuletzt von Valentine ()

  • Brav! :breitgrins: Die Rezi ist so schön positiv, wie ich es als Bryson-Fan auch erwartet habe. Das Buch habe ich meinem Mann geschenkt und werde ihm jetzt Deine Rezi unter die Nase reiben, damit er es endlich liest!! Ich selber kenne das Buch noch nicht, ich wollte ihm den Vortritt geben und hätte eher mal selber zuschlagen sollen...
    Männer :rollen:

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa


  • Brav! :breitgrins: Die Rezi ist so schön positiv, wie ich es als Bryson-Fan auch erwartet habe. Das Buch habe ich meinem Mann geschenkt und werde ihm jetzt Deine Rezi unter die Nase reiben, damit er es endlich liest!! Ich selber kenne das Buch noch nicht, ich wollte ihm den Vortritt geben und hätte eher mal selber zuschlagen sollen...
    Männer :rollen:


    totlach


    Ich werde demnächst auch mal die anderen Bryson-Bücher rezensieren. Ich hoffe, dein Mann ringt sich dann erst recht durch, das Buch zu lesen!


    Liebe Grüße,


    Marypipe

  • Ich habe das Buch letztes Jahr gelesen, es war mein erster und einziger Bryson bisher (Eine kurze Geschichte der Zeit lese ich ja noch). Ich fand es ausgesprochen gut und lustig. Ich weiß nicht, wie andere es wahrnehmen aber für mich war es besonders schön all diese lustigen Dinge über die USA und deren Bewohner zu lesen, und mit meinen Erfahrungen aus zwei USA-Reisen und Erzählungen von Kollegen, Freunden und Bekannten in den USA zu vergleichen. Bill liegt ja sooo oft richtig :breitgrins:
    Besonderes Highlight sind für mich übrigens die Kapitel über die Elchjagd, den PC-Support und die Strumpfhosen tragenden Amerikanerinnen. totlach

  • Marypipe
    Deiner Beurteilung kann ich mich nur anschliessen.
    Einfach köstlich, wie er die Eigenarten der Amerikaner aufs Korn nimmt.


    Meine Beurteilung:
    5ratten:marypipeshalbeprivatmaus:


    Auch sein Buch: "Reif für die Insel" ist lesenswert. Hier nimmt er dann die Einwohner seiner Wahlheimat, die Briten, ins Visier seiner Beobachtungen.

    Der Rest seiner Bücher über seine Reisen steht bei mir ganz oben auf der Liste zu kaufender Bücher.
    Gibt es eigentlich noch mehr Autoren bzw. Reiseberichte dieser Art? Hat hier jemand einen Tip?

  • ich mag bryson sehr und habe das Streiflicht natürlich auch gelesen. vor allem seit ich in den staaten lebe, finde ich es noch amüsanter. mein mann der amerikaner ist, findet es nicht so witzig.

    "Ganze Literaturen wären nicht, riegelten die Maedchen ihre Türen auf" Kurt Tucholsky


  • mein mann der amerikaner ist, findet es nicht so witzig.


    Hä? Aber wieso denn? Heißt das nun, dein Mann speziell kann es nicht mit Humor nehmen oder kommt es insgesamt nicht so gut in Amerika, wenn man sie vereppelt?!
    Das fände ich sehr schade, denn Selbstironie ist eine der Tugenden, die ich sehr schätze.


    Grüße,


    Marypipe


  • Heißt das nun, dein Mann speziell kann es nicht mit Humor nehmen oder kommt es insgesamt nicht so gut in Amerika, wenn man sie vereppelt?!
    Das fände ich sehr schade, denn Selbstironie ist eine der Tugenden, die ich sehr schätze.


    Eine interessante Frage, denn schließlich ist der Autor selber Amerikaner. Würde mich auch interessieren...
    Kannst Du mal über seine Sicht der Dinge kurz berichten? Das wäre klasse.

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  • na ja, da er ja an solche sachen wie waste disposer im abwaschbecken oder so gewöhnt ist, fand er es zwar lustig, aber ja so isses halt und da macht man sich keine gedanken drüber, bzw. hat er viele der sachen selbst schon festgestellt.
    schwer zu sagen. ich sage ja nicht, dass er es nicht lustig fand, aber er konnte mein hysterisches lachen beim besten willen nicht nachvollziehen.

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  • Er ist die Sachen einfach zu gewohnt, für ihn ganz alltäglich, so sieht's für mich aus. Bryson hat mehrere Jahre im Ausland verbracht und hat sich über die Jahre da vermutlich eine gewisse Distanz geschaffen und alternative Lösungen für den Alltag kennen gelernt. Und dann sieht man das eigene Land hinterher mit anderen Augen.

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  • Es mag aber schwer verständlich sein, wie mensch so eine grobe Verallgemeinerung der AmerikanerInnen zustande bringen kann. Als ob diese sich nur mit Tiefkühlpizza und Trash - Fernsehen assoziieren. Gibt uns das nicht noch mehr Energie AmerikanerInnen in gewisser Weiße zu diffamieren oder warum bezieht sich Bryson nur auf das große Ganze?
    Denkt daran, der Durchschnittsdeutsche ist auch fett, ungebildet und lesefaul (ca. 7 Minuten am Tag). Würde ich jetzt behaupten wir wären ein Land voller inkompetenten, arbeitsscheuen und Bildungsablehnenden Individuen, müsste ich doch auch lügen!

  • Als ich Notes From A Big Country gelesen habe, fand ich es auch ganz großartig und habe mich köstlich amüsiert.


    Kurze Zeit später hatte ich in der Buchhandlung Neither Here Nor There (Den deutschen Titel muss ich Euch leider schuldig bleiben) in der Hand, das Buch über seine Reisen in Europa.
    Nachdem ich das Kapitel über Aachen und Köln überflogen hatte, war ich dann sehr enttäuscht und schockiert: Lauter schlechte Klischees.


    Es kam mir vor, als hätte er nur mit dem Zug eine halbe Stunde Aufenthalt in jeder Stadt gehabt und sich dann einen Text aus den Fingern gesogen, der sämtliche Klischees und doofe Geschichten beinhaltet, die er über die Region und Deutschland im Allgemeinen gehört hatte. :grmpf:


    Es schien mir jedenfalls nicht so, als hätte er sich wirklich vorurteilsfrei mit den beiden Städten beschäftigt. :rollen:


    Rückblickend kam mir dann der Gedanke, dass es sich bei den "Notes" auch einfach nur um eine Aneinanderreihung von Klischees handelte, die er vielleicht während seiner Zeit in England kennen gelernt hat, und dass mir das Buch nur deshalb so gut gefallen hat, weil es meine eigenen Vorurteile bzw. die europäische Sicht von den Amerikanern bedient.


    Aus der Perspektive finde ich Bryson jetzt nicht mehr so toll und seine beiden Bücher auf meinem SuB werden dort wohl noch ein wenig ausharren müssen :sauer:

  • Kurze Zeit später hatte ich in der Buchhandlung Neither Here Nor There (Den deutschen Titel muss ich Euch leider schuldig bleiben) in der Hand, das Buch über seine Reisen in Europa.


    Ich bin auf zwei "Europa-Bücher" gestoßen (den Titel habe ich auch auf englisch):
    entweder Streifzüge durch das Abendland. Europa für Anfänger und Fortgeschrittene
    oder Wo bitte geht's nach Domodossola? Ein Amerikaner entdeckt Europa
    Soweit ich weiß, ist es ersteres, das Streifzüge-Buch.


    Die Streiflichter lese ich dieses Jahr noch. Ich denke, dass es für einige Leser auch einen Unterschied macht, ob jemand sein eigenes Land aufs Korn nimmt oder ein fremdes. Kann ich mir zumindest gut vorstellen.

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  • Also ich habe auch die europa buecher gelesen und habe sie genause witzig gefunden wie die anderen. vor allem bei "reif fuer die insel" habe ich an vielen stellen sehr zustimmen muessen, da es wirklich so ist. genau wie bei dem amerika buch, nimmt er viele dinge und uebertreibt sie und natuerlich bedient er sich klischees, aber ich finde es trotzdem unterhaltend und witzig.

    "Ganze Literaturen wären nicht, riegelten die Maedchen ihre Türen auf" Kurt Tucholsky

  • Ich habe bereits alle Bücher von Bill Bryson gelesen und ich mag sie ganz gerne.
    Klar, natürlich berichtet er völlig subjektiv von seinen Reisen, das haben Reiseberichte so an sich. Und natürlich haben nicht alle die selbe Meinung, die selben Vorurteile usw. Mir geht es da genauso. Natürlich bin ich auch nicht immer derselben Meinung wie Bryson, aber muss man auch nicht sein. Ich finde die Art und Weise einfach gut, wie er von sich berichtet. Ja, eigentlich erfährt man sehr viel über seinen Charakter, wenn man zwischen den Zeilen liest. Und auch da ist es so, dass mir einige Charakterzüge sehr gut gefallen, einige nicht. Bryson ist ganz klar niemand, der völlig vorurteilsfre ist, aber wer ist das schon? Der werfe den ersten Stein. :breitgrins:
    Aber das Streifzüge durch das Abendland-Buch hat mir auch nicht sonderlich gefallen, da muss ich einigen Recht geben.


    Grüße,


    Marypipe

  • @Thomas_R
    Nicht grade prompt als Antwort zum Juli 2006 :smile:, aber als Tipp vielleicht doch noch genehm - ich lese halt immer mal wieder in den Forumsmassen und entdecke dabei jede Menge noch nicht Gelesenes:
    Ein wirklich sehr !! witziges und informatives Buch für Irlandreisende ist Pete Mc Carthy's "Mc Carthy's Bar"


    Zu Bill Bryson noch: Sein Buch heißt "Eine kurze Geschichte von fast Allem" und nicht "Eine kurze Geschichte der Zeit" (das wäre :zwinker: Stephen Hawking)
    Und "A Walk in the Woods" von Bryson ist eine Wanderung in den Apalachen. Ein eigentlich ganz unübliches Stück USA für den Leser und genau so zu hysterischem Gelächter animierend, wie ich es hier irgendwo schon gelesen habe. Ich weiß aber leider weder wie der Titel in der Übersetzung lautet, noch, ob die dem Brysonschen Witz gerecht wird - sieht aber so aus, Eurer weitgehenden Begeisterung nach zu schließen.


  • @Thomas_R
    Nicht grade prompt als Antwort zum Juli 2006 :smile:, aber als Tipp vielleicht doch noch genehm - ich lese halt immer mal wieder in den Forumsmassen und entdecke dabei jede Menge noch nicht Gelesenes:
    Ein wirklich sehr !! witziges und informatives Buch für Irlandreisende ist Pete Mc Carthy's "Mc Carthy's Bar"


    Stimmt, macht aber nichts. :klatschen: :winken:
    Deinen Tip werde ich mir mal anschauen.



    Zu Bill Bryson noch: Sein Buch heißt "Eine kurze Geschichte von fast Allem" und nicht "Eine kurze Geschichte der Zeit" (das wäre :zwinker: Stephen Hawking)
    Und "A Walk in the Woods" von Bryson ist eine Wanderung in den Apalachen. Ein eigentlich ganz unübliches Stück USA für den Leser und genau so zu hysterischem Gelächter animierend, wie ich es hier irgendwo schon gelesen habe. Ich weiß aber leider weder wie der Titel in der Übersetzung lautet, noch, ob die dem Brysonschen Witz gerecht wird - sieht aber so aus, Eurer weitgehenden Begeisterung nach zu schließen.


    Hier kommst Du leider zu spät. :zwinker:
    Der deutschen Titel heißt: "Picknick mit Bären". Und ist genauso gut.

  • Ich habe das Buch im Rahmen des SUB-Listen-Wettbewerbs 2007 gelesen und mein Fazit ist: Brillant!
    Dieses Buch kommt nie wieder runter von meinem Regal, denn für solch ironisches Lesefutter habe ich immer Platz - und ich habe auch immer wieder Lust drauf.


    Bryson schrieb für eine Beilage der Mail on Sunday, einer britischen Zeitung, die Kolumne "Streiflichter aus Amerika". Und als Amerikaner, der in England jahrelang gelebt hat, eine spitze Zunge hat und den britischen Humor sicher bestens kennt, war er auch prädestiniert dafür.
    Sicher, er bedient oft die klassische Schiene der kleinen und großen Vorurteile aus verschiedenen Bereichen: Sozialversicherungsnummer, Waffenbesitz, Essen, Sport, Einkaufen ... Aber das so triefend sarkastisch, dass ich immer wieder laut lachend auf dem Balkon saß und hoffte, meine Nachbarn wären trotz der Hitze alle drinnen und hätten die Balkontüren dicht verschlossen. Nicht zuletzt deshalb dürfte Bryson mit diesem Buch auch so erfolgreich sein. Er übertreibt in der Regel schamlos und hinterlässt oft den Eindruck, als wolle er weiter nichts erreichen als Unterhaltung. Aber er untermauert viele Kolumnenthemen mit realen Zahlen und Statistiken - der wahre Kern ist da.


    Seien wir übrigens mal ehrlich: So ein Buch kann jedem Land passieren. Hoffen wir nur, dass Bryson nicht auf die Idee kommt, Deutschland oder die Schweiz zu bereisen - wir müssten uns auf was gefasst machen :breitgrins:


    5ratten

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa


  • Seien wir übrigens mal ehrlich: So ein Buch kann jedem Land passieren. Hoffen wir nur, dass Bryson nicht auf die Idee kommt, Deutschland oder die Schweiz zu bereisen - wir müssten uns auf was gefasst machen :breitgrins:


    Hat er schon:


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  • Ein ganz tolles Buch. Habe es mir vor ein paar Tagen ohne große Erwartungen aus dem SUB gezogen. Ich habe mich noch nie beim Lesen derart köstlich amüsiert hahaha Dass ich lauthals los lache beim Lesen ist mir noch nie passiert. Ich kann nicht mal sagen, welche Kapitel mir am besten gefallen haben. Mir hat auch sehr gut gefallen, wie er sich selbst darstellt und aufs Korn nimmt. Wurde mir gleich unheimlich sympathisch. Muss mir definitiv noch mehr Bücher von ihm zulegen.

    "Man hat in der Welt nicht viel mehr, als die Wahl zwischen Einsamkeit und Gemeinheit." A. Schopenhauer

    :blume::engel::katze:

    Einmal editiert, zuletzt von sandi ()