Karma Brown - Todsichere Rezepte für die moderne Hausfrau

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    * Todsichere Rezepte für die moderne Hausfrau*

    Dieses Buch ist ein weiteres von der kanadischen Schriftstellerin Karma Brown. Sie lebt mit ihrem Ehemann, Tochter und ihrem Labradoodle Fred in Toronto / Kanada.

    Verlag: Penguin Verlag

    Deutsche Veröffentlichung: 13.09.2021

    Seitenzahl: 416

    Format: Taschenbuch & Ebook

    Übersetzung: Canada Council for the Arts


    Cover sowie das gesamte Buch ist stilistisch liebevoll, zeitgenössisch - ganz im Stil von 50iger Jahre Kochbüchern,gestaltet.

    Inhalt:

    Zwei Ehepaare leben in unterschiedlichen Zeitepochen ( 50iger & 80iger Jahre). Beide durchlaufen Höhen-& Tiefen ihrer Partnerschaft.

    Gemeinsamer Nenner: ihr Wohnsitz.

    Zufällig findet Alice (80iger Jahre) im Keller, das Kochbuch von Nellie ( 50iger Jahre).

    Eine starke Neugier befällt Alice. Nicht nur die Rezepte sind interessant.Durch weitere Nachforschungen entsteht ein unsichtbares Band, zwischen beiden Frauen. Nicht nur die guten Tipps werden offenbar. Einige Rezepte haben nicht nur eine wohlschmeckende, sondern auch eine mögliche tödliche Wirkung.


    Mein persönlicher Leseeindruck::freu:


    Das Cover gefällt mir sehr. Ich fühle mich direkt in die 50iger Jahre gebeamt. Die gesamte, einem 50iger Jahre-Kochbuch nachempfundene Aufmachung, überzeugt mich.

    Schreib-& Erzählstil:

    Die Satzstellungen und Grammatik ermöglichen einen guten Lesefluss. Einige dem amerikanischen Sprachgebrauch entnommenen Redewendungen wurden leider Wort-, aber nicht Sinngemäss übersetzt. Das führte zu kleinen Irritationen.

    Die Geschichte:

    Packend erzählt. Gekonnt verknüpfte Zeitebenen und die überzeugende emphatische Erzählweise entwickeln bei mir einen sprichwörtlichen Lese-Sog. Ungern, lege ich Lesepausen ein. Meine Neugier und das Bedürfnis hinter die Geheimnisse zu sehen, entfachen wahre Lesefreude.

    Bildhafte Schilderungen, olfaktorischen Ausführungen und die vorgestellten gesellschaftlichen Normen, werden teil meiner Wahrnehmung.

    Die beschriebenen Geschicke der beiden Hauptprotagonistinnen, werden mich noch lange beschäftigen.

    Fazit:

    Ein sehr gelungener Roman welcher nicht nur sehr gut unterhält.

    Er motiviert seine Leserschaft über unsere aktuellen Normen des ehelichen Zusammenseins, nachzudenken und deren fortlaufende Sinnhaftigkeit zu reflektieren & zu erörtern.

    Minuspunkte:

    Leider konnte mich die habtisch mangelhafte Papierqualität nicht überzeugen. Kleine Druck-& Rechtschreibfehler haben den tollen Gesamteindruck etwas geschmälert.

    Von mir gibt es eine sehr gute 4*Sterne Leseempfehlung!4ratten

    :leserin:

  • Die frisch verheiratete Nellie freut sich auf ein Leben mit ihrem Richard im neuen Haus. Doch bald muss sie feststellen, dass Richards Hände locker sitzen und es auch nicht viel braucht, um ihn unzufrieden zu stimmen.

    Um die 60 Jahre später, im Jahr 2018, ziehen die jungen Eheleute Alice und Nate in das Haus ein. Sie wollen eine Familie gründen, doch etwas scheint mit dem Haus nicht zu stimmen. Und Alice glaubt, dass Nate etwas vor ihr verbirgt. Und dann findet Alice das alte Kochbuch der Vorbesitzerin und entdeckt schauriges.


    Das Buch hat mir sehr gut gefallen, obwohl es ganz anders ist als der Klappentext vermuten lässt.

    Ja, irgendwie ist die Geschichte nur eine Aneinanderreihung von Ereignissen. Der Alltag der beiden Frauen im Haus und im Garten wird bis ins Detail beschrieben. Und teilweise hat man den Eindruck, die Story plätschert die ganze Zeit nur vor sich hin. Aber immer scheint etwas im Hintergrund versteckt zu liegen. Etwas bedrohliches, nur greifbar ist es zunächst nicht. Und man beginnt sich zu fragen, wo zur Hölle die Autorin mit einem hin will.


    Es gibt immer zwei Kapitel in Alices Welt, dann kommt Nellies Teil in den Fünfzigern dran. Die Kapitel werden immer entweder mit einem Rezept eingeleitet, oder mit einem besonders wertvollen Tipp, wie die sorgenvolle Ehefrau ihren Göttergatten zufrieden stellen kann. Ein Beispiel?

    Zitat

    "Nichts zerstört das Glück des Ehelebens mehr als eine faule, schlampige Frau (Mrs. Dobbin Crawford, Bath Chronicle, 1930)

    Oder

    Zitat

    "Jammern und heulen Sie nicht, weil Sie krank sind und keinen Spaß haben; der Mann geht hinaus, um den ganzen Spaß zu haben, und Ihr Lachen ist gefragt, wenn er nach Hause kommt und Ihnen davon erzählt - teilweise. Was das Kranksein betrifft, so sollten Frauen nie krank sein. (Advice to Wives, The Iles of Man Times, 12. Oktober 1895)

    Besonders Nellies Kapitel mochte ich gerne. Die damalige Rolle der Ehefrau und die Atmosphäre der Fünfziger Jahre hat die Autorin ziemlich gut dargestellt. Wie selbstverständlich die Frau ihre eigenen Bedürfnisse für den Mann hintenanstellt. Das sie ohne die ausdrückliche Erlaubnis des Ehemannes nichts darf. Wie wichtig es war, den äußeren Schein zu wahren, obwohl der Haussegen schon lange schief hängt. Und wie alle wissen, hat die Frau nur zwei Lebensfragen: Was koche ich, und was ziehe ich an.

    Dann kommen Alices Kapitel und die Unterschiede von damals zu heute werden deutlich, auch das was sich immer noch nicht verändert hat.


    Auch wenn es nicht so klingt, handelt es sich bei diesem Buch doch immer noch um einen Krimi. Und ein Krimi braucht ein Verbrechen, welches es auch gibt. Aber was da genau passieren wird, muss man schon selbst entdecken.

    Ich selbst hätte das Buch trotzdem eher in die Dramaecke, anstatt ins Krimiregal gesteckt. Aber das ist nur meine Meinung. Deswegen kann ich mir vorstellen, dass es einige enttäuschte Leser geben wird, weil auch die etwas anderes erwartet hatten.


    4ratten

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.