Joyce Carol Oates: Die Schwestern von Bloodsmoor

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Es gibt 2 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von finsbury.

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    Der Roman, der zweite in einer Reihe von fünf dem Gothic-Genre gewidmeten Romanen, beschäftigt sich mit dem Schicksal von fünf Schwestern, die von der Mutter her zu der fiktiven reichen US-Gründerfamilie Kiddemaster gehören. Ihr Vater ist ein genialer, aber erfolgloser Erfinder, John Quincy Zinn. DIe Handlung spielt von den 80er Jahren bis zum Silvesterabend 1899.


    Erzählt wird in dem knapp 900 Seiten dicken Roman die Emanzipationsgeschichten vierer der fünf Töchter, die aber alle am Frauenbild der patriarchalisch-bigotten Ostküstengesellschaft scheitern. Den Witz bezieht der Roman aus der ironischen Brechung, dass die Erzählerin sich als Sachwalterin gerade dieses konservativ-chauvinistischen Weltbildes geriert und daher voller Missbilligung die Fluchtgeschichten der vier Schwestern schildert. Eine wird Schauspielerin, eine Spiritistin, die vierte wird Erfinderin wie ihr Vater und die älteste - Skandal! - ändert ihr Geschlecht und führt ein aufregendes, alle Gesetze brechendes Leben im jungen Westen der Staaten. Nur die zweitälteste heiratet standesgemäß und erträgt klaglos ihren heuchlerischen Ehemann, seines Zeichens Pfarrer, der sie für allerlei sexuelle Praktiken missbraucht und damit sie nichts davon sieht, ihr immer eine Kapuze überzieht.

    Der Anfang ist mir ganz schön auf den Geist gegangen, weil man erstmal die ironische Brechung durch die empörte Haltung der Erzählerin akzeptieren muss, bevor man die Erzählweise des Ganzen genießen kann. Auch widmen sich die ersten 100 bis 200 Seiten vor allem einem Tag und schildern in aller Ausführlichkeit das jungfräuliche Leben der fünf Schwestern, aus deren Mitte die jüngste an diesem Tag, dem Verlobungsfest ihrer ältesten Schwester, durch einen schwarzen Ballon entführt wird hinein in ein von Geistern geprägtes Leben.

    Ich denke, es gibt bessere Romane von Oates, z.B. den ersten der Gothic Novels "Bellefleur", aber wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, liefert dieser Roman einen sehr guten Eindruck von einer Gesellschaft, in der die Frauen durch die Verinnerlichung der durch die Männer und die KIrche gesetzten Grenzen selbst zu ihrer Versklavung beitragen.

    2 Mal editiert, zuletzt von finsbury ()

  • Auch widmen sich die ersten 100 bis 200 Jahre vor allem einem Tag und schildern in aller Ausführlichkeit das jungfräuliche Leben der fünf Schwestern, aus deren Mitte die jüngste an diesem Tag, dem Verlobungsfest ihrer ältesten Schwester, durch einen schwarzen Ballon entführt wird hinein in ein von Geistern geprägtes Leben.

    Du meinst sicher "Seiten", oder?


    "Bellefleur" habe ich vor Jahren mal gelesen. Allerdings erst im zweiten Anlauf.

  • Auch widmen sich die ersten 100 bis 200 Jahre vor allem einem Tag und schildern in aller Ausführlichkeit das jungfräuliche Leben der fünf Schwestern, aus deren Mitte die jüngste an diesem Tag, dem Verlobungsfest ihrer ältesten Schwester, durch einen schwarzen Ballon entführt wird hinein in ein von Geistern geprägtes Leben.

    Du meinst sicher "Seiten", oder?


    "Bellefleur" habe ich vor Jahren mal gelesen. Allerdings erst im zweiten Anlauf.

    Vielen Dank, yanni! Gefühlt waren es halt 100 bis 200 Lesejahre :breitgrins:. Hab's oben aber korrigiert!