Neil Gaiman - Niemalsland (Neverwhere)

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 58 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von SaintGermain.

  • Die Ähnlichkeit ist nicht ganz zufällig, Christoph Marzi hat sich nach eigener Aussage unter anderem von "Niemalsland" inspirieren lassen.


    :zwinker: ich weiß, war damals bei der Leserunde dabei. Wie gesagt hätte ich Lycidas vorher nicht gelesen hätte mir Niemalsland warscheinlich besser gefallen.

    Lieber barfuß als ohne Buch. <br />(Isländisches Sprichwort)<br /><br /><br />:leser:

  • Mir ging es beim Lesen von "Niemalsland" aehnlich wie Phistomefel. Die Idee des Buches fand ich toll, genauso wie die verschiedenen Schauplaetze und die Figuren (die beiden Fieslinge sind einfach super :breitgrins: ), ich finde jedoch, dass man daraus mehr haette machen koennen. Vielleicht lag es aber einfach daran, dass ich aufgrund der Begeisterung mehrerer Bekannter von mir mit zu hohen Erwartungen an das Buch herangegangen bin?! Ich hab oft gedacht "Schade, ueber den und den Ort oder die und die Figur haette ich gern mehr erfahren". Trotzdem war es ein gut geschriebenes, nettes Buch und ich werde bestimmt noch einmal eins von Neil Gaiman versuchen.....Stardust hoert sich da ja ganz vielversprechend an :zwinker: .


    Und die drei Baende von Christoph Marzi habe ich ja auch noch ungelesen hier stehen. Vielleicht sind die mir dann ausfuehrlich genug :breitgrins:

    Ein Buchladen ist einer der wenigen Beweise dafuer, dass es noch Leute gibt, die denken. (Jerry Seinfeld)<br /><br /> :leser: Reread Ernest Cline &quot;Ready Player One&quot;

  • Hab das Buch gelesen und Gefallen daran gefunden. Dass er nicht mehr daraus gemacht hat finde ich einen Vorteil - es gibt genügend Fantasy-Romane mit überbordendem Umfang, da ist mir eine Geschichte im handlichen Format sehr willkommen. Der Comic dazu ist auch ausgezeichnet. :-)


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Meine Meinung
    Eigentlich führt Richard ein stinknormales Leben als Londoner Geschäftsmann. Das ändert sich jedoch abrupt, als er auf den Weg zu einem Abendessen mit seiner Verlobten Jessica und deren Chef über eine verletzte junge Frau namens Door stolpert und sie kurzerhand mit zu sich nach Hause nimmt.
    Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse: Jessica löst die Verlobung auf, vor Richard’s Tür stehen zwei Killer, die auf der Suche nach Door sind und als das Mädchen wieder verschwindet, scheint es, als hätte sie Richard’s komplettes Leben mitgenommen. Auf der Straße wird er übersehen, als er zur Arbeit kommt, wird gerade sein Büro ausgeräumt - niemand nimmt ihn wahr oder erinnert sich an ihn. Nicht einmal Jessica.
    Richard macht sich auf die Suche nach Door – und gerät dabei in eine geheime Welt unterhalb Londons, in der Menschen mit Ratten sprechen, Vampire, Mönche, Mörder und sogar Engel leben.


    Wie ‘Stardust’, welches mein erstes Buch von Neil Gaiman war, ist auch ‘Niemalsland’ ein spannendes Märchen für Erwachsene, dessen besonderer Reiz diesmal in der gelungenen Verbindung von fantastischen Elementen mit dem modernen London Life liegt. Auf dem Weg durch den Londoner Untergrund erfährt man zum Beispiel, dass in Earl’s Court ein waschechter Earl residiert und fährt mit mysteriösen Geisterzügen, deren Stationen man anhand des abgedruckten Tube-Plans mit dem Finger nachfahren kann.


    Die Grundstimmung des Buches ist ziemlich düster, viele Szenen sind blutig und teilweise sogar richtig gruselig. Aufgelockert wird dies durch den tollen Humor des Autors. So waren die Killer Mr. Croup und Mr. Vandemar zwar wirklich zum fürchten, die Dialoge zwischen ihnen aber teilweise so witzig, dass ich mehrfach blöde vor mich hin kichern musste. Ohnehin waren die meisten Figuren mehr als skurril und ihre guten oder bösen Absichten nicht immer zu durchschauen.


    Auch Richard ist ein Fall für sich. Der unorganisierte junge Mann taugt, wie er selbst sagt, „nur für ein Leben in Sicherheit“ und stolpert als absoluter Anti-Held durch die Unterwelt, stets mit dem Ziel, so schnell wie möglich in sein altes Leben zurückkehren zu können. Das macht ihn nicht nur auf Anhieb unheimlich sympathisch, sondern auch überaus menschlich. Umso bedauernswerter finde ich es, dass die Entwicklung, die er im Laufe der Geschichte durchmacht, ab einem bestimmten Punkt sehr schnell vonstatten geht und vor allem auch viel zu glatt läuft. Dies sowie ein paar kleinere Ungereimtheiten sind letztlich auch der Grund dafür, weshalb das Buch nicht die volle Punktzahl erhält.


    Übringens, wer ‘Lycidas’ von Christoph Marzi mochte, sollte unbedingt auch ‘Niemalsland’ lesen, das als Vorlage für die Trilogie um die Uralte Metropole gedient hat.


    Meine Wertung
    4ratten

  • Ich hab jetzt 130 Seiten gelesen und irgendwie blicke ich immer noch nicht so recht durch :rollen:
    Ich befinde mich in einer Welt unterhalb von London, klar. Aber wer ist Door, was hat es mit Hunter auf sich, wer sind die zwei Jäger und wo soll die Reise hingehen?


    Mag sein, dass ich etwas ungeduldig bin, aber nach 130 Seiten so im Dunkeln zu tappen bin ich irgendwie nicht mehr gewohnt :breitgrins:
    Meine Fragen werden hoffentlich noch alle geklärt, oder?


  • Mag sein, dass ich etwas ungeduldig bin, aber nach 130 Seiten so im Dunkeln zu tappen bin ich irgendwie nicht mehr gewohnt :breitgrins:
    Meine Fragen werden hoffentlich noch alle geklärt, oder?


    Alles zu seiner Zeit, aber ja, werden sie. :breitgrins: Bloß nicht aufgeben, das Ende ist toll!

    Jahresziel: 2/52<br />SLW 2018: 1/10<br />Mein Blog

  • Alles zu seiner Zeit, aber ja, werden sie. :breitgrins: Bloß nicht aufgeben, das Ende ist toll!


    Vielen Dank :tanzen:
    Und ich dachte schon, dass ich so einiges nicht mitbekommen habe, weil ich gerade das englische Original lese.

  • So weit bin ich noch nicht, habe leider erst ganz wenige Seiten gelesen. Ich kann mir bisher aber nicht vorstellen, dass Neil Gaiman mich jemals enttäuschen könnte.

  • So, gestern bin ich fertig geworden mit dem Buch - ging sehr flott, was schonmal soviel heisst wie:
    * es ging leicht und flüssig zu lesen, schön zum Immer-weiter-schmökern
    * es hat mich schon ziemlich gefesselt, ich hab's zwischendurch nicht lang weglegen können.


    Für mich eine wirklich schöne Geschichte, die Grundstimmung manchmal sehr beklemmend und bissl eklig manchmal, aber schön skurril, viele viele Ideen und unterschiedliche Szenarien, die - da kommt mein kleiner Kritikpunkt - meines Empfindens nach gern noch mehr hätten ausgearbeitet werden können.


    Ich hätte mich einfach ins eine oder andere Szenario gern länger "entführen" lassen, aber die Protagonisten ziehen hopp hopp immer schnell weiter bzw. man wird sehr schnell von Ereignis zu Ereignis geführt (und hört dann von den bereits "erledigten" Ereignissen nichts mehr).


    Aber alles in allem fand ich es ein tolles Buch, eine sehr interessante "Parallelwelt" zu London und die Figuren waren mir auch (fast) alle sehr sympathisch :klatschen:


    Jetzt habe ich ein anderes von Neil Gaiman angefangen : Anansi-Boys.
    Bin mal gespannt, wie das so ist - sonst kenne ich nur den Sternwanderer von ihm.

    Sie schmusen nur wenn sie wollen, kosten Geld, verteilen überall ihre Haare...:<br />Katzen sind winzig kleine Frauen in billigen Pelzmänteln.

  • Inhaltsangaben gibt es in diesem Thread nun schon genug, daher spare ich mir eine weitere.


    Meine Meinung: Die Grundidee fand ich und finde sie auch immer noch interessant und witzig, denn mit so einer Parallelstadt, die sich immer wieder mal mit der realen Stadt überlappt, kann man eine ganze Menge anstellen. Eigentlich. Gaiman hat hier nur meines Erachtens zu viel Potential verschenkt, indem letztlich doch nur eine klassische Queste die Grundlage der Story bildet. Das etwas makabere Ambiente deckt das nicht zu. Auch die Personenkonstellation ist eigentlich gut gewählt, aber da kann ich nur Phistomephel zustimmen: die meisten wirkten auf mich doch eher blutleer, jeder Tote entlockte mir nur ein müdes Achselzucken, und hätte es andere getroffen, so wäre es mir auch egal gewesen. Croup und Vandemar waren dafür dann so böse, daß ich sie auch schon wieder nicht mehr richtig ernst nehmen konnte.


    Was den Roman einigermaßen rettet, sind – neben dem Untergrundambiente, das zwar gerne auch ausführlicher hätte sein dürfen (und wie man so etwas wirklich bildhaft macht, durfte ich kürzlich erst bei Olga Tokarczuks AnnaIn in den Katakomben lesen) – die teilweise doch ganz witzigen Dialoge, für die nun im größten Umfang ausgerechnet die Bösewichter Croup und Vandemar sorgen, letzterer vor allem, wenn auch unfreiwillig. Das Ende war mir ungefähr beim letzten Drittel klar und das ist für so ein Buch einfach entschieden zu früh. Es war ganz nette Unterhaltung und schnell runterzulesen, aber bleibenden Eindruck wird es nicht hinterlassen.


    3ratten


    Schönen Gruß,
    Aldawen

  • Ich bin mal wieder hin- und hergerissen von dem, was Herr Gaiman hier geschrieben hat. Die Idee fand ich auch super, eine Welt unterhalb von London zu schaffen, die wie ein gruseliges Abbild der Realität erscheint und ihre eigenen Regeln und Gesetze kennt. Ich freue mich jetzt sogar noch mehr auf meinen ersten London-Besuch nächsten Monat und dann werde ich sicherlich an manchen U-Bahn-Stationen an das Buch und die Charaktere denken müssen. Und irgendetwas an der Geschichte scheint mich auch gefesselt zu haben, da ich es kaum erwarten konnte weiterzulesen. Aber ich kann gar nicht sagen, was es war. Denn wenn ich mal so darüber nachdenke, war mir die Geschichte irgendwie zu simpel. Ich hatte auf Wendungen gehofft, die nicht total vorhersehbar waren, aber so konnte ich mir eigentlich schnell denken, was als nächstes passieren wird und wie es dann ausgehen wird. Liegt wahrscheinlich auch einfach an diesem "Quest"-Aufbau,.. Aber auch die Charaktere waren mir irgendwie alle zu flach und total unsympathisch.
    Das Ende wiederum hat mir richtig gut gefallen, dass Richard


    Wie gut, dass wir auch halbe Punkte vergeben können. Einen solchen brauche ich nämlich hier :breitgrins:
    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    ~ The world is quiet here ~

  • Meine Eindrücke:
    Nachdem ich schon öfters gelesen habe, dass Christoph Marzi sich bei Lycidas stark von Gaimans Buch hat inspirieren lassen, war ich sehr neugierig darauf. Die Ähnlichkeiten sind teilweise so groß, dass froh bin, dass ich Lycidas zuerst gelesen habe, denn sonst hätte ich beim Lesen sicher Frust geschoben.

    Niemalsland ist eine spannende, fantasievolle und düstere Geschichte, in welcher der Autor nicht zimperlich mit den handelnden Personen umgeht. Besonders gruselig sind die Figuren Mr. Croup und Mr. Vandemar, die als Auftragsmörder und Folterknechte mit bösem Humor durch die Handlung flanieren.
    Doch es gibt noch mehr markante Figuren, welche die Geschichte beleben und bereichern. Mir hat es vor allem der Maquis de Carabas angetan, ein windiger und aalglatter Typ, der davon lebt anderen einen Gefallen zu tun und der sich wiederum mit einem Gefallen bezahlen lässt.


    Die Welt unter London ist eine gefährliche, aber auch fantastische Welt, die oft so düster und beklemmend beschrieben wird, dass ich sie zwar faszinierend finde, aber dort auf keinen Fall leben möchte.


    Leider gibt es einige Dinge und Fragen, die bis zum Ende nicht zufriedenstellend aufgelöst werden, oder sogar offen bleiben. Man muss nach eigenen Erklärungen suchen, was ich teilweise etwas unbefriedigend fand.


    Außerdem hält sich der Autor, wie schon bei Sternenwanderer, nicht mit ausführlichen Beschreibungen auf. Wenn Richard durch diese versteckte Welt stolpert, werden die einzelnen Stationen zwar beschrieben, aber für meinen Geschmack hätte das ruhig ausführlicher sein können.


    Insgesamt ist das Buch ein kurzweiliges und spannendes Leseabenteuer mit einem Hauch Grusel.


    4ratten


    LG, Aurian

  • So, bin heuet morgen so gegen 0:20 noch mit dem Buch fertig geworden, hier jetzt ein paar Gedanken dazu.


    Zum Inhalt muß ich - denke ich - nichts mehr sagen, der ist bereits ausführlich beschrieben worden, daher gleich weiter zu Meiner Meinung:


    Mir geht es auch ähnlich wie Phistomefel. Kurz gesagt: die Idee ist sehr vielversprechend, die Durchführung hält das Versprechen aber nicht ganz. Ich habe mich über weite Strecken gut unterhalten gefühlt, hatte aber insgesamt ein bischen das Gefühl von einer Nummern-Revue: der Autor hatte eine Reihe wirklich origineller Ideen (die verschiedenen Schauplätze unterhalb Londons, sehr originell und stimmungsvoll beschrieben, auch die Figuren sind oft von der Idee sehr phantasievoll beschrieben, werden dann aber nur ein-zweimal über die Bühne gehetzt und dürfen dann wieder abtreten), die verbindende Handlung wirkt aber bisweilen etwas dünn und konstruiert.


    Auch die Hauptfiguren haben mehr Potential, als sie dann tatsächlich verwirklichen. Richtig geärgert habe ich öfter über Richard, der hat sich mehrmals so dämlich angestellt, dass ich micht richtig fremdschämen musste - nicht wirklich überzeugend.


    Stilistisch ist das Buch gut, wo der Autor die Stadt und ihre Schauplätze beschreibt, den Humor in den Dialogen finde ich oft etwas aufgesetzt bis plump (gegen Ende in dem Aufzug: “Now would be a very bad time to discover that one was claustrophobic, wouldn’t it?” “Yes,” said Door. “Then I won’t,” said Richard." - oh Mann, wie witzig).


    Fazit
    Zur kurzweiligen Untehaltung ganz geeignet, aber ohne bleibenden Eindruck, erreicht gerade so
    3ratten


    Morwen

    "What we remember is all the home we need."

    Roberet Holdstock, Avilion


    Mein SuB: Link<br />Mein Goodreads-Account

  • Ich habe Neverwhere vor ein paar Jahren gelesen. Das Buch hat mir gefallen, aber ich finde auch nicht, dass es Gaimans bestes war.
    Wie andere auch, habe auch ich zuerst die Lycidas-Trilogie gelesen und wusste, dass diese sehr stark beeinflusst ist von Neverwhere (allerdings habe ich das erst nach dem Lesen von Marzis Büchern erfahren). Insofern kann ich eigentlich gar nicht sagen, wie ich das Buch bewerten würde, hätte ich es zuerst gelesen. Immerhin war mir zu dem Zeitpunkt die Grundidee, das London unter dem eigentlichen London, ja schon gut bekannt und erschien mir dadurch nicht mehr ganz so neu.
    Zudem hat es mich rückwirkend schon gestört, dass manche Figuren aus Marzis Buch eins zu eins aus Neverwhere übernommen wurden (Mr. Coup & Mr. Vandemar, die als wölfisch und füchsisch beschrieben werden versus Mr. Fox & Mr. Wolf). Dafür kann der werte Herr Gaiman natürlich nichts, denn chronologisch gesehen war seine Idee ganz klar zuerst da, aber es hat mein Lesevergnügen doch getrübt, da mir alles irgendwie schon bekannt erschien.
    Im Nachhinein würde ich wohl die umgekehrte Lesereihenfolge wählen.


    Gut gefallen hat mir übrigens die Beschreibung von Door, insbesondere ihre Augen. Ich habe sie mir immer als sehr schöne Frau vorgestellt.


    Da ich das Buch mochte, mir andere Bücher von Neil Gaiman aber besser gefallen haben gibts von mir:


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    “Grown-ups don't look like grown-ups on the inside either. Outside, they're big and thoughtless and they always know what they're doing. Inside, they look just like they always have. Like they did when they were your age. Truth is, there aren't any grown-ups. Not one, in the whole wide world.” N.G.

  • Meine Meinung:
    Für meine Verhältnisse war mir dieser Roman zu dunkel und düster. Ich glaube, wenn ich mal in London gewesen wäre, hätte mir das Buch sicher besser gefallen.
    Der Marquis ging mir auf die Nerven, Richard war mich oft zu dämlich... Mr. Vandemar und Mr. Croup kamen gut rüber. Aber im Ganzen fand ich die Charakter etwas platt.


    Es war nicht so ganz mein Fall. Von mir gibt es 2ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter den Wolken.

  • Meine kurze Meinung
    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich mochte die düstere Stimmung und für Fantasy-Bücher, die quasi in unserer Welt spielen, kann ich mich sowieso begeistern. Obwohl ich noch nie in London war, fand ich es immer wieder spannend zu sehen, wie Neil Gaiman das "obere" London mit dem "unteren" London verknüpft hat. Dadurch entsteht eine tolle Atmosphäre.


    Auch die verschiedenen Charaktere fand ich toll. Mr. Vandemar und Mr. Croup sind unübertroffen, aber auch die anderen Personen haben sind klasse. Wobei mir persönlich am besten die kleinen Nebencharaktere gefallen haben ... die, die kurz auftauchen und danach wieder verschwinden, wie z.B. Lady Serpentine.


    Auch die Handlung war gelungen und selbst wenn manche Witze etwas platt und vorhersehbar waren, habe ich den Verlauf doch mit Spannung verfolgt.


    Allerdings hat das alles eine Haken und das tut mir wirklich leid, weil der Autor da gar nichts dafür kann. Während des Lesens dachte ich mir die ganze Zeit, dass ich die Geschichte irgendwie schon kenne. Die Charaktere kamen mir bekannt vor und auch die Handlung war nicht neu für mich. Irgendwann ist mir dann auch eingefallen, woher: aus "Lycidas" von Marzi. Und obwohl ja letztendlich Marzi von Gaiman "geklaut" hat, habe ich doch beim Lesen von "Niemalsland" ständig an die Parallelen denken müssen und das ich das alles schon kenne. Das hat mir ein Stück weit das Lesevergnügen genommen, was ich wirklich sehr schade finde.


    Dennoch ein tolles Buch, denn die Idee an sich und auch die Umsetzung waren wirklich gelungen.
    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)

    Einmal editiert, zuletzt von mondy ()

  • Ich möchte vorab kurz erwähnen, dass ich kein Fantasy Leser bin und wer dieses vielfältige Genre mag und im Gegensatz zu mir den Unterschied zwischen High Fantasy und Urban Fantasy und den anderen Unterkategorien kennt, der wird dieses Buch möglicherweise anders beurteilen als ich das tue. Ganz einfach darum, weil diese Leser über einen umfangreichen Erfahrungsschatz verfügen und diese Geschichte womöglich besser bewerten können oder aus einem anderen Blickwinkel lesen.


    Mir persönlich hat dieser literarische Ausflug in den Fantasy Bereich gut gefallen und ich kann verstehen, dass dieses Genre viele treue Leser hat. Da ich eher ein Kopfmensch bin, konnte ich mich problemlos in die bodenständige Hauptfigur Richard Mayhew versetzen der unverhofft die uns bekannte Welt verlassen muss und in eine komplett andere Realität katapultiert wird. Indem er einem verletzten Mädchen namens Door hilft, erlebt er Abenteuer in einer Parallelwelt namens Unter-London. In dieser phantastischen Wirklichkeit, in der geltende Normen ausser Kraft und durch surreale ersetzt werden, müssen sich Richard und ich erstmal zurechtfinden. Etliche skurrile, einige bitterböse und manchmal liebenswerte Figuren erscheinen auf der Bildfläche und verschwinden kurz darauf ins Nichts um dann unverhofft wieder aufzutauchen. Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass mich dieses zeitweise etwas chaotische, zuweilen sprunghafte hin und her innerhalb der Szenen und der ganzen Geschichten hie und da verwirrt hat. Ich kam mir vor wie die Kugel im Flipperautomat die vom Autor hin und her gespickt wird bis es irgendwann laut klingelt. Das ist aber der einzige Kritikpunkt in einem ansonsten tadellosen Roman und zugleich der Grund, weshalb ich eine Ratte in der Wertung in Abzug bringe.


    Ich habe die "Erstmals Ungekürzte" Ausgabe aus dem Eichborn Verlag gekauft und gelesen. Ein besonderes Lob verdienen die Verlagsmitarbeiter, die dieses Buch mit einem auffallendem Umschlagbild und den Zeichnungen im Inneren so kreativ gestaltet haben. Wenn ein Buch so schön ausstaffiert ist, bin ich gerne bereit auch mal 18.00 Euro für eine broschierte Ausgabe zu bezahlen.


    Die Geschichte ist irgendwie verrückt, irgendwie crazy, teilweise mit morbidem Humor angereichert aber alles in allem sehr unterhaltsam. Irgendwann in ein paar Dekaden wird man dieses Werk wahrscheinlich zu den Klassikern im Fantasy Genre zählen. Ich könnte diese Ehrung jedenfalls verstehen. Dieser phantastische Roman war mein letztes gelesenes Buch im Jahr 2016 und es bildetet einen würdigen Abschluss meines Lesejahres.


    4ratten

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    Als Richard Mayhew mit seiner Verlobten zu einem wichtigen Essen mit ihrem Chef eilt, fällt im ein verletztes Mädchen für die Füße. Richard nimmt sie mit nach Hause und plötzlich kennt ihn niemand mehr in "Oberlondon". Deshalb folgt er Door nach Unterlondon, wo er unfassbare Abenteuer erlebt, die ihn sein Leben kosten könnten. Dabei will er doch nur sein altes Leben zurück.

    Ungewöhnlich ist, wie das Buch zustande kam: Zuerst gab es eine 6teilige TV-Serie (leider nicht im deutschsprachigen Raum), dann gab es eine erweiterte Buchfassung für Großbritannien und schließlich auch eine für die USA. Zu guter Letzt kam dann diese ungekürzte Version heraus, die die beiden Bücher aus GB und USA in ein Buch zusammenfasst. Am Ende des Buches findet man dann neben einem alternativen (2.) Prolog auch noch eine kurze Bonus-Geschichte über den Marquis, die man auch gut selbst in das Buch hineingeben könnte.

    Das Cover (dieser ungekürzten Fassung) ist brillant gemacht und passt großartig zum Buch. Es ist auch das beste Cover das das Buch in all seinen Formen bisher hatte.

    Der Schreibstil des Autors ist ausgezeichnet; Orte und Charaktere werden bildgewaltig dargestellt.

    Die Handlung ist sehr gut konstruiert; der Spannungsbogen ist das ganze Buch über auf hohem Niveau.

    Gespickt ist das ganze mit typisch britischem, trockenem, teilweise sarkastischem Humor, der mir sehr gut gefiel.

    Viele Fragen, die sich auch komischerweise Richard nie stellt, bleiben leider unbeantwortet - da es aber angeblich eine Fortsetzung geben soll (was das Ende auch erwarten lässt), wird hier hoffentlich noch einiges geklärt.

    Kleine Überraschungen gab es in dem Buch auch, große allerdings nicht.

    Eine Verfilmung (wie die bereits ursprüngliche) kann ich mir gut vorstellen, auch wenn nicht alles perfekt in diesem Buch war.

    Ein bisschen hat das Buch sicher auch Inspiration durch Alice im Wunderland" bekommen - aber eben nur ganz wenig.

    Fazit: Fantasy-Roman mit guten Ideen - die Fortsetzung ist dann hoffentlich noch besser. 4 von 5 Sternen

  • Beitrag von Yoshi ()

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