Walter Moers - Rumo & Die Wunder im Dunkeln

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 46 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kaliyo.

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    Kurzbeschreibung laut Amazon:
    Eines Morgens wittert der kleine Rumo, der wie jeder Wolpertinger bei geschlossenen Augen mit der Nase sehen kann, den silbernen Faden, der das Glück verheißt. Doch bis dahin gilt es unvorstellbaren Gefahren zu trotzen: Rumo kämpft gegen bestialische Zyklopen, befreit seinen Lehrmeister Smeik von der Teufelsinsel, schlägt sich mit tumben Blutschinken, begegnet einem genialen Schüler von Professor Dr. Abdul Nachtigaller – und gelangt schließlich in das idyllische Wolperding, wo er schließlich den Ursprung des silbernen Fadens findet. Als eines Tages seine aus der Ferne Angebete Rala mitsamt allen Bewohnern der Stadt verschwunden ist, steigt Rumo mit seinem sprechenden Schwert in die Untenwelt, um Rala zu suchen. Doch dort lauern weitere unvorstellbare und tödliche Abenteuer auf den jungen Helden. »RUMO & Die Wunder im Dunkeln« ist ein grandioses Leseabenteuer, das alle Konventionen zeitgenössischer Prosa sprengt.


    Voller Neugierde und Vorfreude machte ich mich vor einigen Tagen an meinen ersten Zamonien-Roman. Anfangs konnte ich in die Lobeshymnen, die von vielen gesungen werden, nur einstimmen: eine überbordende Phantasie, wundersame Figuren, großartige Wortkaskaden und natürlich die Frage, was bloß als nächstes kommen könnte. Einziger Kritikpunkt war anfangs für mich die fehlende Tiefe, aber darüber konnte ich dank der anderen Qualitäten des Buches hinwegsehen. Spätestens ab der Hälfte begannen mich dann aber gerade diese Eigenschaften zu nerven: noch eine eingeschobene Lebensgeschichte, noch eine Aufzählung phantastischer Ausdrücke, noch eine bis ins kleinste Detail ausgeführte Szene, die der eigenen Phantasie leider keine Arbeit lassen... Alles das wurde nerviger und nerviger. Zwar gab es zwischendrin immer wieder echte Highlights, z. B. Rumos Gespräche mit seinem persönlichkeitsgespaltenen Schwert oder Smeiks Unterhandlungen mit den Unvorhandenen Winzlingen, aber im Großen und Ganzen tat das Buch vor allem in der zweiten Hälfte, was ein Buch absolut nicht tun darf: es langweilte mich!
    Hinzu kommt eine trotz der teilweise wirklich genialen Einfälle eine Vorhersehbarkeit (mich jedenfalls hat Ralas Schicksal nicht überrascht und drum hielt sich auch mein Mitleiden sehr in Grenzen) und ein Folgen genreeigenen Gepflogenheiten (monumentale Endkämpfe langweilen mich einfach), nicht vorhandene Charaktertiefe und eine der Substanz des Stoffes überhaupt nicht angepasste Länge (das Buch ist viel zu dick).
    Daher kann ich insgesamt nicht mehr als
    2ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:
    geben. Den nächsten Moers (der Blaubär subt) werde ich - wenn überhaupt - in langen, ruhigen Arbeitsnächten lesen, wenn die Müdigkeit am Größten und das Gehirn zum Denken zu müde ist; dazu dürfte sich die Zamonien-Romane eignen.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Hallo!


    Ich mag dieses Buch sehr. Wolpertinger sind meiner Meinung nach höchst faszinierend und Rumo ganz besonders. Es gibt einiges zu lachen und natürlich ein spannendes Abenteuer.
    Allerdings muss ich Saltanah in sofern recht geben, dass das Buch teilweise ein wenig vorhersehbar ist. Das tut meiner Begeisterung allerdings keinen Abbruch. Die lustigen, phantasievollen Szenen überwiegen und daher habe ich auch kein schlechtes Gewissen wenn ich


    4ratten


    verteile.


    Liebe Grüße


    Nirika


    PS:


    geben. Den nächsten Moers (der Blaubär subt) werde ich - wenn überhaupt - in langen, ruhigen Arbeitsnächten lesen, wenn die Müdigkeit am Größten und das Gehirn zum Denken zu müde ist; dazu dürfte sich die Zamonien-Romane eignen.


    :confused: Kann man ein Buch lesen ohne dabei zu denken? :winken:

    „Jeg ser, jeg ser …<br />Jeg er vist kommet på en feil klode! <br />Her er så underligt …“<br /><br />Sigbjørn Obstfelder - Jeg ser

  • Obwohl ich den Blaubär und die träumenden Bücher sehr mochte, kam ich in "Rumo" überhaupt nicht hinein, fand den Anfang gleichzeitig langweilig und zu brutal und habe das Buch nach wenigen Seiten abgebrochen.

    If you get tired, learn to rest, not to quit.

    (Banksy)

  • «Rumo» ist der dritte Zamonienroman, den ich gelesen habe. Der erste - «Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär» - war für mich auch der beste. Am wenigsten überzeugt hat mich «Die Stadt der Träumenden Bücher». Und «Rumo» liegt im Mittelfeld. Hier meine Rezension:


    Inhalt:
    Der Wolpertinger Rumo wird schon als kleiner Welpe auf die Teufelsfelsen verschleppt, wo er die Haifischmade Voltozan Smeik kennen lernt. Dieser klärt ihn nicht nur darüber auf, was ein Wolpertinger ist (nämlich eine Art intelligenter, sprechender Super-Kampfhund mit kleinen Hörnern auf dem Kopf), sondern er bringt ihm auch das Kämpfen bei. So können die beiden von den Teufelsfelsen fliehen. Danach trennen sich ihre Wege bald: Rumo zieht es in Richtung Wolperting, zu dem silbernen Faden, den er in der Luft wahrnimmt.


    Meine Meinung:
    Walter Moers' Zamonien-Bücher laufen immer nach dem gleichen Schema ab: Ein Held gerät immer wieder in gefährliche, ausweglose Situationen, stolpert hunderte von Seiten lang durchs Elend und am Schluss gibt es ein Happyend. Auch in jedem Roman dabei: Heerscharen von skurrilen Gestalten. Gute, böse, schöne, öfter aber hässliche und unförmige. Das ist es auch, was die Romane, die auf dem Kontinent Zamonien spielen, so unterhaltsam machen: Die Vielfalt der Figuren. Moers schafft es immer wieder, unglaubliche Wesen zu kreiieren, die dann nicht nur von ihm beschrieben, sondern auch gezeichnet werden. Diese Illustrationen sind ein weiteres Plus. In «Rumo» gibt es davon zwar nicht ganz so viele wie in Die 13½ Leben des Käpt'n Blaubär, dafür jedoch in der bewährten Qualität.
    Eher negativ fiel mir auch bei «Rumo» wieder die Aufzählsucht von Walter Moers auf. Bei Beschreibungen neigt er ein wenig zu verbalem Durchfall, indem er sich gar nicht mehr von zahllosen Aufzählungen lösen mag. Allerdings schien es mir bei «Rumo» weniger zu sein, als in Die Stadt der Träumenden Bücher, wo mir das Phänomen gewaltig auf die Nerven ging.
    Die Zamonien-Bücher richten sich an Leute, die sich gerne auf äusserst verrückte Geschichten einlassen und die leichte, humorvolle Unterhaltung suchen. Und noch ein Tipp: Dass man sich an der Gleichförmigkeit der Bücher weniger stört, sollte man vielleicht nur eines pro Jahr lesen.


    3ratten



    Liebe Grüsse


    Alfa Romea

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.

  • Rumo fand ich gut. Es war mein letzter Zamonienroman (abgesehen vom Schrecksenmeister). Käptn Blaubär hat mir zusammen mit der Träumenden Bücherstadt am besten gefallen. Bei Rumo war es mir teilweise zu langatmig - da hätte man ruhig ein, zwei Sachen weglassen können. Und zu bildlich sollte man sich auch nicht alles vorstellen, sonst kann man alpträume bekommen.


    4ratten

  • Ich mochte Rumo sehr! Auch wenn ich mich manchmal wegen der ganzen "Blutsachen" und so ein wenig geekelt habe (ich bin etwas empfindlich, wenn es um Dinge im Körper geht...), habe ich mich doch prächtig mit dem Buch amüsiert. Für eine Rezension ist die Lektüre leider schon zu lange her. Rumo ist bisher der einzige Zamonienroman, den ich gelesen habe.

  • Ich habe bis jetzt drei Bücher von Walter Moers und Zamonien gelesen. Der erste war die Stadt der träumenden Bücher. Ein traumhaftes Buch, was ich sehr genossen habe. Allerdings war ich am Anfang sehr verwirrt, weil ich vorher noch nichts von Zamonien gehört hatte.
    Danach habe ich Rumo gelesen. Also, ich fand ihn nicht schlecht. Die Wolpertinger sind wirklich faszinierend und die Unterwelt ist auch eine interessante Welt. Okay, so überragend war er jetzt nicht, aber deswegen würde ich die anderen Zamonienromane nicht außer Acht lassen. Wie ich schon von mehreren gehört habe, ist bei Moers nur jedes zweites Buch gut.
    Ach ja, hinterher habe ich die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubärs gelesen. Das wurde erst zum Ende hin besser.

    Was wäre mein Leben ohne Bücher? Einfach nur leer. <br /><br />Zu viele Bücher, die ich lesen möchte und zu wenig Zeit, sie alle zu lesen.

  • Rumo ist der dritte Zamonien-Roman, den ich jetzt gelesen habe, mit den Moers-typischen Stärken und Schwächen. Stärken sind definitiv diese überbordende Phantasie und die Geschöpfe, die ihr entwachsen, sowie die Illustrationen. Eine Schwäche von Moers ist der übertriebene Drang zu Aufzählungen und Details, die zu überflüssigen Längen führen. All dies habe ich hier auch wieder wiedergefunden, aber da ich mich im Vorfeld schon darauf eingestellt hatte, war es zu verkraften :zwinker:


    Bei einer Einordnung muß ich sagen, daß ich Rumo schwächer fand als Die Stadt der Träumenden Bücher. Das mag einerseits daran liegen, daß DSDTB mein erster Zamonienroman war und mir deshalb die Moersschen Wiederholungen nicht so aufgefallen sind, andererseits aber mit Sicherheit auch daran, daß DSDTB mehr Gelegenheit zum Mitdenken bot (und wenn es „nur“ die Namen der Buchlinge waren). Trotz der gewalttätigeren Handlung hat mir Rumo aber besser gefallen als Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär. Dort waren mir die Aufzählungen der Lebensformen und die Ausbreitung des Lügenduells doch entschieden zu umfangreich.


    Ob und wann ich nach Zamonien zurückkehre, muß ich noch überlegen. Im Moment bin ich erst einmal „gesättigt“, was das angeht.


    4ratten


    Schönen Gruß,
    Aldawen

  • Ich bin ohnehin nen hoffnungsloser Zamonier, aber ich muss doch sagen, um Nuancen liegt Rumo auf einem guten dritten Platz.


    Ich glaube die Person Hildegunst von Mythenmetz (man beachte meine namentliche Hommage ;) ) und die wunderbaren Beschreibungen einer Art Leserattenhochburg habens mir einfach angetan, andererseits sind die Gags und auch die Person Blaubär so gut, dass in diesen beiden Hinsichten Die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubär ebenfalls wieder um Nuancen vorne liegt.


    Kann mich aber eigtl wirklich nicht entscheiden zwischen den beiden.


    Den Anfang von Rumo find ich eigtl total lustig, vor allem die Stelle, wo Rumo gehend und stehend den Fhernhachen erklären will, dass er Zahnschmerzen hat, da bin ich vom Sofa gefallen.


    Aber ich muss euch recht geben, teilweise wurden mir die Kampfesstellen zu plastisch, also die Kämpfe zwischen Rumo und Rolv oder auch zwischen Rumo und Uschan oder in der Arena mit Urs, Rolv (dem weissen Feuer) und Uschan als Einzelkämpfer fand ich hammer, aber die Schilderung, wie frenetisch General Ticktack mit dieser Maschine den Tod studieren will, das war an einigen Stellen wirklich zu derb.


    Daher:
    4ratten


    dadurch bedingt, dass ich eben selber nen halber Zamonier bin ^^ und wegen der lustigen und auch einfach guten Stellen des Buches.


    In anbetracht der eben teilweise zu derb und quasi schon abstossend geschliderten Gewaltszenen, die vor allem oder gerade in solch einem Roman noch bzw erst recht abstossend wirken, und auch gerade im Vergleich zu Blaubär und der Stadt der träumenden Bücher eigtl eher schon


    3ratten

    Einmal editiert, zuletzt von Hildegunst ()

  • Kurz gesagt: Ich bin absolut begeistert und kann mich kaum noch halten! :laola:


    Ich verstehe gar nicht, wie ich dieses Buch nicht schon viel früher gelesen haben, aber besser spät als nie…
    Meiner Meinung nach ist Rumo ein witziges Märchen für Erwachsene. Gleich zu Beginn habe ich mich in Rumo verliebt :herz: da er so niedlich und tollpatschig beschrieben wurde, dass ich einfach nicht anders konnte.
    Obwohl immer wieder grausige und schreckliche Sachen passieren, fand ich den Erzählstil von Moers durchweg lockerflockig und witzig. Dadurch wirkten die grausamen Dinge (wie z.B. die Geschehnisse auf dem Teufelsfelsen) sehr fiktiv und so gar nicht möglich in der Realität. Aufgrund dieses Abstandes zu den Erlebnissen hat es mich auch nicht gestört, dass immer wieder gekämpft und getötet wurde.
    Dass die Geschichte an sich relativ vorhersehbar ist, hat mich kaum gestört, dieser Roman besticht eher durch seine Kreativiät in der Artenvielfalt und den witzigen Unterhaltungen.


    Den Lesespaß zusätzlich erhöht hat die schöne Gestaltung des Buches durch die vielen Zeichnungen der seltsamen Gestalten und die verschieden Schriftarten für die unterschiedlichen Stimmen im Kopf.


    5ratten


  • Mir gings wie dir, foenig! Das Buch war mein erstes von Moers und hat mir derartig gut gefallen, dass ich richtig Moers-süchtig wurde. :breitgrins:


    Ich reihe mich auch in die Riege derer ein, die absolut begeistert von Rumo sind! Durch Zufall hab' ich das Buch als Mängelexemplar gefunden und wollt' es eigentlich gleich wieder zurücklegen, da ich vom Autor abgeschreckt wurde (mit "Das kleine Arschloch" konnte ich nun wirklich nichts anfangen), hab' es aber wegen der schönen Zeichnungen dann doch gekauft... und es in weniger als 24 h gelesen, weil es mich so mitgerissen hat. Und obwohl mir auch "Die Stadt der träumenden Bücher" und "Die 13 1/2 Leben des Kapitän Blaubär" wirklich gut gefallen haben, kommen sie beide nicht an Rumo heran. Es fehlten einfach dieses atemlos-vor-Spannung-die-Luft-anhalten, die-Zigarette-im-Aschenbecher-abbrennen-lassen-weil-man-komplett-darauf-vergisst und das plötzlich-aufschauen-und-überrascht-sein-dass-es-auf-einmal-dunkel-ist und all' diese Dinge, die für mich meine Lieblingsbücher auch noch von den überragenden Büchern unterscheiden... :zwinker:
    Ich bin schon so gespannt auf die anderen Zamonienromane, die ich mir wohl zu Weihnachten wünschen werden *seufz*
    Aber von mir auf jeden Fall 5ratten und ein echter :tipp:

    Auch ungelebtes Leben<br />geht zu Ende<br />- Erich Fried

  • Ich habe "Rumo" als zweiten Zamonien-Roman gelesen und den, wie zuvor schon "Die Stadt der Träumenden Bücher" , in einer sehr netten Leserunde.


    Gefallen hat mir das Buch wirklich gut, allerdings fand ich DSdTB ein wenig besser. Ein wenig haben mir doch diese tollen Fußnoten gefehlt. Ich fand sie klasse! Stattdessen ist das Buch aufgemacht, wie meine früheren Geschichtsblätter aus der Schule. Am Rand stehen immer zwei Worte, die einem auf Anhieb zeigen, über wen der Abschnitt handelt. Für die LR wirklich sehr nützlich, ansonsten ein ganz netter Firlefanz, den ich nicht unbedingt brauche.
    Da ich die HC-Version gelesen habe, fand ich auch das silberne Lesebändchen klasse! Das dies der silberne Faden sein sollte, war mir eigentlich schon ziemlich früh klar. Ja, und die Bilder sind natürlich auch nicht zu verachten. Aber auch die fand ich in DSdTB schöner und einfallsreicher. In "Rumo" sah man eigentlich immer nur Bilder von den Figuren und nicht von Situationen.


    Vom Inhalt her gefiel mir das Buch auch sehr. Es ist ziemlich gewalttätig, was mich aber nicht allzu sehr störte. Anscheinend haben mich endlose Kriegsfilme abgehärtet. Aber zartbesaitetere Menschen könnten damit vielleicht ein wenig Schwierigkeiten haben.


    Interessant war es allemal. Moers hat einen unglaublichen Einfallsreichtum, den man immer nur wieder bewundern kann. Auch gefiel mir persönlich die Geschichte zu jedem Charakter sehr gut. So wusste man sofort Bescheid über die Leute.
    Allerdings fand ich die Geschichte auch sehr konstruiert. Bis auf ein paar mal konnte ich eigentlich immer eins und eins zusammen zählen und wusste letztendlich, wo das ganze drauf hinaus lief. Da ich aber ziemlich Spaß daran hatte, eins und eins zusammen zu zählen, ist mir dies nicht allzu negativ aufgefallen.


    Was soll ich noch großartig sagen? Das "Blut-Lied" war mein persönliches Highlight, von dem ich zwei Tage später immer noch Ohrwürmer habe! :breitgrins:


    4ratten

  • Vor diesem Buch war meine Meinung zu Walter Moers: :kotz: (wg. Kleinem Arschloch etc.)
    Nach der Lektüre muss ich sagen: :anbet:
    Der Mann scheint zwei verschiedene Persönlichkeiten zu haben... :gruebel:


    Aber jetzt zu Rumo:
    Auf Moers aufmerksam geworden bin ich durch "Die Stadt der träumenden Bücher" - allein der Titel ist für jeden Bookaholic anziehend. Aber die Leserunde habe ich aufgrund meiner Diplomprüfung verpasst. Also bin ich in die nächste LR eingestiegen und das war eben Rumo und somit mein erstes Buch von Walter Moers.


    Den Anfang als Rumo noch ein junger Welpe bei den Fhernhachen ist, fand ich schon ganz bezaubernd. Er war wirklich noch so naiv, die Welt noch so heil. Doch mit den ersten Zähnen beginnt das Unheil....


    Erst einmal schafft Moers es so wahnsinnig witzige, außergewöhnliche Charaktere zu schaffen - die man einfach gern haben muss oder bei denen man sich vor Angst in die Hose macht! Er sprudelt nur so vor wahnwitzigen Ideen und es macht einfach Spaß Rumo bei seiner Reise durch Oben- und Untenwelt zu folgen und man wartet gespannt welche Wesen hinter der nächsten Ecke auf einen Warten.


    Ganz toll fand ich die Idee mit dem silbernen Faden (das mit dem Lesebändchen hab ich dabei nicht kapiert... :redface:). Gefallen haben mir besonders die Teufelszyklopen, allgemein das Leben in Wolperting und die Eydeeten. Ach mir fällt noch so viel ein: die Bluteiche, das zweigeteilte Messer und und und.... General Ticktack und seine kupfernen Kerle fand ich auch eine sehr geniale Idee, die mich sehr beängstigt hat... Insgesamt war es mir ein wenig zu viel Kampfgetümmel, besonders am Ende.
    Die vielen Einschübe mit Geschichten haben mich nie gestört, ich fand das sehr interessant.


    Das wird auf keinen Fall das Ende meiner Reise durch Zamonien, sondern ist erst der Anfang... Alles ist ugo!


    Von mir gibts:
    4ratten


    @ Walter Moers:
    Bitte schreiben Sie einen Band mit der Geschichte von Ribesehl und Ukobach! Die zwei sind super und die geborenen Helden! :breitgrins:

  • Dies ist die Geschichte von Rumo, den wir auf seinem schwierigen und oft gefährlichen Weg vom kleinen Welpen zu einem großen Helden begleiten dürfen.


    Wir lernen Rumo als liebenswerten Wolpertinger-Welpen kennen, welcher seine Kindheit bei den gefährlichen Teufelszyklopen verbringen muss und sich im täglichen Überlebenskampf zu einem begnadeten und gefürchteten Kämpfer entwickelt. Mit Hilfe der Haifischmade Volzotan Smeik kann Rumo die gefährlichen Teufelsfelsen verlassen und sich endlich auf die Suche nach seinen Artgenossen machen.
    In Wolperting, der Stadt der Wolpertinger, angekommen, findet Rumo endlich ein richtiges Zuhause, doch diese Idylle hält nicht lange an. Eines Tages findet Rumo die Stadt völlig verlassen vor. Er macht sich auf den Weg nach Untenwelt, um seine Artgenossen zu suchen, vor allem aber seine heimliche Angebetete Rala...


    Nun ja, die Geschichte folgt einem altbewährten Muster: der Held muss viele Gefahren bestehen, bevor es ein romantisches Happy End gibt - wären da nicht der unglaubliche Einfallsreichtum, die skurrilen Figuren, die ausgefeilten Dialoge ("Der Hase! Er provoziert uns! Wir müssen ihn töten!") und die liebevollen Zeichnungen von Walter Moers, die „Rumo & Die Wunder im Dunkeln“ wieder einmal zu einem phantastischen und aufregendem Märchen-Abenteuer machen.


    So treffen wir ein sprechendes Schwert, das sich zwei sehr unterschiedliche Seelen teilen müssen. Wir lernen die „Unvorhandenen Winzlinge“ kennen, die eine recht große Klappe haben. Wir machen eine ungewöhnliche Reise in ein Gehirn und steigen in das gefährliche und sagenumwobene Untenwelt hinab, wo Rumo sein wohl größtes Abenteuer erleben wird.


    Daneben begegnen wir auch wieder vielen bekannten Zamoniern: Prof. Dr. Abdul Nachtigaller mit seinen sieben Gehirnen und seinen merkwürdigen Erfindungen. Schrecksen, die mit ihren Prophezeiungen eher verwirren als entwirren. Haifischmaden, Lindwürmer, Fernhachen, Blutschinken und noch andere liebenswerte und weniger liebenswerte zamonische Daseinsformen.


    Dennoch muss gesagt werden, dass „Rumo“ 'gewalttätiger' als die anderen Zamonien-Romane ist. So erfahren wir, dass die Teufelszyklopen lebendes Essen bevorzugen und schreiende Opfer als Delikatesse betrachten. Auch Rumo ist in seinen Kämpfen nicht gerade zimperlich und seine Gegner haben Glück, wenn sie am Ende überhaupt noch leben.


    Trotzdem sollte man diese 'Brutalität' nicht überbewerten, sondern sich auf ein spannendes und bezauberndes Abenteuer einlassen, in welchem auch Humor und eine romantische Liebesgeschichte nicht zu kurz kommen.


    Dieses Buch bekommt 4ratten.


    (Ein Punkt wird abgezogen, weil mir "Die Stadt der Träumenden Bücher" und "Käpt'n Blaubär" einfach noch mehr gefallen haben.)


  • Ganz toll fand ich die Idee mit dem silbernen Faden (das mit dem Lesebändchen hab ich dabei nicht kapiert... :redface:).


    Der silberne "Lesefaden/-bändchen" soll Rumos silbernen Faden imitieren. So wie Rumo seinem silbernen Faden folgt, folgt der Leser (und das Lesebändchen :zwinker:) Rumos Geschichte.


    Hm, war das jetzt irgendwie verständlich? :confused:

  • Der silberne "Lesefaden/-bändchen" soll Rumos silbernen Faden imitieren. So wie Rumo seinem silbernen Faden folgt, folgt der Leser (und das Lesebändchen :zwinker:) Rumos Geschichte.


    Hm, war das jetzt irgendwie verständlich? :confused:


    Doch, das hab ich schon kapiert. Ich bin nur nicht selbst auf die Idee gekommen, dass das Lesebändchen den silbernen Faden symbolisiert. :zwinker:


    Aber danke für die Erklärung! :knuddel:

  • Woran merkt man, das eine Leserunde zu einem von Moers' Büchern stattfindet (gefunden hat)?
    An den gehäuften Rezis. :breitgrins:


    Auch ich habe, mit einem Reread, wieder teilgenommen.


    Rumo, ein Wolpertingerwelpe macht seinen Weg durch die schlimmsten Ecken in und unter Zamonien und findet am Ende seine große Liebe.


    Von Moers' Einfallsreichtum, skurillem Witz und seiner Fähigkeit, zu erzählen, kann ich nur den Hut ziehen.
    Er versteht es, den Leser zu fesseln und ihm eine Welt voller Merkwürdigkeiten nahe zubringen, von der man sich fragt, woher er das alles hat.
    Ein sprechendes Schwert mit zwei eingeschmiedeten Gehirnen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. :rotfl:


    Leider geht er mit seinen Beschreibungen manchmal zu sehr ins Detail, das ist richtig.
    Aber trotzdem baut er in seinen Büchern seine Spannung auf, die es schwermacht, das Buch aus der Hand zu legen.
    Während der Leserunde habe ich immer wieder mal das Buch zur Seite gelegt, damit ich ja nicht allzu schnell wieder am Ende bin.
    Aber wenigstens habe ich schon das Hörbuch parat, und wenn ich mit Die Stadt der träumenden Bücher durch bin,
    wird mich Rumo auf die Arbeit begleiten.


    Auch wenn Rumo & Die Wunder im Dunkeln ein tolles Buch ist,
    an Die Stadt der träumenden Bücher kommt es für mich aber nicht heran.


    Daher "nur":


    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:


    Jetzt freue ich mich auf die LR zum Blaubär. :klatschen:

  • Rumo war das letzte Zamonienabenteuer, welches ich noch vor mir hatte und bin nun einerseits traurig, weil ich mich nun gedulden muss, bis der Herr Moers etwas neues veröffentlicht (was er hoffentlich tun wird!) - und andererseits bin ich ganz schön froh aus der brutalen und düsteren Welt von Rumo raus zu sein. Walter Moers hat eine unglaubliche Phantasie und auch in Rumo gelangt man immer wieder an den Punkt, wo man sich fragt "Wie soll denn das nun weitergehen?!" und schwupps - kommt eine Wendung, die man einfach nicht erwartet hätte.


    'Die Stadt der Träumenden Bücher' bleibt für mich einfach das beste Zamonienbuch, und auch wenn Rumo einige Schwächen hätte, bleibt mir trotzdem nichts anderes übrig als volle Punktzahl zu geben!


    5ratten

    ~ The world is quiet here ~

  • Meine Meinung:


    "Rumo" war mein zweiter Zamonienroman aus der Feder von Walter Moers und hat mir sehr gut gefallen. Eigentlich fängt alles ganz harmlos an, mit einem herzigen kleinen Wolpertingerwelpen, aber sehr schnell verwandelt sich die Geschichte in ein temporeiches und düsteres Geflecht, in dem die Wolpertinger und insbesondere Rumo die Hauptrolle spielen.


    Walter Moers' Wolpertinger haben mit der bekannten bayerischen Fabelgestalt sehr wenig zu tun; sie sind hundeähnliche, mit Hörner bestückte Kampfmaschinen und führen ein von Fechtkunst, Heldenkunde und Zahnpflege geprägtes Leben. Rumo ist ein sehr zurückhaltender Held; er macht nicht viele Worte, sondern lässt seine Taten für sich sprechen. Dabei wirkt er nie eitel oder selbstverliebt, sondern hat eher pubertäre Züge, die ihn für mich liebenswert machten. Damit die Szenen mit Rumo nicht ganz so wortkarg und dialogarm ausfallen, hat er ein telepathisch sprechendes Schwert zur Seite, dass für viele Aufheiterungen sorgt und einen hohen Schmunzelfaktor mitbringt.


    Sehr gelungen fand ich auch die Nebenfiguren, allen voran die Haifischmade Smeik, die Rumo ein Stück auf seinem Weg begleitet, Professor Kolibril, der geniale Wissenschaftler des Mikrokosmos, und natürlich die vielfältig gestalteten Wolpertinger, die alle ihr eigenes Profil hatten und so unterschiedlich gestrickt sind, wie es unterschiedliche Hunderassen gibt. Sehr schön, dass sich der Autor die Zeit nimmt, allen diesen Figuren eine eigene Geschichte zu geben und damit etliche Abschweifungen zu riskieren - mancher Leser wird dies überflüssig finden, ich jedoch nicht! Ich hatte sehr viel Spaß mit den phantasievollen Lebenläufen der zahlreichen Figuren und konnte damit mein Bild von Zamonien wieder ein Stückchen erweitern. Schön fand ich auch die Anspielungen auf berühmt-berüchtigte zamonische Persönlichkeiten, die man aus anderen Büchern von Walter Moers kennt, die aber hier keine Rolle spielen.


    Die Geschichte ist erstaunlich blutrünstig und trotzdem nett zu lesen, ein Widerspruch, den der Autor durch seine beiläufige Art des Erzählens und Fabulierens sehr gut vereinen konnte. Es wird kein großes Drama daraus gemacht, wenn mal ein Wolpertinger zugeschlagen hat - das ist ganz natürlich und der Lauf der Dinge. Trotzdem schafft es Walter Moers, mit seinen Lesern zu spielen und sie in die tiefsten Leseabgründe zu führen, nur um anschliessend die Auflösung der Geschichte umso herzergreifender ausfallen zu lassen. Ich machte beim Lesen eine regelrechte Achterbahn der Gefühle durch, fühlte mich zwischendurch auch sehr unwohl mit dem Buch und war am Ende nur noch begeistert. Das muss ein Autor erstmal schaffen und man sieht, wie tief man sich in die Geschichte verwickeln kann und mit den Protagonisten mitfiebern kann.


    Ich fand Rumo jedenfalls sehr lesenwert und freue mich schon auf weitere Bücher von Walter Moers - mögen ihm die Ideen niemals ausgehen!


    5ratten

    :lesen: Susanne Gerdom - Haus der tausend Spiegel